{"id":134446,"date":"2025-05-23T22:50:19","date_gmt":"2025-05-23T22:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/134446\/"},"modified":"2025-05-23T22:50:19","modified_gmt":"2025-05-23T22:50:19","slug":"zoelle-deal-zwischen-usa-und-grossbritannien-handelsabkommen-unter-trump-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/134446\/","title":{"rendered":"Z\u00f6lle-Deal zwischen USA und Gro\u00dfbritannien: Handelsabkommen unter Trump &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Keir Starmer kann vieles nicht so gut. Zum Beispiel schafft er es intern nicht, den Briten zu beweisen, dass seine Labour-Partei das Vereinigte K\u00f6nigreich aus der Krise f\u00fchren kann. Auch hat er extern die EU bisher nicht wirklich davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass man sich nach der Brexit-K\u00e4lte wieder f\u00fcreinander erw\u00e4rmen will. Und letztens hat er auf dem Fu\u00dfballplatz auch noch einen Elfmeter verschossen. Aber eines kann der Premierminister offenbar so gut wie kaum ein anderer Politiker dieser Welt: mit Donald Trump umgehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein \u201egewaltiges Handelsabkommen mit Vertretern eines gro\u00dfen und hoch angesehenen Landes. Das erste von vielen\u201c k\u00fcndigte der US-Pr\u00e4sident in der Nacht auf Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social an, in Gro\u00dfbuchstaben und mit drei Ausrufezeichen versehen. Sp\u00e4ter l\u00f6ste er das R\u00e4tsel selbst: Durch die \u201evolle und umfassende\u201c Handelsvereinbarung w\u00fcrden die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten K\u00f6nigreich f\u00fcr viele Jahre gefestigt, schrieb er. Damit ist Starmer der erste Staatschef, der Trump zu einem signifikanten Deal im globalen Zoll-Wahnsinn bewegen konnte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zur Erinnerung: Nahezu die ganze Welt \u00e4chzt unter den Zoll-Beschl\u00fcssen, die der US-Pr\u00e4sident gnaden- bis wahllos seit Amtsantritt verk\u00fcndet hat. Starmer war es da mit seiner ruhigen, bedachten Art, die weder mehrfache Ausrufezeichen noch Gro\u00dfbuchstabengebr\u00fcll kennt, bereits gelungen, in manchen Punkten glimpflicher als etwa die EU davonzukommen: Den Briten wurde bei der Einfuhr ihrer Produkte in die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> nur ein Basiszollsatz von zehn Prozent aufgehalst, der EU hingegen 20 Prozent.<\/p>\n<p>Die Handelsbilanz mit den USA ist in etwa ausgeglichen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die universellen 25 Prozent auf Stahl- und Aluminium sowie auf Autos und Autoteile konnten hingegen nicht mal die Briten bislang umgehen. Vor allem die Autobranche litt unter der Ma\u00dfnahme, importieren die Amerikaner doch britische W\u00e4gen im Wert von immerhin neun Milliarden Pfund im Jahr. Allein die Firma Jaguar Land Rover verkaufte 100 000 Autos im Jahr in die USA. Nach der Zollank\u00fcndigung stoppte der Konzern den Export dorthin kurzzeitig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Laut der neuen Vereinbarung nun soll der Zollsatz f\u00fcr eine Quote von 100 000 britischen Fahrzeugen auf zehn Prozent reduziert werden. Flugzeugteile von Triebwerkshersteller Rolls-Royce sollen gar zollfrei in die USA eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Im Gegenzug werde <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gro%C3%9Fbritannien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfbritannien<\/a> Flugzeuge von Boeing im Wert von umgerechnet neun Milliarden Euro importieren. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Z%C3%B6lle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Z\u00f6lle<\/a> auf britischen Stahl und Aluminium sollen komplett aufgehoben werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gro\u00dfbritannien senkt seine Z\u00f6lle f\u00fcr US-Waren von 5,1 Prozent auf 1,8. Fleischexporte aus den USA nach Gro\u00dfbritannien sollen zunehmen \u2013 ohne dass die Lebensmittelsicherheit angetastet werde, Stichwort Chlorh\u00fchnchen. Und auch wenn der grunds\u00e4tzliche Zehn-Prozent-Zoll auf die meisten Waren aus Gro\u00dfbritannien bleibt, sprach Starmer am Donnerstagabend von einem \u201efantastischen, historischen Tag\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Deal ist der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt einer besonderen Behandlung, die Trump den Briten zuteilwerden lie\u00df. Geholfen hat ihnen dabei, dass sich das Vereinigte K\u00f6nigreich nach einer schmerzhaften Deindustrialisierung zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat und heute gar nicht mehr so arg viele Waren zu exportieren hat. So betrug das Handelsvolumen mit den USA vergangenen Jahr umgerechnet rund 370 Milliarden Euro. Bei mehr als zwei Drittel der britischen Exporte handelte es sich aber um Dienstleistungen, die von Z\u00f6llen nicht betroffen sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Handelsbilanz mit den USA ist, was Waren betrifft, in etwa ausgeglichen. Laut dem Office for National Statistics exportierten die Briten vergangenes Jahr Produkte im Wert von 59\u202fMilliarden\u202fPfund in die USA und importierten von dort Waren im Wert von 57 Milliarden\u202fPfund. Damit z\u00e4hlen sie nicht zu den Hauptzielen der USA, die mit ihrer j\u00fcngsten Wirtschaftspolitik vor allem L\u00e4nder und Regionen adressieren, mit denen sie ein Handelsdefizit haben. Zu denen geh\u00f6rt etwa die EU. Und da kommt den Briten ausnahmsweise mal der Brexit zupass \u2013 sie m\u00fcssen nicht mehr mitmachen bei der Zoll-Revanche der EU. Trump freut\u2019s. Und dass er in die Royals vernarrt ist, gilt als zus\u00e4tzlich f\u00f6rderlich f\u00fcr die Beziehungspflege in dieser special relationship der beiden L\u00e4nder.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Welche konkreten Folgen das Abkommen f\u00fcr Starmers innenpolitisches Profil und f\u00fcr das wirtschaftliche Verh\u00e4ltnis der Briten und der EU haben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass der Deal schon der zweite innerhalb weniger Tage ist, den der Premierminister verk\u00fcnden kann. Ein verbindlicheres Abkommen mit Indien wird es britischen Unternehmen erleichtern, etwa Whiskey und auch Autos in das s\u00fcdasiatische Land zu exportieren. Im Gegenzug wurden Einfuhrsteuern auf indische Bekleidung und Schuhe gesenkt. Auch soll es finanzielle Erleichterungen f\u00fcr Mitarbeiter indischer und britischer Unternehmen geben, die vor\u00fcbergehend in das jeweils andere Land versetzt werden. Premierminister Keir Starmer sagte am Dienstag, das Abkommen werde die Wirtschaft ankurbeln, sein indischer Kollege, Narendra Modi, bezeichnete es als historischen Meilenstein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zwei Handelsvereinbarungen, die Bank of England senkt den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 4,25 Prozent, nebenbei die pomp\u00f6sen Feierlichkeiten zu 80 Jahren Kriegende am Donnerstag \u2013 das klingt nach einer schillernden Woche f\u00fcr den nicht immer gl\u00fccklichen Politiker Starmer. Nur dass Arsenal London am Mittwoch in der Champions League ausgeschieden ist, d\u00fcrfte den Fu\u00dfballfan Starmer zumindest innerlich schimpfen lassen. Wenn auch nur in Kleinbuchstaben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Keir Starmer kann vieles nicht so gut. Zum Beispiel schafft er es intern nicht, den Briten zu beweisen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":134447,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,147,551,3986,945,7177,13,5554,148,14,15,1554,12,149,3992,3993,3994,64,3995,3996,3997,55,211],"class_list":{"0":"post-134446","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-grossbritannien","12":"tag-handel","13":"tag-handelskrieg","14":"tag-handelspolitik","15":"tag-headlines","16":"tag-keir-starmer","17":"tag-leserdiskussion","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-oekonomie","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-sueddeutsche-zeitung","23":"tag-uk","24":"tag-united-kingdom","25":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","26":"tag-usa","27":"tag-vereinigtes-koenigreich","28":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","29":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","30":"tag-wirtschaft","31":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/134446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=134446"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/134446\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/134447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=134446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=134446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=134446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}