{"id":142793,"date":"2025-05-27T04:40:15","date_gmt":"2025-05-27T04:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/142793\/"},"modified":"2025-05-27T04:40:15","modified_gmt":"2025-05-27T04:40:15","slug":"windpark-betreiber-und-schwarz-rot-streiten-ueber-kosten-fuer-den-schutz-von-offshore-windparks-in-der-ostsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/142793\/","title":{"rendered":"Windpark-Betreiber und Schwarz-Rot streiten \u00fcber Kosten f\u00fcr den Schutz von Offshore-Windparks in der Ostsee"},"content":{"rendered":"<p><strong>Russland liefert die Blaupause: Im Kriegsfall steht die Energieversorgung auf der Liste m\u00f6glicher Angriffsziele weit oben. In Deutschland sind Windparks in der Ostsee gef\u00e4hrdet, doch die Betreiber m\u00f6chten die Kosten nicht allein tragen &#8211; und erinnern Schwarz-Rot an ein Wahlkampfversprechen.<\/strong><\/p>\n<p>Wie sicher ist die deutsche Energieversorgung? Aus den USA und D\u00e4nemark werden <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/sustainability\/climate-energy\/ghost-machine-rogue-communication-devices-found-chinese-inverters-2025-05-14\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">verd\u00e4chtige<\/a> <a href=\"https:\/\/www.euractiv.de\/section\/energie-und-umwelt\/news\/daenemark-entdeckt-verdaechtige-bestandteile-in-chinesischen-solarmodulen\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bauteile<\/a> in chinesischen Komponenten f\u00fcr Solaranlagen gemeldet. Die Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Regierung-prueft-Bauverbot-fuer-Waterkant-Windpark-bei-Borkum-article25783329.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">pr\u00fcft<\/a> aus Sorge vor Spionage und Sabotage ein Bauverbot f\u00fcr einen Windpark in der Nordsee mit chinesischen Windr\u00e4dern. In der Ostsee h\u00e4ufen sich F\u00e4lle von europ\u00e4ischen <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Marineinspekteur-Durchtrennte-Ostseekabel-sind-gezielte-Sabotage-article25565286.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kommunikations- und Stromkabeln<\/a>, die unter Wasser besch\u00e4digt oder durchtrennt werden.<\/p>\n<p>Die Bedrohungslage ist offensichtlich, denn Russland liefert die Blaupause: Wer seine geopolitischen Gegner zerm\u00fcrben, dominieren oder zur Kapitulation zwingen m\u00f6chte, dreht ihnen die Strom- und Gasversorgung ab. Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 wurden <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/graphics\/2025-ukraine-rebuilds-energy-grid-as-russia-war-continues\/?\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">63.000 Bestandteile der ukrainischen Energieinfrastruktur<\/a> besch\u00e4digt, teilt das Energieministerium in Kiew mit. Kostenpunkt: etwa 93 Milliarden US-Dollar. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ukraine-muss-Notstromversorgung-einschraenken-article25553123.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stromausf\u00e4lle<\/a> sind an der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist: Die Betreiber haben die Risiken auf dem Schirm, die Politik auch. Speziell f\u00fcr die Ostsee diskutieren Anrainerstaaten wie Deutschland oder Schweden, wie sie ihre dortigen Windparks bestm\u00f6glich vor russischen Angriffen oder Sabotagen sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Doch bei einem <a href=\"https:\/\/zukunft-offshore.de\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Treffen der europ\u00e4ischen Offshore-Branche<\/a> wurde am Donnerstag deutlich: Die Kosten m\u00f6chte niemand \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Das gilt an Land und auch auf See&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr den Schutz von kritischer Infrastruktur sind zun\u00e4chst die Betreiber verantwortlich&#8220;, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Siemtje M\u00f6ller bei dem Branchentreffen <a href=\"https:\/\/zukunft-offshore.de\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zukunft Offshore<\/a> in Berlin. &#8222;Das gilt an Land und auch auf See.&#8220;<\/p>\n<p>M\u00f6ller ist mit dem Schutz der See vertraut. Die Ostfriesin war von Dezember 2021 bis zum Start der Merz-Regierung Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin im Verteidigungsministerium &#8211; und sie hat eine klare Vorstellung davon, wie Deutschland, die Nato- und EU-Partner bei den Ostsee-Windparks vorgehen sollten: Das Binnenmeer muss unter Wasser und \u00fcber Wasser sowie in der Luft \u00fcberwacht werden. Diese Informationen m\u00fcssen gesammelt und mit den Sicherheitsbeh\u00f6rden aller Verb\u00fcndeten geteilt werden. Dann k\u00f6nnten potenzielle Angreifer nicht l\u00e4nger im Schutz der Dunkelheit agieren und w\u00fcrden von ihren Sabotageakten absehen. <\/p>\n<p>Kurz: M\u00f6ller setzt auf Schutz durch Abschreckung &#8211; auf Kosten der Windpark-Betreiber. Beim Branchentreffen in Berlin ruft die SPD-Politikerin die Unternehmen dazu auf, sich schnellstm\u00f6glich mit diesen Fragen zu besch\u00e4ftigen und zu \u00fcberlegen, welche &#8222;Sensorik&#8220; f\u00fcr welche Aufgabe passt.<\/p>\n<p> &#8222;Landesverteidigung ist eine milit\u00e4rische Aufgabe&#8220;<\/p>\n<p>Die Windpark-Betreiber stimmen zu: Zum Schutz ihres Eigentums muss das Geschehen in der Ostsee besser \u00fcberwacht werden. Man sei zur Kooperation auf See bereit, entgegnet Stefan Thimm bei der Berliner Diskussionsrunde. Man teile f\u00fcr die \u00dcberwachung des Seeraums auch gerne die Daten der Windparks, erwidert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) stellvertretend f\u00fcr die Branche. Auf Nachfrage von ntv.de erg\u00e4nzt Thimm, dass die Branche bereits Ma\u00dfnahmen zur Cybersicherheit und zum physischen Zugangsschutz umsetzt sowie Notfall- und Krisenreaktionspl\u00e4ne erstellt.<\/p>\n<p>Bei der Frage nach konkreter Gefahrenabwehr endet diese Bereitschaft allerdings. Denn was die stellvertretende SPD-Fraktionschefin M\u00f6ller im Namen der schwarz-roten Koalition verlangt, ist in den Augen der Offshore-Unternehmen die vollst\u00e4ndige \u00dcberwachung der Ostsee. &#8222;Das geht in den Bereich der Landesverteidigung und ist ganz klar eine milit\u00e4rische Aufgabe&#8220;, sagt BWO-Chef Thimm.<\/p>\n<p>Service-Techniker an der Waffen<\/p>\n<p>Die Forderungen der Politik verursachen schon seit einiger Zeit Bauchschmerzen in der Branche. Ihr Standpunkt ist: Offshore-Windparks sind und bleiben zivile Infrastruktur. &#8222;Was wir nicht leisten k\u00f6nnen, ist, die Windkraftanlagen zu sch\u00fctzen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/schutz-maritimer-infrastruktur-windpark-betreiber-halten-mehr-ueberwachung-auf-see-fuer-noetig-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-241222-930-325135\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">so<\/a> BWO-Chef Thimm. &#8222;Wir haben keine bewaffneten Truppen. Unsere Service-Techniker werden nicht an der Waffe ausgebildet &#8211; das wollen wir auch nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Doch beim Branchentreffen in Berlin l\u00e4sst die Verteidigungsexpertin von der SPD nicht mit sich reden. \u00dcber Dual-Use-G\u00fcter, die sowohl f\u00fcr zivile als auch f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke genutzt werden k\u00f6nnen, k\u00f6nne man diskutieren, sagt M\u00f6ller. Ansonsten gilt: &#8222;Solange die Gewinne nicht vergemeinschaftet werden, werden die Kosten auch nicht vergemeinschaftet. Sonst bekommen wir ein Problem mit dem Steuerzahler.&#8220; <\/p>\n<p>Ihr Tipp: Wenn die Betreiber die notwendige Ausr\u00fcstung gemeinsam beschaffen, wird&#8217;s vermutlich g\u00fcnstiger. Doch die, das betonen sie bei dem Branchentreffen in Berlin mehrfach, wissen gar nicht, welches Ger\u00e4t sie eigentlich brauchen. Wonach sie \u00fcber und unter Wasser Ausschau halten sollen. Welche Spezifikationen notwendig sind. <\/p>\n<p>Ausbauziele in Gefahr? Oder ein Wahlkampfversprechen?<\/p>\n<p>Es stimmt, f\u00fcr den Schutz kritischer Infrastrukturen sind in Deutschland <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/bevoelkerungsschutz\/schutz-kritischer-infrastrukturen\/schutz-kritischer-infrastrukturen-node.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">in erster Linie die Betreiber<\/a> verantwortlich &#8211; an Land und auf See. Klar sollte aber auch sein: Dieser Schutz l\u00e4sst sich an Land deutlich einfacher und g\u00fcnstiger umsetzen als auf See, wo man keinen Zaun aufstellen kann. <\/p>\n<p>Die Warnung der Branche f\u00e4llt daher deutlich aus: Derzeit sind nur in der deutschen Nord- und Ostsee <a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/fileadmin\/redaktion\/dokumente\/publikationen-oeffentlich\/themen\/06-zahlen-und-fakten\/20250204_Status_des_Offshore_Windenergieausbaus_Jahr_2024.pdf\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">1639 Offshore-Windenergieanlagen<\/a> mit einer Leistung von insgesamt rund 9,2 GW in Betrieb. Bis 2045 soll die installierte Leistung auf 70 Gigawatt gesteigert werden. Nur im Offshore-Bereich arbeiten 25.000 Menschen. Windkraft ist das <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/China-greift-Europas-naechste-Zukunftsbranche-an-article25540234.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">R\u00fcckgrat<\/a> der europ\u00e4ischen Energieversorgung. <\/p>\n<p>Sollen die Betreiber f\u00fcr die fl\u00e4chendeckende \u00dcberwachung der Ostsee bezahlen, k\u00f6nnte der Betrieb der Windparks unwirtschaftlich werden. Potenzielle Investoren k\u00f6nnten kalte F\u00fc\u00dfe bekommen, die Ausbauziele in Gefahr geraten. <\/p>\n<p>Oder, das ist die zweite Alternative: Die Betreiber m\u00fcssen die Preise f\u00fcr ihren Windstrom anheben &#8211; und Schwarz-Rot m\u00fcsste ein zentrales <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/CDU-will-Stromkosten-zum-Jahreswechsel-senken-article25710454.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wahlkampfversprechen<\/a> kassieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland liefert die Blaupause: Im Kriegsfall steht die Energieversorgung auf der Liste m\u00f6glicher Angriffsziele weit oben. 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