{"id":137857,"date":"2025-05-25T06:30:11","date_gmt":"2025-05-25T06:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137857\/"},"modified":"2025-05-25T06:30:11","modified_gmt":"2025-05-25T06:30:11","slug":"wahlen-in-venezuela-dem-land-der-leeren-haeuser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137857\/","title":{"rendered":"Wahlen in Venezuela &#8211; dem Land der leeren H\u00e4user"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 25.05.2025 07:49 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In den vergangenen Jahren hat ein Viertel der Bev\u00f6lkerung Venezuela verlassen.\u00a0Von denen, die im autorit\u00e4r gef\u00fchrten Land geblieben sind, haben viele resigniert. In diesem Klima finden heute Parlaments-und Regionalwahlen statt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/anne-demmer-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anne Demmer\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/anne-demmer-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWahlplakate sieht Mair\u00edn Reyes von dem Fenster ihrer Wohnung aus nicht, erz\u00e4hlt sie am Telefon. Ein pers\u00f6nliches Treffen mit ihr in Caracas war nicht m\u00f6glich &#8211; ausl\u00e4ndischen Journalisten werden derzeit keine Visa ausgestellt, um direkt aus Venezuela zu berichten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon Wahlkampagnen war kaum etwas zu sp\u00fcren, ist auch von anderen Kontakten zu h\u00f6ren. Dabei finden in Venezuela heute Parlaments- und Regionalwahlen statt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einigen Mittelschichtsvierteln in der Hauptstadt Caracas fehlt es inzwischen aber teils auch an den W\u00e4hlern, an die sich politischen Botschaften richten k\u00f6nnten. Denn viele Bewohner haben in den vergangenen Jahren das Land verlassen &#8211; insgesamt etwa acht Millionen Venezolaner, und damit knapp ein Viertel der Bev\u00f6lkerung des Landes.<\/p>\n<p>    &#8222;Manchmal sieht man, dass sie es eilig hatten&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOft haben sie ihren gesamten Hausrat zur\u00fcckgelassen &#8211; ihre B\u00fccher- und Schallplattensammlungen, das Klavier oder die komplette Garderobe mit allen Schuhen. Mair\u00edn Reyes h\u00e4lt sich regelm\u00e4\u00dfig in den verlassenen und verstaubten Wohnungen auf. Sie hat daraus ein Gesch\u00e4ft gemacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSie r\u00e4umt die Wohnungen f\u00fcr ihre ehemaligen Besitzer aus, verkauft die Sofaecke, Gl\u00e4ser, spendet das, was im Kleiderschrank h\u00e4ngt, und verkauft am Ende oft auch die Immobilie. &#8222;Die Wohnungen sind in dem Zustand, in dem die Leute sie zur\u00fcckgelassen haben. Manchmal sieht man, dass sie es eilig hatten. Letztens habe ich eine Tasse Kaffee vorgefunden, wo der vertrocknete Kaffeesatz noch drin war. Die Person hatte offenbar keine Zeit mehr, sie zu sp\u00fclen&#8220;, erz\u00e4hlt Reyes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie meisten Kunden w\u00fcrden sie bitten, ihre alten Fotos einzuscannen, aber sie suchten oft auch ihre Papiere wie etwa Geburtsurkunden. &#8222;Einer bat mich auch mal, nach einem gemalten Bild seines Sohnes zu suchen, der jetzt aber auch schon 40 Jahre alt ist&#8220;, sagt die Gesch\u00e4ftsfrau.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas sei oft nostalgisch, aber gerade, wenn es um die Wohnungen von Freunden ginge, sei es manchmal auch sehr traurig: &#8222;Zum Beispiel bei einer sehr guten Freundin &#8211; ich war so oft bei ihr zu Hause.&#8220; Das sei sehr emotional gewesen &#8211; aber es sei auch sehr befriedigend, helfen zu k\u00f6nnen, sagt Reyes. &#8222;Und das ist letztlich ja auch das Ziel meiner Arbeit.&#8220;<\/p>\n<p>    Kritik an der Regierung traut sich kaum jemand<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele ihrer Kunden seien nach Europa gegangen, die meisten nach Spanien, aber auch nach Chile oder Panama. Warum die Leute gehen, dar\u00fcber spreche sie nicht mit ihnen, betont sie &#8211; ob aus politischen, wirtschaftlichen oder anderen Gr\u00fcnden. &#8222;Ich will nichts von Politik wissen. Aber das soll nicht hei\u00dfen, dass ich nicht eine verantwortungsbewusste B\u00fcrgerin bin&#8220;, sagt sie mit Nachdruck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSich politisch zu \u00e4u\u00dfern, Kritik an der Regierung zu \u00fcben, das traue sich kaum jemand, sagt Phil Gunson, Venezuela-Experte der Nichtregierungsorganisation International Crisis Group. Nach der Pr\u00e4sidentenwahl vor rund zehn Monaten war die Regierung repressiv gegen Demonstranten vorgegangen, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/venezuela-proteste-160.html\" title=\"Erneut landesweite Proteste in Venezuela nach Pr\u00e4sidentenwahl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die zu Tausenden im ganzen Land auf die Stra\u00dfe gegangen waren<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie weitgehend regierungstreue Wahlbeh\u00f6rde hatte den autorit\u00e4ren Amtsinhaber Nicol\u00e1s Maduro <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/venezuela-maduro-wahl-102.html\" title=\"Pr\u00e4sidentschaftswahl in Venezuela: Wahlbeh\u00f6rde erkl\u00e4rt Maduro zum Sieger\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ungeachtet internationaler Kritik und Betrugsvorw\u00fcrfen der Opposition offiziell zum Sieger erkl\u00e4rte<\/a>.\u00a0Die Opposition hatte behauptet, eigentlich 67 Prozent der Stimmen f\u00fcr ihren Kandidaten bekommen zu haben. Bei den Protesten kamen mehr als 20 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 Demonstranten wurden festgenommen.<\/p>\n<p>    Teile der Opposition boykottieren die Wahl<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr die Parlaments- und Regionalwahlen deuten Prognosen und Umfragen auf eine niedrige Wahlbeteiligung hin, was vor allem auf die politische Frustration und die Spaltung der Opposition zur\u00fcckgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInnerhalb der Opposition gehen die Meinungen dar\u00fcber auseinander, ob eine Wahlteilnahme unter den derzeitigen Bedingungen sinnvoll ist.\u00a0Die Vorsitzende der liberalen Partei Vente Venezuela, Maria Corina Machado, ruft zum Boykott auf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Ich k\u00f6nnte eine Liste von 100 Dingen aufstellen, die die Bedingungen aus wahltechnischer Sicht zu einer Barbarei machen. Sie versto\u00dfen gegen venezolanische Gesetze, sie versto\u00dfen gegen die venezolanische Verfassung, gegen internationale Normen&#8220;, sagte Machado. Es sei keine echte Wahl, denn die Stimmen der Menschen entschieden nichts.<\/p>\n<p>    Regierungsb\u00fcndnis wird wohl wieder siegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer ehemalige Pr\u00e4sidentschaftskandidat Henrique Capriles will an den Wahlen mit seiner kurzfristig zugelassenen neuen Gruppierung namens Uni\u00f3n y Cambio teilnehmen. Capriles war eigentlich f\u00fcr 15 Jahre von \u00f6ffentlichen \u00c4mtern ausgeschlossen worden, weil ihm angebliche Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten bei der Verwendung \u00f6ffentlicher Mittel vorgeworfen wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeine pl\u00f6tzliche Zulassung gilt als unerwartete Wende in der Regierungspolitik. Beobachter spekulieren \u00fcber Dialoge zwischen Maduro und Capriles&#8216; Oppositionsfl\u00fcgel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch bei den anstehenden Parlaments- und Regionalwahlen kann von transparenten, freien und fairen Wahlen keine Rede sein. Aufgrund des oppositionellen Teilboykotts und der vermutlich niedrigen Wahlbeteiligung ist mit einem deutlichen Sieg des Regierungsb\u00fcndnisses\u00a0zu\u00a0rechnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPr\u00e4sident Maduro gibt sich sowieso gelassen. Nach wie vor hat er auch die Unterst\u00fctzung des m\u00e4chtigen Milit\u00e4rs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 25.05.2025 07:49 Uhr In den vergangenen Jahren hat ein Viertel der Bev\u00f6lkerung Venezuela verlassen.\u00a0Von denen, die im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":137858,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11,1700,2534,103,104],"class_list":{"0":"post-137857","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews","16":"tag-venezuela","17":"tag-wahl","18":"tag-welt","19":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114567068002158637","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=137857"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137857\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/137858"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=137857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=137857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=137857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}