{"id":137526,"date":"2025-05-25T03:21:11","date_gmt":"2025-05-25T03:21:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137526\/"},"modified":"2025-05-25T03:21:11","modified_gmt":"2025-05-25T03:21:11","slug":"preis-digitale-innovation-in-der-herzmedizin-erkrath-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137526\/","title":{"rendered":"Preis: Digitale Innovation in der Herzmedizin | erkrath.jetzt"},"content":{"rendered":"<p> <img loading=\"lazy\" alt=\"\" title=\"2025-preisverleihung_digitale_innovation\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2025-preisverleihung_digitale_innovation-678x381.jpg\" decoding=\"async\" class=\"lazyload\" width=\"678\" height=\"381\" data-eio-rwidth=\"678\" data-eio-rheight=\"381\"\/>Martin Vestweber (DHS), Matthias Bescherer (Sana Kliniken AG), Dr. Bet\u00fcl Toprak (UKE Hamburg), Prof. Thorsten Dill (Sana KH Benrath), Prof. Armin Welz (DSHF), Prof. Benjamin Meder (UK Heidelberg). Foto:  DHS\/HaussL\u00e4sst sich ein Herzinfarkt mit Hilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz schneller erkennen? Forscherin vom UKE ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Forschungsarbeit zum Einsatz eines KI-Algorithmus in der Herzinfarkt-Diagnostik erh\u00e4lt den erstmals vergebenen Forschungspreis \u201eDigitale Innovationen in der Herzmedizin\u201c.<\/p>\n<p>Schmerzen in der Brust sind eine der h\u00e4ufigsten Anl\u00e4sse f\u00fcr Notaufnahmen im Krankenhaus. Sie k\u00f6nnen sehr unterschiedliche Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu lebensbedrohlichen wie einem akuten Herzinfarkt. Umso wichtiger ist es, schnell und zuverl\u00e4ssig eine Diagnose zu stellen, um im Notfall z\u00fcgig die lebensrettende Therapie einzuleiten. \u00a0K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) kann die Herzinfarkt-Diagnostik deutlich beschleunigen, wie eine internationale Studie, gef\u00f6rdert vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Herz- Kreislauf-Forschung (DZHK), ergeben hat. Daf\u00fcr ist jetzt die Studien-Erstautorin Dr. Bet\u00fcl Toprak, von der Klinik f\u00fcr Kardiologie am Universit\u00e4ren Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum Hamburg, UKE mit dem erstmals vergebenen Forschungspreis \u201eDigitale Innovationen in der Herzmedizin\u201c ausgezeichnet worden.\u00a0<\/p>\n<p>Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Deutschen Herzstiftung und der Sektion eCardiology der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Kardiologie (DGK) wird von der Sana Kliniken AG gef\u00f6rdert. \u201eDie ausgezeichnete Arbeit von Dr. Toprak leistet einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Weiterentwicklung der Herzinfarkt-Diagnostik in der modernen Kardiologie und k\u00f6nnte dazu beitragen, dass Patienten mit unklaren Schmerzen in der Brust schneller hinsichtlich eines Herzinfarkts abgekl\u00e4rt werden und damit die geeignete Behandlung erhalten k\u00f6nnen\u201c, betonte der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtl\u00e4nder, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung anl\u00e4sslich der Preisverleihung im Rahmen der Jahrestagung der DGK in Mannheim.<\/p>\n<p>Diagnose beschleunigen<\/p>\n<p>Nur etwa 5-25 % der Menschen, die mit den Symptomen eines akuten Herzinfarkts in der Notaufnahme untersucht werden, haben tats\u00e4chlich einen Herzinfarkt. Die Behandlung muss dann im Falle eines Herzinfarkts schnell erfolgen. Gerade in l\u00e4ndlichen Regionen mit weiten Wegen bis zum n\u00e4chsten Krankenhaus mit spezialisierter Herzinfarktversorgung ist es w\u00fcnschenswert, m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig einen Herzinfarkt zu best\u00e4tigen oder auszuschlie\u00dfen. \u00dcblicherweise geschieht dies mit einer Kombination aus klinischen Symptomen, Elektrokardiogramm (EKG) und bestimmten Laborwerten, vor allem dem Troponin I.\u00a0<\/p>\n<p>Der Laborwert Troponin I kann heute innerhalb von Minuten mit einem hochsensitiven Schnelltest (Point- of-Care-Test, POCT) bestimmt werden, ohne dass daf\u00fcr eine Blutprobe zeitaufw\u00e4ndig in ein Labor transportiert und dort analysiert werden muss. Dr. Bet\u00fcl Toprak und ihre Arbeitsgruppe haben in einer retrospektiven Analyse von Daten aus zwei gro\u00dfen Beobachtungsstudien bei Patienten, die sich mit Brustschmerzen in einer Notaufnahme in den USA sowie in Australien vorgestellt hatten, nachgewiesen, dass sich mit einem KI-Algorithmus sicher, schnell und effizient ein Herzinfarkt ausschlie\u00dfen l\u00e4sst \u2013 schneller als mit bisherigen Diagnoseverfahren. \u201ePerspektivisch betrachtet kann der Einsatz von KI in Kombination mit dem Schnelltest zu einer Entlastung der Notaufnahmen der Krankenh\u00e4user beitragen\u201c, betont Professor Dr. Thorsten Dill, Chefarzt der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Kardiologie, Sana Krankenhaus Benrath, Sana Kliniken D\u00fcsseldorf GmbH bei der Preisvergabe an Dr. Toprak.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDer Algorithmus berechnet eine individuelle Herzinfarktwahrscheinlichkeit basierend auf dem Ergebnis eines einzigen hochsensitiven Troponin-POC-Tests in Kombination mit acht weiteren Variablen wie z.B. Alter, Geschlecht, Zeit seit Symptombeginn, EKG-Ver\u00e4nderungen\u201c, erl\u00e4uterte Dr. Toprak. In der Studie ARTEMIS (Artificial Intelligence in Suspected Myocardial Infarction Study) waren insgesamt Daten von 2560 Patienten ausgewertet worden. \u201eDer ARTEMIS-POC-Algorithmus erm\u00f6glichte einen direkten Herzinfarktausschluss bei 899 Patienten (35,1 %) mit einer Sicherheit von 99,96 %\u201c, erg\u00e4nzte die Forscherin. \u00a0Dieses Ergebnis konnte in verschiedenen, klinisch relevanten Subgruppen best\u00e4tigt werden, insbesondere auch erstmals bei Patienten bei denen die Beschwerden seit weniger als drei Stunden bestanden [1].\u00a0<\/p>\n<p>Neue Wege in der Herzinfarktdiagnostik\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDiese Arbeit k\u00f6nnte einen Paradigmenwechsel in der zuk\u00fcnftigen Herzinfarktdiagnostik einleiten. Denn der ARTEMIS-POC-Algorithmus erm\u00f6glicht einen sicheren Herzinfarkt-Ausschluss in pr\u00e4klinischen, ambulanten oder l\u00e4ndlichen Versorgungsbereichen und ist doppelt so effizient wie bisherige Diagnoseverfahren\u201c, hob Professor Dr. Benjamin Meder, stellv. \u00c4rztlicher Direktor der Klinik f\u00fcr Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg und Sprecher der Sektion eCardiology der DGK hervor. Ein serielles Monitoring des Laborwerts er\u00fcbrigt sich, bei Patienten mit einem niedrigen Risiko f\u00fcr einen Herzinfarkt, um rasch zu einer Entscheidung zu kommen, wie mit den Patienten weiter verfahren und welche medizinische Versorgung angewendet werden sollte.\u00a0<\/p>\n<p>Die Best\u00e4tigung der Ergebnisse aus ARTEMIS in prospektiven, randomisierten Studien sowie eine Zulassung der digitalen Anwendung vorausgesetzt, lie\u00dfen sich k\u00fcnftig bei einem relevanten Anteil der Patienten bereits ohne Krankenhausvorstellung (z. B. beim niedergelassenen Kardiologen, w\u00e4hrend der medizinischen Versorgung durch den Rettungsdienst) ein Herzinfarkt sicher ausschlie\u00dfen oder im Falle einer Klinikvorstellung Verweildauern in der Notaufnahme relevant verringern. Damit lie\u00dfe sich die Versorgungsqualit\u00e4t deutlich verbessern.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><br \/>1 Toprak B, Solleder H, Di Carluccio E et al.: Diagnostic accuracy of a machine learning algorithm using point-of-care high-sensitivity cardiac troponin I for rapid rule-out of myocardial infarction: a retrospective study.\u00a0Lancet Digit Health 2024; 6:e729-738 doi: 10.1016\/S2589-7500(24)00191-2.<\/p>\n<p>   52<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Martin Vestweber (DHS), Matthias Bescherer (Sana Kliniken AG), Dr. Bet\u00fcl Toprak (UKE Hamburg), Prof. Thorsten Dill (Sana KH&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":137527,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,1209,181,42311],"class_list":{"0":"post-137526","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duesseldorf","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-pressemitteilungen","14":"tag-regional-und-ueberregional"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114566324875883990","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=137526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137526\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/137527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=137526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=137526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=137526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}