{"id":139167,"date":"2025-05-25T18:26:20","date_gmt":"2025-05-25T18:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/139167\/"},"modified":"2025-05-25T18:26:20","modified_gmt":"2025-05-25T18:26:20","slug":"dieses-buch-ist-fuer-mich-ein-weg-zurueck-in-die-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/139167\/","title":{"rendered":"\u201eDieses Buch ist f\u00fcr mich ein Weg zur\u00fcck in die Freiheit\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspB0lt tspB0lu\">Ein kleiner Junge mit wachen blauen Augen scheint den Leser dieses Buches direkt anzuschauen. Er tr\u00e4gt ein kariertes Hemd und kurze Lederhosen, in der Hand h\u00e4lt er ein Flugzeug, auf dessen Tragfl\u00e4chen Hakenkreuze gemalt sind. Sein Blick wirkt pr\u00fcfend, nachdenklich mustert er, was er sieht. Am Schluss grinst er den Betrachter freundlich an.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Die aus sieben Zeichnungen bestehende Bilderfolge ist eine Schl\u00fcsselszene f\u00fcr den Entstehungsprozess des Buches <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/wenn-kunstwerke-zu-feindbildern-werden-charlie-hebdo-zeichner-stellt-comic-zu-ns-raubkunst-vor-13604395.html?icid=in-text-link_13750690\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eZwei weibliche Halbakte\u201c,<\/a> der neuen Graphic Novel des franz\u00f6sischen Zeichners \u00a0R\u00e9nald Luzier alias Luz. Wieso, erkl\u00e4rte der 53-J\u00e4hrige, der lange f\u00fcr die Satirezeitschrift \u201eCharlie Hebdo\u201c gearbeitet hat, vor einigen Tagen bei einem Besuch in Berlin. <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eZwei weibliche Halbakte\u201c erz\u00e4hlt anhand des gleichnamigen expressionistischen Gem\u00e4ldes von Otto Mueller (1874 \u2013 1930) vom Aufstieg der Nationalsozialisten, der Unterdr\u00fcckung und Vernichtung der von ihnen verfemten Kunst sowie dem z\u00e4hen Prozess der Restitution, mit dem in den vergangenen Jahren zumindest teilweise versucht wurde, Nachfahren der einst von den Nazis enteigneten urspr\u00fcnglichen Besitzer der Kunst finanziell zu entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p> Das Buch <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/halbakte.jpeg\" alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/><\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Reprodukt <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\"><strong>Luz: \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c<\/strong>, aus dem Franz\u00f6sischen von Lilian Pithan, Lettering: Minou Zaribaf\/Font: Luz, Reprodukt, 192 Seiten, 29 Euro.<\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Der Clou an dem Buch: Luz erz\u00e4hlt die ganze Geschichte aus der Perspektive des Mueller-Gem\u00e4ldes. Die Leserinnen und Leser von \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c sehen knapp 200 Seiten lang nur das, was sich vor dem Bild abspielt. Das beginnt mit der Sch\u00f6pfung des Kunstwerks im Jahr 1919 durch Mueller auf einer Waldlichtung am Stadtrand von Berlin, wo ihm seine damalige Frau Mascha Modell stand.<\/p>\n<p class=\"tspTel\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspTer\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Eher beil\u00e4ufig, aber umso eindrucksvoller vermittelt Luz dann anhand der komplexen Geschichte des Gem\u00e4ldes und seiner mehrfach wechselnden Besitzer die eskalierende Gewalt gegen Juden und Andersdenkende nach der Macht\u00fcbernahme der Nazis bis hin zum organisierten Massenmord. Die Erz\u00e4hlung endet im K\u00f6lner Museum Ludwig, wo das Bild nach einer jahrzehntelangen Odyssee heute h\u00e4ngt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/luz4.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13615954\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> Die Nazi-Ausstellung \u201eEntartete Kunst\u201c aus der Sicht eine Boldes: eine Seite aus  \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Reprodukt <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Dass er sein Buch aus der Perspektive des Gem\u00e4ldes erz\u00e4hlt, sei darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass er sich eines Tages eine Szene wie die mit dem kleinen Jungen vor dem Bild vorgestellt habe. Das erz\u00e4hlt Luz bei seinem Gespr\u00e4ch mit dem Tagesspiegel in der Franz\u00f6sischen Botschaft neben dem Brandenburger Tor. Hier hat er zuvor einen Schreib- und Zeichenworkshop f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gegeben, am Abend steht ein Podiumsgespr\u00e4ch mit einer Kunsthistorikerin vor rund 160 geladenen G\u00e4sten auf dem Programm. <\/p>\n<blockquote class=\"tspB5md\">\n<p>[Es ist] die Geschichte eines \u00dcberlebens durch eine Verkettung von Zuf\u00e4llen \u2013 also ein bisschen auch meine eigene Geschichte.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB5me\"><strong>Luz <\/strong>\u00fcber seine Graphic Novel \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c<\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eIch habe vor einigen Jahren ein Buch gesehen, in dem alle Ausstellungsw\u00e4nde der Ausstellung ,Entartete Kunst\u2019 rekonstruiert waren\u201c, erz\u00e4hlt Luz. Mit diesem Begriff diffamierten die Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren zahlreiche Werke der modernen Kunst sowie von j\u00fcdischen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern. Ab 1937 zeigten sie in einer Wanderausstellung Hunderte der meist zuvor in Museen und Galerien konfiszierten Werke in der Absicht, sie und ihre Sch\u00f6pfer \u00f6ffentlich blo\u00dfzustellen.<\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eIch wollte ein Buch zu diesem Thema machen, wusste aber nicht, auf was ich mich bei meiner Geschichte konzentrieren soll\u201c, berichtet Luz: \u201eEin Gem\u00e4lde, eine Skulptur, einen Maler, jemand aus dem Publikum?\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/karikaturist-luz-zu-seinem-neuen-comic.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13604410\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> Im April hatte Luz seinen Comic \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c vor dem gleichnamigen Bild im Museum Ludwig erstmals der deutschen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 dpa\/Oliver Berg <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Da fiel ihm auf, dass das Gem\u00e4lde von Otto Mueller, dessen Werk ihm schon als jungem Zeichner viel bedeutete, damals in der Ausstellung, die von den Nationalsozialisten absichtlich sehr chaotisch strukturiert worden war, sehr niedrig an der Wand hing, in etwa auf der Augenh\u00f6he eines Kindes. \u201eIch fragte mich, ob die Ausstellung vielleicht auch von Kindern besucht wurde und was die hier gesehen haben m\u00f6gen.\u201c<\/p>\n<p> Liebe und Hass, Leben und Tod <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Das konnte Luz allerdings nicht eindeutig herausfinden \u2013 und so f\u00fchlte er sich ermutigt, der wahren Geschichte ein bisschen Fiktion hinzuzuf\u00fcgen. \u201eMir kam die Idee: Wieso erz\u00e4hle ich die Geschichte nicht von der anderen Seite?\u201c Statt auf Muellers Werk zu schauen, drehte er die Perspektive um und nahm als Zeichner fortan den Standort des Gem\u00e4ldes ein. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/wenn-kunstwerke-zu-feindbildern-werden-charlie-hebdo-zeichner-stellt-comic-zu-ns-raubkunst-vor-13604395.html?icid=single-topic_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wenn Kunstwerke zu Feindbildern werden \u201eCharlie-Hebdo\u201c-Zeichner stellt Comic zu NS-Raubkunst vor <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eBei meinen Recherchen entdeckte ich dann, welche bewegte Geschichte dieses Gem\u00e4lde nicht nur selbst erlebt hat, sondern was sich vor ihm abgespielt hat\u201c, sagt Luz: \u201eLiebesgeschichten, Hass, wirtschaftliche Dramen, Leben und Tod, kleine Geschichten und gro\u00dfe Geschichte \u2013 und es gibt sogar ein verdammtes Happy End, auch wenn das Gem\u00e4lde einige Male zerst\u00f6rt werden sollte.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/mueller.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13132237\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> Adolf Hitler und seine Entourage in der Ausstellung \u201eEntartete Kunst\u201c: eine weitere Seite aus der deutschen Ausgabe von \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Reprodukt <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">So h\u00e4tten ihm Muellers Kunstwerk und der von ihm imaginierte kindliche Besucher der Ausstellung \u201eauf eine Weise gesagt, wie ich mein Buch konzipieren soll.\u201c <\/p>\n<p> \u00dcberlebt dank eines Zufalls <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Im Kern ist \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c f\u00fcr den Zeichner \u201edie Geschichte eines \u00dcberlebens durch eine Verkettung von Zuf\u00e4llen \u2013 also ein bisschen auch meine eigene Geschichte\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Dass Luz zehn Jahre nach dem <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/10-jahre-nach-dem-anschlag-auf-charlie-hebdo-ich-sah-tater-ruckwarts-aus-dem-gebaude-kommen-12965155.html?icid=in-text-link_13750690\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">islamistischen Attentat gegen die Redaktion von \u201eCharlie Hebdo\u201c am 7. Januar 2015<\/a> noch am Leben ist, verdankt er in der Tat einem gro\u00dfen Zufall: Er hatte an dem Tag Geburtstag und kam sp\u00e4ter als sonst zur Arbeit. Zw\u00f6lf Menschen starben damals bei dem von zwei Br\u00fcdern ver\u00fcbten Anschlag.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/904c9532-4f2f-4818-aa92-7144957e4216-31689-000003a57c24fce6.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13751440\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> In der Franz\u00f6sischen Botschaft unterhielt sich Luz (links) unter anderem mit der deutsch-franz\u00f6sischen Kunsthistorikerin Ines Rotermund-Reynard. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Lars von T\u00f6rne <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Von Luz stammt das zur Ikone gewordene Titelbild der ersten Ausgabe von \u201eCharlie Hebdo\u201c nach dem Attentat. Es zeigt unter der \u00dcberschrift\u00a0\u201eTout est pardonn\u00e9\u201c\u00a0(\u201eAlles ist vergeben\u201c) einen weinenden Mohammed vor gr\u00fcnem Hintergrund, der ein\u00a0Schild mit der Aufschrift \u201eJe suis Charlie\u201c h\u00e4lt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/die-glucklichen-jahre-von-charlie-hebdo-5563663.html?icid=single-topic_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unausl\u00f6schliche Erinnerungen Die gl\u00fccklichen Jahre von \u201eCharlie Hebdo\u201c <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Wie er den Tag des Attentats und die Zeit unmittelbar danach erlebte, hat Luz bereits kurz nach dem 7. Januar in seinem Buch <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/zeichen-und-wunde-5195578.html?icid=in-text-link_13750690\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eKatharsis\u201c<\/a>\u00a0in expressiven Zeichnungen festgehalten. Darin lie\u00df er die Leser vor allem an seinem Trauma und dessen Verarbeitung teilhaben. 2020 folgte dann seine autobiografische Comicerz\u00e4hlung<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/die-glucklichen-jahre-von-charlie-hebdo-5563663.html?icid=in-text-link_13750690\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u201eWir waren Charlie\u201c<\/a>, die tiefe Einblicke in die Arbeit der Satirezeitschrift vor dem Attentat gibt.<\/p>\n<blockquote class=\"tspB5md\">\n<p>Der Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern war mir zehn Jahre lang weggenommen worden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB5me\"><strong>Luz<\/strong> \u00fcber die Zeit nach dem Attentat auf die Redaktion von \u201eCharlie Hebdo\u201c<\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Der \u00d6ffentlichkeit blieb Luz allerdings aus Sicherheitsgr\u00fcnden zehn Jahre lang fern. Zu gro\u00df schien die Gefahr, dass er als der prominenteste \u00dcberlebende von \u201eCharlie Hebdo\u201c und nach dem Attentat vor\u00fcbergehender Chefredakteur der religionskritischen Zeitschrift erneut ins Fadenkreuz fanatisierter Gewaltt\u00e4ter geraten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Mit dem Erscheinen von \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c hat Luz auch in dieser Hinsicht ein neues Kapitel er\u00f6ffnet: Seitdem das Buch im Januar bei Europas wichtigstem Comicfestival in Angoul\u00eame\u00a0mit dem Preis f\u00fcr den besten Comic des Jahres ausgezeichnet wurde, zeigt sich Luz wieder regelm\u00e4\u00dfig in der \u00d6ffentlichkeit \u2013 wenn auch weiterhin unter Vorsichtsma\u00dfnahmen und mit einem Personensch\u00fctzer in der N\u00e4he.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/auszeichnung-fur-historisches-kunst-drama-comicfestival-von-angouleme-ehrt-fruheren-charlie-hebdo-zeichner-luz-13132033.html?icid=single-topic_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auszeichnung f\u00fcr historisches Kunst-Drama Comicfestival von Angoul\u00eame ehrt fr\u00fcheren \u201eCharlie Hebdo\u201c-Zeichner Luz  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eDer Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern war mir zehn Jahre lang weggenommen worden\u201c, sagt der Zeichner beim Gespr\u00e4ch in Berlin. \u201eIch freue mich, wieder \u00fcber meine Arbeit sprechen zu k\u00f6nnen, sie erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen \u2013 das bedeutet mir viel.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/444.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13751446\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> Lange Zeit hielt sich Luz aus der \u00d6ffentlichkeit fern, jetzt spricht er wieder vor Publikum wie hier in Berlin. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Lars von T\u00f6rne <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Und er wolle in Workshops und Veranstaltungen wie denen in der franz\u00f6sischen Botschaft jungen Leuten vermitteln, \u201edass es sehr cool ist, ein Zeichner zu sein: Es ist eine der besten Arten, sich selbst ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p> Das Buch als Einladung <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eNach dem Angriff auf Charlie Hebdo gab es viele Karikaturen, auf denen Stifte als Waffen dargestellt wurden\u201c, erinnert sich Luz. \u201eDas fand ich unheimlich.\u201c Denn darum gehe es f\u00fcr ihn nicht beim Thema Meinungsfreiheit. <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eFreiheit ist aus meiner Sicht nicht ein Stift, der ein Gewehr ist \u2013 sondern es geht darum, neue R\u00e4ume zu schaffen, in denen man mit Menschen in Kontakt treten kann\u201c, sagt Luz. Comics seien eine der besten Arten, das zu tun. \u201eDieses Buch ist f\u00fcr mich ein Weg zur\u00fcck in die Freiheit, auch k\u00fcnstlerisch.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/img-8065.jpeg\" alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13751437\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShz\"\/> Luz bei seinem j\u00fcngsten Besuch in Berlin. <\/p>\n<p class=\"tspACfq\"> \u00a9 Lars von T\u00f6rne <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">\u201eZwei weibliche Halbakte\u201c ist f\u00fcr Luz ein Werk, das zwar eine historische Geschichte erz\u00e4hle, aber zugleich reflektiere es auch seine eigene Erfahrung. \u201eIch lade die Leser dazu ein, hinter ein Bild zu treten und die Welt aus dessen Perspektive zu sehen\u201c, sagt er. \u201eUnd das ist zugleich zehn Jahre lang auch mein Platz gewesen: Ich habe B\u00fccher gemacht, aber war nicht Teil dieser Welt, sondern habe sie nur durch meine Kunst hindurch betrachtet.\u201c <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Das neue Buch sei daher auch eine Einladung an das Publikum, \u201ef\u00fcr eine Zeit meinen Platz einzunehmen und das zu f\u00fchlen, was ich gef\u00fchlt habe.\u201c Das seien sehr komplizierte Gef\u00fchle, die nur schwer in Worte zu fassen seien: \u201eErleichterung, Traurigkeit und viele andere Emotionen.\u201c<\/p>\n<p> Mehr \u00fcber Comis im Tagesspiegel <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/neue-comics-aus-deutschland-kritische-blicke-moderne-marchen-13179685.html?icid=topic-list_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neue Comics aus Deutschland Kritische Blicke, moderne M\u00e4rchen <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/die-melancholiker-von-minnesota-wo-charlie-brown-und-die-peanuts-zu-hause-sind-13157893.html?icid=topic-list_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">25. Todestag von \u201ePeanuts\u201c-Sch\u00f6pfer Charles M. Schulz Wo Charlie Brown, Snoopy und Co. zu Hause sind <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/leipziger-allerlei-funf-neue-comics-die-eine-entdeckung-wert-sind-13429954.html?icid=topic-list_13750690___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leipziger Allerlei  F\u00fcnf neue Comics, die eine Entdeckung wert sind <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Die formale Beschr\u00e4nkung auf einen sehr engen Bildausschnitt, der lediglich den jeweiligen Bereich vor dem Gem\u00e4lde zeigt, habe sich bei der Arbeit an \u201eZwei weibliche Halbakte\u201c als Befreiung herausgestellt, sagt Luz: \u201eEs half mir, mit der enormen F\u00fclle an historischen Informationen umzugehen, die ich gesammelt hatte.\u201c <\/p>\n<p class=\"tspB0lt\">Die aufwendigste Arbeit an dem Buch war in diesem Fall nicht das Zeichnen, sagt er, sondern die Vorarbeit, von historischen Recherchen bis zur Erarbeitung des Konzepts. \u201eDurch die Begrenzung auf eine Story, die sich vor dem Bild abspielt, hatte ich einen Grund, das meiste von dem wieder wegzuschmei\u00dfen, was ich zuvor an Informationen gesammelt hatte\u201c, sagt Luz. \u201eDas war eine gro\u00dfe Erleichterung.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein kleiner Junge mit wachen blauen Augen scheint den Leser dieses Buches direkt anzuschauen. 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