{"id":137933,"date":"2025-05-25T07:14:08","date_gmt":"2025-05-25T07:14:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137933\/"},"modified":"2025-05-25T07:14:08","modified_gmt":"2025-05-25T07:14:08","slug":"das-blv-de-wochenzeitung-fuer-blumenthal-lesum-vegesack-ritterhude-und-schwanewede-nachrichten-aus-der-region-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/137933\/","title":{"rendered":"Das-BLV.de Wochenzeitung f\u00fcr Blumenthal, Lesum, Vegesack, Ritterhude und Schwanewede &#8211; Nachrichten &#8211; Aus der Region"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (nik) \u2013 Sascha Karolin Aulepp ist seit 2021 Senatorin f\u00fcr Kinder und Bildung in Bremen. Im Interview spricht die Juristin, Richterin und Politikerin \u00fcber Probleme bei der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Das BLV: Frau Senatorin, Sie haben ein Pauschalverbot privater Handynutzung an allen Bremer Schulen erlassen. Was soll damit denn erreicht werden?\u00a0<\/p>\n<p>Sascha Karolin Aulepp: Handys lenken ab, st\u00f6ren die Konzentration und behindern die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beim Lernen. In den Pausen sollen die Kinder und Jugendlichen miteinander sprechen, sich bewegen, den Kopf frei haben, damit sich das Gelernte festigt, und nicht aufs Handy starren. Das best\u00e4tigen uns die Bildungsforscher sehr einhellig. Auch die Kinder- und Jugend\u00e4rzte sagen mir, sie sind so froh, dass die Kinder in Kita und Grundschule einen handyfreien Raum haben, f\u00fcr die psychische und f\u00fcr die k\u00f6rperliche Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Wenn man die Sch\u00fcler danach fragt, werden sie sagen: Handys sind doch eh schon verboten und ihre Eigenverantwortung betonen\u2026\u00a0<\/p>\n<p>Ja, das stimmt, ich habe mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gesprochen, das wird mir auch gesagt. Aber es gibt auch diejenigen, die genau wissen: eine Auszeit, oder \u201eDigital Detox\u201c, wie sie das nennen, w\u00fcrde mir gut tun. Aber wenn alle anderen weiter online sind, schaffe ich das nicht. Es ist eine Entgrenzung, das Gef\u00fchl, etwas zu verpassen, immer sofort antworten zu m\u00fcssen, weil sonst die anderen vielleicht sogar anfangen zu l\u00e4stern. Wenn alle das Handy aus und in der Tasche haben, sollte das auch allen leichter fallen.<\/p>\n<p>Wie sch\u00e4tzen Sie denn die Verantwortlichkeit der Eltern ein? Wie erkl\u00e4ren die es den Jugendlichen?\u00a0<\/p>\n<p>Es ist v\u00f6llig klar, dass Schule nicht alles regeln oder die Welt retten kann. Schule kann zeigen, dass es ohne Handys geht, und Medienkompetenz lehren. Wir haben daf\u00fcr eine Eins-zu-eins-Ausstattung: Jedes Schulkind verf\u00fcgt \u00fcber ein Tablet. Die Lehrkr\u00e4fte sind mit den angebotenen Fortbildungen gut aufgestellt, den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Aber Eltern haben schon die Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn das Handy beim Essen st\u00e4ndig auf dem Tisch liegt, ist das bl\u00f6d. Und wenn es klingelt, muss man es nicht direkt zur Hand nehmen. Es ist wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern direkt reden, Interesse zeigen. Gerade im Grundschulalter sollte man schon fragen, wof\u00fcr die Kinder das Handy \u00fcberhaupt brauchen.\u00a0 Auch das Bed\u00fcrfnis von Eltern, immer zu wissen, wo ihr Kind ist und es immer erreichen zu wollen, ist eine Form der Entgrenzung.<\/p>\n<p>Wie soll die praktische Umsetzung des Verbots aussehen?\u00a0<\/p>\n<p>Die Schulleitungen haben gesagt, sie finden ein generelles Verbot gut. Das konkrete Kontrollieren, die praktische Umsetzung k\u00f6nnen wir als Beh\u00f6rde ihnen nicht abnehmen, aber wir k\u00f6nnen ihnen den R\u00fccken st\u00e4rken. Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten: Handy ausgeschaltet in der Tasche lassen, oder auch \u201eHandygaragen\u201c in denen die Ger\u00e4te w\u00e4hrend der Schulzeit aufbewahrt werden. Die Lehrkraft kann nun das Verbot durchsetzen und sich dabei auf die Beh\u00f6rde berufen. Man k\u00f6nnte sagen: \u201eSteck es jetzt ein, beim zweiten Mal steck ich es ein.\u201c Dann bleibt es definitiv bis Unterrichtsende au\u00dfer Reichweite \u201egeparkt\u201c.<\/p>\n<p>Bremen wurde mal als Versuchslabor f\u00fcr die Republik bezeichnet. Denken Sie, dieser Schritt k\u00f6nnte auch andere Bundesl\u00e4nder dazu bewegen, dem Beispiel zu folgen?\u00a0<\/p>\n<p>Wir diskutieren das unter den Bildungsministern der L\u00e4nder schon eine ganze Weile. Ich habe nun gesagt, wir machen das jetzt, wir schaffen eine klare Regelung. Und auch die neue Bildungsministerin im Bund, Karin Prien, vorher Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, findet die Idee gut. Sprache ist die Grundlage f\u00fcr alle Lernerfolge, und darauf wollen wir uns fokussieren. Da geh\u00f6rt auch zu, miteinander zu sprechen. Wir haben in den Grundschulen mit dem \u201eLeseband\u201c eine gute Grundlage daf\u00fcr geschaffen. Dringend und unbedingt brauchen wir aber nun Bildungsinvestitionen, um Schulbau, Sanierung und Ganztag zu erm\u00f6glichen. Daher halten wir daran fest, dass sich der Mitteleinsatz hier mindestens an den anderen Stadtstaaten orientiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bremen (nik) \u2013 Sascha Karolin Aulepp ist seit 2021 Senatorin f\u00fcr Kinder und Bildung in Bremen. 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