{"id":133163,"date":"2025-05-23T11:22:13","date_gmt":"2025-05-23T11:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/133163\/"},"modified":"2025-05-23T11:22:13","modified_gmt":"2025-05-23T11:22:13","slug":"toedliche-gefahr-fuer-igel-was-muenchen-gegen-maehroboter-tun-will-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/133163\/","title":{"rendered":"T\u00f6dliche Gefahr f\u00fcr Igel: Was M\u00fcnchen gegen M\u00e4hroboter tun will &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Igel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Igel<\/a> ist in Gefahr. Fast alle Fraktionen im M\u00fcnchner Stadtrat w\u00fcnschen sich, dass zu seinem Schutz ein Nachtfahrverbot erlassen wird \u2013 nicht f\u00fcr Autos, sondern f\u00fcr M\u00e4hroboter. Diese automatischen, kleinen Rasenm\u00e4her sind nach \u00dcberzeugung von Experten mit schuld daran, dass die Zahl der Igel in der Stadt abnimmt. Sie t\u00f6ten demnach die Tiere oft direkt oder verletzen sie so schwer, dass sie qualvoll sterben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dem Wunsch einer ganz gro\u00dfen Nachtfahrverbots-Koalition aus Gr\u00fcnen, Rosa Liste, Volt, SPD, CSU, Freie W\u00e4hler, \u00d6DP und M\u00fcnchen Liste aber steht die Meinung des Klima- und Umweltschutzreferats (RKU) entgegen: Von einem Nachtfahrverbot sei abzuraten. \u201eNach vertiefter rechtlicher Pr\u00fcfung bestehen erhebliche rechtliche Bedenken.\u201c Der Klimaausschuss hat dies akzeptiert und setzt nun auf \u00dcberzeugungsarbeit: Die Besitzer von M\u00e4hrobotern sollen die Ger\u00e4te bitte freiwillig nachts au\u00dfer Betrieb nehmen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Was das Umweltreferat dem Stadtrat vorgelegt hat, ist nicht ganz frei von inneren Widerspr\u00fcchen. In diversen Rechtsgebieten haben die Fachleute gepr\u00fcft, ob sich eine Grundlage f\u00fcr ein kommunales Nachtfahrverbot finden lasse. Theoretisch sei der Erlass einer Allgemeinverf\u00fcgung m\u00f6glich, auf Basis des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Es sei auch \u201eunbestritten\u201c, so das Referat, dass Kollisionen von M\u00e4hrobotern mit Igeln vork\u00e4men, weil die Tiere bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen und auf ihre Stacheln verlassen. Gegen die Messer eines Rasenm\u00e4hers haben sie aber wenig Chancen. Zudem verweist das Umweltreferat auf einen Bericht der Stiftung Warentest, wonach M\u00e4hroboter alle Gegenst\u00e4nde und Lebewesen \u00fcberfahren, die zu klein seien, um von ihnen erkannt zu werden; neben Igeln seien auch andere d\u00e4mmerungs- und nachtaktive Kleintiere Opfer. Darin sehen die RKU-Fachleute eine \u201eabstrakte Gefahr\u201c f\u00fcr die Tiere.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Allerdings br\u00e4uchte es f\u00fcr den Erlass einer Allgemeinverf\u00fcgung f\u00fcr ein Nachtfahrverbot eine \u201ekonkrete Gefahr\u201c. Und diese k\u00f6nne \u201enicht genauer quantifiziert werden\u201c, denn niemand kenne die Zahl der \u201ebetroffenen Igel\u201c, also der verletzten und get\u00f6teten Tiere. Eine Erfassung w\u00e4re laut Umweltreferat schwierig, \u201eda verletzte Tiere wom\u00f6glich in Verstecken verenden\u201c, und ein M\u00e4hroboterbesitzer w\u00fcrde kaum von sich aus einer Beh\u00f6rde melden, wenn sein Ger\u00e4t einen Igel erwischt hat. Weil also die \u201eDatenlage\u201c keine konkrete Gefahr f\u00fcr Igel belege, rate man aus juristischen Gr\u00fcnden von einem kommunalen Nachtfahrverbot f\u00fcr M\u00e4hroboter ab. Auch wenn die Stadt K\u00f6ln ein solches Verbot bereits erlassen habe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zudem argumentiert das RKU auch damit, dass ein Verbot \u201ekaum bis nicht vollziehbar\u201c w\u00e4re: Wer sollte n\u00e4chtens in all den M\u00fcnchner G\u00e4rten kontrollieren, ob ein M\u00e4hroboter auf t\u00f6dlicher Fahrt ist? Zugleich aber pl\u00e4diert das Referat daf\u00fcr, dass sich der Oberb\u00fcrgermeister auf Bundesebene f\u00fcr ein Nachtfahrverbot einsetzen soll: Der Bundesgesetzgeber k\u00f6nnte dies auf Basis des Bundesnaturschutzgesetzes regeln. Wer aber sollte dann ein Bundesnachtfahrverbot kontrollieren und durchsetzen? Dazu \u00e4u\u00dfert sich das RKU nicht in seiner Vorlage. Auf SZ-Nachfrage erg\u00e4nzt das Referat, dass auch \u201eviele andere Vorschriften\u201c nicht oder kaum durchgesetzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Aber sind die zw\u00f6lf Seiten juristische Erw\u00e4gungen, wie man ein Nachtfahrverbot wasserdicht umsetzen k\u00f6nnte, \u00fcberhaupt n\u00f6tig? Schlie\u00dflich gilt ein Nachtfahrverbot f\u00fcr M\u00e4hroboter schon l\u00e4ngst. Zwischen 20 Uhr abends und acht Uhr morgens d\u00fcrfen die Ger\u00e4te nicht aktiv sein. Weil sie zu laut seien, greife die st\u00e4dtische Hausarbeits- und Musikl\u00e4rmverordnung, kurz HMV. Die ziele auf Basis des Immissionsschutzrechts zwar auf den Schutz der Menschen vor zu viel Krach, aber \u201ezumindest mittelbar\u201c helfe sie auch Tieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das Fazit aus Beschlussvorlage und kurzer Diskussion im Klimaausschuss also: Ein kommunales Nachtfahrverbot f\u00fcr M\u00e4hroboter zum Schutz von Igeln sei nicht m\u00f6glich, dabei existiert es bereits \u2013 zum Schutz der Menschen. Trotzdem solle sich der Oberb\u00fcrgermeister in Berlin f\u00fcr ein Bundesnachtfahrverbot einsetzen. Durchsetzen aber lasse sich ein solches Verbot, zumindest in M\u00fcnchen, praktisch nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Und jetzt? Das RKU empfiehlt \u201eAufkl\u00e4rungs- und Informationsarbeit\u201c: Die M\u00e4hrobotereigner sollten \u00fcberzeugt werden, ihre Ger\u00e4te nachts freiwillig einzusperren. Wie die Wirksamkeit dessen zum Igelschutz \u00fcberpr\u00fcft werden soll, schreibt das Referat nicht. Der Stadtrat wiederum findet das alles gut, will aber mehr: Die Verwaltung solle die B\u00fcrger darauf hinweisen, dass ein Nachtfahrverbot f\u00fcr M\u00e4hroboter bereits existiere. Und \u00fcberhaupt, dass das Bayerische Naturschutzgesetz auch jetzt schon verbiete, Tiere mit elektrischen Ger\u00e4ten zu t\u00f6ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Igel ist in Gefahr. 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