{"id":1291770,"date":"2026-09-10T02:22:17","date_gmt":"2026-09-10T02:22:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1291770\/"},"modified":"2026-09-10T02:22:17","modified_gmt":"2026-09-10T02:22:17","slug":"hlnug-heissester-sommer-seit-messbeginn-in-hessen-osthessen-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1291770\/","title":{"rendered":"HLNUG: Hei\u00dfester Sommer seit Messbeginn in Hessen: Osthessen-Zeitung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rekordhitze und au\u00dfergew\u00f6hnliche Trockenheit<\/strong><\/p>\n<p>Ab Mitte Juni sorgte eine stabile Hochdrucklage \u00fcber Mitteleuropa f\u00fcr eine intensive und l\u00e4nger anhaltende Hitzewelle. Zwischen dem 18. und 28. Juni wurden an mehreren hessischen Stationen teilweise \u00fcber 40 \u00b0C gemessen. Am 27. Juni wurden in Bad Nauheim 41,3 \u00b0C erreicht \u2013 ein neuer hessischer Temperaturrekord. Auch die Zahl der extrem hei\u00dfen Tage war au\u00dfergew\u00f6hnlich. Am Flughafen Frankfurt wurden im Sommer 18 Tage mit H\u00f6chsttemperaturen \u00fcber 35 \u00b0C registriert, in Darmstadt und Bad Nauheim jeweils 15 und in Geisenheim 14. Teilweise blieben auch die N\u00e4chte hei\u00df. In Frankfurt\/Main-Stadt wurden im gesamten Sommer 16 sogenannte Tropenn\u00e4chte gez\u00e4hlt, in denen die Tiefsttemperatur nicht unter 20 \u00b0C f\u00e4llt. Am Flughafen Frankfurt gab es 17 Tropenn\u00e4chte sowie in Geisenheim und Bad Nauheim jeweils zw\u00f6lf. Der Juni 2026 war mit einer landesweiten Mitteltemperatur von 4,4 \u00b0C \u00fcber dem Mittel der Referenzperiode 1961\u20131990 der w\u00e4rmste Juni seit Beginn der Messungen. Auch der meteorologische Sommer insgesamt (Juni, Juli und August) war der w\u00e4rmste seit 1881: Er lag 3,7 \u00b0C \u00fcber dem Mittelwert der Referenzperiode 1961\u20131990 und damit 0,1 \u00b0C \u00fcber dem bisherigen Spitzenreiter 2003. Gleichzeitig fiel im Juli im hessischen Fl\u00e4chenmittel nur 14 l\/m\u00b2 Niederschlag. Damit war der Juli 2026 der trockenste Juli seit Beginn der Messungen. Insgesamt kamen im Juni, Juli und August nur gut 136 l\/m\u00b2 zusammen \u2013 etwa 61 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge in der Referenzperiode<br \/>1961\u20131990. Die hohen Temperaturen verst\u00e4rkten die Trockenheit durch die gleichzeitig hohe Verdunstung.<\/p>\n<p><strong>Niedrigwasser: Entspannung, aber keine nachhaltige Erholung<\/strong><\/p>\n<p>Die besondere Niedrigwassersituation in Hessen hatte sich bereits im Winter und Fr\u00fchjahr entwickelt. Im hydrologischen Winterhalbjahr von November bis April lagen die Niederschl\u00e4ge 124 l\/m\u00b2 unter dem langj\u00e4hrigen Mittel der Referenzperiode 1961\u20131990. Mit der Hitze und Trockenheit im Juni und Juli sowie der hohen Verdunstung gingen die Wasserst\u00e4nde und Abfl\u00fcsse weiter zur\u00fcck. Von Mitte Juli bis Mitte August lagen die Abfl\u00fcsse an den elf hessischen Referenzpegeln im sehr niedrigen bis extrem niedrigen Bereich. An drei Referenzpegeln wurden nach vorl\u00e4ufiger Auswertung neue niedrigste Niedrigwasserabfl\u00fcsse registriert. Diese werden derzeit noch qualit\u00e4tsgepr\u00fcft. Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli fielen hessenweit vor\u00fcbergehend f\u00fcnf Pegel trocken. Die Niederschl\u00e4ge seit Mitte August f\u00fchrten zwar zu einem vor\u00fcbergehenden Anstieg der Abfl\u00fcsse, eine nachhaltige Erholung ist bislang nicht eingetreten. Zum 8. September lagen die Abfl\u00fcsse an zwei der elf Referenzpegel im extrem niedrigen, an drei im sehr niedrigen und an sechs im niedrigen Bereich. Landesweit lagen rund 76 Prozent der hessischen Pegel unterhalb des mittleren Niedrigwasserabflusses (MNQ). Sollte sich im September erneut eine trockene Witterung einstellen, ist mit stagnierenden oder weiter sinkenden Abfl\u00fcssen in den hessischen Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern zu rechnen. Eine abschlie\u00dfende hydrologische Bilanz und der Vergleich mit fr\u00fcheren Niedrigwasserjahren sind erst nach Abschluss des hydrologischen Jahres im November m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Hitze und Niedrigwasser belasten die Gew\u00e4sser\u00f6kosysteme<\/strong><\/p>\n<p>Die hohen Temperaturen und die zahlreichen Sonnenstunden f\u00fchrten dazu, dass sich die aquatische Fauna und Flora in diesem Jahr etwa drei bis vier Wochen fr\u00fcher entwickelte. Mit den deutlich sinkenden Wasserst\u00e4nden ab August gingen auch die Wasserpflanzenvorkommen zur\u00fcck. In den Flie\u00dfgew\u00e4ssern war ein vermehrtes, meist abschnittsweises Trockenfallen zu beobachten, insbesondere an den Oberl\u00e4ufen. Die langanhaltenden Hitzewellen und das extreme Niedrigwasser f\u00fchrten zu Hitzestress unter Wasser, der in Verbindung mit Sauerstoffmangel wiederkehrende Fischsterben in einigen hessischen Gew\u00e4ssern zur Folge hatte. Besonders betroffen waren flache Teiche, Seen und Altrheinarme. Genannt werden unter anderem Gew\u00e4sser des Vogelsbergkreises, der Beuerbacher See, Gew\u00e4sser bei B\u00fcttelborn und der Lampertheimer Altrhein. Nach derzeitiger Einsch\u00e4tzung befinden sich aquatische Fauna und Flora aktuell in einem besseren Zustand als am Ende des Hitzesommers 2018. Eine genauere Beurteilung ist jedoch erst m\u00f6glich, wenn die Ergebnisse der diesj\u00e4hrigen Untersuchungen vorliegen.<\/p>\n<p><strong>Trockene B\u00f6den in weiten Teilen Hessens<\/strong><\/p>\n<p>Anfang Juni waren die Oberb\u00f6den vor allem in den s\u00fcdlichen Landesteilen bereits relativ trocken. In weiten Bereichen Nordhessens und in h\u00f6heren Lagen stellte sich die allgemeine Situation dagegen etwas g\u00fcnstiger dar. Diese Verh\u00e4ltnisse entsprachen in etwa dem jahreszeitlichen Durchschnitt zu Sommerbeginn. Durch die folgenden ungew\u00f6hnlich hohen Temperaturen, verbunden mit sehr geringen Niederschl\u00e4gen bis weit in den August, trockneten die B\u00f6den bis in Tiefen von einem Meter und mehr fast vollst\u00e4ndig aus, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Landschaftswasserhaushalt und die Vegetation.<\/p>\n<p>Die wechselhaftere Witterung ab der zweiten Augusth\u00e4lfte f\u00fchrte lokal, insbesondere in Nordhessen, zu einer leichten Erh\u00f6hung der Bodenfeuchte in den obersten Schichten. Insgesamt sind die B\u00f6den zu Beginn des Herbstes jedoch weiterhin auch in gr\u00f6\u00dferen Tiefen stark ausgetrocknet. Generell k\u00f6nnen leichte B\u00f6den mit hohem Sandanteil (z. B. in der Mainebene und im hessischen Ried) vergleichsweise weniger Wasser speichern als tiefgr\u00fcndige und schwerere Schluff- und Lehmb\u00f6den und sind dadurch anf\u00e4lliger f\u00fcr Bodentrockenheit.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Grundwasserst\u00e4nde deutlich niedriger als im Vorjahr<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Grundwassersituation ist durch die Trockenheit des Sommers und die unterdurchschnittlichen Niederschl\u00e4ge des vorausgegangenen Winterhalbjahrs gepr\u00e4gt. Ende des Winterhalbjahres zeigten 83 Prozent der Grundwassermessstellen einen fallenden Trend. Durch die hohen Temperaturen und die unterdurchschnittlichen Niederschl\u00e4ge stieg der Anteil der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich im Juni auf rund 40 Prozent. Die anschlie\u00dfende Trockenheit bis Mitte August versch\u00e4rfte die Situation weiter. Rund 22 Prozent der Grundwassermessstellen erreichten im August einen neuen Monatsniedrigststand. Die Niederschl\u00e4ge ab Mitte August f\u00fchrten an gew\u00e4ssernahen und schnell reagierenden Messstellen zu leicht steigenden Grundwasserst\u00e4nden. Ende August befanden sich jedoch weiterhin 64 Prozent der Messstellen im niedrigen oder sehr niedrigen Bereich. Damit war die Grundwassersituation deutlich ung\u00fcnstiger als im Vorjahr. Eine nachhaltige und fl\u00e4chendeckende Regeneration des Grundwassers ist erst im hydrologischen Winterhalbjahr 2026\/2027 zu erwarten. Dann kann ein gr\u00f6\u00dferer Teil des Niederschlagswassers versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen. Ein feuchter Winter ist f\u00fcr das Grundwasser wichtiger als ein feuchter Sommer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rekordhitze und au\u00dfergew\u00f6hnliche Trockenheit Ab Mitte Juni sorgte eine stabile Hochdrucklage \u00fcber Mitteleuropa f\u00fcr eine intensive und l\u00e4nger&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1291771,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":["post-1291770","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wiesbaden","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-hessen","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-wiesbaden"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117244365824572686","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1291770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1291770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1291770\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1291771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1291770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1291770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1291770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}