{"id":140083,"date":"2025-05-26T03:47:10","date_gmt":"2025-05-26T03:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/140083\/"},"modified":"2025-05-26T03:47:10","modified_gmt":"2025-05-26T03:47:10","slug":"uni-bonn-agrivoltaik-geniesst-hohe-akzeptanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/140083\/","title":{"rendered":"Uni Bonn: Agrivoltaik genie\u00dft hohe Akzeptanz"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">Zunehmend werden Photovoltaik-Anlagen nicht nur auf D\u00e4chern installiert, sondern auch im Freiland.\n\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tAnzeige<\/p>\n<p>    <a href=\"#\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1748231230_763_avw\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p>Bei B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern st\u00f6\u00dft das nicht immer auf Gegenliebe. Deutlich positiver wird hingegen die sogenannte <strong>Agrivoltaik (Agri-PV) <\/strong>bewertet, wie Forscher der Universit\u00e4t Bonn nun zeigen konnten. Bei ihr werden die Solarzellen auf <strong>landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen <\/strong>angebracht &#8211; etwa auf Viehweiden oder als \u00dcberdachung von Weinreben. Laut einer Umfrage unter fast 2.000 Personen genie\u00dft diese Form eine deutlich h\u00f6here Akzeptanz als normale Solarparks. Die Studie ist in der Zeitschrift \u201eLand Use Policy\u201c erschienen.<\/p>\n<p>Solarstrom ist eine <strong>wichtige umweltfreundliche Energiequelle<\/strong>. Doch die lichtempfindlichen Paneele verschlingen viel Platz. Zudem empfinden viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Anlagen als unattraktiv und st\u00f6rend &#8211; besonders, wenn daf\u00fcr Acker- und Grasland geopfert werden.<\/p>\n<p>Eine Alternative ist die sogenannte Agrivoltaik. Bei ihr werden die <strong>Paneele <\/strong>auf Fl\u00e4chen errichtet, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden &#8211; Kornfeldern, Viehweiden, Apfelplantagen oder Weinanbaugebieten. \u201eSie reduzieren zwar in der Regel den Ertrag\u201c, erkl\u00e4rt Hendrik Zeddies vom Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung (ZEF) der Universit\u00e4t Bonn. \u201eManchmal schaffen sie aber auch Synergien: Die Solarzellen k\u00f6nnen zum Beispiel als <strong>transparente \u00dcberdachung<\/strong> dienen, die Obstb\u00e4ume oder Weinreben vor Hagelschlag oder zu intensiver Sonneneinstrahlung sch\u00fctzt. Auf Weizenfeldern fungieren sie dagegen oft als Windschutz &#8211; \u00e4hnlich wie eine Mauer oder eine Hecke.\u201c<\/p>\n<p>K\u00fche grasen zwischen Solarpaneelen<\/p>\n<p>Die jetzt erschienene Studie zeigt zudem, dass Agrivoltaik noch einen weiteren nicht zu untersch\u00e4tzenden Vorteil hat: Sie genie\u00dft in der Bev\u00f6lkerung offensichtlich deutlich <strong>gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz<\/strong> als herk\u00f6mmliche Solarparks. In diese Richtung deuten zumindest die Ergebnisse einer<strong> Online-Umfrage<\/strong>, an der fast 2.000 Frauen und M\u00e4nner aus Deutschland teilnahmen. Zeddies ist einer ihrer Initiatoren, neben seinen Kollegen Dr. Martin Parlasca und Prof. Dr. Matin Qaim, Direktor des ZEF.<\/p>\n<p>Die Befragten wurden so ausgew\u00e4hlt, dass ihre Zusammensetzung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen und Bundesland der Bev\u00f6lkerung in Deutschland entsprach. Sie erhielten zun\u00e4chst Informationen \u00fcber die <strong>Vor- und Nachteile von Agrivoltaik <\/strong>sowie herk\u00f6mmlichen Solarparks im Freiland. Dann wurden sie zuf\u00e4llig in eine von drei Gruppen eingeteilt. Die erste sah Fotos einer Viehweide und zum Vergleich einer Wiese, auf der zwischen den grasenden K\u00fchen lange Reihen von <strong>Solarpaneelen <\/strong>standen. Die zweite betrachtete analog dazu Bildpaare von einem Weizenfeld mit oder ohne Solarzellen, die dritte von einer Anbaufl\u00e4che f\u00fcr Wein. Verglichen wurden diese Bilder jeweils mit reinen Solarparks in der gleichen Landschaftsszene.<\/p>\n<p>\u201eWir befragten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einerseits, wie sie den Eingriff in die jeweilige Landschaft beurteilten\u201c, erl\u00e4utert Zeddies. \u201eAlso etwa, als wie attraktiv oder unattraktiv sie die gezeigten Gebiete empfanden oder wie sie ihren Erholungswert bewerteten.\u201c Zudem sollten sie angeben, ob sie dazu bereit w\u00e4ren, f\u00fcr den auf der jeweiligen Fl\u00e4che produzierten Strom einen Aufpreis in Kauf zu nehmen &#8211; oder umgekehrt: ob sie Geld zahlen w\u00fcrden, um den Solarpark zu verhindern.<\/p>\n<p>Fast 44% w\u00fcrden f\u00fcr Agrivoltaik-Strom mehr zahlen<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass Agrivoltaik auf deutlich gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz stie\u00df &#8211; und zwar unabh\u00e4ngig vom jeweils gezeigten Szenario: Fast 44% w\u00fcrden f\u00fcr Strom von diesen Fl\u00e4chen mehr zahlen; bei normalen Solarparks im Freiland w\u00e4ren dagegen lediglich 29% dazu bereit. Nur 2,9% w\u00fcrden zudem aus eigener Tasche Ma\u00dfnahmen finanzieren, um Agrivoltaik zu verhindern &#8211; bei herk\u00f6mmlichen Parks w\u00e4ren es 4,8%. Zwar waren die Befragten generell der Ansicht, dass <strong>Photovoltaik das Landschaftsbild beeintr\u00e4chtigt<\/strong>. Diese negativen Auswirkungen waren in ihren Augen bei der Agrivoltaik aber deutlich geringer &#8211; vermutlich, weil es eben ein Unterschied ist, ob die Solarstromproduktion die Landwirtschaft verdr\u00e4ngt oder ob Energie- und Nahrungsproduktion kombiniert werden.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Befragung ist hypothetisch &#8211; die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten ja nicht wirklich Geld einsetzen\u201c, betont Prof. Dr. Matin Qaim, der auch Mitglied im Transdisziplin\u00e4ren Forschungsbereich (TRA) \u201eNachhaltige Zukunft\u201c und im Exzellenzcluster \u201ePhenoRob\u201c ist. \u201eDennoch lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass Agrivoltaik in der <strong>Bev\u00f6lkerung auf gr\u00f6\u00dfere Zustimmung<\/strong> st\u00f6\u00dft als normale Freifl\u00e4chen-Solaranlagen.\u201c Agrivoltaik k\u00f6nnte also ein Weg sein, den Ausbau umweltfreundlicher Energien zu beschleunigen, ohne damit gro\u00dfe Konflikte in der Bev\u00f6lkerung zu provozieren und die Ern\u00e4hrungssicherung zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Allerdings sieht Zeddies, der selbst auf einem <strong>landwirtschaftlichen Betrieb <\/strong>aufgewachsen ist, noch offene Fragen. So sind die Kosten f\u00fcr die Anlagen h\u00f6her als bei herk\u00f6mmlichen Freifl\u00e4chenanlagen. Da Agrivoltaik zudem niedrigere Stromertr\u00e4ge liefert, amortisieren sich diese <strong>Anfangs-Investitionen<\/strong> nur sehr langsam. \u201eOhne Subventionen werden sich also vermutlich nicht allzu viele Analgen realisieren lassen\u201c, meint er.<\/p>\n<p>F\u00f6rderung<\/p>\n<p>Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Exzellenzclusters \u201ePhenoRob\u201c finanziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zunehmend werden Photovoltaik-Anlagen nicht nur auf D\u00e4chern installiert, sondern auch im Freiland. 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