{"id":141978,"date":"2025-05-26T21:04:09","date_gmt":"2025-05-26T21:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/141978\/"},"modified":"2025-05-26T21:04:09","modified_gmt":"2025-05-26T21:04:09","slug":"analyse-diplomatische-spannungen-zwischen-suedafrika-und-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/141978\/","title":{"rendered":"Analyse: Diplomatische Spannungen zwischen S\u00fcdafrika und den USA"},"content":{"rendered":"<p>Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und S\u00fcdafrika sind erneut angespannt. Grund ist der Vorwurf von Donald Trump, wei\u00dfe Farmer w\u00fcrden im s\u00fcdlichen Afrika systematisch verfolgt. Die Aufnahme von rund 50 Afrikaanern &#8211; Nachfahren europ\u00e4ischer Siedler &#8211; als Fl\u00fcchtlinge in den USA sorgt zus\u00e4tzlich f\u00fcr Z\u00fcndstoff. Politikwissenschaftler Dominique Darbon warnt im Interview mit Radio Vatikan vor einer Instrumentalisierung durch rechtsextreme Gruppen.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-03\/aftika-ex-staatschefs-initiative-auslandsschulden-kredite-erlass.html\" title=\"Afrika: Initiative gegen Auslandsschulden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2025\/02\/26\/10\/1740560905601.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Afrika: Initiative gegen Auslandsschulden\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Acht ehemalige afrikanische Staatschefs haben sich zusammengetan, um f\u00fcr einen Erlass von Auslandsschulden afrikanischer L\u00e4nder zu werben.\n     <\/p>\n<p>Am 21. Mai kam es zu einem diplomatisch heiklen Treffen zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinem s\u00fcdafrikanischen Amtskollegen Cyril Ramaphosa. In Washington erneuerte Trump den Vorwurf, in S\u00fcdafrika komme es zu \u201eVerfolgung und Massakern an wei\u00dfen Farmern\u201c. Nur wenige Tage zuvor, am 12. Mai, hatten die USA rund 50 (wei\u00dfh\u00e4utige) Afrikaaner &#8211; also Nachfahren europ\u00e4ischer Siedler \u2013 als Fl\u00fcchtlinge aufgenommen.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die tiefgreifenden Spannungen zwischen beiden L\u00e4ndern. Laut Dominique Darbon, Politikwissenschaftler am Institut f\u00fcr Politische Studien (IEP) in Bordeaux, sind es vor allem rechtsextreme Gruppierungen in S\u00fcdafrika und den USA, die diese Debatte befeuern. \u201eDiese Gruppen haben das Ende der Apartheid nie akzeptiert und versuchen mit allen Mitteln, ihre privilegierte Stellung zu bewahren\u201c, erkl\u00e4rt Darbon im Interview mit Radio Vatikan.<\/p>\n<p>Trump und seine Berater greifen dabei auf fragw\u00fcrdige Informationen zur\u00fcck. Laut Darbon handelt es sich bei den \u201everfolgten wei\u00dfen Farmern\u201c um eine sehr kleine Minderheit: Nur rund 40.000 wei\u00dfe Farmer sollen etwa 72 bis 75\u202fProzent des nutzbaren Landes in S\u00fcdafrika besitzen. \u201eVon Diskriminierung kann hier kaum die Rede sein\u201c, so Darbon. Vielmehr sei die wei\u00dfe Minderheit wirtschaftlich weiterhin sehr einflussreich und durch das Justizsystem gut gesch\u00fctzt \u2013 insbesondere vor Enteignung.<\/p>\n<p>Reformbestrebungen <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es in S\u00fcdafrika jedoch Reformbestrebungen, die eine Enteignung zugunsten des Gemeinwohls erm\u00f6glichen sollen \u2013 ein Punkt, der bei manchen wirtschaftlich m\u00e4chtigen Personen auf Widerstand st\u00f6\u00dft. Darbon verweist hier unter anderem auf den Einfluss von Elon Musk, selbst geb\u00fcrtiger S\u00fcdafrikaner mit afrikanischer Abstammung. Ihm wird nachgesagt, er lehne die gesetzlich verankerten Programme zur F\u00f6rderung von Diversit\u00e4t, Inklusion und Gleichstellung ab \u2013 also Vorschriften, die ausl\u00e4ndische Investoren verpflichten, die schwarze Bev\u00f6lkerungsmehrheit st\u00e4rker einzubeziehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr zus\u00e4tzliche Brisanz sorgt eine von der US-Regierung verbreitete Videoaufnahme, in der Julius Malema, Oppositionsf\u00fchrer der linksradikalen Partei EFF, den anti-apartheidlichen Kampfgesang \u201eKill the Boer\u201c (T\u00f6tet den Buren) anstimmt. Darbon ordnet dies ein: \u201eDas ist ein Relikt aus dem Befreiungskampf gegen die Apartheid, das heute nur noch von extremistischen Kreisen innerhalb des African National Congress (ANC) gepflegt wird.\u201c<\/p>\n<p>Ambivalent <\/p>\n<p>Historisch betrachtet sei das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und S\u00fcdafrika seit dem Ende der Apartheid ambivalent. In der \u00c4ra von Nelson Mandela unterst\u00fctzten die USA den demokratischen Neuanfang in Pretoria. Doch mit dem Amtsantritt von Jacob Zuma sei S\u00fcdafrika politisch nach links ger\u00fcckt, unterst\u00fctze etwa pal\u00e4stinensische Bewegungen mit N\u00e4he zur Hamas und positioniere sich klar gegen Israel. Hinzu kommt die aktive Mitgliedschaft S\u00fcdafrikas in den BRICS-Staaten, die sich als Gegengewicht zur westlichen Dominanz verstehen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend betont Darbon, dass die derzeitige Krise zwischen den USA und S\u00fcdafrika vor allem von kleinen, aber einflussreichen Gruppen befeuert werde \u2013 mit wirtschaftlichen und ideologischen Interessen. \u201eDiese Gruppen versuchen gezielt, die Wahrheit zu verzerren und geopolitische Spannungen zu sch\u00fcren\u201c, so der Politikwissenschaftler. Pr\u00e4sident Ramaphosa stehe unter gro\u00dfem Druck, zwischen amerikanischen Vorw\u00fcrfen und innenpolitischen Herausforderungen zu vermitteln. Ob die Beziehungen zwischen beiden Staaten wieder auf stabilere Beine gestellt werden k\u00f6nnen, bleibt offen.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und S\u00fcdafrika sind erneut angespannt. 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