{"id":135024,"date":"2025-05-24T04:16:11","date_gmt":"2025-05-24T04:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135024\/"},"modified":"2025-05-24T04:16:11","modified_gmt":"2025-05-24T04:16:11","slug":"als-pippi-nach-deutschland-kam-eine-besondere-liebesgeschichte-ndr-de-kultur-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135024\/","title":{"rendered":"&#8222;Als Pippi nach Deutschland kam&#8220;: Eine besondere Liebesgeschichte | NDR.de &#8211; Kultur &#8211; Buch"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 24.05.2025 06:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Der Deutsch-Schwede Micke Bayart erz\u00e4hlt in seinem Buch &#8222;Als Pippi nach Deutschland kam&#8220; von der besonderen Beziehung, die wir hierzulande zu diesem rothaarigen Wunderwesen haben.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Severine Naeve<\/p>\n<p>Jahrzehnte bevor &#8222;Empowerment&#8220; zu einem Schlagwort wurde, hat Pippi Langstrumpf es allen gezeigt: Seit das erste Buch mit ihren Abenteuern vor 80 Jahren erschienen ist, hat sie alle Regeln gebrochen, die jemals f\u00fcr kleine M\u00e4dchen galten.\u00a0Mit ihren frechen Spr\u00fcchen, ihrem Mut und ihrem einzigartigen Humor wurde Pippi zu einem Symbol f\u00fcr Kinderrechte und Gleichberechtigung. Und das ganz besonders in Deutschland. Denn in keinem anderen Land haben sich Astrid Lindgrens Pippi-Geschichten so gut verkauft.<\/p>\n<p>&#8222;Es hat auch mit der Geschichte zu tun, warum Pippi eine wahre Ikone ist&#8220;, erkl\u00e4rt Autor Micke Bayart. &#8222;Sie ist damals in der Nachkriegszeit mit frischem Wind durch die &#8218;grauen&#8216; Kinderstuben gefegt und hat Farbe reingebracht. (\u2026) Gleichzeitig war sie auch eine super Demokratiehilfe, weil sie eine Person ist, die stark ist, aber ihre Macht im guten Sinne anwendet. Das hat auch eine ganz wichtige Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg gehabt. Und sie ist auch zeitlos, weil sie f\u00fcr Freiheit, f\u00fcr Mut und Selbstbestimmung eintritt.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pippi142_v-contentgross.jpg\" alt=\"Pippi Langstrumpf mit dem Affen Herr Nilson auf der Schulter. \u00a9 dpa picture alliance \" title=\"Pippi Langstrumpf mit dem Affen Herr Nilson auf der Schulter.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nGerechtigkeit und Mitgef\u00fchl leiten Pippis Handeln &#8211; ein unangepasstes Vorbild bis heute. Vor 80 Jahren erschien das Buch in Schweden.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Pippi Langstrumpf wird 80: Warum wir sie bis heute brauchen\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/tipps\/Pippi-Langstrumpf-wird-80-Warum-wir-sie-bis-heute-noch-brauchen,pippilangstrumpf206.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Ganz Westdeutschland verliebt in Pippi<\/p>\n<p>Man erf\u00e4hrt viel \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zwischen Astrid Lindgren und dem Hamburger Verleger Friedrich Oetinger, der mit der Ver\u00f6ffentlichung von Pippis Geschichten den Grundstein f\u00fcr deren Erfolgsgeschichte in Deutschland gelegt hat. F\u00fcnf deutsche Verlage hatten Lindgrens Manuskripte zuvor abgelehnt. Micke Bayart zitiert Astrid Lindgrens Beschreibung ihrer ersten Begegnung mit Oetinger:<\/p>\n<p class=\"quote\">\n&#8222;Ein deutscher Verleger wollte mich gerne sprechen (&#8230;) und ich wartete neugierig. Herein trat ein bescheidener Herr, ein sanftm\u00fctig blickender, freundlich l\u00e4chelnder Mann. Nach einem erfolgreichen Verleger sah er nicht gerade aus. Er war in der Tat recht d\u00fcrftig gekleidet, aber w\u00e4hrend dieser ersten Nachkriegsjahre war es wohl in Deutschland nicht so leicht, elegant gekleidet zu sein.&#8220;<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Es entstand eine innige Freundschaft zwischen Lindgren und der Familie Oetinger, die Micke Bayart mit vielen Anekdoten ausschm\u00fcckt. Dank der Oetingers war also ganz Westdeutschland verliebt in Pippi.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pippi140_v-contentgross.jpg\" alt=\"Szenenbild aus dem Film &quot;Pippi in Taka-Tuka-Land&quot;: Pippi Langstrumpf mit roten Z\u00f6pfen und Sommersprossen isst Spaghetti und schneidet sie sich mit einer Schere ab. \u00a9 picture alliance \/ Nord Art\/AF Archive\/Mary Evans | AF Archive \" title=\"Szenenbild aus dem Film &quot;Pippi in Taka-Tuka-Land&quot;: Pippi Langstrumpf mit roten Z\u00f6pfen und Sommersprossen isst Spaghetti und schneidet sie sich mit einer Schere ab.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nKinderbuchautorin Sonja Eismann spricht im Interview dar\u00fcber, inwiefern die unangepasste Heldin noch Vorbild sein kann.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Pippi Langstrumpf: Bossbabe, Punk und Feministin - aber auch zeitgem\u00e4\u00df?\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Pippi-Langstrumpf-Bossbabe-Punk-und-Feministin-aber-auch-zeitgemaess,sonjaeismann100.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>&#8222;Pippi in Taka-Tuka-Land&#8220; zu stereotyp f\u00fcr die DDR<\/p>\n<p>Aber auch in der DDR sollten ihre Geschichten schlie\u00dflich ver\u00f6ffentlicht werden, so Micke Bayart: &#8222;Astrid Lindgren hat schon immer den Wunsch gehabt, dass Pippi auch in Ostdeutschland erscheinen sollte. (\u2026) Sie hat sich aber auch stark in die Arbeit mit eingebracht. (&#8230;) Letztendlich wurden nur die ersten zwei B\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht und &#8218;Pippi in Taka-Tuka-Land&#8216; \u00fcberhaupt nicht. Ich habe herausgefunden, dass damals die DDR gesagt hat: Dieses Wort (&#8230;) werden wir so nicht \u00fcbersetzen. Da war der Osten dem Westen voraus.&#8220; Es geht um das N-Wort, dessem Rausstreichen Astrid Lindgren f\u00fcr die DDR-Ausgaben schlie\u00dflich zugestimmt hat.<\/p>\n<p>Micke Bayart ver\u00f6ffentlicht Schriftwechsel, die das Ringen des Ostberliner Kinderbuchverlages mit Astrid Lindgren dokumentieren. Das Buch &#8222;Pippi in Taka-Tuka-Land&#8220; wurde in der DDR schlie\u00dflich gar nicht ver\u00f6ffentlicht, da man die ganze Geschichte f\u00fcr zu stereotyp hielt. So hei\u00dft es in einem Verlagsgutachten von 1974:<\/p>\n<p class=\"quote\">\n&#8222;Wir \u00fcbernehmen nicht alle drei Pippi-B\u00fccher. Unsere \u00c4nderungsw\u00fcnsche sind von der Autorin nur zur H\u00e4lfte akzeptiert worden. (\u2026) Das ist leise zu bedauern. Trotzdem &#8211; die Taka-Tuka-Land-Geschichte ist so wenig vertretbar, dass dieser Verzicht daf\u00fcr steht. Unsere Positionen zu afrikanischen Nationen sind mit dieser b\u00fcrgerlich-spie\u00dfigen Interpretation nicht vereinbar.&#8220;<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Ein freches M\u00e4dchen als reales Vorbild f\u00fcr Pippi<\/p>\n<p>Neben diesen politischen Aspekten der Pippi-Langstrumpf-Abenteuer erz\u00e4hlt Micke Bayart viel \u00fcber Pippis Entstehungsgeschichte und interviewt zahlreiche Wegbegleiterinnen. So auch Sonja Melin, die Astrid Lindgren als optisches Vorbild f\u00fcr ihre Pippi diente. Sie war eine Freundin von Lindgrens Tochter Karin und war auf einem Kindergeburtstag im Jahr 1941 so aufgedreht, frech und fr\u00f6hlich, dass die Autorin dachte: Das hier ist meine Pippi.<\/p>\n<p>Auf einem Foto im Buch umarmt Lindgren die erwachsene Sonja Melin an deren Obststand auf dem Markt in Stockholm, wo sie zeitlebens gearbeitet hat. Die \u00c4hnlichkeit mit Pippi ist unverkennbar. Und die knallig rothaarige Sonja Melin war stolz darauf, als Vorbild gedient zu haben: &#8222;Ich denke, die Pippi-B\u00fccher waren eine echte Befreiung f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen. Sonst spielten doch immer nur Jungs die erste Geige, und Pippi machte uns klar: M\u00e4dchen k\u00f6nnen auch alles machen.&#8220;<\/p>\n<p>Als Pippi nach Deutschland kam<\/p>\n<p>von Micke\u00a0Bayart<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>224 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Jugendbuch<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Zusatzinfo:<\/dt>\n<dd>Geeignet f\u00fcr Leserinnen und Leser ab 16 Jahren<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>Oetinger<\/dd>\n<dt>Bestellnummer:<\/dt>\n<dd>978-3-7512-0522-1<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>20 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Kultur |<br \/>\nDer Sonnabend |<br \/>\n24.05.2025 | 16:20 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.05.2025 06:00 Uhr Der Deutsch-Schwede Micke Bayart erz\u00e4hlt in seinem Buch &#8222;Als Pippi nach Deutschland kam&#8220; von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":135025,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,49696,1797,3364,29,441,30,13,16174,11706,11707,14,3923,438,15,3921,439,440,83,12],"class_list":{"0":"post-135024","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-als-pippi-nach-deutschland-kam","13":"tag-buch","14":"tag-de","15":"tag-deutschland","16":"tag-fernsehen","17":"tag-germany","18":"tag-headlines","19":"tag-jugendbuecher","20":"tag-kinderbuch","21":"tag-kinderbuecher","22":"tag-nachrichten","23":"tag-nachrichten-aus-deutschland","24":"tag-ndr","25":"tag-news","26":"tag-news-aus-deutschland","27":"tag-norddeutscher-rundfunk","28":"tag-norddeutschland","29":"tag-radio","30":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114560878800769958","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135024\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/135025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}