{"id":132738,"date":"2025-05-23T07:27:11","date_gmt":"2025-05-23T07:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/132738\/"},"modified":"2025-05-23T07:27:11","modified_gmt":"2025-05-23T07:27:11","slug":"berlin-mobbing-vom-schwulen-lehrer-an-schule-ein-sehr-bedenkliches-zeichen-mahnt-sarrazin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/132738\/","title":{"rendered":"Berlin: Mobbing vom schwulen Lehrer an Schule \u2013 \u201eEin sehr bedenkliches Zeichen\u201c, mahnt Sarrazin"},"content":{"rendered":"<p>Ein Berliner Lehrer outet sich als homosexuell, seitdem machen ihm laut einem Medienbericht die Sch\u00fcler der mehrheitlich von Muslimen besuchten Grundschule das Leben zur H\u00f6lle. Hilfe bekommt der 43-J\u00e4hrige kaum, derzeit ist er krankgeschrieben. Autor Thilo Sarrazin sieht ein grundlegendes Problem.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Oziel In\u00e1cio-Stech hat Mut bewiesen und das gleich mehrfach. Der 43-J\u00e4hrige ist Lehrer an einer Berliner Grundschule, derzeit aber krankgeschrieben, die Diagnose lautet: posttraumatisches Belastungssyndrom. Der Grund f\u00fcr diesen psychischen Ausnahmezustand: Oziel In\u00e1cio-Stech ist homosexuell und er hat dies im Schulumfeld publik gemacht.<\/p>\n<p>Was folgte, war ein monatelanger Leidensweg, der ihn nach eigenen Angaben fast zerbrach: homophobes Mobbing durch einige der Sch\u00fcler, dazu eine angeblich mangelnde Unterst\u00fctzung durch Eltern- und Lehrerschaft. Der Lehrer bewies ein zweites Mal Mut und machte das, was ihm passiert ist, \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>In\u00e1cio-Stech wandte sich an die Redaktion der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.sueddeutsche.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c<\/a> und erz\u00e4hlte seine Geschichte, auch, um auf das Problem schlecht integrierter Sch\u00fcler aufmerksam zu machen. Der j\u00fcngst erschienene Artikel \u2013 \u00dcberschrift <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/homosexualitaet-islamismus-berlin-e763893\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/homosexualitaet-islamismus-berlin-e763893\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eWo leben wir denn\u201c<\/a> \u2013 stie\u00df auf ein gro\u00dfes Echo. Mehrere lokale Berliner Zeitungen griffen das Thema am Dienstag auf, in den sozialen Medien wie etwa bei X machten Begebenheiten und Zitate aus dem Text die Runde.<\/p>\n<p>Zur Einordnung: Die betroffene Carl-Bolle-Grundschule (laut SZ 300 Sch\u00fcler, davon 95 Prozent mit Migrationshintergrund) liegt im Berliner Stadtteil Moabit, (85.000 Einwohner). Vor neun Jahren begann Oziel In\u00e1cio-Stech dort zu unterrichten, privat ist der geb\u00fcrtige Brasilianer, der seit 2010 in Deutschland lebt, mit einem Mann verheiratet.<\/p>\n<p>Als Konsequenz auf die grassierende Homophobie in der Sch\u00fclerschaft, die mehrheitlich muslimischen Glaubens ist, habe sich der Lehrer, so schildert es der Zeitungstext, vor einigen Jahren entschieden, seine sexuelle Orientierung und seinen Familienstand in der Schule publik zu machen. Auch, so hei\u00dft es, weil andere Lehrer und die Gewerkschaft GEW in ihren Publikationen homosexuellen Lehrkr\u00e4ften ausdr\u00fccklich dazu rieten, sich \u201enicht zu verstecken\u201c. Das tat Oziel In\u00e1cio-Stech fortan nicht mehr. Und antwortete auf die neugierigen Fragen der Kinder zu seinem Privatleben, dass er mit einem Mann verheiratet sei. <\/p>\n<p>Er sei eine \u201eSchande f\u00fcr den Islam\u201c, muss der Lehrer h\u00f6ren<\/p>\n<p>Die Reaktion auf dieses Eingest\u00e4ndnis war offenbar verheerend. Die Zeitung zitiert in ihrem Artikel \u00c4u\u00dferungen aus der Sch\u00fclerschaft. Er (In\u00e1cio-Stech, d. Red.) sei \u201eeine Familienschande\u201c, er werde \u201ein der H\u00f6lle landen\u201c, er sei \u201eeine Schande f\u00fcr den Islam\u201c. Zur Einordnung: In Berlin erstreckt sich die Grundschulzeit bis zur sechsten Klasse, die Sch\u00fcler k\u00f6nnen somit bis zu 12 oder 13 Jahre alt sein. <\/p>\n<p>Einige \u2013 wenige \u2013 Sch\u00fcler taten sich bei diesen hasserf\u00fcllten \u00c4u\u00dferungen immer wieder hervor. Ein Junge etwa habe den Lehrer auf dem Schulhof vor \u201eHunderten anderen Kindern\u201c mit den Worten beschimpft, dieser sei \u201ekein Mann\u201c und \u201eekelhaft\u201c. Weiter hie\u00df in dem Text \u00fcber einen anderen Vorfall: \u201eUnd sie treten gegen die T\u00fcr, hinter der er unterrichtet, rei\u00dfen sie auf, br\u00fcllen hinein, er sei eine Familienschande, schwul sein sei eklig.\u201c<\/p>\n<p>Der 43-J\u00e4hrige habe jedoch nicht aufgegeben, sich gewehrt, etwa, in dem er den Sch\u00fcler zur Rede stellte, der die T\u00fcr aufrissen. Die Reaktion eines Jungen sei gewesen: \u201eDu Schwuler, geh weg von hier. Der Islam ist hier der Chef.\u201c<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung von Eltern, anderen Lehrern und insbesondere der Schulleitung habe es, so hei\u00dft es in dem Artikel der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c, nicht gegeben. Auf Nachfrage der Zeitung habe sich zudem angeblich niemand offiziell \u00e4u\u00dfern wollen, auch der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/mobbing-gegen-berliner-padagogen-grundschuler-sollen-schwulen-lehrer-homofeindlich-beschimpft-haben-13731580.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner \u201eTagesspiegel\u201c <\/a>erhielt auf seine Anfragen hin keine Antwort. <\/p>\n<p>Der Lehrer signalisierte dennoch, nicht aufgeben zu wollen. Die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c schreibt \u00fcber Oziel In\u00e1cio-Stech: \u201eEr wartet jetzt erst mal auf einen Reha-Platz. Danach m\u00f6chte er wieder unterrichten, die Kinder brauchen mich doch, sagt er. Und er m\u00f6chte tolerant bleiben, m\u00f6chte \u201ajetzt nicht zum AfD-W\u00e4hler werden\u2018. Sein Traum: \u201aDass wir als P\u00e4dagogen in der Schule es schaffen, dass diese Kinder eine andere Welt entdecken.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Sarrazin sieht \u201eobjektive Tragik\u201c in dem Fall<\/p>\n<p>Fernsehsender WELT bat Autor Thilo Sarrazin um ein Interview und eine Einsch\u00e4tzung zu dem in der Zeitung reportierten Fall. Sarrazin hatte schon fr\u00fch in mittlerweile mehreren B\u00fcchern (\u201eDeutschland schafft sich ab\u201c (2010), dazu <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus253210378\/Thilo-Sarrazin-Neues-Buch-Faulheit-Dummheit-Inkompetenz-ueberall.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus253210378\/Thilo-Sarrazin-Neues-Buch-Faulheit-Dummheit-Inkompetenz-ueberall.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDeutschland auf der schiefen Bahn\u201c, 2024) <\/a>vor den Folgen einer starken Zuwanderung aus \u00fcberwiegend islamisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern gewarnt.<\/p>\n<p>Auf die Frage hin, ob er sich durch den Medienbericht best\u00e4tigt sehe, antwortete Sarrazin WELT, dass es ihm nicht um \u201eRechthaberei\u201c gehe, aber: \u201eIch f\u00fchle mich nat\u00fcrlich best\u00e4tigt, weil die Tendenzen, die wir hier sehen, sich seit vielen Jahrzehnten andeuten. Eine Gesellschaft muss eben schauen, wenn sie kulturell fremde Elemente integriert, dass sie das in einer Weise tut, die f\u00fcr alle Beteiligten vertr\u00e4glich ist. Und das ist auch eine Frage der Art von Kultur, die man integriert \u2013 und der Menge\u201c, so der 80-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend verwies er auf die Zusammensetzung der Sch\u00fclerschaft der betroffenen Schule. 95 Prozent der Sch\u00fcler h\u00e4tten laut SZ einen Migrationshintergrund, so dass, so sch\u00e4tzte Sarrazin, \u201eetwa 80 Prozent\u201c einen \u201eislamischem Religionshintergrund\u201c haben d\u00fcrften. Dort entstehe so nat\u00fcrlich ein \u201eUmfeld\u201c, in dem man sich, so Sarrazin w\u00f6rtlich, \u201esich nicht so bewegen kann wie anderswo\u201c.<\/p>\n<p>Der Fall beinhalte demnach eine gewisse \u201eobjektive Tragik\u201c. \u201eDer betroffene Lehrer hat nat\u00fcrlich jedes Recht, so zu leben, wie er m\u00f6chte, und sich auch offen dazu zu bekennen. Das ist Teil unserer Gesellschaft. Dass das hier nicht funktioniert, ist ein sehr bedenkliches Zeichen\u201c, f\u00fchrte der ehemalige SPD-Politiker und Berliner Finanzsenator weiter aus. <\/p>\n<p>\u201eMittlerweile ist die Situation in vielen Regionen und Stadtvierteln gekippt\u201c<\/p>\n<p>Was also, so die WELT-Interviewer weiter, sei denn nun zu tun, wenn Integration so offensichtlich nicht funktioniere? \u201eWir m\u00fcssen Menschen, die bei uns sind, nehmen, wie sie sind \u2013 und versuchen, sie zu beeinflussen\u201c, r\u00e4t Sarrazin daraufhin. Dies jedoch sei auch \u201eeine Frage der Menge\u201c, sprich, der Gr\u00f6\u00dfe und des Umfangs der Zuwanderung nach Deutschland.<\/p>\n<p>Als er sein Buch vor nun mehr 15 Jahren geschrieben habe, \u201ehatten wir noch andere Zahlenverh\u00e4ltnisse. Damals waren es auf dieser Schule vielleicht 40 oder 50 Prozent Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund. Mittlerweile ist die Situation in vielen Regionen und Stadtvierteln gekippt\u201c. Nun m\u00fcsse man eben, so f\u00fchrt es der studierte Volkswirt weiter aus, mit den Zust\u00e4nden leben und arbeiten, die nun mal da seien. <\/p>\n<p>Sorgen macht ihm in dem Zusammenhang auch, dass sich die Schulleitung \u201eoffenbar nicht offen hinter den Lehrer stellt, sondern sich feige wegduckt\u201c. Diese, so Sarrazin, h\u00e4tte deutlich sagen m\u00fcssen: \u201eIn unserer Gesellschaft werden bestimmte Werte gelebt.\u201c Dies jedoch offenbar nicht geschehen. \u201eWas wir hier erleben, ist ein Prozess schleichender Anpassung an Werthaltungen, die wir \u2013 die wir hier sitzen \u2013 nicht teilen und die auch gef\u00e4hrlich f\u00fcr unsere Gesellschaft sind\u201c, sagte Sarrazin weiter.<\/p>\n<p>Dies sei, so der 80-J\u00e4hrige, eine Form von \u201eOpportunismus\u201c, die ihm Sorgen mache. \u201eWenn Lehrerinnen l\u00e4ngere R\u00f6cke tragen, weil Eltern das fordern, oder wenn Lehrerinnen demn\u00e4chst mit Kopftuch unterrichten \u2013 dann wird es irgendwann so sein, dass auch die Lehrer islamisch sind. Dann haben wir in der Tat totale Parallelgesellschaften. Unsere Gesellschaft kann das nicht verkraften\u201c, lautet sein Fazit. <\/p>\n<p>krott<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Berliner Lehrer outet sich als homosexuell, seitdem machen ihm laut einem Medienbericht die Sch\u00fcler der mehrheitlich von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":132739,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[4568,1941,1939,296,1937,29,30,49173,555,49172,3312,1940,1938,110,21898,17391],"class_list":{"0":"post-132738","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-schulen","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","11":"tag-berlin","12":"tag-berlin-news","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-homophobie-ks","16":"tag-islam","17":"tag-islamismus-ks","18":"tag-muslime","19":"tag-nachrichten-aus-berlin","20":"tag-news-aus-berlin","21":"tag-newsteam","22":"tag-sarrazin","23":"tag-thilo"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114555967598204523","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=132738"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132738\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132739"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=132738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=132738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=132738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}