{"id":137687,"date":"2025-05-25T04:55:16","date_gmt":"2025-05-25T04:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137687\/"},"modified":"2025-05-25T04:55:16","modified_gmt":"2025-05-25T04:55:16","slug":"ostmoderne-reloaded-wie-berlin-seine-ddr-architektur-neu-erfindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137687\/","title":{"rendered":"Ostmoderne reloaded: Wie Berlin seine DDR-Architektur neu erfindet"},"content":{"rendered":"<p>Lange verkannt, heute wiederentdeckt: Die Architektur der Ostmoderne erlebt in Berlin eine stille Renaissance. Sanierungen, Umbauten und Neubauten zeigen, wie aus vermeintlichen Relikten neue urbane Chancen entstehen. Ein detaillierter Blick auf Bauprojekte, die Geschichte und Zukunft verbinden.<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Haus-der-Statistik-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-5.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-50220\" class=\"lazyload wp-image-50220 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Haus-der-Statistik-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-5.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-50220\" class=\"wp-caption-text\">Das einstige Haus der Statistik in Berlin-Mitte, heute eine Ikone der \u201eOstmoderne\u201c. Entstanden ist das Geb\u00e4udeensemble in den Jahren von 1968 bis 1970 als Sitz der Staatlichen Zentralverwaltung f\u00fcr Statistik der DDR. Zuk\u00fcnftig soll daraus ein Wohn- und Verwaltungskomplex werden, der Umbau l\u00e4uft seit mehreren Jahren. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>\u00a9 Visualisierung Titelbild: Trockland GmbH<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Als Denkmale noch zu jung, aber f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe Nutzung schon zu alt? Die Bauten der Nachkriegsmoderne pr\u00e4gen viele deutsche St\u00e4dte noch heute, sowohl in einstmals westdeutschen St\u00e4dten sowie auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen DDR.<\/p>\n<p>Umbau, zeitgen\u00f6ssische Modernisierung oder vollst\u00e4ndiger Abriss sind h\u00e4ufig die Schicksale, die vielen der Geb\u00e4ude widerfahren. Vor allem jene Geb\u00e4ude, die seit Jahren oder Jahrzehnten auf eine Modernisierung warten, werden von Akteuren im Umfeld oft nur noch als \u201eSchandfleck\u201c oder \u201eAltlast\u201c betrachtet.<\/p>\n<p>DDR-Nachkriegsmoderne wurde in der Vergangenheit eher negativ bewertet<\/p>\n<p>In den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern ist die Situation durch die harten gesellschaftlichen Umbr\u00fcche der Nachwendezeit noch einmal besonders. Staatsbetriebe, denen viele dieser Bauwerke zugeordnet waren, h\u00f6rten schlagartig auf zu existieren.<\/p>\n<p>Die \u00fcbriggebliebenen Geb\u00e4ude \u2013 oft in katastrophalem Zustand \u2013\u00a0 wurden den Mechanismen der Immobilienverwertung ausgesetzt. In vielen F\u00e4llen wurden keine ad\u00e4quaten Neu-Nutzungen gefunden, viele Geb\u00e4ude wurden abgerissen.<\/p>\n<p>Nach dem Mauerfall: \u201eOstmoderne\u201c-Bauten wurden gro\u00dffl\u00e4chig abgerissen<\/p>\n<p>Nachdem die Geb\u00e4ude viele Jahre verschm\u00e4ht wurden, hat mittlerweile ein schrittweises Umdenken in der Architektur- und Baubranche eingesetzt. Verkannte Qualit\u00e4ten der einstigen Geb\u00e4ude werden aufgezeigt und Perspektiven f\u00fcr den Umgang mit dem gebauten Erbe diskutiert.<\/p>\n<p>Dabei ist das Thema nun wirklich nicht g\u00e4nzlich neu. Das Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/-\/en\/Dt-Werkbund-Berlin-V\/dp\/3936314411?crid=BU9G65JSUDLI&amp;keywords=Ostmoderne+%E2%80%93+Architektur+in+Berlin+1945-1965&amp;qid=1701145579&amp;sprefix=ostmoderne+architektur+in+berlin+1945-1965%2Caps%2C77&amp;sr=8-6&amp;linkCode=sl1&amp;tag=ews03-21&amp;linkId=d5d026848e45b965cd052161c68677fc&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Ostmoderne \u2013 Architektur in Berlin 1945-1965<\/a>\u201c (geschrieben von Andreas Butter und Ulrich Hartung) erschien bereits 2004 anl\u00e4sslich einer Ausstellung des Deutschen Werkbunds.<\/p>\n<p>Bewusstsein f\u00fcr ostdeutsche Baudenkm\u00e4ler entwickelte sich langsam<\/p>\n<p>Mittlerweile ist der Ausdruck \u201eOstmoderne\u201c weit verbreitet, doch damals musste er erst etabliert werden, zusammen mit einem Bewusstsein f\u00fcr die architektonischen Denkm\u00e4ler der Ost-Berliner oder ostdeutschen Bauten aus dieser Zeit.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei vor allem um funktional ausgerichtete Geb\u00e4ude wie Industrieanlagen, Forschungsinstitute und Wasserwerke, bei denen zur Zeit ihrer Entstehung viel Wert auf eine gelungene Gestaltung gelegt wurde. Gleichzeitig sind allerdings auch Geb\u00e4ude entstanden, die aufgrund ihrer gestalterischen Armut lang als wenig erhaltensw\u00fcrdig angesehen wurden.<\/p>\n<p>Pauschale Kritik an DDR-Architektur ist l\u00e4ngst \u00fcberwunden worden<\/p>\n<p>\u00dcber einen langen Zeitraum hinweg herrschte nach dem Mauerfall daher die Ansicht vor, dass alles, was aus dem Osten stammte, beseitigt oder so ver\u00e4ndert werden musste, dass seine Herkunft nicht mehr erkennbar war.<\/p>\n<p>Allerdings h\u00e4lt diese pauschale Kritik den Tatsachen nicht ganz stand. Nicht zuletzt deshalb, weil die Ostmoderne \u00fcber verschiedene Epochen hinweg existierte, die von ideologischen Schwankungen gepr\u00e4gt waren und unter denen die damaligen Gestalter zu leiden hatten.<\/p>\n<p>\u201eOstmoderne\u201c wird in neue Projekte integriert \u2013 und hervorgehoben<\/p>\n<p>Vermehrt werden mittlerweile Geb\u00e4ude der \u201eOstmoderne\u201c in Immobilienprojekte involviert, anstatt sie abzurei\u00dfen \u2013 selbst wenn die der architektonische Mehrwert der Bauten mitunter nicht direkt auf der Hand liegt.<\/p>\n<p>In Berlin werden aktuell mehrere Bauprojekte umgesetzt, bei denen Geb\u00e4ude der DDR-Moderne g\u00e4nzlich umgebaut und modernisiert werden oder Teil von gro\u00dfen Immobilienprojekten werden. Das bekannteste Beispiel ist vermutlich der Umbau des Hauses der Statistik an der Otto-Braun-Stra\u00dfe am Alexanderplatz.<\/p>\n<p>Haus der Statistik am Alexanderplatz: Umbau eines riesigen Komplexes<\/p>\n<p>Es ist eines der letzten Geb\u00e4udeensembles im \u00f6stlichen Berliner Zentrum, welches noch immer quasi unver\u00e4ndert steht. Berlinerinnen und Berliner sowie Touristen haben sich vermutlich schon h\u00e4ufig gefragt, warum die \u201cDDR-Ruine\u201d, als die das Geb\u00e4ude bereits in zahlreichen Medien bezeichnet wurde, nicht l\u00e4ngst abgerissen worden ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/haus-der-statistik-am-alexanderplatz-umbau-hat-begonnen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Stadt Berlin hat aber g\u00e4nzlich andere Pl\u00e4ne mit dem maroden Geb\u00e4udek\u00f6rper.<\/a> Entstanden ist das Geb\u00e4udeensemble in den Jahren von 1968 bis 1970 als Sitz der Staatlichen Zentralverwaltung f\u00fcr Statistik der DDR. Nach der Wiedervereinigung nutzten verschiedene bundesdeutsche Beh\u00f6rden die Geb\u00e4ude. Seit 2008 stehen die insgesamt vier Geb\u00e4udeteile leer.<\/p>\n<p>Ein vielseitiges Quartier mit Wohnungen und B\u00fcros soll entstehen<\/p>\n<p>Der st\u00e4dtebauliche Entwurf f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Haus der Statistik sieht ein vielseitig nutzbares Quartier f\u00fcr Menschen aller Altersklassen vor. Das Konzept der Planungsgesellschaft\u00a0<a href=\"http:\/\/teleinternetcafe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Teleinternetcaf\u00e9 und Treibhaus<\/a> hatte sich in einem Wettbewerb vor rund vier Jahren durchgesetzt.<\/p>\n<p>Zu den 46.000 bereits bestehenden Quadratmetern in den Altbauten an der Alexanderstra\u00dfe und Otto-Braun-Stra\u00dfe sollen rund 66.000 Quadratmeter Neubau hinzukommen. Rund 250 bis 350 Millionen Euro soll das neue Quartier kosten.<\/p>\n<p>Sanierung: An der Klosterstra\u00dfe entsteht das Projekt \u201eSixty2\u201c<\/p>\n<p>Ein vergleichbares, wenn auch deutlich kleineres Projekt <a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/an-der-klosterstrasse-entsteht-der-wohn-und-gewerbekomplex-sixty2\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">soll an der Klosterstra\u00dfe entstehen, ebenfalls unweit des Alexanderplatzes<\/a>. Auch hier soll ein Bestandsbau \u2013 ein ehemaliger DDR-B\u00fcrokomplex aus den 1970er Jahren \u2013 saniert und um einen Neubau erg\u00e4nzt werden. Der Immobilienentwickler Trockland verantwortet das Vorhaben.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr die Revitalisierung anstelle eines Abrisses der umfangreichen Geb\u00e4udeteile soll auch einen wichtigen \u00f6kologischen Vorteil mit sich bringen: Der Erhalt des Geb\u00e4udes soll laut Projektentwickler zur positiven Nachhaltigkeitsbilanz des gesamten Projekts beitragen, da auf diese Weise erhebliche Mengen an Rohstoffen eingespart werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gewerbefl\u00e4chen und 43 Mietwohnungen sollen entstehen<\/p>\n<p>Entstehen sollen im Bestands- und Neubau vornehmlich B\u00fcro- und Gewerbefl\u00e4chen, aber auch 43 neue Mietwohnungen. Das Westgeb\u00e4ude wird eine umfassende Modernisierung durch einen vollst\u00e4ndigen Umbau sowie eine Erweiterung und den Bau eines neuen Geb\u00e4udes erfahren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/trockland-plant-kulturprojekt-funkytown-an-der-nalepastrasse\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Au\u00dferhalb des Berliner Zentrums entwickelt das Unternehmen Trockland noch ein vergleichbares, aber deutlich umfangreicheres Bauvorhaben<\/a>. Dieses wird auf einer der gr\u00f6\u00dften, seit vielen Jahren ungenutzten Brachfl\u00e4che im S\u00fcdosten Berlins geplant.<\/p>\n<p>Trockland: In Sch\u00f6neweide wird das Projekt \u201eFunkytown\u201c entwickelt<\/p>\n<p>Das Grundst\u00fcck liegt zwischen der Rummelsburger Landstra\u00dfe und dem heutigen \u201cFunkhaus Berlin\u201d an der Nalepastra\u00dfe. Am Grenzverlauf der Bezirke Lichtenberg und Treptow-K\u00f6penick liegt das Grundst\u00fcck, welches lediglich mit einem alten DDR-Plattenbau bebaut ist.<\/p>\n<p>Aus diesem l\u00e4ngst maroden Geb\u00e4ude funkte unter anderem der DDR-Jugendsender \u201cDT64\u201d knapp 30 Jahre lang Kultur und Hits, Debatten und Kunst in die Haushalte einer ganzen Generation. Auf dem benachbarten Grundst\u00fcck befindet sich das gr\u00f6\u00dftenteils denkmalgesch\u00fctzte \u201cFunkhaus Berlin\u201d \u2013 ehemals \u201cFunkhaus Nalepastra\u00dfe\u201d \u2013 welches ab den 1950er Jahren errichtet wurde.<\/p>\n<p>Ehemaliger Sitz des DDR-Rundfunks soll revitalisiert werden<\/p>\n<p>Von 1956 bis 1990 hatte der Rundfunk der DDR seinen Sitz in dem beeindruckenden Geb\u00e4udeensemble. In diesem spannenden Umfeld soll in den kommenden Jahren ein Kultur- und Gewerbeprojekt realisiert werden, welches einen engen thematischen Bezug zur Funk- und Radiogeschichte des Areals aufweisen soll.<\/p>\n<p>Das wird allein schon durch den ungew\u00f6hnlichen Namen deutlich, den das Bauvorhaben erhalten hat: \u201cFunkytown\u201d. Zudem soll der Bestandsbau, der sogenannte \u201cBlock-E\u201d, nicht abgerissen, sondern erhalten und modernisiert werden \u2013 obwohl dieser nicht unter Denkmalschutz steht.<\/p>\n<p>Neben der Reaktivierung von \u201cBlock-E\u201d sind insgesamt acht Neubauten auf dem Gel\u00e4nde geplant, die auf der freien Fl\u00e4che zwischen Bestandsbau und Rummelsburger Landstra\u00dfe platziert werden sollen.<\/p>\n<p>Jannowitzbr\u00fccke: Neubau mit Bezug zur DDR-Architektur<\/p>\n<p>An der Jannowitzbr\u00fccke wird derzeit sogar ein komplettes Neubauprojekt umgesetzt, welches sich architektonisch an der Architektur der DDR-Postmoderne orientiert.<\/p>\n<p>Auf dem Grundst\u00fcck befand sich noch bis Ende letzten Jahres eine ehemalige DDR-Kaufhalle, die mittlerweile abgerissen worden ist. Das bauf\u00e4llige Geb\u00e4ude war in den vergangenen Jahren immer wieder f\u00fcr Zwischennutzungen gemietet worden, hatte auf dem Baugrund jedoch keine Zukunft.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es zwischenzeitlich die \u00dcberlegung, den Flachbau in die zuk\u00fcnftige Gestaltung des Areals einzubeziehen, diese Pl\u00e4ne sind allerdings nicht verwirklich worden.<\/p>\n<p>Wohnungen und B\u00fcros sind im Neubau an der Alexanderstra\u00dfe geplant<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/berlin-mitte-wohnungen-und-bueros-entstehen-an-der-holzmarktstrasse\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nun wird auf dem Gel\u00e4nde unweit des Alexanderplatzes g\u00e4nzlich neu gebaut, und zwar nach einem Entwurf des Berliner B\u00fcros\u00a0Diercks &amp; Sch\u00f6nberger Architekten\u00a0mit Peter Meyer.<\/a> Im Erdgeschoss sollen nach Auskunft der Projektverantwortlichen insgesamt acht Gewerbeeinheiten f\u00fcr Gastronomie und Einzelhandel eingerichtet werden, auch Wohnungen sind geplant. An der Ostseite des Neubaus soll ein neuer Stadtplatz mit Au\u00dfengastronomie, Spielplatz und Gr\u00fcnfl\u00e4chen entstehen.<\/p>\n<p>Die architektonische Gestaltung des Geb\u00e4udes, mit seiner teilweisen Fassadenverkleidung durch gelbe Kacheln, darf durchaus als Hommage an die in den 1960er und 1970er Jahren in diesem Stadtareal umgesetzten Bauprojekte verstanden werden.<\/p>\n<p>Karl-Marx-Allee: Vollendung des st\u00e4dtebaulichen Entwurfs<\/p>\n<p>\u00c4hnliches soll an der Karl-Marx-Allee umgesetzt werden. Neben einer weiteren Entwicklung der denkmalgesch\u00fctzten Magistrale hin zu einer besseren Klimaresilienz <a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/karl-marx-allee-neue-pavillons-und-mehr-stadtgruen-sind-geplant\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">soll es auch neue Geb\u00e4ude im Abschnitt zwischen Schillingstra\u00dfe und Alexanderplatz geben<\/a>.<\/p>\n<p>Dabei soll die urspr\u00fcngliche st\u00e4dtebauliche Idee aus den 1960er Jahren fortgef\u00fchrt und gewisserma\u00dfen vollendet werden. Urspr\u00fcnglich waren entlang der Stra\u00dfe elf Pavillons geplant. Gebaut wurden letztlich jedoch nur sechs davon. Nun sollen die restlichen Pavillons neu gebaut und mit kulturellen Nutzungen versehen werden.<\/p>\n<p>Kino International: Modernisierung einer Kultur-Ikone<\/p>\n<p>Ein weiteres Bauprojekt mit DDR-Bezug wird ebenfalls auf der Karl-Marx-Allee umgesetzt. Das Kino International, gelegen an der Grenze zwischen Mitte und Friedrichshain, wird seit Fr\u00fchjahr 2024 umfassend saniert und modernisiert.<\/p>\n<p>Das traditionsreiche Lichtspielhaus, entworfen von den Architekten Josef Kaiser und Heinz Aust, strahlt bis heute einen besonderen Glanz aus und wird wegen seiner Architektur zurecht als Beispiel f\u00fcr herausragende Neubauten der Nachkriegszeit gefeiert.<\/p>\n<p>Seit Fr\u00fchjahr 2024 ist das Lichtspielhaus f\u00fcr 15 Monate geschlossen<\/p>\n<p>Der Kulturbau wurde nach rund zweij\u00e4hriger Bauzeit am 15. November 1963 er\u00f6ffnet und beherbergte nicht nur den Kinosaal f\u00fcr \u00fcber 500 G\u00e4ste, sondern auch die Panoramabar, eine Lounge sowie eine Bibliothek. Zu DDR-Zeiten hatte die Lounge im Volksmund den s\u00fcffisanten Beinamen \u201cHonecker-Lounge\u201d.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur Sanierung der bestehenden R\u00e4umlichkeiten sollen auch die ehemalige Bibliothek und andere Bereiche wieder nutzbar gemacht werden. Ziel der anstehenden Arbeiten ist es, neben den regul\u00e4ren Filmvorf\u00fchrungen weitere Veranstaltungen wie Lesungen, Tagungen oder Ausstellungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Pankow: Umbau der ehemaligen Australischen Botschaft<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/entwicklungsstadt.de\/pankow-ehemalige-australische-botschaft-wird-zum-bildungscampus\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ein weiteres Sanierungs- und Umbauprojekt wird in Pankow auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Botschaft Australiens, die w\u00e4hrend der deutschen Teilung die Vertretung des Landes in der DDR war, umgesetzt.<\/a> Das Geb\u00e4ude befindet sich im Ortsteil Niedersch\u00f6nhausen, an der Grabbeallee 34.<\/p>\n<p>Um die Vielzahl neuer diplomatischer Vertretungen in den sp\u00e4ten 1960er und fr\u00fchen 1970er Jahren unterzubringen, gab der DDR-Ministerrat seinerzeit rund 140 vorfabrizierte Geb\u00e4ude in Auftrag.<\/p>\n<p>An der Grabbeallee soll ein neuer Bildungscampus entstehen<\/p>\n<p>Australische Diplomaten nutzten das Geb\u00e4ude in der Zeit von 1973 bis 1986. Der Mietvertrag wurde dann vom australischen Staat aufgel\u00f6st. Bis 1990 wurden alle diplomatischen Beziehungen mit den beiden deutschen Staaten von Warschau aus geregelt.<\/p>\n<p>Der\u00a0Humanistische Landesverband Berlin\/Brandenburg\u00a0hatte das Grundst\u00fcck im Jahr 2019 erworben und beabsichtigt nun, eine Kindertagesst\u00e4tte sowie eine Grundschule im Geb\u00e4ude einzurichten. Gegenw\u00e4rtig sind die Bauarbeiten unter Leitung des\u00a0Architekturb\u00fcros Hinz im Gang, erste Teile des Projekts wurden bereits fertiggestellt.<\/p>\n<p>\u201eOstmoderne\u201c als markanter Bestandteil des Berliner Stadtbilds<\/p>\n<p>Diese Projekte sind nur ein Ausschnitt der Bauprojekte, die derzeit umgesetzt werden oder in den kommenden Jahren aufgenommen werden. Zahlreiche Geb\u00e4ude warten noch immer darauf, modernisiert und neu genutzt zu werden.<\/p>\n<p>Diese mitunter sehr aufwendigen Bauvorhaben zeigen, dass die Architektur der \u201eOstmoderne\u201c also auch weiterhin sichtbarer und markanter Bestandteil des Berliner Stadtbildes bleiben wird, wobei zahlreiche in den Nachkriegsjahrzehnten errichteten Geb\u00e4ude k\u00fcnftig mit v\u00f6llig neuen Nutzungskonzepten versehen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Kino-International-\u00a9-Foto-ENTWICKLUNGSSTADT-1.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-50082\" class=\"lazyload wp-image-50082 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Kino-International-\u00a9-Foto-ENTWICKLUNGSSTADT-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-50082\" class=\"wp-caption-text\">Kino International: Das traditionsreiche Lichtspielhaus, entworfen von den Architekten Josef Kaiser und Heinz Aust, wird seit Fr\u00fchjahr 2024 saniert. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KITA-AUSTRALISCHE-BOTSCHAFT.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30418\" class=\"lazyload wp-image-30418 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KITA-AUSTRALISCHE-BOTSCHAFT.jpg\" alt=\"\" width=\"1157\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-30418\" class=\"wp-caption-text\">Die einstige Australische Botschaft in Berlin-Pankow: Australische Diplomaten nutzten das Geb\u00e4ude in der Zeit von 1973 bis 1986. Der Mietvertrag wurde dann vom australischen Staat aufgel\u00f6st. Zuk\u00fcnftig soll auf dem Gel\u00e4nde ein Bildungscampus etabliert werden. \/ \u00a9 Foto: Wikimedia Commons<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-HAUS-DER-STATISTIK-1-1240x698-1.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30423\" class=\"lazyload wp-image-30423 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-HAUS-DER-STATISTIK-1-1240x698-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1240\" height=\"698\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-30423\" class=\"wp-caption-text\">Umbauprojekt an der Otto-Braun-Stra\u00dfe in Berlin-Mitte: Der st\u00e4dtebauliche Entwurf f\u00fcr das einstige und zuk\u00fcnftige Haus der Statistik sieht ein vielseitig nutzbares Quartier f\u00fcr Menschen aller Altersklassen vor. Das Konzept der Planungsgesellschaft\u00a0Teleinternetcaf\u00e9 und Treibhaus hatte sich in einem Wettbewerb vor rund vier Jahren durchgesetzt. \/ \u00a9 Visualisierung: Teleinternetcaf\u00e9 und Treibhaus<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KLOSTERSTRASSE-SIXTY2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30207\" class=\"lazyload wp-image-30207 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KLOSTERSTRASSE-SIXTY2.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-30207\" class=\"wp-caption-text\">An der Klosterstra\u00dfe in Berlin-Mitte soll ein Bestandsbau \u2013 ein ehemaliger DDR-B\u00fcrokomplex aus den 1970er Jahren \u2013 saniert und um einen Neubau erg\u00e4nzt werden. Der Immobilienentwickler Trockland verantwortet das Vorhaben. \/ \u00a9 Visualisierung: Trockland<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-NALEPASTRASSE-2.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-25202\" class=\"lazyload wp-image-25202 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-NALEPASTRASSE-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-25202\" class=\"wp-caption-text\">In Obersch\u00f6neweide entwickelt das Unternehmen Trockland ein umfangreiches Bauvorhaben. Dieses wird auf einer der gr\u00f6\u00dften, seit vielen Jahren ungenutzten Brachfl\u00e4che im S\u00fcdosten Berlins geplant. Das Grundst\u00fcck liegt zwischen der Rummelsburger Landstra\u00dfe und dem heutigen \u201cFunkhaus Berlin\u201d an der Nalepastra\u00dfe. \/ \u00a9 Visualisierung: Trockland<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-HOLZMARKTSTRASSE-NEUBAU-1240x698-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30421\" class=\"lazyload wp-image-30421 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-HOLZMARKTSTRASSE-NEUBAU-1240x698-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1240\" height=\"698\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-30421\" class=\"wp-caption-text\">Unweit der Stra\u00dfenkreuzung Holzmarktstra\u00dfe \/ Alexanderstra\u00dfe entsteht ein neues Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus samt Tiefgarage, welches architektonisch an die \u201eOstmoderne\u201c angelehnt ist. \/ \u00a9 Visualisierung: Diercks &amp; Sch\u00f6nberger Architekten Partnerschaft mbB, ADOMUM Holzmarktstra\u00dfe 66 GmbH<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KMA-PAVILLON.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-28727\" class=\"lazyload wp-image-28727 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/EWS-KMA-PAVILLON.jpg\" alt=\"\" width=\"928\" height=\"700\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-28727\" class=\"wp-caption-text\">An der Karl-Marx-Allee soll die urspr\u00fcngliche st\u00e4dtebauliche Idee aus den 1960er Jahren fortgef\u00fchrt und gewisserma\u00dfen vollendet werden. Urspr\u00fcnglich waren entlang der Stra\u00dfe elf Pavillons geplant. Gebaut wurden letztlich jedoch nur sechs davon. Die restlichen Pavillons sollen nun realisiert werden. \/ \u00a9 Foto: Wikimedia Commons<\/p>\n<p>Quellen: Trockland, Schwingenstein Stiftung gGmbH, Diercks &amp; Sch\u00f6nberger Architekten Partnerschaft mbB, ADOMUM Holzmarktstra\u00dfe 66 GmbH, Bezirksamt Pankow, Berliner Morgenpost, Wikipedia, Architektur Urbanistik Berlin, Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg Kd\u00f6R, Humanistische Kindertagesst\u00e4tte Grabbeallee, ostmodern.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lange verkannt, heute wiederentdeckt: Die Architektur der Ostmoderne erlebt in Berlin eine stille Renaissance. 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