{"id":129205,"date":"2025-05-21T22:57:08","date_gmt":"2025-05-21T22:57:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129205\/"},"modified":"2025-05-21T22:57:08","modified_gmt":"2025-05-21T22:57:08","slug":"leipzig-haette-412-millionen-euro-mehr-kaufkraft-pro-jahr-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129205\/","title":{"rendered":"Leipzig h\u00e4tte 41,2 Millionen Euro mehr Kaufkraft pro Jahr \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Gewerkschaft sieht beim Lohn \u201eLuft nach oben\u201c: In Leipzig arbeiten heute rund 22.300\u00a0Menschen zum Mindestlohn. Sie verdienen 12,82\u00a0Euro pro Stunde. Das geht aus dem Mindestlohn-Monitor hervor, den das Pestel-Institut als regionale Lohndaten-Analyse f\u00fcr die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) gemacht hat.<\/p>\n<p>Die NGG Leipzig-Halle-Dessau ist unzufrieden mit dem Mindestlohn. Die Gewerkschaft will, dass \u201esich beim Niedrigstlohn etwas bewegt\u201c \u2013 nach oben: \u201eSteigende Mieten, h\u00f6here Preise im Supermarkt, steigende Eintrittspreise und Geb\u00fchren. Dazu der Tank vom Auto als Euro-Fresser. Und auch die Bahn, die st\u00e4ndig an den Ticketpreisen schraubt: Die d\u00fcnnen Portemonnaies m\u00fcssen dringend dicker werden. Der Mindestlohn muss deutlich nach oben gehen\u201c, fordert Christian Ullmann.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NGG Leipzig-Halle-Dessau setzt dabei auf die Mindestlohnkommission: \u201eSie muss die unterste Lohnkante jetzt unbedingt deutlich anheben. Wichtig ist, dass das nicht in Tippelschritten passiert, sondern schnell in Richtung 15\u00a0Euro ansteigen wird. Wer Vollzeit arbeitet und den gesetzlichen Mindestlohn verdient, h\u00e4tte dann am Monatsende rund 375\u00a0Euro brutto mehr\u201c, rechnet Christian Ullmann vor.<\/p>\n<p>Von einem 15-Euro-Mindestlohn w\u00fcrden nach Berechnungen des Pestel-Instituts rund 73.300\u00a0Menschen in Leipzig profitieren. \u201eSo viele arbeiten heute n\u00e4mlich f\u00fcr weniger als 15\u00a0Euro pro Stunde\u201c, sagt NGG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ullmann. Gerade Mini-Jobber bek\u00e4men oft nur einen Niedriglohn f\u00fcr ihre Arbeit.<\/p>\n<p>Eine Anhebung des Mindestlohns um 2,18\u00a0Euro auf 15\u00a0Euro pro Stunde w\u00fcrde vor allem der Kaufkraft in Leipzig einen \u201eenormen Push\u201c bringen: Rund 41,2\u00a0Millionen Euro h\u00e4tten die Mindestlohn-Besch\u00e4ftigten in Leipzig dann pro Jahr mehr in der Tasche. Das hat das Pestel-Institut berechnet.<\/p>\n<p>\u201eDas macht also auch volkswirtschaftlich richtig viel Sinn, denn wir reden immer noch vom Niedriglohnbereich und hier geht jeder Cent nahezu eins zu eins in den Konsum. Wer n\u00e4mlich wie viele Besch\u00e4ftigte zum Beispiel in der Systemgastronomie am untersten Lohn-Limit verdient, der braucht das Geld f\u00fcr alles, was n\u00f6tig ist \u2013 von der neuen Waschmaschine bis zum ausgewogenen Essen. Wer nur den Mindestlohn verdient, der hat sowieso keine Chance, Geld auf die hohe Kante zu legen\u201c, sagt Christian Ullmann von der NGG Leipzig-Halle-Dessau.<\/p>\n<p>Es sei deshalb auch \u201erichtig und wichtig\u201c, dass die schwarz-rote Koalition in Berlin einen Mindest-Stundenlohn von 15\u00a0Euro als Zielmarke gesetzt habe. Jetzt komme es auf die Mindestlohnkommission an. Ihr geh\u00f6ren Arbeitgeber und Gewerkschaften an. \u201eDie Kommission muss schon bei ihrer n\u00e4chsten Sitzung Ende Juni den ersten entscheidenden \u201aLohn-Pflock\u2018 Richtung 15\u00a0Euro setzen\u201c, so Ullmann.<\/p>\n<p>Wichtige Kriterien f\u00fcr eine Anhebung des Mindestlohns seien nicht nur die generelle Tarifentwicklung, sondern auch die Kaufkraft des gesetzlichen Mindestlohns. Hier solle die 60-Prozent-Marke vom mittleren Bruttolohn erreicht werden. Ein Einschreiten des Gesetzgebers w\u00e4re laut Ullmann demnach derzeit gar nicht erforderlich, denn: \u201eDie Kommission hat f\u00fcr die sinnvolle Erh\u00f6hung auf 15\u00a0Euro ja alle notwendigen Kriterien zur Hand.\u201c<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NGG Leipzig-Halle-Dessau sagt auch, warum er aufs Tempo dr\u00fcckt: \u201eWer am unteren Lohn-Limit arbeitet, hat mehr Respekt verdient. Mehr Respekt bedeutet dabei vor allem aber auch mehr Lohn. Es ist traurig genug, dass viele Menschen auf B\u00fcrgergeld angewiesen sind. Aber es ist bitter, dass die, die heute zum Mindestlohn arbeiten, nur ein \u201aB\u00fcrgergeld plus\u2018 im Job verdienen\u201c, so Christian Ullmann. Wirklich fair bezahlt werde ohnehin nur, wer den Tariflohn seiner Branche bekomme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gewerkschaft sieht beim Lohn \u201eLuft nach oben\u201c: In Leipzig arbeiten heute rund 22.300\u00a0Menschen zum Mindestlohn. 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