{"id":129522,"date":"2025-05-22T01:48:11","date_gmt":"2025-05-22T01:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129522\/"},"modified":"2025-05-22T01:48:11","modified_gmt":"2025-05-22T01:48:11","slug":"muenchen-stadtrat-lehnt-landschaftsschutzgebiet-moosgrund-ab-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129522\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Stadtrat lehnt Landschaftsschutzgebiet &#8222;Moosgrund&#8220; ab &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Moosgrund, ganz im M\u00fcnchner Nordosten gelegen, wird doch kein Landschaftsschutzgebiet, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Eine Mehrheit im Stadtrat aus CSU und SPD hat das Vorhaben abgelehnt, mit dem die Verwaltung seit mehr als 30 Jahren besch\u00e4ftigt ist. Die SPD will nichts entscheiden, ehe die Planungen f\u00fcr den neuen Stadtteil in dieser Gegend weiter gediehen sind. Die CSU wiederum schlie\u00dft sich dem Widerstand von Landwirten an. Die Gr\u00fcnen kritisieren das Nein ebenso wie Naturschutzverb\u00e4nde, die langfristig eine Bebauung des Areals bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das Gebiet im Stadtbezirk <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bogenhausen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bogenhausen<\/a>, \u00f6stlich von Johanneskirchen gelegen und an Aschheim und Unterf\u00f6hring grenzend, hat eine Fl\u00e4che von 362 Hektar und ist damit doppelt so gro\u00df wie der Nymphenburger Schlosspark. Der erste Beschluss des Stadtrats, im \u00e4u\u00dferten Nordosten des Stadtgebiets nach einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) zu suchen, stammt aus dem Jahr 1993. Vor gut zehn Jahren begannen dann intensivere Vorbereitungen f\u00fcr ein solches Schutzgebiet im Moosgrund, nord\u00f6stlich des Lebermooswegs, einer ehemaligen Bahntrasse.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das Referat f\u00fcr Klima- und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Umweltschutz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Umweltschutz<\/a> (RKU) und Naturschutzverb\u00e4nde halten den Moosgrund aus diversen Gr\u00fcnden f\u00fcr schutzw\u00fcrdig: Dort gibt es die f\u00fcr M\u00fcnchen typische Kulturlandschaft aus b\u00e4uerlichen Fl\u00e4chen, kleinen B\u00e4umen und Hecken; auch seltene Feldv\u00f6gel leben dort, deren Bestand in den vergangenen Jahren enorm zur\u00fcckgegangen sei. Wichtig sei er zudem als Naherholungsgebiet f\u00fcr Menschen, und wenn der neue Stadtteil steht, werde er vermutlich noch st\u00e4rker genutzt. Im neuen Stadtteil s<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-olympiabewerbung-olympisches-dorf-daglfing-li.3255824\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oll auch das Olympische Dorf entstehen,<\/a> falls M\u00fcnchen den Zuschlag f\u00fcr die Spiele bekommt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Im Rahmen der B\u00fcrgerbeteiligung wurde jedoch heftiger Widerspruch laut, insbesondere von Landwirten, denen Fl\u00e4chen im Moosgrund geh\u00f6ren. Sie bef\u00fcrchten negative Auswirkungen des LSG auf ihre Betriebe. Das RKU widerspricht dem zwar vehement und betont, dass normale Bebauung verhindert, nicht aber Landwirte eingeschr\u00e4nkt w\u00fcrden; es drang damit aber nicht durch.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die CSU stellt sich ausdr\u00fccklich an die Seite der protestierenden Landwirte. Diese f\u00fchlten sich von der Stadt in beiden Planungen \u201e\u00fcbergangen\u201c, f\u00fcrs LSG und die angrenzende Stadtentwicklungsma\u00dfnahme (SEM) Nordost f\u00fcr den neuen Stadtteil. Sebastian Schall, umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion: \u201eWir m\u00f6chten nicht, dass gegen den Willen der Menschen vor Ort Fakten geschaffen werden, die die Landwirtschaft im M\u00fcnchner Nordosten gef\u00e4hrden.\u201c Der Stadt sei es \u201etrotz jahrelanger Gespr\u00e4che nicht gelungen\u201c, die betroffenen B\u00fcrger zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Stadtrat Jens Luther erinnert daran, dass die zwei ma\u00dfgeblichen st\u00e4dtischen Referate unterschiedlicher Meinung seien: Das Planungsreferat hat sich gegen das Klimareferat gestellt. Man solle warten, bis die SEM-Planungen weiter fortgeschritten seien, hei\u00dft es aus dem Haus von Stadtbaur\u00e4tin Elisabeth Merk. Dieses Argument war entscheidend f\u00fcr die Abstimmung im Klimaausschuss, die SPD schloss sich ihm an: Man begr\u00fc\u00dfe ein Schutzgebiet grunds\u00e4tzlich, sagte Fraktionsvorsitzende Anne H\u00fcbner, aber noch nicht jetzt. Damit hat sich die gr\u00fcn-rote Koalition erneut entzweit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die gr\u00fcne Fraktion bedauert das Nein zum LSG, gerade angesichts des geplanten Quartiers f\u00fcr rund 30 000 Menschen. Eine gesunde Stadtentwicklung brauche eine gute Balance zwischen Verdichtung und Freifl\u00e4chen. \u201eDass die anderen gro\u00dfen Fraktionen diese Dringlichkeit nicht erkennen, ist eine bittere Nachricht\u201c, sagte Fraktionschefin Mona Fuchs.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Noch deutlicher ist die Kritik der Umweltverb\u00e4nde. Der Bund Naturschutz (BN) hat vor der Abstimmung in einem offenen Brief ans Rathaus der CSU-Argumentation widersprochen: Im Moosgrund w\u00e4re die bisherige landwirtschaftliche Nutzung ausdr\u00fccklich gesichert. Das LSG \u201ew\u00e4re auch ein Landwirtschaftsschutzgebiet\u201c, sagt BN-Vorsitzender Christian Hierneis, der f\u00fcr die Gr\u00fcnen im Landtag sitzt. Das Nein zum LSG \u201e\u00f6ffnet einer gro\u00dffl\u00e4chigen Bebauung und Versiegelung der Fl\u00e4chen im Moosgrund T\u00fcr und Tor.\u201c Er bef\u00fcrchte, sagt Hierneis, dass die SPD das Gebiet langfristig als potenzielles Baugebiet betrachte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Landesbund f\u00fcr Vogel- und Naturschutz (LBV) kritisiert, dass mit der Entscheidung eine zukunftsf\u00e4hige Stadtentwicklung \u201eunm\u00f6glich gemacht\u201c werde. Diese sei auch f\u00fcr die Landwirtschaft kontraproduktiv, sie gerate \u201egegen\u00fcber Bebauungsw\u00fcnschen ins Hintertreffen\u201c. Die LBV-Vorsitzende Christina Schneider erkl\u00e4rt: \u201eEin Landschaftsschutzgebiet schadet nur den Grundst\u00fccksspekulanten\u201c \u2013 allen anderen B\u00fcrgern n\u00fctze es, weil es Lebensgrundlagen in der stark versiegelten Stadt erhalten helfe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dem Vorwurf der Natursch\u00fctzer, die SPD denke auch im Moosgrund vor allem ans Bauen, widerspricht SPD-Fraktionschefin H\u00fcbner auf SZ-Nachfrage: \u201eEs soll im Moosgrund \u00fcberhaupt nicht gebaut werden.\u201c Die SPD wolle lediglich die Option f\u00fcr einen m\u00f6glichen Fl\u00e4chentausch zwischen Moosgrund und SEM-Gebiet offenhalten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Damit stellt sich die SPD gegen die st\u00e4dtische Klimareferentin. Christine Kugler l\u00e4sst auf SZ-Nachfrage wissen, sie und ihre Mitarbeitenden seien \u201etraurig\u201c \u00fcber die Entscheidung, \u201edenn wir alle haben viel Energie und Fachwissen\u201c in eine f\u00fcr alle m\u00f6glichst vertr\u00e4gliche L\u00f6sung am Moosgrund gesteckt. \u201eAuch f\u00fcr die Natur und ihre besondere Artenvielfalt am Moosgrund ist es ein entt\u00e4uschendes Ergebnis.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Moosgrund, ganz im M\u00fcnchner Nordosten gelegen, wird doch kein Landschaftsschutzgebiet, zumindest nicht in absehbarer Zeit. 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