{"id":1402,"date":"2025-04-01T22:23:22","date_gmt":"2025-04-01T22:23:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1402\/"},"modified":"2025-04-01T22:23:22","modified_gmt":"2025-04-01T22:23:22","slug":"us-konkurrenten-springen-ein-trumps-kahlschlag-macht-sich-auch-in-myanmar-bemerkbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1402\/","title":{"rendered":"US-Konkurrenten springen ein: Trumps Kahlschlag macht sich auch in Myanmar bemerkbar"},"content":{"rendered":"<p>                    US-Konkurrenten springen ein<br \/>\n                Trumps Kahlschlag macht sich auch in Myanmar bemerkbar<\/p>\n<p>\t\t\t\t              01.04.2025, 08:19 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nach einem Erdbeben sind vor allem die ersten 72 Stunden entscheidend, um noch \u00dcberlebende zu finden. Die wichtigste Hilfsorganisation USAID l\u00e4sst nach der Katastrophe in Myanmar jedoch auffallend lange auf sich warten. Geostrategische Konkurrenten der USA sind hingegen schnell vor Ort.<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem schweren Erdbeben in S\u00fcdostasien kommt Hilfe aus den USA angesichts der Zerschlagung der amerikanischen Entwicklungsbeh\u00f6rde USAID nur schleppend an. Erst zwei Tage nach dem Beben k\u00fcndigte die US-Regierung konkrete Unterst\u00fctzung an: finanzielle Hilfe und die Entsendung eines Teams. Andere Staaten, etwa China, Russland und Indien, waren da l\u00e4ngst in dem B\u00fcrgerkriegsland mit Helfern im Einsatz. Insbesondere die gro\u00dfen geopolitischen Konkurrenten der USA &#8211; Russland und China &#8211; haben in ihrem Streben nach mehr internationalem Einfluss Interesse daran, die L\u00fccke zu schlie\u00dfen, die Amerika bei der K\u00fcrzung von Entwicklungshilfe hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das Beben vom Freitag mit der St\u00e4rke 7,7 mit Epizentrum in Myanmar f\u00fchrte zu dramatischen Sch\u00e4den. In Myanmar wurden seither bereits mehr als 2000 Todesopfer best\u00e4tigt. Tausende weitere Menschen wurden verletzt, Hunderte galten zuletzt noch als vermisst. Die tats\u00e4chliche Zahl der Opfer d\u00fcrfte laut Experten noch weit h\u00f6her liegen. Die Lage in dem international weitgehend isolierten Vielv\u00f6lkerstaat ist ohnehin verheerend. Gener\u00e4le regieren das fr\u00fchere Birma mit brutaler H\u00e4rte. Die Katastrophe dort f\u00e4llt zusammen mit gro\u00dfem Chaos bei der US-Entwicklungsbeh\u00f6rde USAID, die eine der gr\u00f6\u00dften Organisationen ihrer Art weltweit war und sonst bei derlei Notlagen in f\u00fchrender Rolle Hilfe bereitstellte.<\/p>\n<p>Die Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte jedoch bereits kurz nach dessen Amtsantritt damit begonnen, die Beh\u00f6rde zu zerschlagen, Mitarbeiter dort im gro\u00dfen Stil freizustellen und zu entlassen und Auslandshilfen zu stoppen. Bis Anfang Juli will die Regierung USAID weitgehend aufl\u00f6sen. Nur einzelne Funktionen sollen erhalten bleiben und beim US-Au\u00dfenministerium angesiedelt werden. Die drastischen K\u00fcrzungen haben dramatische Folgen, zum Beispiel beim Kampf gegen Aids oder beim Wiederaufbau in Kriegsregionen, aber auch bei akuten Notlagen wie Naturkatastrophen.<\/p>\n<p>Washington in Erkl\u00e4rungsnot<\/p>\n<p>Die US-Regierung versicherte unmittelbar nach dem Erdbeben in S\u00fcdostasien zwar, der Umbau bei USAID habe keine Folgen f\u00fcr die F\u00e4higkeit, sofort Hilfe zu leisten. Dazu gebe es weiterhin ein Team von Fachleuten &#8211; die USA st\u00fcnden bereit und warteten lediglich auf formelle Hilfsanfragen, hie\u00df es. Allerdings war die Reaktion der Amerikaner deutlich langsamer als sonst in solchen F\u00e4llen. Erst am Sonntag, zwei Tage nach dem Beben, k\u00fcndigte die US-Botschaft in Myanmar an, 2 Millionen US-Dollar (etwa 1,85 Millionen Euro) bereitzustellen und ein USAID-Nothilfeteam loszuschicken. Da waren Hilfsteams aus anderen L\u00e4ndern schon lange vor Ort. Nach Erdbeben gelten die ersten 72 Stunden als besonders kritisch, um noch \u00dcberlebende aus Tr\u00fcmmerbergen zu ziehen.<\/p>\n<p>Das US-Au\u00dfenministerium bem\u00fchte sich, den Eindruck zu zerstreuen, das ungew\u00f6hnlich langsame Tempo liege an den USAID-K\u00fcrzungen. Auf Nachfragen zur Pr\u00e4senz anderer ausl\u00e4ndischer Helfer und der Abwesenheit der Amerikaner sagte eine Sprecherin des Ministeriums, nicht in jedem Fall m\u00fcssten eigene Leute vor Ort sein, um zu helfen. Man kooperiere auch mit Partnern in Myanmar.<\/p>\n<p>Andere waren jedoch gleich zur Stelle. Bereits kurz nach dem Erdbeben, das auch die s\u00fcdwestchinesische Provinz Yunnan traf, schickte etwa Peking erste Teams mit Hilfsg\u00fctern nach Myanmar und sicherte umgerechnet 12,7 Millionen Euro an Hilfen zu. Die Staatsmedien der Volksrepublik berichteten seither detailliert \u00fcber den Einsatz der chinesischen Helfer.<\/p>\n<p> Russland und China vor Ort<\/p>\n<p>China gilt als einer der wenigen Verb\u00fcndeten des B\u00fcrgerkriegslandes, in dem eine Milit\u00e4r-Junta regiert. Die beiden L\u00e4nder haben au\u00dferdem eine enge Wirtschaftsbeziehung. \u00dcber die Grenze der benachbarten Staaten laufen Pipelines. Myanmar liefert China zudem wichtige Rohstoffe.<\/p>\n<p>Myanmar ist auch Teil der &#8222;Neuer Seidenstra\u00dfe&#8220;. Mit der Investitionsinitiative finanziert und baut China in S\u00fcdostasien, Afrika und S\u00fcdamerika gro\u00dfe Infrastrukturprojekte, wobei die L\u00e4nder etwa durch Kredite auch abh\u00e4ngig von China werden. Schon l\u00e4nger versucht Peking, sich als Stimme des Globalen S\u00fcdens zu positionieren und suggeriert durch Chinas Entwicklungsgeschichte N\u00e4he mit den L\u00e4ndern in Abgrenzung zu den Industriestaaten.<\/p>\n<p>Das russische Zivilschutzministerium schickte nach eigenen Angaben bereits am Freitag 120 Helfer und Ausr\u00fcstung in zwei Flugzeugen nach Myanmar. Einen Tag sp\u00e4ter k\u00fcndigte es an, ein Feldkrankenhaus mit Medizinern und der n\u00f6tigen Ausstattung in das Katastrophengebiet zu bringen. Den Angaben nach retteten russische und chinesische Einsatzkr\u00e4fte gemeinsam eine Frau in der Stadt Mandalay, die mehr als zwei Tage versch\u00fcttet gewesen war.<\/p>\n<p>Auch Indien sendet Hilfe<\/p>\n<p>Russland hat gute Beziehungen zur Milit\u00e4r-Junta in Myanmar. Als deren Chef Min Aung Hlaing Anfang M\u00e4rz offiziell Moskau besuchte, nannte Kremlchef Wladimir Putin ihn einen K\u00f6nig. Er schenkte ihm au\u00dferdem ein Buch aus dem 19. Jahrhundert, in dem die Beziehungen der Monarchen Myanmars und Russlands beschrieben werden.<\/p>\n<p>Auch Indien setzte bereits kurz nach dem Erdbeben seine Hilfsaktion f\u00fcr Myanmar in Gang. Einen Tag nach der Katastrophe landete ein erstes Flugzeug der indischen Streitkr\u00e4fte mit Hilfsg\u00fctern an Bord in Yangon. Seitdem hat Indien seine Hilfe f\u00fcr das B\u00fcrgerkriegsland deutlich ausgeweitet. Unter anderem sollten vier Schiffe der Marine insgesamt 70 Tonnen Hilfsmaterial und medizinischen Versorgungsg\u00fcter nach Myanmar bringen. Ein Team indischer Bergungsspezialisten leistet Hilfe vor Ort.<\/p>\n<p>Die Regierung in Neu-Delhi ist trotz der Regierungsgewalt durch die Milit\u00e4rs sehr daran interessiert, die Beziehungen zum Nachbarn aufrechtzuerhalten. Experten sprechen in diesem Sinn von einem &#8222;Business-as-usual&#8220;-Ansatz, um die eigenen Interessen zu wahren. Indien grenzt mit vier Bundesstaaten im Osten an Myanmar an. F\u00fcr Indien ist das Land auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Tor nach S\u00fcdostasien &#8211; auch wenn es jetzt dabei ist, entlang der Grenze einen Zaun zu errichten. Zudem leben sch\u00e4tzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen indischer Abstammung in Myanmar.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, Johannes Neudecker, Christiane Jacke, Katharina Schr\u00f6der und Dirk Godder, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"US-Konkurrenten springen ein Trumps Kahlschlag macht sich auch in Myanmar bemerkbar 01.04.2025, 08:19 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[227,106,22,13,1588,1589,699,984,24,14,15,307,12,10,8,9,11,64,1587,103,104],"class_list":{"0":"post-1402","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-china","9":"tag-donald-trump","10":"tag-erdbeben","11":"tag-headlines","12":"tag-hilfsprogramme","13":"tag-humanitaere-hilfe","14":"tag-indien","15":"tag-international","16":"tag-myanmar","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-russland","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-top-news","22":"tag-top-meldungen","23":"tag-topmeldungen","24":"tag-topnews","25":"tag-usa","26":"tag-usaid","27":"tag-welt","28":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114265050700042363","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}