{"id":131147,"date":"2025-05-22T16:34:09","date_gmt":"2025-05-22T16:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131147\/"},"modified":"2025-05-22T16:34:09","modified_gmt":"2025-05-22T16:34:09","slug":"berliner-erzbischof-prostitution-erfolgt-selten-freiwillig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131147\/","title":{"rendered":"Berliner Erzbischof: Prostitution erfolgt selten freiwillig"},"content":{"rendered":"<p>Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, hat vor einer Normalisierung von Prostitution gewarnt. Kaum jemand f\u00fchre diese Arbeit freiwillig aus: \u201eOb durch wirtschaftliche Not zum Verkauf des eigenen K\u00f6rpers gedr\u00e4ngt oder durch falsche Versprechungen, Zwang und Gewalt: In allen F\u00e4llen wird die W\u00fcrde brutal verletzt&#8220;, so Koch. Er \u00e4u\u00dferte sich am Donnerstag in Berlin anl\u00e4sslich der Pfingstaktion des katholischen Osteuropahilfswerks Renovabis. <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/kirche\/news\/2025-05\/bingener-missio-aachen-papst-leo-audienz-kindermissionswerk.html\" title=\"Bingener \u00fcber Leo XIV.: \u201eMit Geduld, Beharrlichkeit, Freude\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2019\/07\/22\/STEF9300_M.Steffen.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Bingener \u00fcber Leo XIV.: \u201eMit Geduld, Beharrlichkeit, Freude\u201c\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Papst Leo XIV. hat sich an diesem Donnerstag im Vatikan an Vertreter der P\u00e4pstlichen Missionswerke aus aller Welt gewandt und dabei explizit auch das Kindermissionswerk gew\u00fcrdigt. &#8230;\n     <\/p>\n<p>Als Bischof des katholischen Osteuropa-Hilfswerkes Renovabis hielt Koch ein Gru\u00dfwort zur Veranstaltung \u201eDie W\u00fcrde der Frau ist (un)antastbar? Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die aktuelle Situation der Prostitution in Deutschland&#8220;, das die Pressestelle seines Erzbistums verschickte.\u00a0Der Gespr\u00e4chs-Abend war ein zentraler Bestandteil der Er\u00f6ffnungswoche der Renovabis-Pfingstaktion, die in diesem Jahr vom 21. bis 25. Mai unter dem Motto \u201eVoll der W\u00fcrde\u201c im Erzbistum Berlin stattfindet.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eWird offensichtlich, wie fragil W\u00fcrde sein kann\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Eindringlich wandte Erzbischof Koch sich hier gegen Prostitution:\u00a0\u201eDa jedoch, wo ein Machtgef\u00e4lle die Beziehung pervertiert, wo sich unter dem Vorzeichen von Unfreiwilligkeit, Zwang oder gar Gewalt die destruktive Kraft der Sexualit\u00e4t entfaltet, wird offensichtlich, wie fragil W\u00fcrde sein kann. Die Menschenw\u00fcrde ist dabei keine abstrakte Idee und f\u00fcr unsere Kirche alles andere als nur ein frommes oder philosophisches Konzept; sie ist eine sehr praktische Verpflichtung, uns im eigenen Handeln so zu verhalten, dass die erschreckend allt\u00e4gliche Vernichtung der W\u00fcrde von Menschen in unserer Gesellschaft ein Ende findet.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eKompromisslos eine Gesellschaft einfordern, in der es keine Versklavung mehr gibt, egal ob sie subtil oder offen-brutal daherkommt\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Renovabis k\u00e4mpft auch gegen Menschenhandel <\/p>\n<p>Koch erinnerte daran, dass Papst Franziskus Prostitution daher auch als \u201eSklaventum\u201c bezeichnete, und den damit einhergehenden Menschenhandel ein \u201eVerbrechen gegen die Menschlichkeit\u201c nannte. Dies zu erkennen, brauche es \u201ekeine \u00fcbernat\u00fcrliche Offenbarung; es reichen menschliche Vernunft und Anstand&#8220;, so Koch.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eAus Bulgarien und Rum\u00e4nien beispielsweise stammt ein erschreckend hoher Anteil der in Deutschland zur Prostitution gezwungenen Frauen\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Da ein gro\u00dfer Teil der Betroffenen, die meisten davon Frauen, aus Osteuropa, kommt, ist auch Renovabis in diesem Bereich aktiv. Vielfach seien die ausl\u00f6senden Faktoren Armut, Perspektivlosigkeit, famili\u00e4re Not, Krieg und\/oder fehlende soziale Absicherung in den Herkunftsl\u00e4ndern. Aus Bulgarien und Rum\u00e4nien beispielsweise stamme ein erschreckend hoher Anteil der in Deutschland zur Prostitution gezwungenen Frauen. Strukturelle Armut und mangelnde Bildungschancen machten sie und ihre Familien zur leichten Beute f\u00fcr die falschen Versprechungen der Menschenh\u00e4ndler.\u00a0\u201eDie Bek\u00e4mpfung dieser Ursachen in ganz Ost- und S\u00fcdosteuropa ist ein zentrales Anliegen unseres Hilfswerkes.&#8220;<\/p>\n<p>Schweden und Frankreich als Vorbild <\/p>\n<p>Die katholische Kirche wende sich nicht gegen die Betroffenen, sondern \u201egegen die gesellschaftlichen Faktoren, welche Menschen in der Prostitution halten oder sie in diese hineinzwingen.&#8220; Renovabis wolle die Betroffenen \u2013 oft Minderj\u00e4hrige \u2013 beim Ausstieg unterst\u00fctzen und Alternativen er\u00f6ffnen. Erzbischof Koch rief dazu auf,\u00a0\u201ekompromisslos eine Gesellschaft einzufordern, in der es keine Versklavung mehr gibt, egal ob sie subtil oder offen-brutal daherkommt. Wer nach Vorbildern sucht, mag diesbez\u00fcglich nach Schweden oder Frankreich blicken: Dort hat die Gesetzgebung deutlicher als hierzulande erkannt, dass schrankenloser Liberalismus nicht immer mit segensreichem Fortschritt einhergeht.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eWer nach Vorbildern sucht, mag diesbez\u00fcglich nach Schweden oder Frankreich blicken: Dort hat die Gesetzgebung deutlicher als hierzulande erkannt, dass schrankenloser Liberalismus nicht immer mit segensreichem Fortschritt einhergeht\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In Schweden und Frankreich machen sich nicht Prostituierte strafbar, jedoch all jene, die ihre Dienste nutzen.\u00a0<\/p>\n<p>Menschenw\u00fcrde an vielen Orten und in vielen Situationen bedenken <\/p>\n<p>In seiner Predigt zur Er\u00f6ffnung der Renovabis-Pfingstaktion in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin von Erzbischof Heiner Koch f\u00fcr Sonntag,\u00a0 25. Mai 2025, die das Presseamt des Erzbischofs diesen Donnerstag verschickte, regt Koch ebenfalls zum Nachdenken \u00fcber die Menschenw\u00fcrde an:\u00a0 \u201e,Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar` hei\u00dft es im deutschen Grundgesetz. Ist sie wirklich unantastbar, wenn so viele tausend Menschen t\u00e4glich in der Ukraine sterben? Wenn so viele Menschen zu Opfern von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden? Welche W\u00fcrde kommt jedem einzelnen dieser Opfer zu? Achten wir diese W\u00fcrde und Gr\u00f6\u00dfe in unserem Verhalten, unserer Anerkennung und Achtung?&#8220;.<\/p>\n<p>(pm &#8211; sst)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, hat vor einer Normalisierung von Prostitution gewarnt. Kaum jemand f\u00fchre diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":131148,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,3236,30,10518,6590,45211,130,1940,1938],"class_list":{"0":"post-131147","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-frauen","14":"tag-germany","15":"tag-hilfswerke","16":"tag-katholische-kirche","17":"tag-menschenhandel","18":"tag-menschenrechte","19":"tag-nachrichten-aus-berlin","20":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114552456209273180","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=131147"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131147\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/131148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=131147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=131147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=131147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}