{"id":142277,"date":"2025-05-26T23:48:09","date_gmt":"2025-05-26T23:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/142277\/"},"modified":"2025-05-26T23:48:09","modified_gmt":"2025-05-26T23:48:09","slug":"kommissionsplaene-fuer-die-militarisierung-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/142277\/","title":{"rendered":"Kommissionspl\u00e4ne f\u00fcr die Militarisierung Europas"},"content":{"rendered":"<p>        <b>Neue Realit\u00e4t: Ukraine-Krieg, schwindendes USA-Interesse<\/b><\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa drastisch ver\u00e4ndert. Die Welt r\u00fcstet auf \u2013 das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) errechnete f\u00fcr 2023 globale R\u00fcstungsausgaben von 2,3 Billionen Euro, ein historischer H\u00f6chststand. Nicht zuletzt die Haltung der USA unter Donald Trump, die kein Interesse an Investments in die europ\u00e4ische Sicherheitsstruktur zeigen, setzt die Europ\u00e4ische Union unter Zugzwang.<\/p>\n<p>        <b>\u201eReArm Europe\u201c: Von der (Wieder-)Bewaffnung Europas<\/b><\/p>\n<p>Die EU-Kommission reagierte mit \u201eReArm Europe\u201c (dt. \u201eEuropa wieder bewaffnen\/ausr\u00fcsten\u201c), das bis zu 800 Milliarden Euro f\u00fcr Verteidigungsausgaben mobilisieren soll und bereits in den politischen Leitlinien von Ursula von der Leyen angek\u00fcndigt wurde. Im \u201eWei\u00dfbuch f\u00fcr europ\u00e4ische Verteidigung \u2013 Bereitschaft 2030\u201c, dem inhaltlichen Rahmen von ReArm Europe, werden sieben kritische Bereiche der Verteidigungsf\u00e4higkeit identifiziert:<\/p>\n<ul>\n<li>Luft- und Raketenabwehr<\/li>\n<li>Artilleriesysteme<\/li>\n<li>Munition und Raketen<\/li>\n<li>Drohnen und Drohnenabwehrsysteme<\/li>\n<li>Milit\u00e4rische Mobilit\u00e4t<\/li>\n<li>KI, Quantum-, Cyber- &amp; Elektronische Kriegsf\u00fchrung<\/li>\n<li>Strategische Grundvoraussetzungen und Schutz kritischer Infrastrukturen<\/li>\n<\/ul>\n<p>        <b>Kommission auf Aufr\u00fcstungskurs, aber lieber ohne parlamentarische Kontrolle<\/b><\/p>\n<p>Die EU-Kommission will den europ\u00e4ischen Verteidigungsmarkt st\u00e4rken und koordinierte R\u00fcstungsbeschaffungen f\u00f6rdern. Ein Kernst\u00fcck ist die geplante EU-Verordnung zum SAFE-Instrument (Security Action for Europe). Es soll 150 Milliarden Euro Kredite f\u00fcr gemeinsame R\u00fcstungsbeschaffung bereitstellen. Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen strebt jedoch an, die Zustimmung des Parlaments zu umgehen, indem sie sich auf eine Notfallklausel beruft, die nur f\u00fcr kurzfristige Krisen gedacht ist.<\/p>\n<p>Der Versuch, bei einem 150 Milliarden-Projekt die demokratische Kontrolle zu minimieren, sendet ein verheerendes Signal, besonders in Zeiten, in denen Demokratie weltweit unter Druck steht.<\/p>\n<p>        <b>Demokratieabbau st\u00e4rkt Rechtsextreme und gef\u00e4hrdet Sicherheit<\/b><\/p>\n<p>Die Umgehung des Parlaments bei einem so weitreichenden Vorhaben mit Auswirkungen auf Wirtschaft, Arbeitspl\u00e4tze und Gesellschaft ist scharf abzulehnen \u2013 und <a href=\"https:\/\/www.euractiv.com\/section\/defence\/news\/metsola-to-commission-change-legal-basis-for-e150bn-defence-fund-or-face-eu-court\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wird vom Europ\u00e4ischen Parlament m\u00f6glicherweise auch bald vor dem EuGH bek\u00e4mpft<\/a>.<\/p>\n<p>Eine derart autorit\u00e4re Arbeitsweise der Kommission st\u00e4rkt rechte und rechtsextreme Kr\u00e4fte, die seit Jahren das falsche Narrativ verbreiten, demokratische Strukturen w\u00e4ren gescheitert. Das Gegenteil ist der Fall. Studien zeigen sehr klar, dass Demokratie und Mitbestimmung soziale Sicherheit und Zufriedenheit und somit auch Frieden f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>        <b>Gewerkschaften: Sicherheit bedeutet mehr als milit\u00e4rische Bereitschaft<\/b><\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gewerkschaftsbund (EGB) stellt klar: Sicherheit bedeutet mehr als milit\u00e4rische Bereitschaft. Vielmehr geht es um:<\/p>\n<ul>\n<li>Starke Demokratie und Mitbestimmung<\/li>\n<li>Soziale Gerechtigkeit<\/li>\n<li>Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Globale Entwicklungen zeigen: Soziale und \u00f6konomische Ungerechtigkeit f\u00f6rdert das Erstarken rechtsextremer Kr\u00e4fte, die die (europ\u00e4ische) Sicherheit gef\u00e4hrden. Mehr dazu hier.<\/p>\n<p>        <b>Strenge soziale Auflagen f\u00fcr die Verteidigungsindustrie<\/b><\/p>\n<p>Gemeinsam mit den europ\u00e4ischen Gewerkschaften fordern wir als GPA strenge soziale Auflagen f\u00fcr alle \u00f6ffentlichen Gelder und staatliche Beihilfen, die in Verteidigungs- und Aufr\u00fcstung flie\u00dfen. Die Verteidigungs- und R\u00fcstungsindustrie sind h\u00f6chst kapitalintensive Sektoren, die die gesamte Gesellschaft auf \u00e4u\u00dferst sensible Art ber\u00fchren \u2013 strenge demokratische Kontrolle muss deshalb eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein.<\/p>\n<p>Nur so k\u00f6nnen Standorte und Besch\u00e4ftigung gesichert, gute Arbeitsbedingungen gew\u00e4hrleistet und Kollektivvertr\u00e4ge gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Realit\u00e4t: Ukraine-Krieg, schwindendes USA-Interesse Der Krieg in der Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa drastisch ver\u00e4ndert. 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