{"id":133068,"date":"2025-05-23T10:27:12","date_gmt":"2025-05-23T10:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/133068\/"},"modified":"2025-05-23T10:27:12","modified_gmt":"2025-05-23T10:27:12","slug":"muslima-gewinnt-gegen-selection-fitness-mit-urteil-unzufrieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/133068\/","title":{"rendered":"Muslima gewinnt gegen &#8222;Selection Fitness&#8220; \u2013 mit Urteil unzufrieden"},"content":{"rendered":"<p>Muslima gegen Selection Fitness <\/p>\n<p>Diskriminierung: &#8222;Es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich verloren&#8220;<\/p>\n<p>23.05.2025 &#8211; 12:10 UhrLesedauer: 3 Min.<\/p>\n<p><a href=\"#focus-0\" class=\"transition-colors duration-200 focus-within:text-magenta block text-current relative\" data-sctrack=\"FocusGalleryImage.Reference\"><img fetchpriority=\"high\" data-testid=\"Opener.Image\" style=\"--lqipURL:url('https:\/\/images.t-online.de\/2025\/05\/SLwv86plRJ04\/0x0:4000x2250\/fit-in\/150x0\/filters:blur(25)\/image.jpg')\"   loading=\"eager\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1747996031_564_image.jpg\" alt=\"imago images 0719799575\" title=\"imago images 0719799575\" width=\"4000\" height=\"2250\" class=\"bg-[url:var(--lqipURL)] bg-cover bg-center flex w-full max-w-full h-full\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:32;--height:32\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/zoom-in.f7dae02f.svg.svg+xml\" alt=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" title=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" class=\"&#10;        block&#10;        h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)]&#10;        w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)]&#10;        max-w-none&#10;        absolute bottom-8 right-8 rounded-4 bg-snow p-8\" decoding=\"async\"\/><\/a><\/p>\n<p>Sport im Hijab (Symbolbild): Die Aachener Fitnesskette &#8222;Selection Fitness&#8220; hat einer jungen Frau das Training im Hijab untersagt \u2013 und wurde wegen Diskriminierung belangt. (Quelle: IMAGO)<\/p>\n<p>Vorlesen<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-black bg-whitelilac rounded-8 grid items-center group py-[6px] px-8 text-12 hover:bg-magenta hover:text-whitelilac gap-8 grid-cols-[min-content_34px] hover:dark:text-salemsfur\" href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEIJQzYzeY7hM4UzfQTU6gT8qFAgKIhCCUM2M3mO4TOFM30E1OoE_?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" aria-label=\"Auf Google News folgen\">News folgen<\/a><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/sharing-menu-icon.1eb71368.svg.svg+xml\" alt=\"Teilen Menu auf machen\" title=\"Teilen Menu auf machen\" class=\"&#10;        block&#10;        h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)]&#10;        w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)]&#10;        max-w-none&#10;        group-hover:invert group-hover:grayscale group-hover:contrast-200 dark:group-hover:invert dark:contrast-200 dark:grayscale dark:invert\" decoding=\"async\"\/>Artikel teilen<\/p>\n<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Lara Seiler darf im Selection Fitness nicht mit Hijab trainieren, verklagt das Studio und gewinnt den Diskriminierungsprozess gegen das Studio. Das Urteil empfindet sie aber als bedeutungslos im Kampf gegen religi\u00f6se Ausgrenzung.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Lara Seiler ist wegen Diskriminierung gegen die Fitness-Kette &#8222;Selection-Fitness&#8220; vor Gericht gezogen \u2013 und hat gewonnen. Zufrieden ist sie damit aber nicht. &#8222;Viel zu lasch&#8220; sei das Urteil ausgefallen, sagt sie zu t-online. Und, dass sie frustriert sei. Das Urteil lautet: Selection Fitness muss Lara Seiler, die eigentlich anders hei\u00dft, wegen sogenannter &#8222;mittelbarer Diskriminierung&#8220; 1.000 Euro Entsch\u00e4digung zahlen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Gefordert hatte Seiler urspr\u00fcnglich allerdings 2.500 Euro. Die Kosten des Verfahrens \u2013 so steht es im Urteil \u2013 werden aufgeteilt. 60 Prozent der Kosten wird Seiler selbst \u00fcbernehmen m\u00fcssen, 40 Prozent der Kosten tr\u00e4gt die Fitnesskette. Seiler: &#8222;Im Endeffekt l\u00e4uft das also so: Die zahlen mir 1.000 Euro, davon gebe ich dann 700 Euro an deren Anwalt ab.&#8220; Seiler bezweifelt, dass dieses Urteil die Kette besonders trifft: &#8222;300 Euro bedeuten f\u00fcr die gar nichts und das Statement gegen Diskriminierung ist mir auch nicht deutlich genug.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/aachen\/id_100692264\/aachen-diskriminierung-im-fitnessstudio-muslima-muss-glauben-beweisen.html\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lara Seiler wollte am 21. Juni 2023 in dem Herzogenrather Fitnessstudio trainieren. Weil sie einen Sporthijab trug, wurde ihr das Training aber untersagt. &#8222;Solch ein Klientel&#8220; wolle man in dem Fitnessstudio nicht haben, hat es damals gehei\u00dfen.<\/a> Sie verlie\u00df das Studio und bekam kurz darauf eine K\u00fcndigung der Mitgliedschaft per Mail.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das Verbot des Fitnessstudios Kopft\u00fccher auf der Trainingsfl\u00e4che zu tragen, ist laut Gerichtsurteil zwar formell neutral, betreffe faktisch aber muslimische Frauen und diskriminiere diese damit. Die Kl\u00e4gerin habe vor Gericht \u00fcberzeugend dargelegt, dass sie muslimischen Glaubens ist und der Hijab aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden getragen wird, hei\u00dft es weiter.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Selection Fitness hat sich vor Gericht auf die eigene Hausordnung gest\u00fctzt, in der es hei\u00dft, dass keine Kopfbedeckungen auf der Trainingsfl\u00e4che getragen werden d\u00fcrften. Zu gro\u00df sei die &#8222;\u00dcberhitzungsgefahr&#8220;. Das Amtsgericht h\u00e4lt die Argumentation des Studios allerdings f\u00fcr unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und urteilt, dass der Eigenschutz in der Verantwortung der Trainierenden liege und der Eingriff in die Religionsfreiheit an dieser Stelle deutlich schwerer wiege. Zudem unterscheide sich das Tragen eines Sporthijabs nicht gravierend von dem Tragen anderer zugelassener Kleidungsst\u00fccke.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das Gericht zweifelt zudem daran, es gehe dem Fitnessstudio allein um die &#8222;\u00dcberhitzungsgefahr&#8220; der Trainierenden. Der Richter glaubt Lara Seiler und den Zeuginnen, dass der Trainer des Studios ihnen gesagt habe, dass man ein &#8222;ein solches Klientel hier nicht haben wolle&#8220;. F\u00fcr ihn zeigt diese Aussage, dass es dem Studio nicht um den Gesundheitsschutz der Mitglieder gehe, sondern um religi\u00f6s motivierte Ausgrenzung.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Dass die Fitnessstudiokette auch in der Vergangenheit schon wegen Diskriminierungsvorf\u00e4llen aufgefallen ist und auch rechtlich belangt wurde, wurde im Urteil erschwerend ber\u00fccksichtigt \u2013 allerdings mit Einschr\u00e4nkungen. \u00dcber die vorherigen Verurteilungen hei\u00dft es: &#8222;Sie lagen zum Zeitpunkt des hiesigen Vorfalls allerdings schon mehrere Jahre zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das Gericht erkennt also an, dass fr\u00fchere Verst\u00f6\u00dfe gegen das Antidiskriminierungsgesetz durch dasselbe Unternehmen zwar ein wiederholtes Fehlverhalten nahelegen, nennt aber auch einen relativierenden Faktor \u2013 n\u00e4mlich, dass die fr\u00fcheren Urteile aus den Jahren 2013 bis 2017 stammten. Da der aktuelle Vorfall im Jahr 2023 liegt, betrachtet das Gericht diesen Zeitraum als so lang, dass keine direkte Wiederholungsabsicht mehr angenommen werden kann. Die Verantwortungsstruktur im Unternehmen habe sich laut Aktenlage auch ver\u00e4ndert, hei\u00dft es im Urteil. (Es gibt inzwischen einen anderen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer).<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das Gericht geht in seinem Urteil insgesamt also nicht von einem systematischen oder wiederholten Verhalten des Fitnessstudios aus, sondern wertet die Diskriminierung als einzelnen Vorfall, der zwar gravierend ist, aber nicht Teil eines erkennbaren Musters. Zudem h\u00e4tte der Vorfall bei Lara Seiler zu keiner nachgewiesenen massiven oder nachhaltigen psychischen Belastung gef\u00fchrt. Aus diesen Gr\u00fcnden hat der Amtsrichter die Entsch\u00e4digung &#8222;moderat&#8220; bemessen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Warum muss Seiler aber nun den Gro\u00dfteil der Kosten \u00fcbernehmen? In Zivilprozessen gilt das Prinzip der Quotelung. Wenn Seiler 2.500 Euro verlangt, aber nur 1.000 Euro zugesprochen bekommen hat, bedeutet das, dass sie zu 40 Prozent erfolgreich, aber auch zu 60 Prozent unterlegen war. Daher werden die Verfahrenskosten entsprechend aufgeteilt. Dieses Prinzip ist rein formell. Das gesprochene Urteil schw\u00e4cht es nicht ab.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Lara Seiler sagt: &#8222;Ich habe zwar gewonnen, aber es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich verloren.&#8220; Nach einem Gespr\u00e4ch mit ihrer Anw\u00e4ltin tendiert sie gerade dazu, in Berufung zu gehen. F\u00fcr sie ist klar, dass bei Selection Fitness die Diskriminierung auf struktureller Ebene stattfindet. Das best\u00e4tigt f\u00fcr sie die Aussage einer Zeugin, die in dem Urteil nicht vorkommt. Unabh\u00e4ngig von Seilers Fall, habe auch ihr bereits ein Trainer mitgeteilt, dass man im Selection Fitness keine &#8222;vermummten Frauen&#8220; sehen wolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Muslima gegen Selection Fitness Diskriminierung: &#8222;Es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich verloren&#8220; 23.05.2025 &#8211; 12:10 UhrLesedauer: 3&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":133069,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,1601,3364,29,2650,49220,548,663,3934,49221,29992,30,13,29990,14,15,1209,12,29991],"class_list":{"0":"post-133068","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-amtsgericht","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-diskriminierung","13":"tag-diskriminierungsprozess","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europe","17":"tag-fitnesskette","18":"tag-fitnessstudio","19":"tag-germany","20":"tag-headlines","21":"tag-lara-seiler","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-nordrhein-westfalen","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-selection"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114556675400410633","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133068"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133068\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/133069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=133068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=133068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}