{"id":135543,"date":"2025-05-24T09:04:18","date_gmt":"2025-05-24T09:04:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135543\/"},"modified":"2025-05-24T09:04:18","modified_gmt":"2025-05-24T09:04:18","slug":"sie-toeteten-sich-selbst-ihre-angehoerigen-und-ihre-heimat-mit-schwert-gift-und-feuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/135543\/","title":{"rendered":"\u201eSie t\u00f6teten sich selbst, ihre Angeh\u00f6rigen und ihre Heimat mit Schwert, Gift und Feuer\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Belagerung von Numantia in Spanien gilt als einer der schm\u00e4hlichsten Kriege der r\u00f6mischen Geschichte. Inkompetenz und Neid f\u00fchrten zu vielen Niederlagen. Als die Stadt 133 v. Chr. fiel, war es nur noch ein kurzer Schritt zum B\u00fcrgerkrieg.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Aufstieg der R\u00f6mischen Republik zur Weltherrschaft wird gern als eine ziemlich gerade Linie von siegreichen Feldz\u00fcgen dargestellt. Sie beginnt mit dem Niederringen aller Rivalen im 4. Jahrhundert v. Chr. in Italien und endet zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter mit den Triumphen \u00fcber die hellenistischen K\u00f6nigreiche Makedonien und Syrien im Osten. <\/p>\n<p>Selbst die Niederlagen gegen den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article169801952\/Warum-Hannibal-trotz-seiner-Siege-gegen-Rom-verlor.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article169801952\/Warum-Hannibal-trotz-seiner-Siege-gegen-Rom-verlor.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karthager Hannibal reihen sich in diese Erfolgsgeschichte ein<\/a>, gelten sie doch als Beweise f\u00fcr die Standhaftigkeit Roms. Zum Schlusspunkt wird das Jahr 146 v. Chr., indem mit Karthago sowohl die alte Konkurrentin im Westen als auch mit Korinth, der Metropole des Ach\u00e4ischen Bundes, das freie Griechenland buchst\u00e4blich von der Landkarte getilgt wurden.<\/p>\n<p>Man f\u00fchlt sich an die Vereinigten Staaten erinnert, auf deren milit\u00e4rischer Karriere allerdings <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article140194483\/Vietnamkrieg-Sechs-Gruende-warum-die-USA-in-Vietnam-als-Verlierer-ausgingen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article140194483\/Vietnamkrieg-Sechs-Gruende-warum-die-USA-in-Vietnam-als-Verlierer-ausgingen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein schwarzer Fleck prangt: Vietnam<\/a>. Einen schmutzigen, demoralisierenden, scheinbar endlosen Konflikt f\u00fchrte auch Rom, auf der Iberischen Halbinsel. Der spanisch-deutsche Althistoriker <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pedro_Barcel%C3%B3\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pedro_Barcel%C3%B3&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">Pedro Barcel\u00f3<\/a>, Emeritus an der Universit\u00e4t Potsdam, hat diesen vergessenen Schauplatz, der im Lateinunterricht mangels literarisch wertvoller Quellen in der Regel ausgespart wird, in seinem neuen Buch \u201eGeschichte Spaniens in der Antike. Von den Ph\u00f6nikern bis zum Kalifat von Cordoba\u201c (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung bei C. H. Beck, 492 S., 38 Euro) ausf\u00fchrlich dargestellt. Denn obwohl der Krieg, anders als jener Amerikas in Vietnam, nach 21 Jahren schlie\u00dflich mit dem Sieg der Gro\u00dfmacht endete, wurden damals Fallstricke gelegt, die hundert Jahre sp\u00e4ter zum Untergang der Republik f\u00fchren sollten.<\/p>\n<p>Die Iberische Halbinsel, kurz: Spanien, waren ein Gewinn aus dem Zweiten Punischen Krieg, den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article226831619\/Hannibal-Mit-seiner-ultimativen-Waffe-wollte-er-die-roemischen-Legionen-stoppen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article226831619\/Hannibal-Mit-seiner-ultimativen-Waffe-wollte-er-die-roemischen-Legionen-stoppen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scipio Africanus Major 201 mit seinem Sieg \u00fcber Hannibal erfolgreich beendet<\/a> hatte. Die R\u00f6mer \u00fcbernahmen weitgehend die kolonialen Formen, mit denen Karthago seit den 230er-Jahren die s\u00fcdlichen Regionen von Carthago Nova aus ausgebeutet hatten. Allerdings trennten sie das Land in zwei Provinzen, Hispania Ulterior umfasste den Raum des s\u00fcdlichen Andalusien, Hispania Citerior das Gebiet von dort bis zu den Pyren\u00e4en. <\/p>\n<p>Als Gewinn lockten die schier unermesslichen Rohstoffe \u2013 Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Blei, Eisen, Quecksilber \u2013, die schon die Familie Hannibals nach Spanien gelockt hatten und mit denen sie die Verluste Karthagos <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article233864112\/Punische-Kriege-Roms-Wunderwaffe-gegen-Karthago.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article233864112\/Punische-Kriege-Roms-Wunderwaffe-gegen-Karthago.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Ersten Punischen Krieg (264\u2013241)<\/a> ausgleichen konnten. Ehrgeiz und Beutegier trieben die Statthalter Roms \u2013 in der Regel nur im Rang eines Pr\u00e4tors \u2013 w\u00e4hrend ihrer einj\u00e4hrigen Amtszeit ein Maximum aus ihren Provinzen herauszupressen. \u201eEine systematische Planung der milit\u00e4rischen Vorst\u00f6\u00dfe zur Schaffung eines geschlossenen, stabilen Herrschaftsgebietes sucht man vergeblich\u201c, konstatiert Barcel\u00f3. \u201eDies lag aber auch an der Beschaffenheit jener unzug\u00e4nglichen Territorien im Landesinnern, die sich vehement zur Wehr setzten, was gro\u00dfangelegte Operationen zus\u00e4tzlich erschwerte.\u201c<\/p>\n<p>Da r\u00f6mische Truppen dabei wiederholt schwere R\u00fcckschl\u00e4ge erlitten, wurden schlie\u00dflich mit Konsuln \u2013 darunter der ber\u00fchmte \u00e4ltere Cato \u2013 h\u00f6chste Beamte an der Spitze gro\u00dfer Heere nach Spanien gesandt, um das Land zu befrieden. Das gelang nicht nur mit Waffen, sondern auch durch die Einf\u00fchrung einer einigerma\u00dfen geordneten Verwaltung. Welchen Respekt die Kampfkraft der keltiberische und lusitanischen St\u00e4mme den Legion\u00e4ren einfl\u00f6\u00dften, zeigt die \u00dcbernahme des spanischen Kurzschwerts. \u201eSeine starke und feste Klinge macht es nicht nur zur ausgezeichneten Sto\u00dfwaffe, sondern auch vorz\u00fcglich geeignet zum schweren Hieb mit beiden Seiten\u201c, berichtete der griechische Historiker und Zeitgenosse Polybios. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Verst\u00fcmmelungen, die dieses \u201egladius Hispaniensis\u201c schlug, bei den Herrschern des Orients f\u00fcr Entsetzen sorgten und den Legionen im Osten Sieg auf Sieg bescherten, bahnten sich auf der Iberischen Halbinsel Umw\u00e4lzungen an, die, so Barcel\u00f3, \u201eeinerseits durch einen unb\u00e4ndigen Drang der Einheimischen nach politischer Autonomie und andererseits durch die zunehmende Gewalt und Verrohung des r\u00f6mischen Auftretens gepr\u00e4gt\u201c waren. <\/p>\n<p>Ursache daf\u00fcr war ein versch\u00e4rfter Wettbewerb innerhalb der r\u00f6mischen Aristokratie, die sich in der Regierungspraxis niederschlug. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article142488508\/Der-wahre-Motor-fuer-die-Groesse-Roms.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article142488508\/Der-wahre-Motor-fuer-die-Groesse-Roms.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Um ihre Karrieren zu beschleunigen, gingen ehrgeizige Adlige dazu \u00fcber<\/a>, ihre Provinzen r\u00fccksichtslos auszubeuten. \u201eUnaufh\u00f6rliche Beutez\u00fcge, Pl\u00fcnderungen und absichtlich vom Zaun gebrochene Kriege als Mittel der Bereicherung des Prestigeerwerbs bef\u00f6rderten die Karrieren einiger Statthalter, hinterlie\u00dfen bei den davon betroffenen V\u00f6lker jedoch eine grausige Blutspur.\u201c <\/p>\n<p>Ein Beutezug, den lusitanische Krieger 154 v. Chr. in der Ulterior bis ans Mittelmeer unternahmen, wurde zum willkommenen Vorwand. Nur unter gro\u00dfen Verlusten konnten die R\u00f6mer die Pl\u00fcnderer zur\u00fcckschlagen. Zur gleichen Zeit wurde in der Citerior eine Strafexpedition gegen den Ort Segeda in Marsch gesetzt, weil sie eigenm\u00e4chtig Neusiedler aufgenommen hatte.  <\/p>\n<p>Dahinter steckte das Ziel, das Tor zum Siedlungsgebiet der Keltiberer zu \u00f6ffnen. 153 wurde ein Consul mit 30.000 Mann nach Spanien geschickt. Um dem Kommandeur eine m\u00f6glichst fr\u00fche Offensive zu erm\u00f6glichen, wurde der r\u00f6mische Kalender auf Anfang Januar vorverlegt. Auf diesen Tag fielen seitdem die Amtseinf\u00fchrungen der r\u00f6mischen Magistrate. An diesem Jahresanfang ist es bis heute geblieben.<\/p>\n<p>Die Einwohner von Segeda erkannten ihre Chancenlosigkeit und baten daher die Leute von Numantia, dem Hauptort der Arevaker, um Aufnahme. Nachdem sie in einem Gefecht gegen die R\u00f6mer eine Niederlage erlitten hatte, baten sie den Consul um Frieden, was dieser aber ablehnte. Seine Forderung nach vollst\u00e4ndiger Unterwerfung st\u00e4rkte den Widerstandswillen der Keltiberer. Sie f\u00fcgten den R\u00f6mern, die sogar Afrikanische Elefanten ins Feld f\u00fchrten, eine schwere Niederlage bei, auf die bald weitere folgten. <\/p>\n<p>Nubiliors Nachfolger Marcellus w\u00e4hlte eine andere Strategie. Mit einer Mischung aus Einsch\u00fcchterung und Nachgiebigkeit schloss er mit den St\u00e4mmen, darunter auch mit den Bewohnern von Numantia, Vertr\u00e4ge, die f\u00fcr Ruhe sorgten. Das aber wollte die Bellizisten im Senat im Rom nicht hinnehmen. Sie forderten den Widerruf der Abkommen, und Marcellus\u2018 Nachfolger in beiden Provinzen sahen ihre Chance, sich in diesem Sinne zu bereichern. Willk\u00fcrlich wurden Vertr\u00e4ge und Versprechungen gebrochen und Massaker in gro\u00dfem Stil ver\u00fcbt, die die Feindschaft zahlloser hispanischer V\u00f6lker hervorriefen, wie der griechische Historiker Appian bemerkte, zumal der Senat die offensichtlichen Kriegsverbrechen deckte. <\/p>\n<p>Unter der F\u00fchrung eines gewissen Viriatus erhoben sich 147 die Lusitaner. Seine Erfolge gegen die R\u00f6mer provozierten auch keltiberische St\u00e4mme zum Aufstand. \u201eZum ersten Mal erreichte die Rebellion der Lusitaner und Keltiberer eine \u00fcberregionale Dimension\u201c, urteilt Barcel\u00f3. Die R\u00f6mer mussten schwere Niederlagen einstecken, die erst 139 mit der Ermordung des Viriatus durch gedungene Attent\u00e4ter  dem Aufstand Herr werden konnten.  <\/p>\n<p>Doch schon bald weitete sich das r\u00f6mische Engagement in Spanien zu einer Skandalgeschichte aus, in deren Zentrum Numantia stand. Dort wiederholte sich seit 142 Jahr f\u00fcr Jahr ein Teufelskreis. Um Prestige und Beute einzufahren, strebte ein neuer r\u00f6mischer Kommandeur nach schnellen Erfolgen, die in der Regel in krachenden Niederlagen endeten. Zehntausende Legion\u00e4re verloren ihr Leben, sodass es schwierig wurde, Offiziere und Mannschaften f\u00fcr den Krieg zu gewinnen. <\/p>\n<p>Dessen Realit\u00e4t hat Polybios als \u201eKrieg des Feuers\u201c beschrieben: \u201eSein Charakter war au\u00dfergew\u00f6hnlich, da die K\u00e4mpfe ohne Unterbrechungen stattfanden. Kriege in Griechenland oder Asien wurden durch eine Schlacht entschieden, selten durch zwei &#8230; Nur der Winter konnte den Krieg (in Spanien) und seine endlosen K\u00e4mpfe aufhalten. Wer sich einen Krieg des Feuers vorstellen will, sollte an keinen anderen Krieg denken als an diesen.\u201c Die Legionen waren derart demoralisiert, dass \u201eder Kampf innerhalb des Lagers heftiger als auf dem Schlachtfeld war\u201c, h\u00f6hnte der Historiker Florus in seinen \u201eEpitomae\u201c des Titus Livius.  <\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt wurde der Fall des Consuls Mancinus, der 137 vor Numantia die H\u00e4lfte seines Heeres verlor und nur mit einem Friedensschluss der Vernichtung entkam. Der Senat widerrief den Vertrag und lieferte den General den Rebellen aus. Nackt und gefesselt musste er vor den Toren ausharren, weil deren Bewohner die Aufnahme verweigerten.  <\/p>\n<p>Weil solche Aktionen zunehmend das Ansehen der r\u00f6mischen Nobilit\u00e4t erodierten, sah sich der Senat schlie\u00dflich z\u00e4hneknirschend bereit, Publius Cornelius Scipio Aemilianus, dem Adoptivenkel des Siegers \u00fcber Hannibal, 134 mit einem au\u00dferordentlichen Kommando zu betrauen. Der hatte aus der Sicht seiner Konkurrenten mit der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article173092329\/Punische-Kriege-Mit-eiskaltem-Machtkalkuel-vernichtete-Rom-Karthago.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article173092329\/Punische-Kriege-Mit-eiskaltem-Machtkalkuel-vernichtete-Rom-Karthago.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zerst\u00f6rung Karthagos 146 im Dritten Punischen Krieg<\/a> bereits ein \u00dcberma\u00df an Prestige und Beute gewonnen, sodass ihm nun kaum das N\u00f6tigste f\u00fcr die Kriegf\u00fchrung zugestanden wurde.  <\/p>\n<p>Sein Name reichte indes aus, dass sich gen\u00fcgend Freunde, Klienten und Veteranen meldeten, um daraus eine schlagkr\u00e4ftige Garde zu bilden. Mit dieser brachte er der Spanien-Armee wieder auf Vordermann, indem er ihr \u201eDirnen, Trossknechte und das nicht zum unmittelbaren Gebrauch erforderliche Gep\u00e4ck\u201c (Florus) wegnahm und sie mit \u00fcberschaubaren Vorst\u00f6\u00dfen wieder ans K\u00e4mpfen gew\u00f6hnte. <\/p>\n<p>Wie in Karthago schloss er Numantia durch ein dichtes Belagerungssystem ein, das so konstruiert war, dass es auch gegen Entsatzangriffe von au\u00dfen Sicherheit bot (was Caesar 52 v. Chr. vor Alesia in Gallien kopieren sollte). Nach 15 Monaten sorgten Hunger und Seuchen f\u00fcr die Kapitulation. Als die R\u00f6mer in die Stadt einzogen, fanden sie vor allem Leichenberge vor. Denn die meisten Einwohner hatten \u201esich selbst, ihre Angeh\u00f6rigen und ihre Heimat durchs Schwert, durch Gift und durch ringsum angestecktes Feuer\u201c (Florus) get\u00f6tet. 50 \u00dcberlebende wurden f\u00fcr den Triumphzug in Rom ausgew\u00e4hlt, die \u00fcbrigen in die Sklaverei verkauft. F\u00fcr Ern\u00fcchterung sorgte auch die Beute. Ganze sieben Denare soll Scipio jedem seiner Legion\u00e4re ausgezahlt haben.<\/p>\n<p>So endete \u201eeiner der schm\u00e4hlichsten Feldz\u00fcge der r\u00f6mischen Geschichte\u201c, schreibt Barcel\u00f3. Das hatte einiges f\u00fcr sich. Denn von nun an nahmen sich ehrgeizige Aristokraten Scipio zum <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article239102753\/Sullas-Proskriptionen-Wer-auf-diesen-Listen-stand-hatte-nicht-mehr-lange-zu-leben.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article239102753\/Sullas-Proskriptionen-Wer-auf-diesen-Listen-stand-hatte-nicht-mehr-lange-zu-leben.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorbild und strebten wiederholte oder l\u00e4ngerfristige Kommandos<\/a> an, um ihre Standeskollegen an Prestige, Verm\u00f6gen und Anh\u00e4ngerschaft zu \u00fcbertreffen. Die Iberische Halbinsel mit ihren reichen Sch\u00e4tzen bot sich daf\u00fcr an, denn nach wie vor harrten weite Teile der Eroberung. Caesar sanierte 61 seine Finanzen durch eine Statthalterschaft als Pr\u00e4tor. Pompeius machte Spanien 52 bis 49 zu seiner Machtbasis. Nicht von ungef\u00e4hr wurde die letzte Schlacht zwischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article190370519\/Roemische-Buergerkriege-In-dieser-Schlacht-dachte-Caesar-an-Selbstmord.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article190370519\/Roemische-Buergerkriege-In-dieser-Schlacht-dachte-Caesar-an-Selbstmord.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Caesar und den Pompeianern 45 v. Chr. bei Munda<\/a> in S\u00fcdspanien geschlagen. Erst Caesars Erbe Augustus gelang es, die Iberische Halbinsel vollst\u00e4ndig zu erobern. <\/p>\n<p>Je mehr Ressourcen aus Spanien und den \u00fcbrigen Eroberungen nach Rom flossen, desto mehr ver\u00e4nderte sich dessen Gesellschaft. Besitzer riesiger Latifunden standen verarmten Bauern gegen\u00fcber, die als Legion\u00e4re gek\u00e4mpft und dar\u00fcber ihre H\u00f6fe verschuldet und verloren hatten. Der Streit um eine Landreform wurde zur Z\u00fcndschnur, der die Nobilit\u00e4t spaltete und das Jahrhundert der B\u00fcrgerkriege er\u00f6ffnete. <\/p>\n<p>Die Niederlagen vieler Kommandeure auf dem spanischen Kriegsschauplatz hatte auch gezeigt, dass es vielen Nobiles an milit\u00e4rischer Kompetenz mangelte. Sie hielten lieber gro\u00dfe Reden in Rom, statt als Offiziere im Heeresdienst milit\u00e4rische Erfahrung zu erwerben. Wer es, wie der Heeresreformer Marius (der unter Scipio vor Numantia gek\u00e4mpft hatte) dennoch tat, gewann ein Profil, das die Zivilisten im Senat in den Schatten stellte. Der Historiker Livius, der unter dem ersten Kaiser Augustus schrieb, hatte wohl recht, als er (nach Florus) res\u00fcmierte, der \u201eNumantinische Krieg\u201c habe das r\u00f6mische Volk \u201eungest\u00fcmer und sch\u00e4ndlicher\u201c werden lassen. Gut hundert Jahre nach dem Fall Numantias war die Republik, die ein Weltreich erobert hatte, Geschichte.<\/p>\n<p><b>Schon in seiner Geschichts-Promotion besch\u00e4ftigte sich <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/berthold-seewald\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/berthold-seewald\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Berthold Seewald<\/b><\/a><b> mit Br\u00fcckenschl\u00e4gen zwischen antiker Welt und Neuzeit. Als WELT-Redakteur geh\u00f6rte die Arch\u00e4ologie zu seinem Arbeitsgebiet.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Belagerung von Numantia in Spanien gilt als einer der schm\u00e4hlichsten Kriege der r\u00f6mischen Geschichte. 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