{"id":131460,"date":"2025-05-22T19:21:12","date_gmt":"2025-05-22T19:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131460\/"},"modified":"2025-05-22T19:21:12","modified_gmt":"2025-05-22T19:21:12","slug":"du-traeumst-davon-ein-buch-zu-schreiben-bestseller-autorinnen-verraten-worauf-es-wirklich-ankommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131460\/","title":{"rendered":"Du tr\u00e4umst davon, ein Buch zu schreiben? \u2013 Bestseller-Autorinnen verraten, worauf es wirklich ankommt"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"image authors__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/autor-stella-brikey.jpg\" alt=\"Redakteurin Stella Brikey\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\nJede:r zweite Deutsche tr\u00e4umt davon ein Buch zu schreiben. Aber wie ist es wirklich als Schriftsteller:in zu arbeiten? F\u00fcnf Literaturprofis im Real-Talk\n<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Die H\u00e4lfte der Deutschen tr\u00e4umt laut Umfragen davon, ein Buch zu schreiben. Hollywood befeuert die Vorstellung vom glamour\u00f6sen Leben als Schriftsteller:in aktuell mit der <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.netflix.com\/de\/title\/81157573\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Netflix-RomCom &#8222;Liebe in Marokko&#8220; <\/a>und in den sozialen Medien boomen Angebote f\u00fcr Schreib-Retreats oder Selfpublishing-Verlagen, die suggerieren: Jede:r kann ein Buch schreiben! Und sp\u00e4ter dann: ausverkaufte Lesungen, Signierstunden, Talkshows, Fame, Millionen. Gleichzeitig warf der Wutanfall von <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/schriftsteller-meyer-buchmesse-kritik-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Clemens Meyer<\/a> bei der Buchpreisverleihung, nachdem ihm die 100.000 Euro Preisgeld knapp durch die Lappen gegangen waren, ein etwas anderes Licht auf den Alltag von Schreibenden. Der Starautor klagte \u00f6ffentlich \u00fcber finanzielle Sorgen, nervliche Anspannung, Schulden, zu wenig Leser:innen \u2013 nachdem er (freiwillig wohlgemerkt) zehn Jahre lang an seinem 1000-Seiter <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=safari&amp;rls=en&amp;q=die+Projektoren+clemens+meyer&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Die Projektoren&#8220;<\/a> gearbeitet hatte. Puh! Aber wie ist es denn nun wirklich ein Buch zu schreiben? Was braucht es, neben Talent, Disziplin, Durchhalteverm\u00f6gen und Nerven wie Drahtseilen, um diesen Job machen zu k\u00f6nnen? Wir haben f\u00fcnf Literatur-<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/haende-schreibmaschine.jpg\" alt=\"Traumjob Schriftstellerin: H\u00e4nde an der Schreibmaschine\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/13920200\/t\/pN\/v2\/w2048\/r1.5\/-\/haende-schreibmaschine.jpg#Mirko%20Popadic%20%2F%20Adobe%20Stock\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p> Talent, Flei\u00df, Durchhalteverm\u00f6gen und Nerven wie Drahtseile \u2013 das braucht es, um ein Buch (fertig) zu schreiben. <\/p>\n<p>\u00a9 Mirko Popadic \/ Adobe Stock<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Profis gefragt:<\/p>\n<p>Kann jede:r schreiben?  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Eine, die es wissen muss, ist die Literaturagentin Anabelle Assaf von <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/connact.de\/agentur\/lit-agency\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ConnACT<\/a> aus K\u00f6ln. Ihr Job ist es, neue Talente zu suchen, mit ihnen an Buchideen zu feilen und diese dann im besten Fall an einen gro\u00dfen Verlag zu verkaufen. T\u00e4glich landen zwischen drei und f\u00fcnf initiativ eingesandte Manuskripte auf ihrem Schreibtisch. Davon seien nur etwa ein Prozent &#8222;potenziell\u00a0erfolgversprechend&#8220;, erz\u00e4hlt Anabelle Assaf, die auf anspruchsvolle Belletristik und popul\u00e4re Sachb\u00fccher spezialisiert ist. Oft h\u00e4lt die Literaturagentin deshalb auf Nachwuchswettbewerben, Leseb\u00fchnen oder anderen Veranstaltungen nach neuen Talenten Ausschau, weil dort bereits eine Vorauswahl getroffen wurde.\u00a0<br \/>\u00dcbrigens ein guter Selbsttest f\u00fcr Mutige: Wie kommen meine Texte bei einem unabh\u00e4ngigen Publikum an? Sinnvoll sei au\u00dferdem der Besuch von Workshops und Schreibschulen, um sich mit anderen Schreibenden auf Augenh\u00f6he auszutauschen.\u00a0<\/p>\n<blockquote class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--cite text-element--blockquote article__text-element article__text-element--blockquote text-element--context-article\"><p> Mein Job ist es, die Nadel im Heuhaufen zu suchen.<br \/>(Anabelle Assaf, Literaturagentin)<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> &#8222;Es hei\u00dft, jede:r kann schreiben&#8220;, sagt Anabelle Assaf. \u201eKlar, jede:r kann auch irgendwie malen oder musizieren \u2013 aber das hei\u00dft noch lange nicht, dass all diese Leute in einer Band spielen oder Gem\u00e4lde malen. Es erfordert unglaublich viel Ruhe und Konzentration, ein ganzes Buch zu schreiben. Sowas dauert oft Jahre.&#8220; Talent allein reiche nicht. &#8222;Wer gelesen werden will, muss sich fragen: Was m\u00f6chte das Publikum?&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Nicht die beste Freundin fragen, sondern Kritik auf Augenh\u00f6he einholen  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Ein Fehler, den viele Schreibende machen: &#8222;Sie gehen nur von sich aus, glauben, dass ihre eigene Lebensgeschichte oder die ihrer\u00a0Familie\u00a0interessant genug f\u00fcr den breiten Markt ist. Oder, weil die Freund:innen gut finden, was sie schreiben.&#8220; Aber das reiche\u00a0meist\u00a0nicht.\u00a0\u201eWas gerade gut funktioniert ist erz\u00e4hlerische Lebenshilfe\u00a0oder\u00a0Trendthemen wie etwa der weibliche K\u00f6rper, Ost\/West oder\u00a0Krieg&#8220;, verr\u00e4t die Expertin. Diese Themen w\u00fcrden allerdings zu 85 Prozent von Journalist:innen verfasst \u2013 \u201ealso Expert:innen, deren Beruf es ist, zu schreiben und Deadlines einzuhalten&#8220;. Oft m\u00fcsse es n\u00e4mlich schnell gehen: &#8222;Je\u00a0aktueller das Thema, desto gr\u00f6\u00dfer die Gefahr, dass auch andere darauf kommen.&#8220;<br \/>F\u00fcr Verlage sei auch entscheidend, wer das Buch am Ende kauft. \u201eDas sind, Umfragen zufolge, meistens Frauen. Auch die meisten Buchh\u00e4ndler:innen sind Frauen.&#8220; Und in den Bestsellerlisten seien ebenfalls fast nur noch Frauen vertreten. Anabelle Assaf vertritt deshalb\u00a0vor allem\u00a0Frauen mit B\u00fcchern, die\u00a0eher\u00a0von FLINTA gelesen werden.<\/p>\n<p>Die Geheimnisse der Bestsellerautorinnen<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/autorin-werkmeister.jpg\" alt=\"Acht B\u00fccher, acht SPIEGEL-Bestseller \u2013 einer davon sogar Platz eins: Meike Werkmeister z\u00e4hlt zu Deutschlands erfolgreichsten Unterhaltungsromanautor:innen.\u00a0\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/13915628\/t\/7R\/v1\/w2048\/r1.5\/-\/autorin-werkmeister.jpg#Ulrike%20Schacht\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p> Acht B\u00fccher, acht SPIEGEL-Bestseller \u2013 einer davon sogar Platz eins: Meike Werkmeister z\u00e4hlt zu Deutschlands erfolgreichsten Unterhaltungsromanautor:innen. <\/p>\n<p>\u00a9 Ulrike Schacht<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Kein Wunder, dass Meike Werkmeister mit ihren Feel-Good-Liebesromanen derzeit zu Deutschlands erfolgreichsten Autorinnen im Unterhaltungsbereich z\u00e4hlt. Alle Romane der gelernten Journalistin standen auf der Bestsellerliste, \u201eAm Himmel funkelt ein neuer Tag\u201c schaffte es in diesem Jahr sogar auf Platz 1. Aktuell schreibt und ver\u00f6ffentlicht Meike Werkmeister ein Buch im Jahr. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?\u00a0\u201eEine Mischung aus verschiedenen Elementen: Ein Verlag, der viel Zeit, Expertise und Geld in Marketing steckt. Ein richtig guter Vertrieb, der daf\u00fcr sorgt, dass das Buch in so vielen Buchhandlungen wie m\u00f6glich ausliegt. Eine Geschichte, die von den Leser:innen gemocht und weiterempfohlen wird \u2013\u00a0und eine ordentlichen Portion Gl\u00fcck\u201c, sagt Meike Werkmeister. Ihrer Meinung nach sollte sich jede:r angehende:r Autor:in fragen: \u201eWarum schreibe ich? Mache ich das, weil es mir Freude bereitet, weil ich einen inneren Drang danach versp\u00fcre, weil ich damit gern meine Zeit verbringe? Oder habe ich die Hoffnung, damit reich zu werden? Wenn Letzteres der Fall ist, w\u00fcrde ich abraten.\u201c Fakt sei n\u00e4mlich: \u201eUnter f\u00fcnf Prozent aller Buchautor:innen in Deutschland k\u00f6nnen vom B\u00fccherschreiben leben.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Fehler, die Schreibende machen  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Trotzdem ist wohl der gr\u00f6\u00dfte Fehler, den Schreibende machen k\u00f6nnen, es gar nicht erst zu versuchen. &#8222;So viele sagen: Ich w\u00fcrde ja so gern, aber ich komme nicht dazu&#8220;, sagt Katja Lewina, die 2020 mit ihrem ersten Buch &#8222;Sie hat Bock&#8220; direkt einen Bestseller landete und heute hauptberuflich B\u00fccher schreibt und als freie Journalistin arbeitet. \u201eWenn du es wirklich willst, sorg daf\u00fcr, dass du dazu kommst.\u201c Ihr Rat: \u201eDie Dinge nicht zerdenken, sondern einfach loslegen, glattb\u00fcgeln kann man am Ende immer noch.\u201c Und: Blo\u00df nicht davon unterkriegen lassen, wenn Ideen abgeschmettert werden. Wir erinnern uns: J. K. Rowling wurde mit ihrem Manuskript f\u00fcr \u201eHarry Potter und der Stein der Weisen\u201c mindestens zw\u00f6lfmal abgelehnt. William Goldings \u201eHerr der Fliegen\u201c erschien 1954, nachdem er zuvor 20 Absagen erhalten hatte. Manchmal lohnt es sich eben, f\u00fcr eine gute Geschichte zu k\u00e4mpfen.\u00a0<\/p>\n<blockquote class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--cite text-element--blockquote article__text-element article__text-element--blockquote text-element--context-article\"><p> Au\u00dferdem untersch\u00e4tzen viele, wie viel Arbeit es wirklich ist, ein Buch zu schreiben. Und wie unglamour\u00f6s ein Leben als Autorin am Ende ist.<br \/>(Meike Werkmeister)<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Das wei\u00df auch Schreibcoachin Christine Dohler, die andere bei ihren Projekten ber\u00e4t und unterst\u00fctzt. Sie hat bereits sechs eigene B\u00fccher geschrieben, zwei davon waren Bestseller (u.a. \u201eRauhn\u00e4chte\u00a0mit Kindern erleben\u201c) und drei Ghostwritings f\u00fcr Promis. &#8222;Die erste Literaturagentin, bei der ich mich vorstellte, hat alle meine Ideen schlecht geredet&#8220;, erz\u00e4hlt Christine Dohler. &#8222;Sie meinte sogar zu mir: Ich traue ihnen die Langstrecke nicht zu, gehen sie in den Journalismus. Damals war ich jung und habe mich verunsichern lassen. Wahnsinn! Eine Freundin hat mich dann mit ihrer Agentin verkn\u00fcpft und die hat sofort die Idee, die ich damals auch schon gepitcht hatte, mit mir umgesetzt \u2013 und wir haben Zusagen von sechs Verlagen bekommen.&#8220; Ihr eindringlicher Rat: &#8222;Lasst euch nicht von einer Absage oder einem abwertenden Kommentar aufhalten!&#8220;<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/autorin-lewina.jpg\" alt=\"&quot;Dranbleiben, L\u00f6schen, Neuschreiben, Verzweifeln, und wieder von vorn.&quot; So beschreibt die dreifache Bestseller-Autorin Katja Lewina (u.a. &quot;Sie hat Bock&quot;) ihren Joballtag.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/13915626\/t\/I4\/v4\/w2048\/r1.5\/-\/autorin-lewina.jpg#Julija%20Goyd\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p> &#8222;Dranbleiben, L\u00f6schen, Neuschreiben, Verzweifeln, und wieder von vorn.&#8220; So beschreibt die dreifache Bestseller-Autorin Katja Lewina (u.a. &#8222;Sie hat Bock&#8220;) ihren Joballtag. <\/p>\n<p>\u00a9 Julija Goyd<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> &#8222;Ich packe Ideen, die nicht verwirklicht wurden, nicht f\u00fcr immer weg&#8220;, sagt Katja Lewina. &#8222;Meistens kommt ein Thema nach ein paar Jahren zu mir zur\u00fcck und ich kann mit den Textfragmenten oder der Recherche immer noch was anfangen.&#8220; Manchmal lohnt es sich auch, eine besondere Idee weiterzuverfolgen: &#8222;Ich habe mir mit meinem aktuellen Thema, der Endlichkeit, echt keinen Selbstl\u00e4ufer gesucht&#8220;, so Lewina. In &#8222;Was ist schon f\u00fcr immer&#8220; schreibt sie nicht nur \u00fcber ihre eigene lebensbedrohliche Herzerkrankung, sondern auch \u00fcber den Tod ihres siebenj\u00e4hrigen Sohnes. &#8222;Das ist f\u00fcr viele Menschen einfach zu krass, was ich gut verstehen kann&#8220;, sagt Katja Lewina. &#8222;Ich glaube aber, dass dieses Buch, w\u00e4re ich ein Mann, nochmal anders aufgenommen worden w\u00e4re. Ein Kollege hat das ungef\u00e4hr so formuliert: &#8222;Wenn ein Mann sowas schreibt, ist es gro\u00dfe Literatur. Wenn eine Frau das macht, hat es was von Homestory.&#8220; Um herauszufinden, ob ein Thema gut ist, r\u00e4t sie: &#8222;Anderen davon erz\u00e4hlen. Sagen sie: Geil, besch\u00e4ftigt mich auch! Oder zucken sie mit den Schultern?&#8220;<\/p>\n<p>Keine (Eigen-)Werbung, kein Erfolg<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> \u201eDeine Reichweite ist inzwischen deine W\u00e4hrung, wenn du ein Buch ver\u00f6ffentlichen willst&#8220;, sagt Katja Lewina, die selbst rund 19.000 Follwer:innen bei Instagram hat. Ihr Eindruck sei h\u00e4ufig, dass Reichweite auch \u00fcber Qualit\u00e4t gestellt werde. \u201eSocial Media ist eine gute Gelegenheit, mit den eigenen Leser:innen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig muss man auch viel Zeit investieren, um nicht im Algorithmus unterzugehen.&#8220; Zeit, die sie oft lieber mit Schreiben verbringen w\u00fcrde. Meike Werkmeister (rund 6000 Insta-Follower:innen) best\u00e4tigt: &#8222;Im Bereich der jungen Romance-Reihen bekommen mittlerweile nur Autor:innen Vertr\u00e4ge, die eine gewisse Anzahl an Follower:innen mitbringen und gro\u00dfen Einsatz zeigen, diese durch Eigen-PR zu bespielen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p><img class=\"image image-element__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/autorin-dohler.jpg\" alt=\"Christine Dohler Autorin\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/image.brigitte.de\/13915270\/t\/G7\/v4\/w2048\/r1.5\/-\/autorin-dohler.jpg#PR\" class=\"image__magnifier\" aria-label=\"Vergr\u00f6\u00dfern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p> Christine Dohler, hier bei einer Lesung, ist zweifache Bestseller-Autorin (u.a. \u201cDie weibliche Energie der Rauhn\u00e4chte&#8220;) und Schreibcoachin. <\/p>\n<p>\u00a9 PR<\/p>\n<p>Brauche ich eine Schreibroutine?<\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Wenn sich Christine Dohler in einer hei\u00dfen (Abgabe-)Phase befindet, nimmt sie sich gerne mal f\u00fcr ein paar Tage raus und reist an einen inspirierenden Ort, um f\u00fcr ein paar Tage oder Wochen nur zu schreiben. &#8222;Alle Energie und aller Fokus auf das Buch!&#8220; Ihre Routine: &#8222;Ich schreibe immer morgens, davor meditiere ich. Ich brauche dann Ruhe und muss allein sein. Wenn ich den Text dann sp\u00e4ter noch einmal durchgehe und \u00fcberarbeite, sitze ich gern im Caf\u00e9\u00a0in einer lebendigen Atmosph\u00e4re.&#8220;<\/p>\n<blockquote class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--cite text-element--blockquote article__text-element article__text-element--blockquote text-element--context-article\"><p> Lasst euch nicht von einer Absage oder einem abwertenden Kommentar aufhalten!<br \/>(Christine Dohler)<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> F\u00fcr Katja Lewina ist es durch ihre Kinder oder wenn sie sich auf Lesereise befindet extrem schwierig, Routinen zu verfolgen. &#8222;Am besten schreibt es sich f\u00fcr mich an einem Manuskript, wenn ich mich aus dem Alltag komplett ausklinken kann. Ein-, zweimal im Jahr g\u00f6nne ich mir eine Woche auf dem Land oder am Meer, wo mich niemand st\u00f6rt und ich komplett in meiner Arbeit versinken kann. Dann schaffe ich richtig viel.&#8220; Meike Werkmeister stimmt zu: <strong>&#8222;<\/strong>Je mehr ich neben meiner Schreibtischarbeit erlebe, desto mehr Ideen sammele ich. Durch Musik, Konzerte, Zugfahrten, Gespr\u00e4che mit Freund:innen, zuf\u00e4llige Alltagsbegegnungen, Reisen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Absage? Blo\u00df nicht entmutigen lassen!  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> \u00dcbrigens, ein totales Klischee: \u201eDass Schriftsteller:innen alle vergeistigt sind und viel Zeit f\u00fcrs Nichtstun haben oder chaotisch sind\u201c, findet Christine Dohler. \u201eAlle Autor:innen, die ich kenne, sind sehr flei\u00dfig, strukturiert und diszipliniert.&#8220; So beschreibt auch Katja Lewina ihre Jobrealit\u00e4t: \u201eDranbleiben, L\u00f6schen, Neuschreiben, Verzweifeln und wieder von vorn. Ein Buch anfangen kann jeder, es zu Ende schreiben k\u00f6nnen nur wenige.&#8220; Am schlimmsten sei, dass sie immer denke: \u201eJetzt kommt der gro\u00dfe Durchbruch, und dann kommt er nicht. Das Sch\u00f6nste: Dass es jederzeit passieren kann.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Verlag gefunden? Jetzt geht die Arbeit erst los!  <\/p>\n<p class=\"text-element u-richtext u-typo u-typo--article-text article__text-element text-element--context-article\"> Wir halten also fest: Nachdem man in einer Literaturagentur untergekommen ist, erfolgreich ein Expos\u00e9 an einen Verlag verkaufen konnte und der erste Teil des Vorschusses auf dem Konto eingegangen ist, kann man schonmal die Korken knallen lassen. Die richtige Arbeit geht aber jetzt erst los: &#8222;Viele gehen davon aus, dass ihr Buch fertig ist, wenn sie sich an eine Agentur oder einen Verlag wenden&#8220;, sagt Meike Werkmeister. \u201eDabei muss man damit rechnen, dass in einem Text anfangs kein Stein mehr auf dem anderen bleibt, wenn ihn erst mal Profis in die H\u00e4nde bekommen. Au\u00dferdem untersch\u00e4tzen viele, wie viel Arbeit es wirklich ist, ein Buch zu schreiben. Und wie unglamour\u00f6s ein Leben als Autorin am Ende ist.&#8220; Schade, dann hat Netflix wohl Mist erz\u00e4hlt.\u00a0<\/p>\n<p>\nBrigitte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jede:r zweite Deutsche tr\u00e4umt davon ein Buch zu schreiben. 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