{"id":1290550,"date":"2026-09-09T12:22:18","date_gmt":"2026-09-09T12:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290550\/"},"modified":"2026-09-09T12:22:18","modified_gmt":"2026-09-09T12:22:18","slug":"berlin-will-it-sicherheit-nach-cyberangriff-verstaerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290550\/","title":{"rendered":"Berlin will IT-Sicherheit nach Cyberangriff verst\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Berlin will IT-Sicherheit nach Cyberangriff verst\u00e4rken<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Beim Thema IT-Sicherheit sieht Berlins Regierender B\u00fcrgermeisters Kai Wegner dringenden Handlungsbedarf. Das Datennetz der Berliner Verwaltung muss nach seiner \u00dcberzeugung schnell besser vor Cyberattacken gesch\u00fctzt werden. \u201eWir werden nicht warten, bis eine neue Koalition gebildet ist, sondern wir werden alle personellen und finanziellen Ressourcen zur Verf\u00fcgung stellen\u201c, sagte der CDU-Politiker nach der j\u00fcngsten Senatssitzung mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>\u201eWir sind dabei, das Landesnetz zu h\u00e4rten. Hier haben wir aus der aktuellen Cyberattacke neue Erkenntnisse gewonnen.\u201c Ein Ziel m\u00fcsse eine st\u00e4rkere Zentralisierung im Bereich IT f\u00fcr die Berliner Verwaltung sein, sagte Wegner. \u201eWir leben in einer anderen Bedrohungslage als vielleicht noch vor drei, vier oder f\u00fcnf Jahren. Wir m\u00fcssen einfach schauen, wie wir unsere Netze noch sicherer machen.\u201c<\/p>\n<p>Keine Hinweise auf weitere Cyberattacken im Datennetz<\/p>\n<p>Zu der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berlin-Cyberangriff-auf-Verwaltung-begann-lange-vor-der-Entdeckung-11432414.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitte August bekannt gewordenen Cyberattacke<\/a> auf die Berliner Verwaltung sagte Wegner, oberste Priorit\u00e4t sei gewesen, den Angriff zu unterbinden. \u201eUnd wir k\u00f6nnen heute feststellen, so zumindest der aktuelle Sachstand, dass uns das gelungen ist\u201c, so der Regierende B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise darauf, dass das Landesnetz noch infiltriert sei. Der nach Bekanntwerden des Cyberangriffs eingesetzte Krisenstab, der sich um die Sicherheit des Landesnetzes k\u00fcmmere, arbeite aber weiter.<\/p>\n<p>Cyberattacken gebe es inzwischen tagt\u00e4glich. \u201eUnd bislang ist es uns gelungen, diese Angriffe immer abzuwehren\u201c, sagte Wegner. \u201eUnd jetzt ist einer durchgekommen, sehr, sehr professionell und mit einer sehr, sehr hohen kriminellen Energie.\u201c<\/p>\n<p>Der Cyberangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Betroffen waren die beiden Senatsverwaltungen f\u00fcr Bauen und f\u00fcr Verkehr. Die Gruppe Rhysida erpresste das Land und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/30-Bitcoin-oder-Leak-Ransomware-Bande-erpresst-Berlin-11434325.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">forderte 30 Bitcoin<\/a>, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berliner-Senat-zahlt-nicht-sensible-Daten-jetzt-im-Darknet-11442286.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ver\u00f6ffentlichten mindestens 1,2 Millionen Datens\u00e4tze nach Ablauf ihres Ultimatums<\/a>.<\/p>\n<p>Senat will Beratung f\u00fcr Betroffene anbieten<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>F\u00fcr m\u00f6glicherweise von den Folgen der Cyberattacke betroffene B\u00fcrger und Unternehmen plant der Senat eine Anlaufstelle, wie Wegner ank\u00fcndigte. Die Cyberkriminellen haben auch personenbezogene Daten erbeutet und ver\u00f6ffentlicht, die andere Kriminelle zum Beispiel f\u00fcr Identit\u00e4tsdiebstahl oder weitere Formen von Betrug nutzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Digitalstaatssekret\u00e4r Florian Hauer geht es um Beratung und Hilfe f\u00fcr Menschen, die glauben, dass Daten von ihnen abgeflossen sein k\u00f6nnten. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zun\u00e4chst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Das Ziel sei, das so schnell wie m\u00f6glich anzubieten.<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>7. bis 12. August 2026<\/strong>: Bei den beiden Senatsverwaltungen f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berlin-Cyberangriff-auf-Verwaltung-begann-lange-vor-der-Entdeckung-11432414.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">werden Daten durch Unbekannte ausgeleitet<\/a>. Der Angriff begann lange vor diesem Zeitpunkt.<\/li>\n<li><strong>14. August 2026:<\/strong> Die beiden Senatsverwaltungen werden <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberattacke-auf-Berliner-Verwaltung-Ermittlungen-laufen-11416539.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vom Landesnetz isoliert<\/a>.<\/li>\n<li><strong>17. August 2026:<\/strong> Die Senatskanzlei informiert per Pressemitteilung \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberattacke-auf-Berliner-Verwaltung-Ermittlungen-laufen-11416539.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einen \u201eIKT-Vorfall im Landesnetz Berlin<\/a>\u201c. Es wird ein Notfallkrisenstab eingerichtet, BKA und LKA ermitteln, das BSI ist informiert.<\/li>\n<li><strong>21. August 2026<\/strong>: Die beiden Beh\u00f6rden sind weiterhin vom Landesnetz abgeschnitten. Es kommt <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berliner-Verwaltungen-nach-Cyberangriff-weiter-vom-Netz-getrennt-11421320.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu Problemen bei Transferleistungen<\/a>, unter anderem kann an 50.000 berechtigte Haushalten in Berlin kein Wohngeld ausgezahlt werden.<\/li>\n<li><strong>24. August 2026<\/strong>: Alle Teile der Senatsverwaltung <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Nach-Cyberangriff-Senatsverwaltungen-wieder-am-Netz-11423077.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sind wieder am Netz<\/a> und laut des Regierenden B\u00fcrgermeisters Kai Wegner \u201egrunds\u00e4tzlich arbeitsf\u00e4hig\u201c.<\/li>\n<li><strong>27. August 2026:<\/strong> Florian Hauer, Berliner <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Sensible-Daten-bei-Cyberangriff-womoeglich-doch-betroffen-11427279.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Digitalisierung erkl\u00e4rt<\/a>: \u201eDerzeit gehen wir davon aus, dass der Angriff einged\u00e4mmt werden konnte\u201c. Er kann nicht ausschlie\u00dfen, dass \u201eauch personenbezogene oder sonstige nicht-\u00f6ffentliche Daten betroffen sind\u201c.<\/li>\n<li><strong>28. August 2026: <\/strong>Sicherheitsbeh\u00f6rden treffen sich mit Vertretern des Landes Berlin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/30-Bitcoin-oder-Leak-Ransomware-Bande-erpresst-Berlin-11434325.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu einer Krisensitzung<\/a>. Die Angreifer haben Daten erbeutet und stellen eine L\u00f6segeldforderung. Der Regierende B\u00fcrgermeister Kai Wegner erkl\u00e4rt: \u201eDas Land Berlin l\u00e4sst sich nicht erpressen.\u201c Angaben zu Umfang und Inhalt der Daten gibt es nicht. Am Abend berichtet der Spiegel, dass die bekannte Ransomware-Bande \u201eRhysida\u201c dahinter stecken soll. Auf deren Darknet-Webseite gibt es nachvollziehbar eine Forderung nach 30 Bitcoin (rund 2 Millionen Euro), mitsamt angeblichen Ausz\u00fcgen aus den Daten. Die Kriminellen versprechen unter anderem Listen mit Passw\u00f6rtern im Klartext, Justizunterlagen und \u00fcber 46.500 Vertr\u00e4ge des Landes.<\/li>\n<li><strong>30. August 2026: <\/strong>Der CCC-Sprecher Joachim Selzer warnt vor m\u00f6glichem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberangriff-auf-Berlin-Was-mit-den-Daten-passieren-koennte-11434581.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Identit\u00e4tsdiebstahl und anderen Betrugsversuchen<\/a>. B\u00fcrger, von denen pers\u00f6nliche Angaben in dem vermeintlichen Datensatz enthalten sein k\u00f6nnten, w\u00fcrden zudem leicht Opfer von Erpressungsversuchen.<\/li>\n<li><strong>1. September 2026:<\/strong> Auf einer Pressekonferenz best\u00e4tigt die Senatsverwaltung, dass <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berlin-Passwoerter-abgeflossen-12-000-Systeme-werden-gescannt-11436809.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auch Passw\u00f6rter abgeflossen sind<\/a>. Die Mitarbeiter der beiden Verwaltungen k\u00f6nnten daher derzeit nicht aus dem Home Office arbeiten. Alle 12.000 Systeme des Landes Berlin w\u00fcrden derzeit \u201erund um die Uhr\u201c \u00fcberpr\u00fcft.<\/li>\n<li><strong>4. September 2026:<\/strong> Die Kriminellen ver\u00f6ffentlichen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berliner-Senat-zahlt-nicht-sensible-Daten-jetzt-im-Darknet-11442286.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">rund 1,44 Millionen Dateien im Darknet<\/a>. Darunter sind auch Personalunterlagen, Angaben zu Disziplinarverfahren, Finanzunterlagen sowie Details zur Kritischen Infrastruktur des Landes Berlin.<\/li>\n<li><strong>5. September 2026:<\/strong> Das BSI warnt vor einer \u201e<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/BSI-warnt-nach-Daten-Leak-vor-erhoehter-Cyber-Bedrohung-11442510.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erh\u00f6hten Bedrohungslage<\/a>\u201c f\u00fcr die Gesellschaft.<\/li>\n<li><strong>6. September 2026:<\/strong> Das Land Berlin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberangriff-Berlin-mit-Steuerungseinheit-will-Betroffene-kontaktieren-11442896.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">richtet eine \u201eSteuerungseinheit\u201c ein<\/a>. Vom Leak Betroffene sollen per E-Mail und Brief kontaktiert werden. Politiker und IT-Experten zeigen sich schockiert von Umfang und Inhalt der ver\u00f6ffentlichten Daten.<\/li>\n<li><strong>7. September 2026:<\/strong> Nach <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/BSI-erklaert-ersten-Angriffsvektor-auf-Berliner-Behoerden-11444072.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einer Analyse des BSI<\/a> mit Bezug auf einen Sicherheitshinweis von Microsoft wurde Berlin \u00fcber die Methode \u201eTerminalFix\u201c angegriffen. Dabei wird ein Nutzer per Phishing dazu verleitet, ein gef\u00e4lschtes Captcha zu l\u00f6sen und einen Befehl in das Windows-Terminal zu kopieren und auszuf\u00fchren. Danach erfolgt eine Kette von Malware-Infektionen.<\/li>\n<li><strong>7. September 2026: <\/strong>In der Nacht zum vorherigen Sonntag wurde von Rhysida ein zweites Datenpaket ver\u00f6ffentlicht. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berlin-Zweites-Datenpaket-veroeffentlicht-KI-soll-Risiko-bewerten-11444369.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Senatsverwaltung will nun KI einsetzen<\/a>, um eine Risikobewertung zu erleichtern.<\/li>\n<li><strong>7. September 2026:<\/strong> Die Berliner Datenschutzbeauftragte <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Gefahr-fuer-die-nationale-Sicherheit-Berliner-Datenleck-schlaegt-hohe-Wellen-11444301.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">r\u00e4t zu erh\u00f6hter Wachsamkeit<\/a>. Passw\u00f6rter sollen ge\u00e4ndert, Kontoaktivit\u00e4ten genau kontrolliert, und verst\u00e4rkt auf Phising geachtet werden. Das Cyberintelligence-Institut (CII) fordert ein bundesweites Sofortprogramm f\u00fcr kommunale Cyberresilienz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht auszuschlie\u00dfen ist nach Angaben des Staatssekret\u00e4rs, dass bei der Cyberattacke auch Daten von Berlinern und von Unternehmen abgeflossen sind, die mit beiden Senatsverwaltungen in Kontakt standen \u2013 etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und k\u00f6nne Wochen dauern.<\/p>\n<p>Anlaufstelle soll Tipps geben<\/p>\n<p>Bei der geplanten Anlaufstelle gehe es unter anderem darum, besorgten Menschen allgemeine Hinweise zu geben, was sie tun k\u00f6nnten und worauf sie achten m\u00fcssten. Eine externe Rechtsanwaltskanzlei und die Datenschutzbeauftragte des Landes unterst\u00fctzen dabei beratend.<\/p>\n<p>Wegner sagte, es sei Aufgabe von Staatsanwaltschaft, Landes- und Bundeskriminalamt, die Kriminellen aufzusp\u00fcren, die hinter der Cyberattacke steckten. \u201eWann die Ermittlungen abgeschlossen sind, kann man heute leider noch nicht sagen\u201c, so der CDU-Politiker. \u201eAber ich kann Ihnen sagen, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.\u201c Das Landeskriminalamt habe eine besondere Aufbauorganisation dazu eingesetzt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werde weiterhin analysiert, welche Daten bei der Cyberattacke gestohlen wurden. \u201eWir sind dabei, s\u00e4mtliche Systeme zu untersuchen, was genau abgeflossen ist, wer wie an welcher Stelle wo drauf war\u201c, sagte er. Staatssekret\u00e4r Hauer wies darauf hin, die Daten mit Hilfe forensischer Software zu \u00fcberpr\u00fcfen, werde allerdings noch lange dauern.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:afl@heise.de\" title=\"Andreas Floemer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">afl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin will IT-Sicherheit nach Cyberangriff verst\u00e4rken Beim Thema IT-Sicherheit sieht Berlins Regierender B\u00fcrgermeisters Kai Wegner dringenden Handlungsbedarf. 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