{"id":129221,"date":"2025-05-21T23:06:24","date_gmt":"2025-05-21T23:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129221\/"},"modified":"2025-05-21T23:06:24","modified_gmt":"2025-05-21T23:06:24","slug":"ford-koeln-ig-metall-blaest-streik-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129221\/","title":{"rendered":"Ford K\u00f6ln: IG\u00a0Metall bl\u00e4st Streik ab"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ec2e4f53-053d-418a-b660-a0eee47e1724\" style=\"max-height:100%\"\/>24-Stundenstreik bei Ford in K\u00f6ln, 14. Mai 2025<\/p>\n<p>Wir rufen alle Ford-Arbeiter auf, sich mit dem Ford-Aktionskomitee in Verbindung zu setzen, um einen Kampf zur Verteidigung des K\u00f6lner Stammwerks vorzubereiten. Ein zweites Saarlouis darf nicht zugelassen werden. Schreibt uns eine <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/05\/15\/_blank\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whatsapp<\/a><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/05\/15\/_blank\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8211;<\/a><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/05\/15\/_blank\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nachricht<\/a> an folgende Nummer: +491633378340 oder registriert Euch im Formular am Ende dieses Artikels.<\/p>\n<p>Als die IG Metall am Mittwoch letzter Woche die 11.500 Ford-Besch\u00e4ftigten in K\u00f6ln zu einem 24-st\u00fcndigen Streik aufgerufen hatte, weil ihr gesamtes Werk von Schlie\u00dfung bedroht ist, <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/05\/15\/ford-m15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erkl\u00e4rte die <\/a>WSWS, dass IGM- und Betriebsrats-Funktion\u00e4re \u201ekein Interesse an einem Arbeitskampf zur Verteidigung der Arbeitspl\u00e4tze haben, sondern die geregelte Abwicklung des Werks anstreben\u201c.<\/p>\n<p>Am Montag hat die IG Metall den Streik, f\u00fcr den die Belegschaft in einer Urabstimmung mit 93,5 % gestimmt hatte, abgeblasen. Der IGM-Apparat h\u00e4tte nicht deutlicher machen k\u00f6nnen, wie richtig die Einsch\u00e4tzung der WSWS ist.<\/p>\n<p>Gewerkschaftssekret\u00e4rin Kerstin Klein und die IGM-Vertrauensk\u00f6rperleiter David L\u00fcdtke und Frank Koch haben in ihrer Pressemitteilung vom Montag die Absage an das Mitgliedervotum nicht n\u00e4her begr\u00fcndet. Sie haben lediglich auf nicht n\u00e4her bezeichnete Eckpunkte verwiesen, die sie angeblich mit der deutschen Gesch\u00e4ftsleitung von Ford abgestimmt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Der nur 24-st\u00fcndige Streik, der dem Konzern angesichts schwacher Auslastung keinen Cent gekostet haben d\u00fcrfte, soll angeblich dazu gef\u00fchrt haben, \u201edass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung in den Gespr\u00e4chen seit Donnerstag weit genug auf uns zu gekommen ist, dass wir weiteren Verhandlungen einen angemessenen Raum geben wollen\u201c, sagt IG Metall-Verhandlungsf\u00fchrerin Klein.<\/p>\n<p>Nachdem Ford kurz vor Streikbeginn Klein noch ein Angebot \u00fcbermittelt hatte, war die Gewerkschaftsfunktion\u00e4rin offensichtlich drauf und dran, selbst den 24-Stunden-Streik zu canceln, entschied sich dann aber anders. \u201eDen Tagesstreik werden wir dennoch wie geplant durchf\u00fchren, denn das Druckmittel des Arbeitskampfes werden wir nicht aufgeben, solange kein Gesamtpaket auf dem Tisch liegt.\u201c Sofort nach dem Streik haben sie dann die Verhandlungen weitergef\u00fchrt und sind nun angeblich diesem \u201eGesamtpaket\u201c n\u00e4her gekommen.<\/p>\n<p><a class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/special\/pages\/international-mayday-online-rally-2025.html?utm_campaign=imd2025&amp;utm_term=article-banner-de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1747868780_664_7202b309-0152-4e1f-b3a5-9a2ca134b7e0\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1747868780_967_ce02ee3a-cbae-4ad7-99c8-95cceb4f6e23\"\/><\/a><\/p>\n<p>Benjamin Gruschka, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Ford-Werke erkl\u00e4rt dazu: \u201eWir konnten uns mit der deutschen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung auf einige Eckpunkte f\u00fcr weitere Verhandlungen verst\u00e4ndigen.\u201c Daf\u00fcr brauche es an der ein oder anderen Stelle nun eine Zustimmung aus der Konzernzentrale in den USA. \u201eBis hier eine R\u00fcckmeldung vorliegt, werden wir in Arbeitsgruppen weitere Details ausarbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Frank Koch, Vertrauensk\u00f6rperleiter Ford FCSD (Ford Customer Service Division), wird in der IGM-Pressemitteilung mit den Worten zitiert: \u201eSollte die US-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bereit sein, den eingeschlagenen Weg mitzugehen, werden wir die Verhandlungen fortsetzen, wenn nicht, werden wir den Druck auf die Arbeitgeberseite weiter erh\u00f6hen m\u00fcssen\u201c. \u201eWir werden dann die Streiks fortsetzen und ausweiten.\u201c<\/p>\n<p>Und sein Kompagnon David L\u00fcdtke, Vertrauensk\u00f6rperleiter Ford Niehl\/ Merkenich, behauptet: \u201eDazu sind wir jederzeit bereit.\u201c<\/p>\n<p>Das ist alles gelogen. Alle bisherigen Erfahrungen sprechen eine andere Sprache. Die IG Metall hat letzte Woche \u00fcberhaupt zum ersten Mal in der einhundertj\u00e4hrigen Geschichte des Werks einen Streik organisiert, trotz mehrerer Urabstimmungen der Belegschaften. St\u00e4ndig hat sie sofort nachdem sich die Belegschaft f\u00fcr einen Arbeitskampf entschieden hatte, diesen durch eine Einigung mit der Konzernspitze verhindert.<\/p>\n<p>Den einzigen Streik, vor \u00fcber 50 Jahren im Jahr 1973, in dem die Fordbesch\u00e4ftigten bewiesen haben, dass sie k\u00e4mpfen wollen und k\u00f6nnen, hat nicht die IG Metall organisiert, sondern die meist migrantischen Fordarbeiter selbst. Die Betriebsr\u00e4te der IG Metall hatten damals vielmehr mit auf die streikenden Arbeiter eingepr\u00fcgelt und so tatkr\u00e4ftig dabei geholfen, den Streik mit brutaler Gewalt niederzukn\u00fcppeln und zu beenden.<\/p>\n<p>Der vergangene Mittwoch \u2013 und die Urabstimmung f\u00fcr einen unbefristeten Streik \u2013 hat gezeigt, dass die Belegschaft bereit w\u00e4re, f\u00fcr die Verteidigung ihrer Arbeitspl\u00e4tze und um das vor fast 100 Jahren gegr\u00fcndete Stammwerk zu k\u00e4mpfen. Der 24-Stunden-Streik von letzter Woche und die jetzige Absage weiterer Streiks hat aber vor allem gezeigt, dass Arbeitspl\u00e4tze nur gegen den Gewerkschaftsapparat und ihre Betriebsr\u00e4te im Werk verteidigt werden k\u00f6nnen. Die IG Metall hat nur widerwillig, unter dem Druck der Belegschaft, den Streik organisiert und nun bei der erstbesten Gelegenheit wieder abgesagt.<\/p>\n<p>Das gilt nicht nur f\u00fcr Ford, sondern ist ein allgemeines Ph\u00e4nomen. So senden die drei genannten Gewerkschaftsvertreter Klein, L\u00fcdtke und Koch in ihrer Pressemitteilung \u201esolidarische Gr\u00fc\u00dfe\u201c an die 3000 HKM-Besch\u00e4ftigten in Duisburg, die ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft stehen, weil Thyssenkrupp, der Hauptanteilseigner, plant das Werk zu schlie\u00dfen. Auch die dortigen Kolleginnen und Kollegen w\u00fcrden sich \u201ein einer harten Auseinandersetzung um einen Sozialtarifvertrag befinden\u201c. Die drei schlie\u00dfen: \u201eBleibt entschlossen, bleibt stark, wir werden euch zur Seite stehen!\u201c<\/p>\n<p><a class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw7-l bg-black-05 mt3 center\" href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/special\/pages\/freebogdan.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1744237449_988_7e4eabbf-72c5-4c32-bbe7-fbf358c98be8\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1744237449_962_0fbce9ab-d2c4-417c-a910-46ad612cfce5\"\/><\/a><\/p>\n<p>IG Metall, Betriebsrat und Vertrauensk\u00f6rperleitung in Duisburg sind genauso entschlossen, jeden Kampf zu sabotieren wie ihre Pendants in K\u00f6ln. In Duisburg hatte die IGM in der letzten Woche zu einem kurzen einst\u00fcndigen Warnstreik bei HKM aufgerufen. Die Fr\u00fchschicht sollte eine Stunde sp\u00e4ter zur Arbeit erscheinen. F\u00fcr den letzten Montag war eine zweist\u00fcndige Kundgebung am Tor 3 geplant. Die wurde genauso abgesagt wie die Streiks in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Der Grund sind auch hier neue \u201eVerhandlungen\u201c. Freitag letzter Woche, so die IG Metall, begannen wieder Sondierungsgespr\u00e4che mit den HKM-Gesellschaftern Thyssenkrupp Steel und Salzgitter. \u201eM\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze wurden konstruktiv ausgetauscht und m\u00fcssen jetzt in diversen Abstimmungsrunden unter den Gesellschaftern weiter beraten werden\u201c, schreibt die IGM in einer Mitteilung. Auch sie erkl\u00e4rt, dass die \u201eWarnstreiks \u201anur\u2018 ausgesetzt\u201c sind. \u201eEure solidarische Unterst\u00fctzung und hohe Beteiligung an unseren gemeinsamen Warnstreiks der vergangenen beiden Tage haben dazu beigetragen, dass wir wieder an einem Tisch sitzen\u201c, erkl\u00e4rt die IG Metall den Arbeitern. Auch hier endet die Absage der Kundgebung mit Warnungen an die Konzernspitze: \u201eSollten sich die Gespr\u00e4che jedoch nicht wie gew\u00fcnscht entwickeln oder wir feststellen, dass diese ins Leere laufen, werden wir uns entsprechend beraten.\u201c<\/p>\n<p>Solange die IG Metall in der Lage ist, die K\u00e4mpfe zu isolieren, wird sie die Belegschaften einzeln zur Schlachtbank f\u00fchren und die Werke in Duisburg, K\u00f6ln und vielen anderen St\u00e4dten abwickeln. Denn das ist der Sinn und Zweck eines Sozialtarifvertrags, f\u00fcr den sich die IGM \u201ein harten Auseinandersetzungen\u201c befinden will. Die Werke werden \u00fcber Altersteilzeitregelungen, Abfindungen und Transfergesellschaften schrittweise geschlossen.<\/p>\n<p>Um die Werke und die Arbeitspl\u00e4tze zu verteidigen, m\u00fcssen sich die Belegschaften verb\u00fcnden. Die Kolleginnen und Kollegen von HKM k\u00f6nnen ihr Werk nicht verteidigen ohne die von Thyssenkrupp und Salzgitter genauso wie von Ford in K\u00f6ln. Aber um einen Arbeitskampf zu organisieren, m\u00fcssen vom IGM-Apparat unabh\u00e4ngige Aktionskomitees gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n<p>Diese m\u00fcssen nicht nur Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland \u00fcber Branchen hinweg vereinen, sondern weltweit. Das wird nirgends deutlicher als in der Autoindustrie. Ford ist ein Konzern mit Hauptsitz in den USA und fast 50 Produktionsst\u00e4tten in mehr als einem Dutzend L\u00e4ndern auf vier Kontinenten. Wenn sich die Konzernzentrale in Detroit entschlie\u00dft, sich aus Deutschland und Spanien zur\u00fcckzuziehen, dann ist das nur zu verhindern, wenn sich die Belegschaften in Deutschland \u2013 in K\u00f6ln und Saarlouis \u2013, in Spanien und vor allem in den USA zusammenschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass im Kampf gegen den Konzern eine internationale Strategie und Zusammenarbeit notwendig ist. Eine solche neue politische Orientierung ist wichtig, um sich der Erpressung durch Management und Betriebsrat zu widersetzen. Es ist eine Perspektive, die von den gemeinsamen Interessen aller Arbeiter ausgeht und sich der Logik des kapitalistischen Profitsystems widersetzt, das die Gewerkschaftsfunktion\u00e4re mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidigen.<\/p>\n<p>Schreibt uns eine <a href=\"https:\/\/wa.me\/message\/PGZEAQSVLMSZH1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whatsapp-Nachricht<\/a> an folgende Nummer: +491633378340 und f\u00fcllt das folgende Formular aus, um jetzt aktiv zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"24-Stundenstreik bei Ford in K\u00f6ln, 14. 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