{"id":13226,"date":"2025-04-07T14:11:11","date_gmt":"2025-04-07T14:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/13226\/"},"modified":"2025-04-07T14:11:11","modified_gmt":"2025-04-07T14:11:11","slug":"wie-waere-dortmund-auf-einen-krieg-vorbereitet-klinikum-stromnetz-und-bunker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/13226\/","title":{"rendered":"Wie w\u00e4re Dortmund auf einen Krieg vorbereitet?: Klinikum, Stromnetz und Bunker"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland soll verteidigungsf\u00e4hig werden &#8211; und muss damit auch seine Bev\u00f6lkerung sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Wie sind wichtige Akteure in Dortmund darauf vorbereitet?<\/p>\n<p>Es ist eine ernste Frage, die sich wohl kaum jemand stellen will, die sich einige Entscheidungstr\u00e4ger im Moment aber ernsthaft stellen m\u00fcssen: Wie sind wir auf den Fall eines Krieges vorbereitet? Wie gut ist insbesondere die Zivilbev\u00f6lkerung in so einem Fall gesch\u00fctzt? Das Thema des sogenannten Zivilschutzes besch\u00e4ftigt gerade die Bundesregierung. Wir haben uns bei wichtigen Akteuren in Dortmund umgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im unwahrscheinlichsten Fall, n\u00e4mlich einem Verteidigungskrieg auf deutschem Boden, m\u00fcssten f\u00fcr die Dortmunder und Dortmunderinnen sichere R\u00e4ume zur Verf\u00fcgung stehen, in denen sie sich auch vor Luftangriffen sch\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Dortmunds Boden schlummert die gr\u00f6\u00dfte Zivilschutzanlage Deutschlands: die zwischen 1941 und 1945 gebaute \u201eGro\u00dfstollenanlage\u201c. Heute ist sie als Bunker jedoch unbrauchbar \u2013 hat h\u00f6chstens historischen Wert. Eine aktuelle Anfrage zu Luftschutzr\u00e4umen in Dortmund blieb bis Redaktionsschluss (4.4., 17 Uhr) noch unbeantwortet. <a href=\"https:\/\/Sorgen um Ukraine-Krieg: Gibt es in Dortmund eigentlich noch Schutzr\u00e4ume?\">2022 hat die Stadtverwaltung jedoch auf Anfrage mitgeteilt, dass keine \u00f6ffentlichen Schutzraumpl\u00e4tze mehr vorgehalten w\u00fcrden.<\/a><\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/dortmund\/drei-dinge-die-ich-in-schytomyr-ueber-krieg-gelernt-habe-marie-ahlers-berichtet-w747455-2000841997\/\" rel=\"nofollow noopener\" aria-hidden=\"true\" tabindex=\"-1\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/630_0900_3001065_IMG_1156-160x160.jpg\"  width=\"160\" height=\"160\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\t\t<\/a><\/p>\n<p>Katastrophenplan im Klinikum<\/p>\n<p>Eine wesentliche Rolle bei jeder Art von Katastrophen spielt das Gesundheitssystem. Das Klinikum als gr\u00f6\u00dftes Krankenhaus Dortmunds teilt auf Nachfrage mit, es sei als Maximalversorger zu jeder Zeit auf gr\u00f6\u00dfere Verletztenzahlen vorbereitet. \u201eDer Umgang mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Massenanfall von Verletzten wird regelm\u00e4\u00dfig trainiert, um die Abl\u00e4ufe in den beiden Notaufnahmen der Klinikzentren in Mitte und Nord zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu festigen. Es existiert ein detaillierter Katastrophenplan. Wenn er greift, wird der gesamte Einsatz im Klinikum von einem kompetenten Krisenstab geleitet.\u201c<\/p>\n<p>Teil dieses Plans sei auch ein internes Alarmierungssystem, um Personal in allen relevanten Bereichen innerhalb k\u00fcrzester Zeit aufzustocken. Auch Vorr\u00e4te an Medikamenten, Blutkonserven und medizinischem Ger\u00e4t halte das Klinikum vor. \u201eAus Gr\u00fcnden der Sicherheitsrelevanz k\u00f6nnen wir dazu jedoch keine n\u00e4heren Angaben machen.\u201c<\/p>\n<p>Wahrscheinlicher als der Verteidigungsfall \u2013 wenn auch ebenfalls nicht unbedingt wahrscheinlich \u2013 ist ein Einsatz einer gr\u00f6\u00dferen Zahl deutscher Soldaten im NATO-Ausland, zum Beispiel auf dem Baltikum. Auch f\u00fcr die Behandlung von verletzten Soldaten k\u00f6nnten gr\u00f6\u00dfere Krankenh\u00e4user eine Rolle spielen. Die Bundeswehr unterh\u00e4lt jedoch auch eigene Krankenh\u00e4user. Das Klinikum Dortmund teilt auf unsere Anfrage mit, ihm sei f\u00fcr ein solches Szenario bislang keine Rolle zugeteilt worden.<\/p>\n<p>Stromnetze schwer zu st\u00f6ren<\/p>\n<p>Auch der Schutz kritischer Infrastruktur f\u00e4llt in den Bereich des Zivilschutzes. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Stromnetzen. Energieinfrastruktur wird in der Ukraine seit Monaten immer wieder Ziel von Angriffen.<\/p>\n<p>In Dortmund betreibt die DEW21-Tochter Donetz ein 7000 Kilometer langes Stromnetz. Hinzu kommen ein 2100 Kilometer langes Wasserleitungsnetz, ein 1900 Kilometer langes Gasnetz in Dortmund und Herdecke und 150 Kilometer Fernw\u00e4rmeleitungen. \u201eDEW21 und Donetz betreiben besondere Vorsorge f\u00fcr den Schutz ihrer Anlagen\u201c, so eine Sprecherin. Die technischen Anlagen seien mehrfach gesch\u00fctzt, sodass die Versorgung bestm\u00f6glich sichergestellt werden k\u00f6nne. Ziel sei es, in allen Netzsparten die eigene Handlungsf\u00e4higkeit organisatorisch, personell und technisch zu sichern.<\/p>\n<p>Auf der \u00fcbergeordneten Ebene setzt sich das deutsche Stromnetz aus \u00dcberlandleitungen zusammen. Sie k\u00f6nnen einzeln relativ leicht angegriffen werden. Ein Zusammenbruch des Netzes ist aber unwahrscheinlich, erkl\u00e4rt Prof. Christian Rehtanz von der TU Dortmund. \u201eEs br\u00e4uchte eine Kombination aus vielen Sabotagen an neuralgischen Punkten. Daf\u00fcr braucht man aber Expertenwissen.\u201c<\/p>\n<p>Hybride Kriegsf\u00fchrung<\/p>\n<p>Nicht nur wahrscheinlicher als ein Verteidigungskrieg, sondern bereits Realit\u00e4t, sind Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur. Insbesondere Russland bedient sich der sogenannten hybriden Kriegsf\u00fchrung. Auch f\u00fcr sie bieten Stromnetze einen Angriffspunkt.<\/p>\n<p>Leitwarten lie\u00dfen sich theoretisch auch ohne physische Zerst\u00f6rung sabotieren \u2013 durch einen Hack. \u201eDie gro\u00dfen Leitwarten sind aber in einem eigenen Kommunikationsnetz ohne Anbindung an das Internet\u201c, erkl\u00e4rt Christian Rehtanz. Schadsoftware m\u00fcsste also auf physischem Wege, zum Beispiel \u00fcber Speichermedien oder Ger\u00e4te, in eine Leitwarte gelangen. Entsprechend strenge Sicherheitsvorkehrungen sollen auch dies verhindern.<\/p>\n<p>Insgesamt sei das deutsche Stromnetz sehr sicher, betont Christian Rehtanz. \u201eDer europ\u00e4ische Stromverbund ist \u00fcberhaupt erst aufgebaut worden, um gegenseitige Sicherheit herzustellen. Die Netze sind so ausgelegt, dass immer mehrere Netze ausfallen k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr das Klinikum Dortmund habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass auch Krankenh\u00e4user durch Cyberangriffe bedroht sind. \u201eDurch das Krankenhauszukunftsgesetz wurden Gelder f\u00fcr die Erh\u00f6hung der IT-Sicherheit zur Verf\u00fcgung gestellt\u201c, so das Krankenhaus. Insbesondere gehe es darum, auf neue Angriffsarten und die zunehmende Vernetzung von Medizinger\u00e4ten zu reagieren.<\/p>\n<p>\u201eHeute werden daher zunehmend automatisierte Systeme zur Angriffserkennung eingesetzt. Auch organisatorisch wurden Ma\u00dfnahmen ergriffen, z.B. regelm\u00e4\u00dfige Schulungen der Mitarbeiter. Das Sicherheitsniveau im Klinikum Dortmund ist daher heute deutlich h\u00f6her, als es noch vor drei Jahren war.\u201c<\/p>\n<p>Jedenfalls f\u00fcr den Schutz kritischer Infrastruktur vor digitalen Angriffen aus dem Ausland werden also bereits seit Jahren Ma\u00dfnahmen ergriffen. Im Zuge der geplanten Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung d\u00fcrfte zudem auch in anderen Bereichen der Zivilschutz weiter ausgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland soll verteidigungsf\u00e4hig werden &#8211; und muss damit auch seine Bev\u00f6lkerung sch\u00fctzen k\u00f6nnen. 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