{"id":137368,"date":"2025-05-25T01:50:13","date_gmt":"2025-05-25T01:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137368\/"},"modified":"2025-05-25T01:50:13","modified_gmt":"2025-05-25T01:50:13","slug":"dresden-neue-ausstellung-feiert-das-surrealistische-werk-der-kuenstlerin-christine-schlegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137368\/","title":{"rendered":"Dresden: Neue Ausstellung feiert das surrealistische Werk der K\u00fcnstlerin Christine Schlegel"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Wer\">Wer <\/a>die Ausstellung betritt, wird von drei Werken Christine Schlegels empfangen, die auf einen Blick einladen in ihren vielf\u00e4ltigen k\u00fcnstlerischen Kosmos. So zum Beispiel das wandf\u00fcllende Gem\u00e4lde &#8222;Das verlorene Paradies&#8220; aus dem Jahr 2013: Intensive Rott\u00f6ne, am unteren Bildrand eine rauchende Frau mit klassischem Herrenhut, weiter oben scheint eine zweite, nackte Frau auf einer Art Wolke zu schweben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Die Surrealit\u00e4t, mit der Christine Schlegel Dinge miteinander verkn\u00fcpft, begr\u00fc\u00dft einen also auf den ersten Blick&#8220;, sagt Kuratorin Carolin Quermann bei MDR KULTUR und verweist dabei auf das Collagenhafte, das letztlich allen Arbeiten der K\u00fcnstlerin innewohnt \u2013 seien es die Bilder, die Zeichnungen oder auch die Filme.\u00a0\u00a0\n<\/p>\n<p><a name=\"Nonkonforme\">Nonkonforme<\/a> Kunst in der DDR<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Der Kern der Collage ist das \u00d6ffnen von M\u00f6glichkeitshorizonten&#8220;, so Quermann. &#8222;Alles kann auch anders sein und alles l\u00e4sst sich ver\u00e4ndern und ich bin diejenige, die es ver\u00e4ndern kann als K\u00fcnstlerin und das war zu DDR-Zeiten f\u00fcr Christine Schlegel ein Befreiungsschlag erster G\u00fcte, die Dinge in Bewegung zu bringen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMitte der 1970er-Jahre, w\u00e4hrend ihres Malereistudiums an der Dresdner Kunsthochschule, waren es Collagen, Montagen und \u00dcbermalungen, mit denen sich Christine Schlegel damals frei schwamm vom Dogma des <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/politik-gesellschaft\/kultur\/willi-sitte-128.html\" title=\"&quot;Ich war ein politischer Maler&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sozialistischen Realismus.<\/a> Wichtige Impulse erhielt sie ab 1983 bei der vom absurden Theater inspirierten freien, nonkonformen K\u00fcnstlergruppe SUM.\n<\/p>\n<p>Inspiriert von Performance-Kunst<\/p>\n<p class=\"text\">\nSie war mittendrin in deren wilden Performances in Helge Leibergs Atelier. Es entstanden dementsprechend expressive Zeichnungen. Eine Auswahl zeigt die Ausstellung. Das war auch die Zeit, als Christine Schlegel zur Kamera griff und begann, mit Super-8-Film zu experimentieren.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIhre Filme sind komplexe Gebilde, abstrakte k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit der Materialit\u00e4t, f\u00fcr die sie ausgediente Filmstreifen zerkratzt und bemalt hat. Es waren Aufnahmen von <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/palucca-tanz-gruenes-gewoelbe-nicolai-kultur-news-100.html\" title=\"Dresden: Palucca Schule performt zum 300. Geburtstag des Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbes\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Performances<\/a> der T\u00e4nzerin Fine Kwiatkowski, mit der Christine Schlegel \u00fcber Jahre eng zusammenarbeitete.\u00a0\n<\/p>\n<p><a name=\"Eine\">Eine<\/a> Verbindung von Aktionskunst, Malerei und Film<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Diese neuen Filmbilder hat sie dann einer n\u00e4chsten Aktion auf Fine Kwiatkowski projiziert, so dass wir ihre Malerei auf dem K\u00f6rper von Fine Kwiatkowski wiederfinden&#8220;, erl\u00e4utert Carolin Quermann, &#8222;also eine Verdreifachung, des eigenen filmischen Schaffens, was sie dann wieder ins Malerischen \u00fcbertragen hat.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs ist eine komplizierte Verflechtung, die man im Bild &#8222;Fine in Projektion&#8220;, noch einmal versuchen kann, nachzuvollziehen. Das dritte Gem\u00e4lde in diesem Bunde ist wiederum ein Selbstbildnis, entstanden 1986, als Christine Schlegel nach West-Berlin ausgereist war.\n<\/p>\n<p>Ausreise nach West-Berlin<\/p>\n<p class=\"text\">\nEine gro\u00dfe Verletzlichkeit spricht daraus: Ihr linkes Auge h\u00e4lt die Figur zwischen ihren Fingern. Entbl\u00f6\u00dft und ungesch\u00fctzt musste sie offenbar sich selber und auch die Welt neu sehen lernen. Ihre Filme allerdings kannte man damals auch dort und so konnte sie k\u00fcnstlerisch daran ankn\u00fcpfen. Inzwischen liegen diese alle digitalisiert vor.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit den 8-mm-Stills hat Christine Schlegel k\u00fcrzlich wieder gearbeitet, erz\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin: &#8222;Ich habe die auf Hahnem\u00fchlen-Papier drucken lassen und es sieht unglaublich aus, wie eine Aquatinta oder wie der wahnsinnigste Druck, den man m\u00fchsam erzeugen kann und das Tolle ist einfach, dass ich da wieder hinein collagiert habe und reingemalt habe. &#8222;Also ich habe nochmal einen richtigen Kreativschub gehabt mit 74.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn der St\u00e4dtischen Galerie Dresden werden diese aktuellen Arbeiten nicht gezeigt, aber Christine Schlegels Filme zumindest kann man sich im integrierten Kinoraum ansehen. Den Schwerpunkt bilden aber ihre Gem\u00e4lde, Zeichnungen und grafischen Arbeiten. Es ist lediglich eine Auswahl aus fast 50 Jahren ihres k\u00fcnstlerischen Schaffens.\n<\/p>\n<p>Die Malerei als Abenteuer<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Das Malen ist f\u00fcr mich ein unglaubliches Abenteuer, weil ich ja nicht etwas konzipiere und es dann abmale&#8220;, so erkl\u00e4rt Schlegel den Reiz der Malerei. &#8222;Wenn man am Ende die Bilder anguckt und sieht, da ist etwas, was wirklich aus dem Unterbewusstsein kommt drin, was ich am Ende gar nicht so formulieren h\u00e4tte k\u00f6nnen, was aber sich in das Bild reingeschlichen hat und das empfinde ich als ein gro\u00dfes Abenteuer.&#8220;\u00a0\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich habe nochmal einen richtigen Kreativschub gehabt mit 74.<\/p>\n<p>Christine Schlegel<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie Schau in der St\u00e4dtischen Galerie ist zudem nicht die einzige mit Werken von Christine Schlegel: Mit &#8222;Malerei \u2013 mein Abenteuer&#8220; ist auch eine weitere Jubil\u00e4umsausstellung in Dresden \u00fcberschrieben, in der Galerie Kunstausstellung K\u00fchl, der Christine Schlegel seit vielen Jahren verbunden ist. In einer kleinen Sonderschau im <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/skd-kunstsammlungen-museum-kokoschka-neu-kultur-news-100.html\" title=\"Ausstellung im Albertinum: Kokoschka kehrt zur\u00fcck nach Dresden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Albertinum<\/a> zu Aktionsk\u00fcnstlerinnen in der DDR ist die Dresdner K\u00fcnstlerin ebenso mit Werken vertreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer die Ausstellung betritt, wird von drei Werken Christine Schlegels empfangen, die auf einen Blick einladen in ihren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":137369,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[44988,50155,50157,129,3364,29,2386,92,30,66,2705,81,50158,28285,859,50156,3203,7608],"class_list":{"0":"post-137368","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-abstrakt","9":"tag-christine-schlegel","10":"tag-collage","11":"tag-ddr","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-dresden","15":"tag-film","16":"tag-germany","17":"tag-kulturnachrichten","18":"tag-malerei","19":"tag-mdr","20":"tag-nonkonform","21":"tag-performance","22":"tag-sachsen","23":"tag-staedtische-galerie","24":"tag-surrealismus","25":"tag-west-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114565966934557084","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=137368"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137368\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/137369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=137368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=137368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=137368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}