{"id":1290767,"date":"2026-09-09T14:42:25","date_gmt":"2026-09-09T14:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290767\/"},"modified":"2026-09-09T14:42:25","modified_gmt":"2026-09-09T14:42:25","slug":"kryptische-kapitalflucht-und-bewegungen-beim-gold-in-russland-finden-auffaellige-finanzoperationen-statt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290767\/","title":{"rendered":"Kryptische Kapitalflucht und Bewegungen beim Gold: In Russland finden auff\u00e4llige Finanzoperationen statt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Es kommt immer wieder vor, dass hochrangige Vertreter des russischen Staats unangenehme Wahrheiten unverbl\u00fcmt \u00e4u\u00dfern. Und solange sie nur die Wirtschaft betreffen, geht das im Land auch meist durch. So geschehen dieser Tage auf dem East Economic Forum in der Pazifikstadt Wladiwostok, wo auch <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/putin\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> selbst zugegen war. <\/p>\n<p>Ebendort wurde zum Thema, dass kaum noch jemand in Russland investiert. \u201eWie denn auch, wenn das Kapital buchst\u00e4blich stimuliert wird, aus der Wirtschaft abzuflie\u00dfen?\u201c, fragte einer von Putins Beratern, Anton Kobjakov. Und machte die Sanktionen und den hohen Leitzins daf\u00fcr verantwortlich.<\/p>\n<p>Dass nicht investiert wird, ist das eine. Dass Geld zudem au\u00dfer Landes geschafft wird, ist nochmal etwas anderes. Nun zeigen Zahlen der Zentralbank, dass das Ausma\u00df der Kapitalflucht drastisch angewachsen ist \u2013 und zwar die sogenannten \u201egrauen\u201c Exportaktivit\u00e4ten. Wie die \u201eMoscow Times\u201c unter Verweis auf die Daten der Zentralbank schreibt, betrug diese Kapitalflucht im zweiten Quartal 12,2 Milliarden Dollar. Das ist nicht nur ein Sprung um 770 Prozent gegen\u00fcber dem ersten Quartal und der h\u00f6chste Quartalswert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994 \u00fcberhaupt. Es bedeutet, dass jeder zehnte Dollar der Exporteinnahmen (125,7 Mrd. Dollar im zweiten Quartal) bzw. ein Drittel des Handelsbilanz\u00fcberschusses (38,3 Mrd. Dollar) abgeflossen ist.<\/p>\n<p>Die Zentralbank f\u00fchrt diesen Betrag als \u201estatistische Abweichung\u201c und weist ihn als \u201ereine Fehler und L\u00fccken\u201c aus. Wie der Moskauer \u00d6konom Dmitrij Polevoj gegen\u00fcber \u201eMoscow Times\u201c erkl\u00e4rt, werden unter diesem Posten auch nicht erfasste Operationen und ein verdeckter Kapitalabfluss subsumiert. Dazu geh\u00f6ren laut Experten Abfl\u00fcsse, die keine gesch\u00e4ftliche Funktion wie Investitionen im Ausland oder Zahlungen f\u00fcr den Import darstellen. Und Exporteinnahmen, die erst gar nicht nach Russland flie\u00dfen und im Ausland versickern.<\/p>\n<p>Vasily Astrov, Russland-\u00d6konom am <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/wiener-institut-fuer-internationale-wirtschaftsvergleiche\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wiener Institut f\u00fcr Internationale Wirtschaftsvergleiche<\/a> (WIIW) sieht die Kapitalflucht auch durch den j\u00fcngsten Ausverkauf bei russischen Aktien und Anleihen best\u00e4tigt, wie er zur \u201ePresse\u201c sagt. Die Kapitalflucht ist eine \u201eFolge der allgemeinen Nervosit\u00e4t und Sorge, was die n\u00e4here Zukunft betrifft\u201c, erkl\u00e4rte <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/oleg-vjugin\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oleg Vjugin<\/a>, Ex-Zentralbankvize, in einem Gespr\u00e4ch f\u00fcr ein russisches Radio: So seien etwa die kursierenden Ger\u00fcchte, dass Bankeinlagen eingefroren und eine neue Mobilmachung verordnet werden k\u00f6nnten, Teil dieser Nervosit\u00e4t. \u201eDie Menschen wollen eine bestimmte Geldmenge irgendwie in Sicherheit bringen\u201c, so Vjugin.<\/p>\n<p>Auch reiche und Putin-nahe Russen. Dass sie neulich wieder vermehrt Geld ins Ausland schaffen, und zwar auf die arabische Halbinsel, nach Zypern und sogar nach Afrika, hat die Agentur <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bloomberg\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bloomberg<\/a> im Juli berichtet. Statistiken zeigen, dass sie auch wieder zunehmend Immobilien etwa in Dubai kaufen.<\/p>\n<p>Die Unsicherheit in Russland hat unter anderem mit dem Umstand zu tun, dass das vom Ukraine-Krieg verursachte Budgetdefizit trotz guter Augustzahlen nach neuen Sch\u00e4tzungen des Finanzministeriums 5,8 Billionen Rubel bzw. 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betr\u00e4gt. Auch wenn das im internationalen Vergleich nicht dramatisch ist, der Jahresplan war 1,6 Prozent des <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bip\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BIP<\/a>. <\/p>\n<p>Um das Loch zu stopfen, scheint freilich die Zentralbank mehr auf die Reserven zur\u00fcckzugreifen. Jedenfalls wurde sie zuletzt zur gr\u00f6\u00dften Goldverk\u00e4uferin unter allen Zentralbanken. W\u00e4hrend viele Zentralbanken auch im zweiten Quartal massiv zukauften, stie\u00dfen die russischen W\u00e4hrungsh\u00fcter laut <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/world-gold-council\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">World Gold Council<\/a> 21,77 Tonnen ab. Platz zwei geht an die T\u00fcrkei mit gerade einmal 4,23 Tonnen. In den ersten sieben Monaten warf Russland 49,7 Tonnen auf den Markt \u2013 so viel wie noch nie seit dem Rubelcrash 1998. Damit gingen die Vorr\u00e4te auf den niedrigsten Stand seit 2020 zur\u00fcck. Gewiss, auch jetzt noch macht Gold 41,5 Prozent der russischen Gold- und W\u00e4hrungsreserven aus.<\/p>\n<p>Dass Russland aus Mangel an anderen liquiden Verm\u00f6genswerten das Budgetloch tats\u00e4chlich bereits mit Gold aus der Zentralbank stopft, wie Beobachter meinen, zweifelt \u00d6konom Astrov jedoch an. Die Ukraine habe zu Kriegsbeginn aufgrund ihres abgrundtief klaffenden Budgetdefizits zu dieser Ma\u00dfnahme greifen m\u00fcssen zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen. \u201eVon einer solchen Notwendigkeit ist Russland weit entfernt\u201c.<\/p>\n<p>Faktum ist indes, dass Russland, drittgr\u00f6\u00dfter Goldproduzent der Welt, wieder Rekordmengen exportiert, und zwar \u00fcber China. Wie die \u201e<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/financial-times\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" kapitalflucht=\"\" und=\"\" bewegungen=\"\" beim=\"\" gold:=\"\" in=\"\" russland=\"\" finden=\"\" auff=\"\" finanzoperationen=\"\" statt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Financial Times<\/a>\u201c auf Basis von Zolldaten berichtet, hat Russland in den ersten sieben Monaten 2026 ganze 100 Tonnen an Goldbarren nach Hongkong exportiert \u2013 eine Verdreifachung gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum 2025. China wurde seit dem Ukraine-Krieg zum wichtigsten Umschlagplatz f\u00fcr russisches Gold, nachdem der gr\u00f6\u00dfte Handelsplatz London Russland sanktionsbedingt ausgeschlossen hatte. Vor dem Krieg hatte Russland j\u00e4hrlich 300 Tonnen Gold, respektive gut 80 Prozent seiner F\u00f6rderung, exportiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es kommt immer wieder vor, dass hochrangige Vertreter des russischen Staats unangenehme Wahrheiten unverbl\u00fcmt \u00e4u\u00dfern. 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