{"id":130227,"date":"2025-05-22T08:18:09","date_gmt":"2025-05-22T08:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/130227\/"},"modified":"2025-05-22T08:18:09","modified_gmt":"2025-05-22T08:18:09","slug":"juedische-grundschule-in-dortmund-startet-nach-den-sommerferien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/130227\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Grundschule in Dortmund startet nach den Sommerferien"},"content":{"rendered":"<p>Ende August wird es ernst, dann werden die Kinder in der wiedergegr\u00fcndeten J\u00fcdischen Grundschule Dortmund ihre Hefte aufschlagen. 16 Erstkl\u00e4ssler sind bereits angemeldet. Damit geht der Wunsch der Vorstandsmitglieder der J\u00fcdischen Kultusgemeinde Gro\u00df-Dortmund, des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Leonid Chraga und vieler Familien in Erf\u00fcllung. Auch sein Sohn wird unter den Erstkl\u00e4sslern sein, so Chraga. <\/p>\n<p>Die Grundschule steht Kindern aller Konfessionen offen. Allerdings beginnt der Unterricht zun\u00e4chst an einem provisorischen Standort.<br \/>Wenn der Rat der Stadt Dortmund im Juli zustimmt, geht die Realisierung eines Grundschulstandortes f\u00fcr j\u00fcdische Sch\u00fcler in Dortmund in die n\u00e4chste Phase, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung der Stadt.<\/p>\n<p>\u00bbNach 83 Jahren gibt es bald wieder einen eigenen Grundschulstandort f\u00fcr j\u00fcdische Kinder in Dortmund\u00ab, sagt Oberb\u00fcrgermeister Thomas Westphal (SPD). \u00bbDas ist ein bedeutendes Ereignis und ein lang gehegter Wunsch. Nicht nur die J\u00fcdische Kultusgemeinde freut sich darauf, sondern die ganze Stadtgesellschaft. J\u00fcdisches Leben und j\u00fcdische Kultur sind in Dortmund tief verwurzelt und haben eine lange Tradition.\u00ab<\/p>\n<p>Interimsweise startet der Unterricht in R\u00e4umen der J\u00fcdischen Kultusgemeinde<\/p>\n<p>Die Stadt werde nach der Zustimmung des Rats rund 13 Millionen Euro in die Sanierung der ehemaligen Hauptschule am Ostpark investieren, wo die Schule als j\u00fcdischer Teilstandort der Berswordt-Europa-Grundschule in direkter Nachbarschaft zum Hauptstandort eingerichtet werden soll. Das Geb\u00e4ude in der Davidisstra\u00dfe soll 2032 bezogen werden, hei\u00dft es weiter.<\/p>\n<p>Interimsweise startet der Unterricht in R\u00e4umen der J\u00fcdischen Kultusgemeinde. Die Partnerschaft mit der Berswordt-Europa-Grundschule wird weitergef\u00fchrt. Etliche j\u00fcdische Kinder besuchen sie bereits, wechseln aber nach Unterrichtsende in die Nachmittagsbetreuung \u00bbAchwat Israel\u00ab der Gemeinde, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Etwa 50 Sch\u00fcler w\u00fcrden das Angebot wahrnehmen, darunter auch nichtj\u00fcdische Kinder.<br \/>F\u00fcr den Schulbeginn im August wurde bereits eine Klassenlehrerin gefunden. Mit einer ersten Klasse wird gestartet. In vier Jahren werden dann voraussichtlich 80 Sch\u00fcler die Lehrb\u00fccher \u00f6ffnen. \u00bb\u00dcber den Nachwuchs brauche ich mir keine Gedanken zu machen, denn unsere Kita z\u00e4hlt fast 80 Kinder\u00ab, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Der Unterricht wird nach den Lehrpl\u00e4nen von Nordrhein-Westfalen gestaltet. Hebr\u00e4isch- und j\u00fcdischer Religionsunterricht sollen einen wichtigen und integralen Bestandteil des Programms bilden, Hebr\u00e4isch werde in einer AG angeboten, sagt Leonid Chraga. Es soll ein t\u00e4gliches Gebet geben, Schabbatfeiern und Zeremonien zu den Festtagen werden ebenso zum Schulalltag geh\u00f6ren wie koschere Mahlzeiten.<\/p>\n<p>Dritte j\u00fcdische Grundschule in Nordrhein-Westfalen<\/p>\n<p>Die Einrichtung ist neben der Yitzhak-Rabin-Schule in D\u00fcsseldorf und der Lauder-Morijah-Schule in K\u00f6ln die dritte j\u00fcdische Grundschule in Nordrhein-Westfalen \u2013 und die elfte bundesweit. In Berlin wird an vier j\u00fcdischen Grundschulen unterrichtet (J\u00fcdische Traditionsschule Or Avner, Masorti, Lauder Beth-Zion Schule und Heinz-Galinski-Schule), weitere gibt es in Hamburg (Joseph-Carlebach-Bildungshaus), Stuttgart (Eduard-Pfeiffer-Schule), Frankfurt (I. E. Lichtigfeld-Schule) und M\u00fcnchen (Sinai-Grundschule). Dass eine Stadt die Tr\u00e4gerschaft einer j\u00fcdischen Grundschule \u00fcbernimmt, d\u00fcrfte ein Novum sein. Die anderen Grundschulen befinden sich entweder in Tr\u00e4gerschaft j\u00fcdischer Gemeinden, eines Vereins (Masorti und Lauder-Morijah) oder bei Chabad (J\u00fcdische Traditionsschule).<\/p>\n<p>Bereits 1964 hatte sich die Dortmunder Gemeinde um eine Wiederer\u00f6ffnung bem\u00fcht, letztendlich fehlten aber potenzielle Sch\u00fcler. Nach der Schoa wurde die j\u00fcdische Gemeinde neu gegr\u00fcndet, in den 50er-Jahren wurde eine Synagoge gebaut. Neuen Schwung bekam das j\u00fcdische Leben in der knapp 600.000 Einwohner z\u00e4hlenden Stadt aber erst mit dem Zuzug von J\u00fcdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. <\/p>\n<p>Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov betont, eine Bedingung f\u00fcr seine Zusage, in Dortmund Gemeinderabbiner zu werden, sei gewesen, dass es demn\u00e4chst eine j\u00fcdische Grundschule gebe. Denn nur, wenn die Kinder eine j\u00fcdische Bildung erfahren, best\u00fcnden \u00bbechte Chancen, unsere Zukunft zu verbessern\u00ab. Seit 2022 amtiert er und freut sich, dass die Kita so gefragt ist und bald auch die Schule startet.<\/p>\n<p>Seit 2019 befassen sich die Kultusgemeinde und die Stadtverwaltung mit dieser Aufgabe<\/p>\n<p>\u00bbWir sind eine aktive Gemeinde\u00ab, betont Leonid Chraga. Deshalb sei eine Infrastruktur mit j\u00fcdischen Angeboten wichtig. Die J\u00fcdische Kultusgemeinde z\u00e4hle in den vergangenen Jahren kons\u00adtant 2800 Mitglieder. Aber den Wunsch nach einer eigenen Schule gibt es schon seit Jahren. Bereits seit 2019 befassen sich die Kultusgemeinde und die Dortmunder Stadtverwaltung mit dieser Hausaufgabe.<\/p>\n<p>Apropos Wiedergr\u00fcndung: Eine j\u00fcdische Volksschule existierte wahrscheinlich schon seit der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dieser Volksschule wurden im Laufe der Jahre an unterschiedlichen Standorten unterrichtet: in der Breiten Gasse (1870\/71), Kampstra\u00dfe (1889) und Lindenstra\u00dfe (1930). Ab 1904 wurde diese Schule als Bekenntnisschule von der Stadt Dortmund finanziert. Am 30. Juni 1942 besiegelten die Natio\u00adnalsozialisten das grunds\u00e4tzliche Schulverbot f\u00fcr j\u00fcdische Kinder: Alle j\u00fcdischen Schulen im Deutschen Reich wurden geschlossen, auch die in Dortmund. H\u00f6chste Zeit also, nun wieder eine zu gr\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ende August wird es ernst, dann werden die Kinder in der wiedergegr\u00fcndeten J\u00fcdischen Grundschule Dortmund ihre Hefte aufschlagen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":130228,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833],"tags":[573,574,3364,29,217,30,411,570,576,572,80,14,1209,16,575,571],"class_list":{"0":"post-130227","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dortmund","8":"tag-berichte","9":"tag-blogs","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-dortmund","13":"tag-germany","14":"tag-israel","15":"tag-juedische-allgemeine","16":"tag-juedisches-leben","17":"tag-kommentare","18":"tag-kultur","19":"tag-nachrichten","20":"tag-nordrhein-westfalen","21":"tag-politik","22":"tag-religion","23":"tag-wochenzeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114550505768578903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=130227"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130227\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/130228"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}