{"id":131488,"date":"2025-05-22T19:36:18","date_gmt":"2025-05-22T19:36:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131488\/"},"modified":"2025-05-22T19:36:18","modified_gmt":"2025-05-22T19:36:18","slug":"chemnitz-ausstellung-zeigt-kunst-aus-der-ukraine-und-ostdeutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131488\/","title":{"rendered":"Chemnitz: Ausstellung zeigt Kunst aus der Ukraine und Ostdeutschland"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie ukrainische Kuratorin Alona Karavai f\u00fchrt Besucher durch die Ausstellung, als  pl\u00f6tzlich ein Schuss ert\u00f6nt. Ausgel\u00f6st hat den Knall eine Beinprothese, die von einer der Decken der beiden Ausstellungsr\u00e4ume h\u00e4ngt. Die an einem Kranarm befestigte Prothese schnellt nach vorn, wie wenn das k\u00fcnstliche Gliedma\u00df nach einem Ball treten w\u00fcrde. Karavai nennt das einen &#8222;Kick&#8220;, der alle drei, f\u00fcnf und dann neun Minuten zu h\u00f6ren und zu sehen ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Installation mit der Prothese versetzt den Besucherinnen und Besuchern also einen &#8222;Tritt&#8220;. Sie stehe &#8222;f\u00fcr das gegenw\u00e4rtige Bild auf ukrainischen Stra\u00dfen, wo man mehr und mehr Menschen mit Prothesen sieht&#8220;, erkl\u00e4rt die Kuratorin. Der ukrainische K\u00fcnstler Nikita Kadan, von dem das Werk stammt, arbeitet in seiner Heimat mit Kriegsverletzten. F\u00fcr seine Arbeit wurde eine Prothese aus Deutschland gespendet, denn in der Ukraine werde jede Prothese gebraucht, betont der K\u00fcnstler.\n<\/p>\n<p><a name=\"Krieg\">Krieg<\/a> in der Ukraine ist zentrales Thema<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Arbeiten der ukrainischen K\u00fcnstler in der Ausstellung befassen sich ausnahmslos mit dem <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/thema-krieg-ukraine-russland-aktuelle-meldungen-hintergrund-100.html\" title=\"Krieg in der Ukraine: Der russische Angriffskrieg und die Folgen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aktuellen Krieg<\/a> \u2013 vorbei kommt daran niemand, wei\u00df Alona Karavai. Die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler sind auf Sichtbarkeit angewiesen, da sie in ihrer Kunst die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges auf die Menschen thematisieren. Wie etwa die Arbeit &#8222;Flower Bed&#8220; der jungen ukrainischen K\u00fcnstlerin Dasha Chechushkova aus Odessa. Ihre Installation ist ein kleines, kreisrundes Beet, umrandet von 13 Betonplatten. Diese sind Menschen gewidmet, die im Krieg etwas verloren haben \u2013 ihre Freiheit oder sogar ihr Leben. Kuratorin Karavai selbst hat unl\u00e4ngst Samen auf den kreisrunden Erdhaufen gestreut. Was da nun wachse, sei Sehnsucht sagt sie.\n<\/p>\n<p><a name=\"Zusammenarbeit\">Zusammenarbeit <\/a>von ukrainischen und deutschen K\u00fcnstlern<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Pochen Biennale findet seit 2018 alle zwei Jahre in Chemnitz statt. Mit einem kulturellen Beitrag wollte sich der verantwortliche Spinnerei e. V. auch beim <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitz-stollberg\/chemnitz-kulturhauptstadt-europas-kultur-news-100.html\" title=\"Chemnitz \u2013 Kulturhauptstadt Europas 2025: Aktuelle Nachrichten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kulturhauptstadtjahr 2025 <\/a>einbringen, wurde jedoch als Bewerber abgelehnt. Beteiligen wollten sich die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aber trotzdem. Das aktuelle Projekt wird vom st\u00e4dtischen Kulturb\u00fcro, dem s\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Kulturstiftung des Bundes finanziert.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/ausstellungen\/sachsen-aktuelle-ausstellungen-museen-kunst-grafik-264.html\" title=\"Sachsen: Die besten Ausstellungen \u2013 in Leipzig, Chemnitz und Dresden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ausstellung<\/a> &#8222;Woraus wir gemacht sind&#8220; wird laut Kurator Benjamin Gruner die schon bestehende Zusammenarbeit von ukrainischen und deutschen K\u00fcnstlern weitergef\u00fchrt. Sie solle &#8222;das dialogische Wirken von k\u00fcnstlerischen Positionen aus der Ukraine und aus Deutschland zeigen&#8220;, so Gruner, der die Schau gemeinsam mit Alona Karavai kuratiert hat. Die Ausstellung sei erst der Beginn einer Auseinandersetzung mit dieser Thematik unter dem Begriff der Resonanz, erl\u00e4utert Gruner weiter.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">\u00a0Auch die Menschen in der Ukraine f\u00fchlen sich in ihrem t\u00e4glichen Leid ungesehen.<\/p>\n<p>Benjamin Gruner<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nEbenfalls Teil der Ausstellung sind Arbeiten von Eric Meier, einem K\u00fcnstler aus Frankfurt an der Oder. Er besch\u00e4ftige sich &#8222;sehr biografisch mit dem sozialistischen Erbe und den Folgen der DDR&#8220;, erkl\u00e4rt Benjamin Gruner. Zentral sei in seiner Arbeit der Umgang mit Material vor allem Beton und Glasbaustein. Von ihm ist eine Wandgravur ausgestellt. Es gehe um Materialien, in dieser Thematik \u00fcberschneiden sich alle Arbeiten, meint Benjamin Gruner. An den Arbeiten k\u00f6nnen die Besucherinnen und Besucher QR-Codes scannen und auf ihrem Smartphone dann die K\u00fcnstler selbst \u00fcber ihre Werke reden h\u00f6ren.\u00a0\n<\/p>\n<p><a name=\"Bezug\">Bezug<\/a> zum Motto der Kulturhauptstadt &#8222;C the Unseen&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nOb Stein, Beton, Glas, Keramik \u2013 Dinge, die uns hier umgeben, finden sich auch in Kriegsgebieten wieder. Auf den ersten Blick scheint die Ausstellung zweigeteilt: Sie zeigt aktuelle Werke ukrainischer und deutscher K\u00fcnstler. Doch Kurator Benjamin Gruner betont: &#8222;Es ist nat\u00fcrlich auch ein solidarisches Handeln, sozusagen im Austausch zu bleiben, sich zu vernetzen und ja, eine sehr lebendige, zeitgen\u00f6ssische Kulturarbeit zu leisten.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBenjamin Gruner erkl\u00e4rt au\u00dferdem, dass das <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitz-stollberg\/europaeische-kulturhauptstadt-zweitausendfuenfundzwanzig-kultur-news-100.html\" title=\"Chemnitz ist Kulturhauptstadt Europas 2025 \u2013 was die Stadt plant\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Motto der Kulturhauptstadt<\/a> &#8222;C the Unseen&#8220; nicht nur f\u00fcr Chemnitz passend sei: &#8222;Wie f\u00fchlen uns vielleicht in Chemnitz und der Region ungesehen. Aber auch die Menschen in der Ukraine f\u00fchlen sich in ihrem t\u00e4glichen Leid ungesehen.&#8220; Ihr Schicksal sei es, die europ\u00e4ischen Ideen und Werte an der Frontlinie zu verteidigen. Und wer gesehen werde, k\u00f6nne vielleicht besser mit seinen allt\u00e4glichen Schicksalen und schwierigen Erfahrungen umgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die ukrainische Kuratorin Alona Karavai f\u00fchrt Besucher durch die Ausstellung, als pl\u00f6tzlich ein Schuss ert\u00f6nt. 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