{"id":131648,"date":"2025-05-22T21:03:09","date_gmt":"2025-05-22T21:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131648\/"},"modified":"2025-05-22T21:03:09","modified_gmt":"2025-05-22T21:03:09","slug":"trinkwasser-in-baden-wuerttemberg-mit-chemikalie-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131648\/","title":{"rendered":"Trinkwasser in Baden-W\u00fcrttemberg mit Chemikalie belastet"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sie sind schon lange im Visier der Experten: Sogenannte Ewigkeitschemikalien, die je nach Stoff extrem lange in der Umwelt \u00fcberdauern k\u00f6nnen. Die Ausbreitung einer Chemikalie alarmiert nun die Wasserwerke: Trifluoracetat (TFA). Das Trinkwasser k\u00f6nne dadurch irreversibel gesch\u00e4digt werden, warnen die Pr\u00e4sidenten der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), Matthias Maier und Roman Wiget. Es gibt einige Gr\u00fcnde f\u00fcr Besorgnis.<\/p>\n<p>Was ist TFA?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Chemikalie ist ein Abbauprodukt der umstrittenen Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Sie ist f\u00fcr das Trinkwasser problematisch, weil sie mit herk\u00f6mmlichen Methoden nicht herausgefiltert werden und extrem lange \u00fcberdauern kann (Ewigkeitschemikalie). Sie steht zudem im Verdacht, negative Auswirkungen auf die Fortpflanzungsf\u00e4higkeit des Menschen zu haben.<\/p>\n<p>Wie kommt die Chemikalie ins Wasser?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">TFA kommt in zahlreichen chemischen Erzeugnissen vor, wie K\u00e4ltemittel, Pharmaka oder Pflanzenschutzmittel. Rund die H\u00e4lfte der Belastungen, sch\u00e4tzt der Wasserwerke-Verband, d\u00fcrfte aus Industrie, Gewerbe oder Haushalten stammen. Die andere H\u00e4lfte aus der Landwirtschaft.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In Fl\u00fcsse und Seen kommt TFA durch Abwasser der Industrie, Pflanzenschutzmittel oder Treib- und K\u00e4ltemittel. \u201eWegen der sehr umfassenden Anwendung finden wir den Fingerabdruck des Molek\u00fcls als Abbauprodukt vieler Stoffe auch im Grundwasser\u201c, sagt Maier.<\/p>\n<p>Was ist das Problem?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Umweltbundesamt spricht von einem \u201esehr mobilen und persistenten Stoff\u201c. TFA verbreitet sich rasant und reichert sich in der Umwelt an. Nach dem neusten AWBR-Rhein-Bericht registrierten die Wasserwerke allein am Hochrhein in den vergangenen acht Jahren eine Verdoppelung der TFA-Werte von 0,1 Mikrogramm auf 0,8 bis 1 Mikrogramm je Liter. \u201eUnd die TFA-Eintr\u00e4ge werden in den in n\u00e4chsten 20 Jahren zunehmen\u201c, prognostiziert Maier.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Weil sich der Stoff im Wasserkreislauf schnell verbreitet, sei der Schutz des Trinkwassers besonders herausfordernd.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist mit Grenzwerten?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Obwohl die Chemikalie gem\u00e4\u00df der OECD-Klassifizierung als PFAS gilt, geh\u00f6rt sie nicht zu den 20 PFAS, die in der europ\u00e4ischen Trinkwasserrichtlinie geregelt sind. Es gibt f\u00fcr TFA in Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern keinen Grenzwert. Das Umweltbundesamt hat aber einen Leitwert von 60 Mikrogramm pro Liter der \u201etoxikologisch tolerierbaren Konzentration\u201c f\u00fcr das Trinkwasser festgelegt. Bis zu diesem Wert wird derzeit davon ausgegangen, dass es nicht gesundheitssch\u00e4dlich ist.<\/p>\n<p>Wie reagiert die Politik?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die zunehmende fl\u00e4chendeckende Belastung der Umwelt mit per- und polyfluorierten Chemikalien hat die Umweltminister der L\u00e4nder auf den Plan gerufen: Sie wollen die umstrittenen Chemikalien besser erforschen. Greenpeace fordert ein schnelles Handeln, um die sch\u00e4dlichen Stoffe einzud\u00e4mmen.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist zu tun?\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ziel muss es aus Sicht von Umweltsch\u00fctzern und den f\u00fcr das Trinkwasser Verantwortlichen sein, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Chemikalie nicht oder m\u00f6glichst wenig zum Einsatz kommt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begr\u00fc\u00dft so einen Beschluss in Richtung klimafreundlicherer K\u00e4ltetechnik und W\u00e4rmepumpen.<\/p>\n<p>Warum ist Handeln jetzt wichtig?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Trinkwasser in Baden-W\u00fcrttemberg kommt zu etwa zwei Dritteln aus dem Grundwasser. Noch ist die Qualit\u00e4t gut. Doch, so betont Maier: \u201eDie Anwendung von TFA muss schrittweise zur\u00fcckgefahren werden, sonst vererben wir die Ewigkeitschemikalie als Problem f\u00fcr unsere Kinder.\u201c Der Wasserwerke-Pr\u00e4sident weist auch darauf hin: \u201eWasser hat ein langes Ged\u00e4chtnis. Wir m\u00fcssen fr\u00fch anfangen, Dinge an der Quelle zu reduzieren &#8211; wir brauchen den Bremsweg!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie sind schon lange im Visier der Experten: Sogenannte Ewigkeitschemikalien, die je nach Stoff extrem lange in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":131649,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1844],"tags":[1634,3364,29,5348,30,15696,8903,383,6470],"class_list":{"0":"post-131648","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-karlsruhe","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-educateme","12":"tag-germany","13":"tag-gewaesser","14":"tag-karlsruhe","15":"tag-umwelt","16":"tag-umweltverschmutzung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114553513945567739","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=131648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131648\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/131649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=131648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=131648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=131648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}