{"id":136108,"date":"2025-05-24T14:15:18","date_gmt":"2025-05-24T14:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/136108\/"},"modified":"2025-05-24T14:15:18","modified_gmt":"2025-05-24T14:15:18","slug":"mit-freude-und-ueberzeugung-tschechische-debuetromane-im-deutschen-anthea-verlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/136108\/","title":{"rendered":"Mit Freude und \u00dcberzeugung: Tschechische Deb\u00fctromane im deutschen Anthea-Verlag"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/deutsch.radio.cz\/sites\/default\/files\/styles\/rcz_lightbox_v2\/public\/images\/f7f97db8e2fa76d5f6cb581c12148e1f.jpg?itok=wPkJ0NA9&amp;timestamp=1748006847\" class=\"photoswipe\" data-size=\"1706x1280\" data-overlay-title=\"Ruben H\u00f6ppner | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img  alt=\"Ruben H\u00f6ppner | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" title=\"Ruben H\u00f6ppner | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Ruben H\u00f6ppner|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International<\/p>\n<p><strong>Anthea ist ein Verlag, der die tschechische Literatur deutschsprachigen Leserinnen und Lesern n\u00e4herbringt. K\u00f6nnen Sie diesen Verlag vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnser Verlag fokussiert sich auf \u201ajunge\u2018 und diverse Literatur aus Mittel- und Osteuropa, eben auch Literatur aus Tschechien. Ich habe daran pers\u00f6nlich gro\u00dfes Interesse, weil ich selber Tschechisch-\u00dcbersetzer bin, Bohemistik studiert habe und einen engen Bezug zu Tschechien habe.\u201c<\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-left\">\n    \u201eUnser Verlag fokussiert sich auf \u201ajunge\u2018 und diverse Literatur aus Mittel- und Osteuropa, eben auch Literatur aus Tschechien.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p><strong>Hat dieser Fokus auf die Literatur aus Mittel- und Osteuropa schon eine l\u00e4ngere Tradition in dem Verlag?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJa, tats\u00e4chlich. Die bisherige Verlegerin kommt aus Bulgarien und hatte immer schon ein Faible f\u00fcr Mittel- und Osteuropa, eben Albanien, Bulgarien, Slowakei, Tschechien. Leider ist ihr Mann 2020 verstorben. Sie hat den Verlag noch eine Weile weitergef\u00fchrt, dann hat sie aber die Schl\u00fcssel an mich \u00fcbergeben. Ich habe diesen Verlag in gewisser Weise neu gegr\u00fcndet, bleibe aber der Tradition treu.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ist es schwierig, sich gerade mit diesem Fokus auf dem Buchmarkt durchzusetzen? Gibt es Interesse an den B\u00fcchern aus diesen L\u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-right\">\n    \u201eIch w\u00fcrde es nicht machen, wenn ich nicht davon \u00fcberzeugt bin, dass es das Interesse gibt.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p>\u201eDas ist eine sehr sch\u00f6ne Frage, die ich kurz beantworten w\u00fcrde mit \u201awei\u00df ich nicht, weil ich noch nicht so lange in diesem Business unterwegs bin\u2018. Aber ich w\u00fcrde es nicht machen, wenn ich nicht davon \u00fcberzeugt bin, dass es das Interesse gibt. Ich glaube, dass der kulturelle Raum Mittel- und Osteuropa sehr viel f\u00fcr die deutschsprachige Bev\u00f6lkerung zu erz\u00e4hlen hat und dass es eigentlich eine gro\u00dfe Nachfrage nach diesen Geschichten gibt, weil unsere L\u00e4nder, also Tschechien und Deutschland, Nachbarl\u00e4nder sind. Wir haben die l\u00e4ngste Au\u00dfengrenze nach Tschechien. Viele Familiengeschichten sind verwoben in unserem Verlag, der Gro\u00dfvater einer unserer Mitarbeiterinnen ist Tscheche\u2026 Also wir haben viele Verbindungen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df ist der Verlag? Wie viele B\u00fccher werden pro Jahr herausgegeben?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir geben momentan zwischen zw\u00f6lf und 20 B\u00fccher im Jahr heraus.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df ist der Anteil der tschechischen Literatur an diesen B\u00fcchern?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer Anteil ist sehr gro\u00df, es sind momentan zwischen vier und sechs B\u00fccher aus dem tschechischen Raum.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/deutsch.radio.cz\/sites\/default\/files\/styles\/rcz_lightbox_v2\/public\/images\/77d484fa7667ffdc8fc28c6a57b87754.jpg?itok=BxSiZQSr&amp;timestamp=1748006847\" class=\"photoswipe\" data-size=\"1706x1280\" data-overlay-title=\"Verlag auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img  alt=\"Verlag auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" title=\"Verlag auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Verlag auf der Leipziger Buchmesse|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Auswahl dieser Titel sind Sie pers\u00f6nlich zust\u00e4ndig?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJa, ich kuratiere das Programm. Ich versuche, mit vielen Menschen in Kontakt zu sein, denen ich vertraue \u2013 aus Tschechien, aber auch aus Deutschland. Ich m\u00f6chte ein vielf\u00e4ltiges Programm haben, wo jeder Mensch etwas f\u00fcr sich findet.\u201c<\/p>\n<p><strong>In der j\u00fcngsten Zeit wurden drei B\u00fccher herausgegeben. Eines davon wird auch in Leipzig pr\u00e4sentiert. Was f\u00fcr B\u00fccher sind es?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIm aktuellen Programm haben wir drei B\u00fccher, die in gewisser Weise nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten. Wir haben einmal Jakub Stanjura und seinen Roman \u201aDa war doch nichts\u2018, ein belletristisches Buch \u00fcber das Thema Gaslighting in Beziehungen. Das wird heutzutage immer wichtiger, weil es um eine Form der Gewalt geht, die lange nicht betrachtet wurde. Stanjura schreibt dar\u00fcber auf eine sehr eindr\u00fcckliche Art und Weise, und ich m\u00f6chte, dass mehr Menschen dar\u00fcber erfahren. Das zweite Buch ist von Patrik Banga im Originaltitel \u201aSkute\u010dn\u00e1 cesta ven\u2018 (auf Deutsch: \u201aZ******* l\u00fcgen &#8211; Die wahre Geschichte eines Rom\u2018). Dort habe ich im Titel das Z-Wort benutzt, weil Banga von einer Diskriminierungserfahrung in Tschechien spricht.<\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-left\">\n    \u201eIm aktuellen Programm haben wir drei B\u00fccher, die in gewisser Weise nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p>Er war der Erste, der als Rom den tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera 2022 gewonnen hat. Und ich finde, diese Geschichte soll auch in Deutschland bekannter werden. Das dritte Buch, das wir jetzt im Programm haben, ist \u201aTote Schw\u00e4ne tanzen nicht\u2018 von Mi\u0159enka \u010cechov\u00e1. Es ist ein Coming-of-Age-Roman, Erz\u00e4hlungen einer jungen Frau, die sich durch die Ballettschule k\u00e4mpft und irgendwie ihren Ausweg auch im Nachtleben der Prager 1990er Jahre sucht. Wie man eben sieht, die B\u00fccher sind unterschiedlich, aber alle relevant und wichtig und sch\u00f6n zu lesen. Und ich freue mich sehr, dass ich sie ver\u00f6ffentlichen durfte.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/deutsch.radio.cz\/sites\/default\/files\/styles\/rcz_lightbox_v2\/public\/images\/23f3726957f98aee3af864f4994b15db.jpg?itok=gRZRCJI4&amp;timestamp=1748006847\" class=\"photoswipe\" data-size=\"1706x1280\" data-overlay-title=\"Tschechische Beteiligung an der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img  alt=\"Tschechische Beteiligung an der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" title=\"Tschechische Beteiligung an der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Tschechische Beteiligung an der Leipziger Buchmesse|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International<\/p>\n<p><strong>Es handelt sich um B\u00fccher keiner erfahrenen Autoren, sondern eigentlich um Deb\u00fcts, in allen drei F\u00e4llen. Ist das Zufall oder Absicht?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs klingt doof, es ist beides. Ich m\u00f6chte jungen AutorInnen oder Deb\u00fctautorInnen Raum geben, weil ich finde, dass der deutschsprachige Buchmarkt sie oft \u00fcbersieht, weil man die gro\u00dfen Namen nutzt, die im Mainstream unterwegs sind. Das m\u00f6chte ich \u00e4ndern und diese B\u00fccher irgendwie nach Deutschland bringen. Und gleichzeitig ist es Zufall, weil diese B\u00fccher einfach gut sind und dann halt Deb\u00fctromane. Wir werden von allen dreien, glaube ich, in Zukunft noch mehr h\u00f6ren. Und das ist sch\u00f6n, so etwas mitbegleiten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sind diese drei AutorInnen Ihre Entdeckung f\u00fcr Ihren Verlag?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJa, alle drei sind meine Entdeckung. Patrik Banga ist f\u00fcr mich eine ganz pers\u00f6nliche Geschichte, weil ich meine Doktorarbeit \u00fcber die Repr\u00e4sentation von Roma in der tschechischen Popkultur schreibe. Da bin ich \u00fcber das Buch gestolpert und habe es gelesen. Ich sa\u00df an der Moldau und habe es an einem Abend durchgelesen und war geflasht und wollte es erst selber \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-right\">\n    \u201eIch dachte, das m\u00fcssen mehr Menschen lesen.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p>Ich dachte, das m\u00fcssen mehr Menschen lesen. Dann habe ich den Verlag \u00fcbernommen und dachte, das m\u00f6chte ich als erstes machen. Genauso ist es bei Mi\u0159enka \u010cechov\u00e1: Ich habe das Buch gelesen und dachte, das ist coole tschechische Literatur, mal etwas Neues, mal etwas Anderes. Und bei Jakub Stanjura habe ich das Cover gesehen, das Buch aus dem Regal genommen und hielt es f\u00fcr sehr interessant. Und so ist es dann passiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sie erw\u00e4hnen Ihre Forschungsarbeit. Sie haben Bohemistik studiert und sind auch Tschechisch-\u00dcbersetzer. Wie eng oder wie intensiv stehen Sie mit Tschechien in Kontakt?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/deutsch.radio.cz\/sites\/default\/files\/styles\/rcz_lightbox_v2\/public\/images\/7efbaa7c026418e57de1e421237ab059.jpg?itok=LT-IHfaV&amp;timestamp=1748006847\" class=\"photoswipe\" data-size=\"1706x1280\" data-overlay-title=\"Tschechische B\u00fccher | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img  alt=\"Tschechische B\u00fccher | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" title=\"Tschechische B\u00fccher | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Tschechische B\u00fccher|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International<\/p>\n<p>\u201eEs kommt nat\u00fcrlich immer auf die Menschen an. Ich habe viele Freunde, viele Bekannte in Tschechien. Ich bin in dem Kulturbetrieb mit den Menschen in Kontakt, was sehr sch\u00f6n und hilfreich ist. Mit den Verlagen, mit den SchriftstellerInnen, nat\u00fcrlich viel auch mit den \u00dcbersetzerInnen. Auch durch mein Studium in Prag habe ich viele Kontakte. Aber leider bin ich zu selten in Tschechien. Eigentlich m\u00fcsste ich jede Woche dorthin fahren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie kam das eigentlich zustande, dass Sie sich f\u00fcr Tschechisch und die tschechische Literatur entschieden haben?<\/strong><\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-right\">\n    \u201eBei der Online-Anmeldung habe ich mich vertippt, und Tschechisch war mein Hauptfach und Russisch mein Nebenfach. Nach einem Jahr war ich verliebt in die Sprache.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p>\u201eAuf Tschechisch w\u00fcrde man sagen \u201aomylem\u2018. Das ist ein bisschen per Zufall entstanden. Ich hatte eigentlich vor, Russisch zu studieren und habe ein zweites Fach gebraucht. Da hatten wir unsere Abschlussfahrt nach Prag. Ich fand die Stadt wundersch\u00f6n, die Sprache klang ein bisschen slawisch, aber auch kompliziert. Also war die Entscheidung f\u00fcr mein Nebenfach gefallen. Bei der Online-Anmeldung habe ich mich vertippt, und Tschechisch war mein Hauptfach und Russisch mein Nebenfach. Nach einem Jahr war ich verliebt in die Sprache und habe dann sogar Russisch abgew\u00e4hlt und Germanistik studiert, Ich bin da h\u00e4ngen geblieben und bereue keinen Tag.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sie sind auch an der Universit\u00e4t Potsdam t\u00e4tig\u2026<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSo ist es. Ich bin dort Dozent und arbeite an meiner Doktorarbeit. Wir machen Kurse \u00fcber \u00dcbersetzungswissenschaft, Popkultur im europ\u00e4ischen Raum, auch in Verbindung mit Politikwissenschaft. Das ist ein gro\u00dfer Teil, den ich auch nicht aufgeben will, weil ich finde, Bildung ist immens wichtig.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/deutsch.radio.cz\/sites\/default\/files\/styles\/rcz_lightbox_v2\/public\/images\/fff2e79e640dcb3b59131eedf4490714.jpg?itok=GRBpbV4W&amp;timestamp=1748006847\" class=\"photoswipe\" data-size=\"1706x1280\" data-overlay-title=\"Lesung von Jakub Stanjura auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img  alt=\"Lesung von Jakub Stanjura auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\" title=\"Lesung von Jakub Stanjura auf der Leipziger Buchmesse | Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1,  Radio Prague International\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Lesung von Jakub Stanjura auf der Leipziger Buchmesse|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International<\/p>\n<p><strong>Und wie gro\u00df ist das Interesse an dem Studium der tschechischen Sprache, Literatur und Kultur hier in Deutschland beziehungsweise in Potsdam?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde am liebsten l\u00fcgen, ich muss aber ehrlich sein: Das Interesse schwindet, so ist mein Empfinden. Ich glaube, weil viele Menschen nicht wissen, was sie mit der Sprache anfangen sollen, wo sie unterkommen, weil wir in schwierigen Zeiten leben, das Geld wird weniger, die Inflation\u2026 Viele Menschen machen sich Sorgen und gehen deswegen kein Risiko mehr ein. Und Risiko bedeutet eben, etwas Kleineres zu studieren, etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Deswegen ist meine Erfahrung, dass das Interesse gerade schwindet, aber es ist immer noch da und kann auch wieder geweckt werden. Vielleicht eben auch durch junge und besondere Literatur.\u201c<\/p>\n<p><strong>Und wie sieht es mit der tschechischen Literatur in deutschen \u00dcbersetzungen aus. Gibt es da genug Angebot?<\/strong><\/p>\n<p class=\"asset-quote asset-quote-left\">\n    \u201eJetzt sind die kleineren Verlage an der Reihe.\u201c<br \/>\n    <br \/><strong\/><\/p>\n<p>\u201eGenug gibt es definitiv nicht. Ich finde, die tschechische Literatur und auch die slowakische bieten viel mehr als das, was gerade auf dem Markt ist. Auch viel mehr Vielfalt. Wir k\u00f6nnen zum Beispiel auf die Kinderliteratur gucken. Es gibt so viel sch\u00f6ne Kinderliteratur aus Tschechien, die absolut in Deutschland funktionieren k\u00f6nnte. Aber auch Erwachsenenliteratur, Belletristik gibt es zu wenig. Das Interesse ist jedoch da. Und ich glaube, es wird wachsen. Nur ist das Interesse noch nicht so divers, sondern es gibt einige Namen, die auch bei gro\u00dfen Verlagen sind. Jetzt sind die kleineren Verlage an der Reihe, finde ich. Deswegen mache ich das aus \u00dcberzeugung heraus und freue mich auf die n\u00e4chsten Jahre.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ruben H\u00f6ppner|Foto: Mark\u00e9ta Kachl\u00edkov\u00e1, Radio Prague International Anthea ist ein Verlag, der die tschechische Literatur deutschsprachigen Leserinnen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":136109,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,80,93,13301,13300,215],"class_list":{"0":"post-136108","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kultur","14":"tag-literatur","15":"tag-radio-prague-international","16":"tag-tschechische-republik","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114563234291753850","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=136108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/136109"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=136108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=136108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=136108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}