{"id":135400,"date":"2025-05-24T07:48:25","date_gmt":"2025-05-24T07:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135400\/"},"modified":"2025-05-24T07:48:25","modified_gmt":"2025-05-24T07:48:25","slug":"entdecken-sie-den-vergessenen-mikrostaat-bei-aachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135400\/","title":{"rendered":"Entdecken Sie den vergessenen Mikrostaat bei Aachen"},"content":{"rendered":"<p>Ausflugstipp <\/p>\n<p>Eine Reise in den vielleicht kleinsten Staat der Welt<\/p>\n<p>24.05.2025 &#8211; 06:00 UhrLesedauer: 3 Min.<\/p>\n<p><a href=\"#focus-0\" class=\"transition-colors duration-200 focus-within:text-magenta block text-current relative\" data-sctrack=\"FocusGalleryImage.Reference\"><img fetchpriority=\"high\" data-testid=\"Opener.Image\" style=\"--lqipURL:url('https:\/\/images.t-online.de\/2025\/05\/QgX-WnmyvTD3\/0x170:3264x1836\/fit-in\/150x0\/filters:blur(25)\/image.png')\"   loading=\"eager\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1748072904_471_image.png\" alt=\"Die belgische Stadt La Calamine (Archivbild): Die Aachener kennen sie als Kelmis, fr\u00fcher hie\u00df sie &quot;Neutral-Moresnet&quot; und war ein unabh\u00e4ngiger neutraler Kleinststaat.\" title=\"Die belgische Stadt La Calamine (Archivbild): Die Aachener kennen sie als Kelmis, fr\u00fcher hie\u00df sie &quot;Neutral-Moresnet&quot; und war ein unabh\u00e4ngiger neutraler Kleinststaat.\" width=\"3264\" height=\"1836\" class=\"bg-[url:var(--lqipURL)] bg-cover bg-center flex w-full max-w-full h-full\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:32;--height:32\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/zoom-in.f7dae02f.svg.svg+xml\" alt=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" title=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" class=\"&#10;        block&#10;        h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)]&#10;        w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)]&#10;        max-w-none&#10;        absolute bottom-8 right-8 rounded-4 bg-snow p-8\" decoding=\"async\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die belgische Stadt La Calamine (Archivbild): Die Aachener kennen sie als Kelmis, fr\u00fcher hie\u00df sie &#8222;Neutral-Moresnet&#8220; und war ein unabh\u00e4ngiger neutraler Kleinststaat. (Quelle: IMAGO \/ Pond5 Images)<\/p>\n<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Kaum bekannt, aber faszinierend: An der Grenze zu Aachen existierte einst der winzige Staat Neutral-Moresnet. Ein eigenes Steuersystem und sogar eine Kunstsprache geh\u00f6rten dazu.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die kleine belgische Stadt La Calamine, knapp 10 Kilometer von <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/aachen\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aachen<\/a> entfernt, geh\u00f6rt zu den kuriosesten Orten Europas. Fast ein Jahrhundert lang existierte hier ein unabh\u00e4ngiger Mikrostaat mit dem Namen Neutral-Moresnet \u2013 mit eigener Flagge, eigenem Steuersystem, eigener Briefmarke und eigener Sprache. Er umfasste nur etwa 350 Hektar Fl\u00e4che.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Wer die seltsame Geschichte von La Calamine (Aachener kennen die Stadt besser als Kelmis) verstehen will, kann das \u00f6rtliche Museum Vieille Montagne besuchen. Dort k\u00f6nnen Besucher viele kuriose Artefakte aus der Zeit entdecken, in der Kelmis noch ein Mikrostaat war.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Moresnet war einst ein Zentrum des Zinkabbaus. Die gro\u00dfe Mine Vieille Montagne vor den Toren der Stadt lieferte die Basis f\u00fcr Zinkverkleidungen auf den D\u00e4chern von <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/paris\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paris<\/a>, diente als Grundlage f\u00fcr die Herstellung von Zinksalbe und war ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Nach dem Sturz Napoleons, als die Landkarte Europas neu gezeichnet wurde, lag die wertvolle Mine genau zwischen den Niederlanden und dem damaligen Preu\u00dfen. 1816 wurde das Gebiet dann zu einem neutralen Territorium erkl\u00e4rt \u2013 Neutral-Moresnet \u2013, begrenzt durch exakt 60 Grenzsteine.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Bei speziellen F\u00fchrungen und Ausstellungen werden ungew\u00f6hnliche Geschichten aus der Lokalgeschichte erz\u00e4hlt, etwa \u00fcber sogenannte &#8222;Kaufkinder&#8220;, Schmuggel durch Kinder und das Leben von Jugendlichen im Kuriosum Neutral-Moresnet.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Neutral-Moresnet war auch Schauplatz eines der ungew\u00f6hnlichsten utopischen Experimente der Geschichte: Der lokale Arzt Wilhelm Molly und der franz\u00f6sische Sprachlehrer Gustave Roy \u00fcberzeugten die Bev\u00f6lkerung, den Staat in &#8222;Amikejo&#8220; umzubenennen und Esperanto als offizielle Sprache einzuf\u00fchren. &#8222;Amikejo&#8220; ist Esperanto und bedeutet &#8222;Ort der Freunde&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Molly und Roy kam der Mikrostaat damals perfekt vor f\u00fcr dieses sprachliche Experiment, da der Kleinstaat bis dato als politisches Niemandsland galt, das keiner der gro\u00dfen M\u00e4chte eindeutig zugeh\u00f6rig war. Zudem war die Bev\u00f6lkerung von Neutral-Moresnet international und mehrsprachig, da viele Arbeiter aus verschiedenen L\u00e4ndern wegen der Zinkmine dorthin gezogen waren. Eine gemeinsame Sprache h\u00e4tte also ein Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">1908 wurde dieser Plan \u00f6ffentlich gefeiert: Im Hotel &#8222;Bergerhoff&#8220; in Altenberg (Kelmis) riefen Esperanto-Anh\u00e4nger Neutral-Moresnet feierlich zum Esperanto-Staat aus. Es gab eine eigene Flagge, ein Wappen, einen Konsul und durch die Einf\u00fchrung der neuen Sprache bald sogar zwei Nationalhymnen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die \u00e4ltere war auf Deutsch, sie hatte die Melodie des Weihnachtsliedes &#8222;O Tannenbaum&#8220; und begann mit der Strophe: &#8222;O Altenberg, o Altenberg, du kannst mir sehr gefallen.&#8220; Die zweite war bereits auf Esperanto und lautete: &#8222;Nova vorto flugas tra la mondo, En Esperantujo jam konata; Amikejo e\u0125as en la rondo, Vort&#8216; de tiuj \u011doje akceptata.&#8220; \u00dcbersetzt bedeutet das laut Google: &#8222;Ein neues Wort fliegt durch die Welt, das auf Esperanto bereits bekannt ist. Eine freundliche Stimme hallt im Kreis, ihre Worte werden freudig aufgenommen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Bewegung hatte zahlreiche Unterst\u00fctzer, und auch die Kneipen hatten damals schon begonnen, Schilder auf Esperanto aufzustellen. Doch der Traum endete abrupt mit dem ersten Weltkrieg. 1914 besetzten deutsche Truppen das Gebiet. Heute erinnern nur noch vereinzelte Grenzsteine im Wald und das kleine Museum mit seinen skurillen \u00dcberbleibseln an den einstigen, neutralen Mikrostaat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausflugstipp Eine Reise in den vielleicht kleinsten Staat der Welt 24.05.2025 &#8211; 06:00 UhrLesedauer: 3 Min. 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