{"id":134455,"date":"2025-05-23T22:56:10","date_gmt":"2025-05-23T22:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/134455\/"},"modified":"2025-05-23T22:56:10","modified_gmt":"2025-05-23T22:56:10","slug":"messerattacken-in-deutschland-kontrollverlust-am-bahnhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/134455\/","title":{"rendered":"Messerattacken in Deutschland: Kontrollverlust am Bahnhof"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/shutterstock_1752732791-8f9c5e13e52eb7c4.jpeg\"  width=\"5472\" height=\"3075\"  alt=\"Blutiges Messer auf Steinboden, daneben eine Zahl der Spurensicherung\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\"><a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/material-evidence-number-1-crime-scene-1752732791\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Bild<\/a>: Victoria Bee\/ Shutterstock.com<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Messerattacken ersch\u00fcttern Deutschland, zuletzt am Freitag in Hamburg. Die Angst w\u00e4chst, der Ruf nach L\u00f6sungen wird lauter. Doch welche Ma\u00dfnahmen greifen? (Leserdebatte)<\/p>\n<p>Es sind Szenen des Schreckens, die sich am Freitagabend am Hamburger Hauptbahnhof abspielen. Gegen 18 Uhr z\u00fcckt eine Frau auf dem vollbesetzten Bahnsteig zwischen Gleis 13 und 14 pl\u00f6tzlich ein Messer und sticht wahllos auf Reisende ein.<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe Schreie geh\u00f6rt, dann sind die Leute nur noch gerannt&#8220;, berichtet eine schockierte Augenzeugin sp\u00e4ter. Auf dem Bahnsteig spielen sich dramatische Szenen ab, Menschen werfen sich zu Boden oder fliehen in Panik. Mutige Passagiere st\u00fcrzen sich schlie\u00dflich auf die Angreiferin und \u00fcberw\u00e4ltigen sie.<\/p>\n<p>18 Menschen werden bei dem Angriff verletzt, sechs davon schwer, vier sogar lebensgef\u00e4hrlich. Die Einsatzkr\u00e4fte sind mit einem Gro\u00dfaufgebot vor Ort, der Bahnhof wird teilweise gesperrt. Die Polizei nimmt die T\u00e4terin, eine 39-j\u00e4hrige Deutsche, fest. Sie habe widerstandslos aufgegeben, hei\u00dft es. Hinweise auf ein politisches Motiv gibt es nicht, die Frau habe wohl unter psychischen Problemen gelitten.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Doch so singul\u00e4r die Tat auf den ersten Blick erscheint: Tats\u00e4chlich reiht sie sich ein in eine ganze Serie von Messerangriffen, die Deutschland in den letzten Monaten heimgesucht haben. Da ist der Fall von Aschaffenburg im Januar, als ein 28-j\u00e4hriger Afghane in einem Park ein Kleinkind und dessen Betreuer ersticht und drei weitere Menschen schwer verletzt. Auch er war psychisch krank, offenbar schuldunf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Immer wieder neue F\u00e4lle von Messerattacken<\/p>\n<p>Oder die Attacke in einer M\u00fcnchner U-Bahn-Station im M\u00e4rz: Ein Mann verletzt drei Passanten mit einem Messer, einen davon schwer. Die Polizei schlie\u00dft ein terroristisches Motiv aus, spricht von einem psychisch labilen Einzelt\u00e4ter. Nur Tage sp\u00e4ter ein \u00e4hnlicher Fall in einer Hamburger S-Bahn: Zwei Menschen werden bei einem Messerangriff schwer verletzt, die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Mitte Mai dann schockiert der Fall eines 13-j\u00e4hrigen Sch\u00fclers in Berlin die \u00d6ffentlichkeit. Er sticht in seiner Schule mit einem Messer auf einen Mitsch\u00fcler ein, lebensgef\u00e4hrlich. Die Hintergr\u00fcnde: unklar. Es sind Taten, die fassungslos machen in ihrer brutalen Sinnlosigkeit. Und es sind Taten, die Gesellschaft und Politik zunehmend unter Handlungsdruck setzen.<\/p>\n<p>Die Vorg\u00e4ngerregierung von Olaf Scholz reagierte auf die Gewaltwelle mit gezielten Gesetzesversch\u00e4rfungen. Nach dem Attentat von Solingen beschloss die Ampelkoalition ein Ma\u00dfnahmenpaket: sch\u00e4rfere Waffengesetze, Messerverbote auf Volksfesten und Gro\u00dfveranstaltungen, mehr Befugnisse f\u00fcr Ermittler im Kampf gegen Islamismismus.<\/p>\n<p>Scholz warnte bis zuletzt vor Panikmache<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnte Scholz vor Panikmache und gesellschaftlicher Spaltung. Integration und Pr\u00e4vention seien ebenso wichtig wie Repression. Der Union warf er vor, wichtige Sicherheitsgesetze aus parteitaktischen Gr\u00fcnden zu blockieren.<\/p>\n<p>Unter Friedrich Merz: h\u00e4rterer Kurs<\/p>\n<p>Unter der neuen Regierung von Friedrich Merz k\u00fcndigt sich nun ein h\u00e4rterer Kurswechsel an. Der CDU-Kanzler sieht in den eskalierenden Messerattacken das Symptom jahrelanger Vers\u00e4umnisse in der Asyl- und Migrationspolitik. &#8222;Wir haben viel zu lange weggeschaut und uns in Illusionen gewiegt&#8220;, wetterte Merz nach der j\u00fcngsten Gewalttat in Hamburg. Es herrsche eine &#8222;Kultur der Vertuschung und Verharmlosung&#8220;.<\/p>\n<p>Merz hatte Scholz immer wieder kritisiert<\/p>\n<p>Merz, der die Scholz-Regierung als Oppositionsf\u00fchrer immer wieder f\u00fcr einen laschen Umgang mit Kriminalit\u00e4t von Zuwanderern kritisiert hatte, will nun durchgreifen. Er fordert eine massive Versch\u00e4rfung des Asylrechts bis hin zu einem Einreiseverbot f\u00fcr Menschen ohne Papiere. Ausreisepflichtige Straft\u00e4ter sollen konsequent abgeschoben, Abschiebehaft und Grenzkontrollen ausgeweitet werden. &#8222;Unser Staat muss wehrhaft sein gegen diejenigen, die Schutz suchen, aber Gewalt s\u00e4en&#8220;, so Merz.<\/p>\n<p>Tat in Hamburg Ergebnis der Politik der vergangenen Jahre?<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn ist auch die j\u00fcngste Bluttat am Hamburger Hauptbahnhof Beleg f\u00fcr eine &#8222;fatale Entwicklung&#8220; der letzten Jahre. Obwohl es im konkreten Fall bislang keine Hinweise auf einen Migrationshintergrund oder islamistische Motive gibt, sieht Merz ein &#8222;allgemeines Klima der Verrohung und Desintegration&#8220;, dem man &#8222;mit der ganzen H\u00e4rte des Rechtsstaats&#8220; begegnen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Der Kurswechsel der Bundesregierung d\u00fcrfte die Debatte um Sicherheit und Migration in den kommenden Monaten befeuern. W\u00e4hrend die Scholz-Regierung noch auf punktuelle Versch\u00e4rfungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzte, fordert Merz eine grunds\u00e4tzliche Abkehr von der bisherigen Asylpolitik. Kritiker warnen, dass eine Rhetorik der H\u00e4rte und Abschottung die Spaltung der Gesellschaft nur weiter vorantreiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eskalierende Messergewalt schafft ein Dilemma<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich stellt die eskalierende Messergewalt die Politik vor ein Dilemma. Denn so schockierend die Einzelf\u00e4lle sind: Ein klares Muster ist kaum zu erkennen. Neben T\u00e4tern mit Migrationshintergrund und islamistischen Motiven stehen psychisch kranke Einzelt\u00e4ter ohne erkennbare politische Agenda. Oft scheint blanker Wahn, nicht kalte Berechnung hinter der Gewalt zu stecken.<\/p>\n<p>Umso wichtiger werden Konzepte, die \u00fcber blo\u00dfe Repression hinausgehen: bessere Integration und psychologische Betreuung, entschlossene Pr\u00e4vention und Deradikalisierung. Auch die Sicherheitsarchitektur und Einsatztaktik bei Angriffen im \u00f6ffentlichen Raum stehen auf dem Pr\u00fcfstand. Wachpolizei und Sicherheitspersonal an Bahnh\u00f6fen sollen aufgestockt werden.<\/p>\n<p>Recht auf schnelle Antworten und besseren Schutz<\/p>\n<p>Doch all das wird Zeit brauchen. Die Opfer der Gewalt haben ein Recht auf schnelle Antworten und konsequenten Schutz. Der Staat muss in der Lage sein, seinen B\u00fcrgern die Gewissheit zu geben, dass sie sicher sind in Bahnen und auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen. Sonst droht die Stimmung weiter zu kippen.<\/p>\n<p>Die Gefahr einer Gewaltspirale, befeuert von Angst, Misstrauen und Populismus, ist real. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Politik und Gesellschaft einen k\u00fchlen Kopf bewahren. Pauschale Schuldzuweisungen und reflexhafte Forderungen nach Grenzschlie\u00dfungen werden ebenso wenig helfen wie das Herunterspielen eklatanter Integrationsprobleme.<\/p>\n<p>Es braucht entschlossenes, aber besonnenes Handeln. Eine klare Benennung der Probleme, aber auch differenzierte L\u00f6sungen. Vor allem aber braucht es einen gesellschaftlichen Grundkonsens, der auch in aufgeheizten Zeiten tr\u00e4gt: Null Toleranz f\u00fcr Gewalt \u2013 aber auch null Toleranz f\u00fcr Hetze und Ausgrenzung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bild: Victoria Bee\/ Shutterstock.com Messerattacken ersch\u00fcttern Deutschland, zuletzt am Freitag in Hamburg. 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