{"id":1311,"date":"2025-04-01T21:34:11","date_gmt":"2025-04-01T21:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1311\/"},"modified":"2025-04-01T21:34:11","modified_gmt":"2025-04-01T21:34:11","slug":"wie-trump-und-opec-den-oelpreis-bestimmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1311\/","title":{"rendered":"Wie Trump und OPEC+ den \u00d6lpreis bestimmen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.04.2025 13:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die OPEC+ dreht von heute an den \u00d6lhahn st\u00e4rker auf. Sinken nun die Preise f\u00fcr Benzin und Diesel an den Tankstellen? Oder macht US-Pr\u00e4sident Trump den Verbrauchern einen Strich durch die Rechnung?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>    Wie stark dreht die OPEC+ den \u00d6lhahn jetzt auf?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAcht Staaten des \u00d6lverbunds OPEC+ werden von heute an ihre freiwilligen F\u00f6rderk\u00fcrzungen schrittweise zur\u00fcckfahren. Die 2023 beschlossene K\u00fcrzung der Tagesproduktion um 2,2 Millionen Barrel soll so r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Dadurch steigt die t\u00e4gliche \u00d6lproduktion der OPEC+ ab April jeden Monat um knapp 140.000 Barrel.<\/p>\n<p>    Mit welchen Folgen f\u00fcr den \u00d6lpreis ist zu rechnen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMarktbeobachter rechnen mit keiner unmittelbaren Reaktion der \u00d6lpreise, denn die OPEC+ hatte diesen Schritt bereits Ende Februar angek\u00fcndigt. Heute beginnt nur der Vollzug, das ist also keine \u00dcberraschung mehr f\u00fcr die M\u00e4rkte. Allerdings spricht die Produktionsausweitung der OPEC+ generell f\u00fcr niedrigere \u00d6lpreise, sollte dadurch doch das Angebot auf dem \u00d6lmarkt steigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nCommerzbank-Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht unterstreicht allerdings, dass noch v\u00f6llig unklar sei, wie viel \u00d6l nun tats\u00e4chlich zus\u00e4tzlich auf den Markt kommt. &#8222;Denn diese L\u00e4nder haben sich ebenfalls verpflichtet, ihre \u00dcberproduktion aus der Vergangenheit auszugleichen. Fraglich ist jedoch, ob sich die gr\u00f6\u00dften Abweichler &#8211; das sind vor allem der Irak, Kasachstan und Russland &#8211; tats\u00e4chlich an ihre Zusagen halten.&#8220; In der Vergangenheit hatten zumindest der Irak und Kasachstan vergleichbare Zusagen nur teilweise umgesetzt.<\/p>\n<p>    Wo sehen Experten den \u00d6lpreis 2025?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnterm Strich haben sich die \u00d6lpreise im ersten Quartal des laufenden Jahres kaum vom Fleck bewegt. Das f\u00fcr Europa wichtige Roh\u00f6l der Nordseesorte Brent kostete zuletzt knapp 75 Dollar &#8211; rund 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Tendenziell sehen Experten den \u00d6lpreis 2025 unter Druck. Einer aktuellen Reuters-Umfrage unter 49 \u00d6konomen und Analysten zufolge erwarten diese im laufenden Jahr einen Brent-Preis von durchschnittlich 72,94 Dollar pro Barrel (159 Liter).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDazu passt die Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA), wonach der \u00d6lmarkt in diesem Jahr mit rund 600.000 Barrel pro Tag \u00fcberversorgt ist. Sofern die OPEC+ das \u00d6langebot ab April jeden Monat um knapp 140.000 Barrel pro Tag erh\u00f6hen sollte und die \u00dcberproduktion in L\u00e4ndern wie Kasachstan bestehen bleibt, w\u00fcrde das \u00dcberangebot laut der IEA um weitere 400.000 Barrel pro Tag steigen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGro\u00dfe Risiken gibt es jedoch sowohl auf der Angebots- als auch der Nachfrageseite &#8211; und die h\u00e4ngen allesamt mit der Zoll- und Sanktionspolitik des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump zusammen.<\/p>\n<p>    Wie wirken sich die Trump-Sanktionen gegen den Iran auf die \u00d6lpreise aus?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit seiner R\u00fcckkehr ins Amt im Januar hat Trump seine Kampagne des &#8222;maximalen Drucks&#8220; auf den Iran wieder aufgenommen, um ein neues Atom-Abkommen mit der Islamischen Republik auszuhandeln. Dazu sollen die iranischen \u00d6lexporte &#8222;auf null&#8220; gedr\u00fcckt werden. Erst im M\u00e4rz verh\u00e4ngte Trump neue Sanktionen, unter anderem gegen Schiffe der iranischen Schattenflotte, mit deren Hilfe der Iran die bisherigen Sanktionen bislang weitgehend umgehen konnte. &#8222;So lagen die iranischen \u00d6lexporte zuletzt noch immer bei rund 1,4 Millionen Barrel pro Tag&#8220;, betont Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump erw\u00e4gt \u00fcberdies sogenannte sekund\u00e4re Z\u00f6lle, die L\u00e4nder bestrafen w\u00fcrden, die weiterhin iranisches \u00d6l kaufen. Solche Strafz\u00f6lle k\u00f6nnte Trump morgen, am von ihm selbst so betitelten &#8222;Liberation Day&#8220;, verk\u00fcnden. China ist der gr\u00f6\u00dfte Importeur von iranischem \u00d6l. &#8222;Sollte es den USA gelingen, die iranischen \u00d6lexporte deutlich zu dr\u00fccken, w\u00fcrde sich der \u00d6lmarkt erheblich anspannen&#8220;, betont Fritsch.<\/p>\n<p>    Und was ist mit dem Venezuela-Dekret von Trump?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEnde M\u00e4rz hat Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret unterzeichnet, wonach ein Land ab dem 2. April mit einem 25-Prozent-Zoll auf all seine Exporte in die USA belegt wird, wenn es Venezuela \u00d6l oder Gas abkauft. Auch diese &#8222;Sekund\u00e4rz\u00f6lle&#8220; richten sich in erster Linie gegen China, das den Schwarzmarkt f\u00fcr venezolanisches \u00d6l dominiert. Bereits die Ank\u00fcndigung der neuen Z\u00f6lle lie\u00df die \u00d6lpreise steigen, d\u00fcrften diese doch zu einem geringeren weltweiten \u00d6langebot f\u00fchren.<\/p>\n<p>    Kommen die US-Importz\u00f6lle auf Roh\u00f6l aus Kanada und Mexiko?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMorgen endet der Anfang M\u00e4rz von Trump gew\u00e4hrte Aufschub von US-Importz\u00f6llen f\u00fcr bestimmte G\u00fcter aus Kanada und Mexiko. Sollte es nicht zu einer erneuten Verschiebung kommen, m\u00fcssten die US-Raffinerien einen Zollsatz von zehn Prozent bei der Einfuhr von Roh\u00f6l aus Kanada und von 25 Prozent f\u00fcr Roh\u00f6limporte aus Mexiko zahlen. Das w\u00fcrde die \u00d6lpreise ma\u00dfgeblich in die H\u00f6he treiben. Experten rechnen f\u00fcr diesen Fall mit gravierenden Auswirkungen auf die US-Raffinerien, denn diese bezogen im vergangenen Jahr Daten der US-Energiebeh\u00f6rde zufolge rund 60 Prozent ihrer t\u00e4glichen Roh\u00f6limporte aus Kanada.<\/p>\n<p>    Und was ist mit Russland?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump zeigte sich zuletzt <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/trump-putin-kritik-100.html\" title=\"Trump \u00e4u\u00dfert sich ungew\u00f6hnlich kritisch \u00fcber Putin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;stinksauer&#8220; \u00fcber Russlands Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin<\/a> &#8211; und drohte ihm mit Sonderz\u00f6llen f\u00fcr Abnehmer russischen \u00d6ls. Diese k\u00f6nnten 25 bis 50 Prozent betragen und jederzeit in Kraft treten. Sollte es soweit kommen, w\u00fcrde dies Moskau den Export erschweren und so das \u00d6l-Angebot auf dem Weltmarkt schm\u00e4lern, was wiederum zu steigenden Preisen f\u00fchren w\u00fcrde. Zu Russlands gro\u00dfen Abnehmern geh\u00f6ren unter anderem Indien und China.<\/p>\n<p>    Gibt es auch Argumente f\u00fcr fallende \u00d6lpreise?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAbsolut &#8211; und auch sie haben in erster Linie mit Trump zu tun. \u00d6konomen f\u00fcrchten angesichts der erratischen Zollpolitik des US-Pr\u00e4sidenten eine Konjunkturflaute in den USA. Trump selbst wollte zuletzt in einem TV-Interview <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/trump-rezession-100.html\" title=\"Trump schlie\u00dft Rezession in den USA nicht aus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine Rezession nicht ausschlie\u00dfen<\/a>. Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs sehen eine deutlich erh\u00f6hte Rezessionsgefahr, die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr in den kommenden zw\u00f6lf Monaten sei von 20 auf 35 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten f\u00fcrchten zudem, die Trumpsche Zollpolitik k\u00f6nnte nicht nur in den USA, sondern auch in anderen gro\u00dfen Volkswirtschaften ein geringeres Wachstum nach sich ziehen. Das bedeutete jedoch automatisch eine niedrigere Nachfrage nach \u00d6l &#8211; und damit niedrigere Preise.<\/p>\n<p>    Welche saisonalen Faktoren bewegen aktuell den \u00d6lpreis?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Statistik sind die Monate M\u00e4rz, April und \u00fcblicherweise positive Monate f\u00fcr den \u00d6lpreis. Hintergrund ist die sogenannte &#8222;Driving Season&#8220;: Der Zeitraum vor Ostern und bis Pfingsten geht n\u00e4mlich \u00fcblicherweise mit einem stark erh\u00f6hten Verkehrsaufkommen einher, was sich in steigenden \u00d6lpreisen widerspiegelt. Hierzulande rechnet die Autobahn GmbH bereits f\u00fcr das kommende Wochenende mit volleren Fernstra\u00dfen.<\/p>\n<p>    Was bedeutet das alles f\u00fcr die Preise an den Tankstellen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTendenziell d\u00fcrften die Preise an den Tankstellen in der &#8222;Driving Season&#8220; anziehen. Im Gesamtjahr 2025 d\u00fcrften sie aber im Schnitt &#8211; ebenso wie der \u00d6lpreis &#8211; keine allzu gro\u00dfen Spr\u00fcnge nach oben machen. Viel h\u00e4ngt dabei davon ab, inwieweit die Mineral\u00f6lkonzerne etwaige Preis\u00e4nderungen auf dem Weltmarkt an die Verbraucher an den Tankstellen weitergeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSpeziell Diesel-Fahrer k\u00f6nnen aktuell auf sinkende Preise hoffen; ihnen kommt das Ende der Heizperiode zupass, was die Nachfrage nach Heiz\u00f6l typischerweise senkt. Denn Heiz\u00f6l und Diesel sind prinzipiell das gleiche Produkt, werden lediglich als Heiz\u00f6l und Diesel unterschiedlich deklariert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 01.04.2025 13:13 Uhr Die OPEC+ dreht von heute an den \u00d6lhahn st\u00e4rker auf. 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