{"id":131872,"date":"2025-05-22T23:07:13","date_gmt":"2025-05-22T23:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131872\/"},"modified":"2025-05-22T23:07:13","modified_gmt":"2025-05-22T23:07:13","slug":"moebelausstellung-im-koelner-makk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/131872\/","title":{"rendered":"M\u00f6belausstellung im K\u00f6lner Makk"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Immer wieder gab es in den vergangenen Jahrhunderten den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen und den Einfluss von aktuellen Modetrends sowie sich ver\u00e4nderte technologische und handwerkliche M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im K\u00f6lner Museum f\u00fcr angewandte Kunst, kurz Makk, sind M\u00f6bel ein wichtiger Bestand der Historischen Sammlung, die aktuell wegen der Sanierung des Geb\u00e4udes nicht als Dauerausstellung gezeigt werden kann. Etwa 2000 Objekte umfasst die M\u00f6belsammlung des Makk. In der neuen Ausstellung \u201eM\u00f6bel mit Geschichte(n)\u201c hat Kuatorin Anke Ehring 36 Exponate ausgew\u00e4hlt und dabei die M\u00f6bel mit anderen Objekten der angewandten Kunst in einen Dialog gebracht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gezeigt werden diese in der Reihe \u201eAusgew\u00e4hlt\u201c, bei der heute die dritte Schau an den Start geht. \u201eDas erm\u00f6glicht es uns als Museum, in Zeiten, in denen eine Dauerausstellung nicht m\u00f6glich ist, auch unsere eigene Sammlung neu zu lesen und neue Zug\u00e4nge dazu zu finden. Spannend sind dabei auch die Perspektiven von jungen Wissenschaftlern, die so eine Schau f\u00fcr uns kuratieren\u201d, sagt Direktorin Petra Hesse.<\/p>\n<p>Rundgang durch<br \/>sieben Themenr\u00e4ume      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Insgesamt sieben Themenr\u00e4ume k\u00f6nnen im zweiten Obergeschoss von den Besuchern bei einem Rundgang erkundet werden. Im ersten Raum stehen als \u201eMobile Kunstwerke\u201c Truhen im Fokus, die als eines der \u00e4ltesten und wichtigsten M\u00f6belst\u00fccke des vormodernen Haushalts gelten. Verwendet wurden sie als kunstvolle Hochzeitstruhe genauso wie als repr\u00e4sentative Goldtruhe oder als grotesk verzierte Prunktruhe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das gilt zum Beispiel f\u00fcr die Hochzeitstruhe aus Verona aus dem 15. Jahrhundert, die auf ihrer Frontseite eine h\u00f6fische Gesellschaft im Garten nach dem Rosenroman von Guillaume de Lorris zeigt. Aus der gleichen Zeit stammt eine vergoldete Stucktruhe aus Siena, die als Statussymbol nicht nur der Aufbewahrung wichtiger Dinge, sondern auch der Repr\u00e4sentation diente. Eine weitere Truhe aus der Toskana begeistert den Betrachter mit ihren grotesken Intarsien, wo sich Leoparden neben Eulen und riesigen Affen finden. Erg\u00e4nzt werden die Exponate mit zeitgen\u00f6ssischen Kupferstichen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unter dem Titel \u201eRaumwunder\u201c werden tragbare Schreibk\u00e4sten und Schreibkabinette gezeigt. Diese entstanden im Sp\u00e4tmittelalter vermehrt mit dem Aufschwung der Schriftkultur. Von au\u00dfen schlicht und funktional wirkt ein Schreibkasten aus Norditalien, der Ende der 15. Jahrhunderts hergestellt wurde. Wird seine Schreibklappe ge\u00f6ffnet, entfaltet der Kasten mit seinem reich verzierten Inneren eine prachtvolle Wirkung. Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts gewann die Produktion von Schreibm\u00f6bel in S\u00fcddeutschland an Bedeutung, wie ein Schreibkabinett mit Rankwerk und ornamentalen B\u00e4ndern zeigt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Blick auf Details lenkt der Bereich \u201eMotiv und Vorbild\u201c. Das gilt auch f\u00fcr ein Kabinettschr\u00e4nkchen aus dem 16. Jahrhundert. Seine Fassade wird von kleinen, geschnitzten Figuren verziert, welche die Tugenden Spes (Hoffnung) und Fides (Glaube) zeigen. Eine dritte, fehlende Figur war wohl die dritte christliche Tugend Caritas (N\u00e4chstenliebe). Zu sehen ist auf der mittleren T\u00fcr zudem ein J\u00e4ger vor einer Ruinenkulisse. Andere Objekte wie Plaketten oder ein Deckelhumpen zeigen das Thema auf und zeigen als Bildtr\u00e4ger ebenfalls verschiedene Tugenden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Raum \u201eLokal und global\u201c f\u00e4llt ein gro\u00dfer \u00dcberbauschrank aus K\u00f6ln ins Blickfeld. W\u00e4hrend im 17. Jahrhundert Krieg und Krisen das Geschehen bestimmten, blieb K\u00f6ln im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg ein Ort der Verhandlungen und konnte so seinen b\u00fcrgerlichen Wohlstand st\u00e4rken. Daf\u00fcr steht auch der \u201eEvangelisten-Schrank\u201c der Matth\u00e4us, Markus, Johannes und Lukas sowie die Muse der Musik Euterpe zeigt. Genutzt wurden diese Schr\u00e4nke gerne zum Pr\u00e4sentieren von Fayencen und edlem Geschirr. Der globale Aspekt kommt bei den M\u00f6beln durch den Ausbau des Handelsnetzes ins Spiel, der Werkstoffe wie Elfenbein nach Europa bringt, wie eine wertvolle Schmuckkassette zeigt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch andere Einfl\u00fcsse aus entfernten L\u00e4ndern spiegeln sich in den M\u00f6beln wider, wie der Raum \u201eLack und Lust\u201c unter Beweis stellt. So gelangten zum Beispiel Mitte des 16. Jahrhunderts Lackarbeiten aus Japan nach Europa. Im 18. Jahrhundert erlebte die Lackkunst dort ihre Bl\u00fctezeit. So findet sich in der Schau ein Lackk\u00e4stchen mit Chinoiserie-Landschaften. Dass es sich dabei um den europ\u00e4ischen Blick auf die chinesische Kultur handelt, zeigen Details wie eine Schaukel oder eine nicht passende Kopfbedeckung.<\/p>\n<p>Spiele hatten eine gro\u00dfe gesellschaftliche Rolle      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im vorletzten Raum stehen \u201eMusik und Spiel\u201c im Vordergrund. Zu den besonders spannenden Objekten z\u00e4hlt ein Tafelklavier aus Wien, in das ein kleinteiliges Necessaire f\u00fcr N\u00e4h-, Mal- und Toilettenzubeh\u00f6r eingearbeitet wurde. Das \u201eN\u00e4hklavier\u201c steht so auch f\u00fcr das Frauenbild des 18. Jahrhunderts, in dem die musikalische Bildung bei M\u00e4dchen und Frauen zunehmend zum guten Ton geh\u00f6rte, aber in dem auch \u201eweibliche\u201c Themen wie Sch\u00f6nheitspflege, Malen oder Handarbeit nicht vergessen wurden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ebenfalls eine gro\u00dfe gesellschaftliche Rolle hatten in dieser Zeit die Spiele. Dies zeigt ein variabler Spieltisch aus Th\u00fcringen, der durch Umklappen verschiedene Spiele wie Dame, Schach, Tricktrack oder W\u00fcrfeln erm\u00f6glicht. Zur filigranen Verzierung des aus einem F\u00fcrstenhaus stammenden Tisches gibt es in einem \u201eMusterbuch\u201c die passenden Kupferstiche zu sehen, die als Vorlagen dienten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Blick ins 20. Jahrhundert erm\u00f6glicht der Sekret\u00e4rschrank \u201eTrumeau Panoplie\u201c des italienischen K\u00fcnstlers Piero Fornasetti, der in seinen ber\u00fchmten illusionistischen, ironisch-skurrilen Entw\u00fcrfen auch Einfl\u00fcsse aus der italienischen Renaissance und des Surrealismus \u00fcbernimmt. So sind Sonnen und Musikinstrumente, aber auch ein Harlekin der Commedia dell\u2019 Arte mit Champagnerfl\u00f6te auf dem wei\u00dfen Grund zu erkennen.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"><strong class=\"font-bold dark:text-white-solid\">Service<\/strong>: Die Ausstellung \u201eM\u00f6bel mit Geschichte(n)\u201c l\u00e4uft noch bis zum 31. August im Museum f\u00fcr angewandte Kunst, An der Rechtschule. \u00d6ffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr; Eintritt: 4, erm\u00e4\u00dfigt 2 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Immer wieder gab es in den vergangenen Jahrhunderten den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen und den Einfluss von aktuellen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":131873,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[13586,48908,2076,48907,29,30,10422,12907,1420,2075,48913,4818,48914,48911,48906,13894,48909,48912,21179,2264,1209,24173,48910,21745],"class_list":{"0":"post-131872","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-sammlung","9":"tag-ausgewaehlt","10":"tag-ausstellung","11":"tag-dauerausstellung","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-gezeigt","15":"tag-jahrhundert","16":"tag-koeln","17":"tag-kunst","18":"tag-kunstvolle","19":"tag-kunstwerke","20":"tag-lack","21":"tag-lackkunst","22":"tag-makk","23":"tag-moebel","24":"tag-moebelsammlung","25":"tag-moebelstuecke","26":"tag-muse","27":"tag-museum","28":"tag-nordrhein-westfalen","29":"tag-objekte","30":"tag-schreibmoebel","31":"tag-zeigt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114554001418593929","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=131872"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131872\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/131873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=131872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=131872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=131872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}