{"id":129606,"date":"2025-05-22T02:33:09","date_gmt":"2025-05-22T02:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129606\/"},"modified":"2025-05-22T02:33:09","modified_gmt":"2025-05-22T02:33:09","slug":"streit-um-ukraine-goering-eckardt-hofft-auf-unterstuetzung-durch-den-papst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129606\/","title":{"rendered":"Streit um Ukraine: G\u00f6ring-Eckardt hofft auf Unterst\u00fctzung durch den Papst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Friedensgespr\u00e4che f\u00fcr die Ukraine liegen im Moment auf Eis. Doch vielleicht k\u00f6nnten sie wieder aufgenommen werden, hofft die Gr\u00fcnen-Politikerin Katrin G\u00f6ring-Eckardt. Sie ist Gast bei Maischberger und diskutiert mit einem Skeptiker weiterer massiver Waffenlieferungen. <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wladimir Putin spielt offenbar weiter auf Zeit&#8220;, hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erkannt. Das ist jedoch nichts Neues. Nach einem Telefongespr\u00e4ch, das der russische Pr\u00e4sident und US-Pr\u00e4sident Trump gef\u00fchrt haben, ist klar: Der Frieden in der Ukraine ist weiter entfernt als die Erde vom Mars. Trump f\u00e4llt Europa unterdessen in den R\u00fccken und lehnt Sanktionen gegen Russland ab, obwohl er sie vorher angek\u00fcndigt hatte. <\/p>\n<p>Wie kann es einen Frieden in der Ukraine geben, fragt Sandra Maischberger am Abend einmal mehr in ihrer ARD-Talkshow. Katrin G\u00f6ring-Eckardt soll sie beantworten. Die ehemalige Bundestagsvizepr\u00e4sidentin hat in den vergangenen Jahren Waffenlieferungen an das Land unterst\u00fctzt. Johannes Varwick, Professor f\u00fcr internationale Beziehungen an der Universit\u00e4t in Halle, sieht das grunds\u00e4tzlich anders. Man m\u00fcsse mit Putin verhandeln, fordert er seit Beginn des Ukrainekrieges. Diese Verhandlungen h\u00e4tte es nun geben k\u00f6nnen, h\u00e4tte sich Russlands Pr\u00e4sident Putin nicht davor gedr\u00fcckt. Immerhin sei nun Bewegung in die Angelegenheit gekommen, sagt Varwick bei Maischberger. &#8222;Der einzige Ausweg aus dieser Sache ist, dass Russland gewisserma\u00dfen seinen blutigen Irrweg erkennt, haltmacht und umkehrt&#8220;, so der Wissenschaftler. Gut sei, dass jetzt die Vereinigten Staaten auf Diplomatie setzten. &#8222;Der Konflikt ist nicht einfach l\u00f6sbar. Vielleicht ist er sogar unl\u00f6sbar geworden. Aber der Versuch ist ein guter.&#8220;<\/p>\n<p>Diplomatische Kan\u00e4le habe es immer gegeben, widerspricht G\u00f6ring-Eckardt. Und sie stellt klar: &#8222;Putin hat alle hingehalten. Er hat nicht verhandelt mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj. Putin hat mit Trump geredet, aber offensichtlich nicht dar\u00fcber, dass es Frieden geben soll. Parallel hat er einen Bus bombardiert, in dem Zivilisten sa\u00dfen. Er hat wahnsinnig viele Drohnen \u00fcber die komplette Ukraine geschickt, insbesondere \u00fcber die Hauptstadt. Er hat den Krieg angeheizt und versch\u00e4rft, w\u00e4hrend er scheinbar gesprochen hat. Deswegen m\u00fcssen die Europ\u00e4er klar sein bei den Sanktionen, wir m\u00fcssen klar sein bei der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine, denn es ist ja nicht so gewesen, dass die Europ\u00e4er, dass Deutschland gen\u00fcgend unterst\u00fctzt h\u00e4tte, damit Putin verstanden h\u00e4tte, dass er diesen Krieg auch milit\u00e4risch verlieren k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Europ\u00e4er verhindern Kompromisse&#8220;<\/p>\n<p>Varwick denkt unterdessen weiter und fragt: &#8222;Gibt es einen Weg, dass die Ukraine zu einem gerechten Frieden kommt?&#8220; Und er beantwortet seine eigene Frage mit einem &#8222;Nein&#8220;. Varwick fordert: &#8222;Wir m\u00fcssen \u00fcber Interessenausgleich reden. Das ist das Neue, das Donald Trump in die Runde geworfen hat: Dass auch die russischen Interessen ber\u00fccksichtigt werden, so unangenehm sie auch sind.&#8220; Entsprechende Vorschl\u00e4ge h\u00e4tten die Amerikaner gemacht: Die Ukraine solle kein Nato-Mitglied werden und sie m\u00fcsse einen Teil ihrer Gebiete an Russland abgeben. Das wollten die Europ\u00e4er nicht akzeptieren. &#8222;Aber so kann man an diese Fragen nicht rangehen. Wir wollen doch, dass dieser Krieg aufh\u00f6rt. Und er kann entweder in einen weiteren jahrelangen Abnutzungskrieg gehen, oder er kann auch noch eskalieren. Und das wollen die Amerikaner verhindern.&#8220; Dabei w\u00fcrden die Europ\u00e4er sie jedoch nicht unterst\u00fctzen, indem sie keine Kompromisse m\u00f6glich machten.<\/p>\n<p>&#8222;Zu behaupten, die Ukraine sei verloren, das minimiert nicht nur die Erfolge, die die Ukraine hatte, sondern es minimiert komplett den Verlauf dieses Angriffskrieges&#8220;, entgegnet G\u00f6ring-Eckhardt. Russland habe seine Kriegsziele nicht erreicht, die Ukraine zu besetzen. Gleichzeitig m\u00fcsse man auch \u00fcber Putins Ziele sprechen: &#8222;Er will nicht nur die Krim haben, sondern er m\u00f6chte sein russisches Reich ausweiten.&#8220; F\u00fcr Europa sei die Ukraine eine elementare Sicherheitsfrage. &#8222;Es geht darum, ob wir in Europa in Sicherheit leben&#8220;, so die Gr\u00fcnen-Politikerin weiter.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt eine Zukunft f\u00fcr die Ukraine&#8220;, sagt auch Varwick. Doch dazu m\u00fcsse Russland seinen Irrweg erkennen, wiederholt er. &#8222;Und das geht nur, wenn wir einen Krieg mit Russland f\u00fchren.&#8220; &#8222;Wenn man nachhaltigen Frieden will, muss man Voraussetzungen f\u00fcr Verhandlungen schaffen&#8220;, so G\u00f6ring-Eckardt. &#8222;Dazu muss klar sein, dass die Europ\u00e4er nicht nur Waffen liefern, und es geht nat\u00fcrlich darum, die Sanktionen zu versch\u00e4rfen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben doch gesehen, dass die siebzehn Sanktionspakete bisher keine Wirkung in dem Sinne gehabt haben, dass Russland sein Verhalten \u00e4ndert&#8220;, stellt Varwick fest. Die Sanktionen h\u00e4tten in Wahrheit dem Westen mehr geschadet als Russland. &#8222;Russland ist leider in der Lage, auf die Sanktionen zu reagieren. Es hat seine Wirtschaftskreisl\u00e4ufe neu organisiert. Das ist alles bitter, aber es war eine massive Fehleinsch\u00e4tzung, dass man Russland mit Sanktionen in die Knie zwingen kann.&#8220; Gleichzeitig sei die Ukraine vom Westen nicht ausreichend milit\u00e4risch unterst\u00fctzt worden, um einen Krieg mit Russland zu vermeiden. &#8222;Und das ist auch vern\u00fcnftig&#8220;, sagt Varwick. Er fordert: &#8222;Wir brauchen Stabilit\u00e4t, Eskalationskontrolle, und dann kann man auf der Basis versuchen, die Dinge auch wieder zu stabilisieren. Das ist nicht die Aufgabe f\u00fcr heute, sondern f\u00fcr morgen und \u00fcbermorgen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie gef\u00e4hrdet ist Deutschland?<\/p>\n<p>Dass man in Deutschland in den n\u00e4chsten Jahren Angst vor russischen \u00dcbergriffen haben muss, glaubt Varwick nicht. &#8222;Ein Russland, das nicht in der Lage ist, in der Ukraine voranzukommen und die milit\u00e4rischen Ziele zu erreichen, unterstellen wir gleichzeitig, es steht morgen am Brandenburger Tor. Das passt alles nicht zusammen.&#8220; Strittig sei, was Russland erreichen wolle. Russlands Intention sei aber auf keinen Fall, Polen oder die baltischen L\u00e4nder zu \u00fcberfallen. &#8222;Und die F\u00e4higkeiten sind ganz gewiss nicht da&#8220;, so Varwick weiter.<\/p>\n<p>&#8222;Unterstellen Sie doch nicht so ein Zeug&#8220;, wird G\u00f6ring-Eckardt w\u00fctend. Putin wolle die alte St\u00e4rke der Sowjetunion zur\u00fcck. Er wolle seine Einflusssph\u00e4re erweitern. Deswegen m\u00fcsse es weiter diplomatische Versuche geben, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Jedoch d\u00fcrfe auch die westliche milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Land nicht enden, fordert G\u00f6ring-Eckardt.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn in der Ukraine unsere Sicherheit verteidigt wird: Warum gehen wir dann nicht mit eigenen Soldaten dort hinein? Das w\u00e4re doch nur glaubw\u00fcrdig&#8220;, fragt Varwick.<\/p>\n<p>G\u00f6ring-Eckardt antwortet: &#8222;Es macht keinen Sinn, mit eigenen Soldaten dort hineinzugehen. Es macht aber Sinn, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Verteidigungsf\u00e4higkeit der Ukraine ausreichend hergestellt ist, und es macht Sinn, die Sanktionen zu versch\u00e4rfen.&#8220; Damit hat sie die Frage zwar nicht beantwortet, aber niemand hakt nach. Und auch dieses Gespr\u00e4ch w\u00e4re fast ohne einen Schimmer von Hoffnung zu Ende gegangen, h\u00e4tte Maischberger nicht den Papst ins Spiel gebracht, der sich jetzt als Vermittler einschalten will. &#8222;Ich habe bei jedem Gespr\u00e4ch Hoffnung. Alles andere w\u00e4re ja Quatsch&#8220;, sagt G\u00f6ring-Eckardt. &#8222;Und ich finde, der neue Papst hat ja sehr schnell gesagt, es gehe um gerechten Frieden, und er hat damit auch ein Statement verbunden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Friedensgespr\u00e4che f\u00fcr die Ukraine liegen im Moment auf Eis. 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