{"id":13733,"date":"2025-04-07T18:45:12","date_gmt":"2025-04-07T18:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/13733\/"},"modified":"2025-04-07T18:45:12","modified_gmt":"2025-04-07T18:45:12","slug":"gedenkstaette-buchenwald-eklat-bei-holocaust-gedenken-jugendliche-spricht-von-genozid-in-palaestina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/13733\/","title":{"rendered":"Gedenkst\u00e4tte Buchenwald: Eklat bei Holocaust-Gedenken \u2013 Jugendliche spricht von \u201eGenozid\u201c in Pal\u00e4stina"},"content":{"rendered":"<p>Die Wortwahl einer Jugendlichen \u00fcberschattet das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald: Sie sprach von einem \u201eGenozid\u201c in Pal\u00e4stina. Altbundespr\u00e4sident Christian Wulff kritisierte in seiner Rede die AfD.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bei einer Gedenkveranstaltung mit KZ-\u00dcberlebenden zur Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora vor 80 Jahren hat eine junge Teilnehmerin einen Eklat ausgel\u00f6st. Sie sprach bei der Pr\u00e4sentation eines Jugendprojekts in Weimar auf Englisch von einem \u201eGenozid\u201c in Pal\u00e4stina. Einige G\u00e4ste \u00e4u\u00dferten ihr Missfallen mit Buh-Rufen.<\/p>\n<p>Der Direktor der Stiftung Gedenkst\u00e4tten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens Christian Wagner, griff direkt ein: Es m\u00fcsse um die unschuldig Get\u00f6teten dort getrauert werden k\u00f6nnen \u2013 aber von einem \u201eGenozid\u201c zu sprechen, gerade an einem Ort wie Buchenwald geh\u00f6re sich nicht. Auch der Botschafter Israels, Ron Prosor, war zur Kranzniederlegung gekommen.<\/p>\n<p>Die junge Teilnehmerin hatte dar\u00fcber gesprochen, dass aus Buchenwald Lehren gezogen werden m\u00fcssten \u2013 und man auch heute laut werden m\u00fcsse bei Ungerechtigkeiten.<\/p>\n<p>Zuvor sprach der 92-j\u00e4hrige Naftali F\u00fcrst, \u00dcberlebender der KZ Auschwitz und Buchenwald. \u201eWir sind nur noch sehr wenige, bald werden wir Ihnen endg\u00fcltig den Stab der Erinnerung weitergeben und damit verleihen wir Ihnen eine historische Verantwortung\u201c, so F\u00fcrst an die Zuh\u00f6renden. Neun KZ-\u00dcberlebende waren laut Stiftung bei der Kranzniederlegung.<\/p>\n<p>Gedenkst\u00e4ttenleiter Wagner, sprach von einer gro\u00dfen Ehre, dass die hochbetagten \u00dcberlebenden aus Israel, Polen, Frankreich, Rum\u00e4nien und Belarus, darunter zwei \u00fcber 100-J\u00e4hrige, f\u00fcr das Gedenken an den Ort ihres Leidens zur\u00fcckgekehrt seien. Dieser Tag sei nicht nur ein Tag des Gedenkens, sondern auch Tag des Nachdenkens, was die Lehren aus den Nazi-Verbrechen von damals f\u00fcr uns heute bedeuten, sagte Wagner mit Hinweis auf den erstarkenden Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.<\/p>\n<p>Christian Wulff: AfD gef\u00e4hrdet Menschen<\/p>\n<p>Auch Altbundespr\u00e4sident Christian Wulff als Hauptredner warnte eindringlich vor der zunehmenden Verrohung und Radikalisierung der Gesellschaft. Verrohung sei das \u201eschleichende Gift der Rechtspopulisten\u201c, sagte Wulff und zitierte die Worte der heute 103-j\u00e4hrigen Holocaust-\u00dcberlebenden Margot Friedl\u00e4nder: \u201eSo hat es damals auch angefangen\u201c. Wenn Friedl\u00e4nder heute so etwas sage, \u201edann muss uns das antreiben\u201c, sagte Wulff.<\/p>\n<p>Er kritisierte die AfD deutlich. \u201eDie Verharmloser der AfD ignorieren, dass die AfD mit ihrer Ideologie den N\u00e4hrboden bereitet, dass sich Menschen in Deutschland unwohl f\u00fchlen und tats\u00e4chlich konkret gef\u00e4hrdet sind.\u201c Jene, die glaubten, man k\u00f6nne die AfD entzaubern durch Einbindung, l\u00e4gen falsch. Nicht mit der AfD m\u00fcsse man reden, sondern mit ihren W\u00e4hlern.<\/p>\n<p>Th\u00fcringens Ministerpr\u00e4sident Mario Voigt (CDU) sagte, die damalige N\u00e4he des KZ Buchenwalds zur Kulturstadt Weimar zeige, dass Bildung, Kunst und moralische Selbstvergewisserung nicht immun machten gegen das B\u00f6se: \u201eHier die Stadt der Klassik, dort der Ort der Barbarei\u201c. \u201eGoethe und Gewalt\u201c w\u00fcrden sich nicht ausschlie\u00dfen. Diese Unmenschlichkeit sei es, \u201edie uns heute so fassungslos macht\u201c, sagte Voigt.<\/p>\n<p>Streit \u00fcber Rede des Philosophen Boehm<\/p>\n<p>Tagelang \u00fcberschattete auch ein Streit \u00fcber die Auswahl der Redner das Gedenken. Die Gedenkst\u00e4tte sagte einen Auftritt des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255854116\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255854116&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm<\/a> ab. Hintergrund ist scharfe Ablehnung aus der israelischen Botschaft gegen Boehm, die ihm Holocaust-Relativierung vorwirft. Stiftungsdirektor Wagner hatte erkl\u00e4rt, er habe durch die Verschiebung der Rede verhindern wollen, dass die \u00dcberlebenden weiter in den Konflikt hineingezogen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>In das KZ Buchenwald bei Weimar und seine 139 Au\u00dfenlager hatten die Nationalsozialisten seit dem Sommer 1937 etwa 280.000 Menschen verschleppt. 56.000 Menschen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. US-Truppen erreichten das Lager am 11. April 1945.<\/p>\n<p>dpa\/sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wortwahl einer Jugendlichen \u00fcberschattet das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald: Sie sprach von einem \u201eGenozid\u201c&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13734,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,30,13,9681,9682,6882,14,15,110,2548,12,45,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-13733","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-headlines","11":"tag-holocaust","12":"tag-konzentrationslager","13":"tag-kz-gedenkstaetten","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-newsteam","17":"tag-palaestina","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-texttospeech","20":"tag-top-news","21":"tag-top-meldungen","22":"tag-topmeldungen","23":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114298167200262658","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13733"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13733\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}