{"id":141313,"date":"2025-05-26T15:08:09","date_gmt":"2025-05-26T15:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/141313\/"},"modified":"2025-05-26T15:08:09","modified_gmt":"2025-05-26T15:08:09","slug":"ein-buch-das-eine-angenehme-spannung-erzeugt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/141313\/","title":{"rendered":"Ein Buch, das eine angenehme Spannung erzeugt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum dieser Autor und dieses Buch?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin schon h\u00e4ufiger in der Buchhandlung an Jan Weilers siebtem Roman \u201eDer Markisenmann\u201c (2022) vorbeigelaufen. Cooles Cover, interessanter, wenn auch komischer Titel. Immer wieder hatte ich ihn in den H\u00e4nden, nie habe ich ihn jedoch mitgenommen. Und dann habe ich ihn geschenkt bekommen. Welch ein Gl\u00fcck!\u00a0<br \/>\u00dcbrigens: H\u00e4tte Jan Weiler ihn unter seinem urspr\u00fcnglichen Titel \u201eDer Sommer mit meinem Vater\u201c ver\u00f6ffentlicht, wei\u00df ich nicht, ob er mich angesprochen h\u00e4tte. Klingt nach ZDF Traumschiff 2.0 ;-))<\/p>\n<p><strong>Worum geht es?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die 15-j\u00e4hrige Kim muss die Sommerferien unfreiwillig bei ihrem Vater verbringen. Einem Mann, den sie \u00fcberhaupt nicht kennt, da er die Familie, als Kim zwei Jahre alt war, verlassen hat. Ihre Mutter hat nie von ihm erz\u00e4hlt. Unz\u00e4hlige Gedanken hat Kim sich \u00fcber ihren Vater gemacht, und doch kommt keine Vorstellung dem Mann, dem sie eines Tages im Ruhrgebiet gegen\u00fcbersteht auch nur nahe. Ronald Papen ist ein unscheinbarer Mann, lebt in einer Lagerhalle, ohne Frau und Kinder, ohne Prunk, daf\u00fcr gemeinsam mit \u00fcber 4000 DDR-Markisen, die er zu verkaufen versucht. Kim will sofort die Flucht ergreifen. Und bleibt doch. Am Ende der Ferien hatten beide den Sommer ihres Lebens, in dem sie nicht nur viel \u00fcber den anderen, sondern auch \u00fcber sich selbst gelernt haben.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Womit punktet das Buch besonders?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Vater-Tochter-Beziehung oder eben auch Nicht-Beziehung hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt. W\u00e4hrend der gemeinsamen Sommerferien wirken die beiden h\u00e4ufig so nah und sind sich doch immer noch so fern. Denn das, was Familie ausmacht, kann innerhalb so kurzer Zeit nicht aufgeholt werden. Dazu befindet sich Kim mitten in der Pubert\u00e4t und hat noch mit ganz anderen Problemen des Erwachsenwerdens zu k\u00e4mpfen. \u00a0Die Art, wie Vater und Tochter miteinander kommunizieren, fand ich gro\u00dfartig. Beide respektieren die Grenzen des anderen, und trotzdem ist es gerade Kim, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identit\u00e4t, das Recht einfordert, mehr \u00fcber ihren Vater und seine Vergangenheit und damit auch sich selbst erfahren zu d\u00fcrfen. \u00a0Mich hat am Ende des Romans au\u00dferdem der historische Bezug zum Gro\u00dfwerden in der DDR und zur Flucht noch vor der Grenz\u00f6ffnung sehr begeistert.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Wie war das Lesegef\u00fchl?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Jan Weilers Schreibstil ist lebhaft und humorvoll und hat trotzdem eine einf\u00fchlsame, ernste Tiefe. Manch Charakter wirkt vielleicht auf den ersten Blick klischeehaft angehaucht, bei genauerem Hinschauen sind sie aber unglaublich gut und facettenreich ausgearbeitet. Dadurch kann der Leser schnell Sympathien und Antipathien entwickeln. Wobei es Weiler am Ende sogar gelingt, dass selbst der vermeintlich b\u00f6se Stiefvater, mit dem sie aufgewachsen ist, in einem anderen, fast bemitleidenswerten Licht erscheint. Ganz abgesehen von der unglaublich witzigen und kreativen Art, wie Vater und Tochter die DDR-Markisen an der Haust\u00fcr unter die Leute bringen, erzeugt das Geheimnis um die Umst\u00e4nde des Verschwindens von Ronald Papen aus Kims Leben eine angenehme Spannung, die mich immerfort getrieben hat, weiterlesen zu wollen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>War der Umfang angemessen?<\/strong><\/p>\n<p>Der 336-Seiten-Roman war absolut kurzweilig, ohne langweilende L\u00e4ngen. Es war sch\u00f6n, dass das Geheimnis um Ronald Papens Vergangenheit am Ende noch viel Raum bekommen hat und sehr detailreich aufgel\u00f6st wurde. Der Roman ist aus Kims Perspektive viele Jahre nach dem gemeinsamen Sommer geschrieben. Mich hat es daher gefreut, dass auch Kims Werdegang nochmal aufgegriffen und erz\u00e4hlt wird. Damit bleiben dem Leser kaum offenen Fragen. Was zugleich wohl auch bedeutet, dass es definitiv keine Fortsetzung dieser Geschichte geben wird.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Werde ich den Autor und\/oder die Thematik weiter verfolgen?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte noch nichts von Jan Weiler gelesen, obwohl er einige popul\u00e4re B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht hat. Nachdem ich jetzt wei\u00df, wie er schreibt, kann ich mir durchaus vorstellen, weitere Erfahrungen mit seiner Arbeit zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Warum dieser Autor und dieses Buch?\u00a0 Ich bin schon h\u00e4ufiger in der Buchhandlung an Jan Weilers siebtem Roman&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":141314,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-141313","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114574767281499212","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=141313"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141313\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/141314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=141313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=141313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=141313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}