{"id":143026,"date":"2025-05-27T06:52:11","date_gmt":"2025-05-27T06:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143026\/"},"modified":"2025-05-27T06:52:11","modified_gmt":"2025-05-27T06:52:11","slug":"umweltschutzamt-eiert-herum-beim-feuerwerk-am-bagger-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143026\/","title":{"rendered":"Umweltschutzamt eiert herum beim Feuerwerk am Bagger + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>In der Ratsversammlung am 21. Mai wurde eine Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen mehr oder weniger nicht beantwortet, die sich mit den Gefahren eines weiteren Vogelsterbens durch die geplanten Feuerwerke am Theklaer Bagger im Rahmen des diesj\u00e4hrigen Wasserfestes besch\u00e4ftigte. Das Amt f\u00fcr Umweltschutz hatte zwar eine schriftliche Antwort verfasst, aber immer wieder nur auf das deutsche Sprengstoffgesetz verwiesen und sich einfach nicht klar zu geltenden Naturschutzbestimmungen durchringen k\u00f6nnen. Weshalb die Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tin Anne Vollerthun zwar noch einen Packen Nachfragen hatte. Aber Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal war krank und hatte auch keine fachliche Vertretung.<\/p>\n<p>Und weshalb sich Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung auch die Kritik von CDU-Stadtrat Michael Weickert gefallen lassen musste, dass in so einem Fall wenigstens der Amtsleiter da sitzen sollte, um auf die Fragen zu antworten. Noch deutlicher war die Kritik von SPD-Stadtrat Andreas Geisler, dass das Feuerwerk am Bagger in Thekla schon vor einem Jahr Thema in der Ratsversammlung war.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/e211abfd347340e6beb3f1029f4d93d8.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\"\/><\/p>\n<p>Das Amt f\u00fcr Umweltschutz scheint daraus aber nichts mitgenommen zu haben und eiert wieder so herum wie vor einem Jahr. Auch eine wirkliche Aufkl\u00e4rung im Umweltausschuss gab es nicht.<\/p>\n<p>Und noch deutlicher wurde der Gr\u00fcnen-Fraktionsvorsitzende Dr. Tobias Peter. Denn wo<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025329&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> die Antwort des Umweltschutzamtes<\/a> auf dem deutschen Sprengstoffgesetz herumreitet, nach dem das Feuerwerk genehmigt werden k\u00f6nnte, gilt in Landschaftsschutzgebieten \u2013 und auch der Bagger in Thekla ist eines \u2013 ein generelles Abbrennverbot f\u00fcr Feuerwerke in der Brutsaison. Ein klares Nein zur Genehmigung aus dem Amt f\u00fcr Umweltschutz w\u00e4re also zwangsl\u00e4ufig gewesen.<\/p>\n<p>Doch auch diese Nicht-Antwort der Verwaltung machte einmal mehr deutlich, dass die Stadt keine klare Linie f\u00e4hrt, wenn es um Feuerwerke in Leipziger Landschaftsschutzgebieten geht.\u00a0Entsprechend deutlich meldeten sich die Gr\u00fcnen nach dieser Nicht-Antwort in der Ratsversammlung zu Wort.<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr wurde bereits ein gro\u00dfes Feuerwerk veranstaltet, das in der N\u00e4he des Schilfg\u00fcrtels und direkt \u00fcber dem See gez\u00fcndet wurde. In der Folge, so <a href=\"http:\/\/www.nabu-leipzig.de\/aktuelles\/archiv\/wasserfest-thekla\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichtete es der NABU Leipzig,<\/a> wurden etliche besonders und streng gesch\u00fctzte Vogelarten in Panik versetzt, verschwanden, verstarben zum Teil. Beim diesj\u00e4hrigen noch anstehenden Wasserfest sind nun m\u00f6glicherweise sogar zwei Feuerwerke vom B\u00fcrgerverein Leipzig Nordost geplant, von denen bislang offensichtlich nur eines offiziell beantragt wurde.<\/p>\n<p>Dennoch scheint es am Samstag um 23:00 Uhr\u202feine \u201e\u00dcberraschung am Baggerhimmel\u201c und<a href=\"http:\/\/wfs-ev.de\/events\/event\/baggerfest-in-thekla-am-see\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> am Sonntag zum Abschluss des Festes ein Abschlussfeuerwerk<\/a> zu geben. Die Stadt Leipzig f\u00f6rdert die Veranstaltung sogar mit je 5.000 \u20ac seitens des Kulturamtes und des Stadtbezirksbudgets Nordost.<\/p>\n<p>In der Antwort auf die Anfrage machte die Verwaltung deutlich, dass die untere Naturschutzbeh\u00f6rde den Naturschutzbund (NABU) Leipzig nach Durchf\u00fchrung eines Probefeuerwerks am 13. Februar um fachliche Einsch\u00e4tzung gebeten hat. Daraufhin trat die untere Naturschutzbeh\u00f6rde im M\u00e4rz 2025 an die Veranstalter\/-innen des Wasserfestes heran und informierte umfangreich zu den erheblichen naturschutzrechtlichen H\u00fcrden in Bezug auf ein wom\u00f6glich angestrebtes Abbrennen von Pyrotechnik in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde seitens der unteren Naturschutzbeh\u00f6rde ein alternativer Standort f\u00fcr das Abbrennen eines Feuerwerks in deutlicher Entfernung zum Schutzgebiet vorgeschlagen, sowie ein vollst\u00e4ndiger Verzicht als Signal f\u00fcr eine Wertsch\u00e4tzung der unbeteiligten \u201eBewohner\u201c des Veranstaltungsgel\u00e4ndes nahegelegt. Eine Entscheidung der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde zum beabsichtigten Feuerwerk sollte am 23. Mai getroffen werden.<\/p>\n<p>Keine Einsicht beim B\u00fcrgerverein<\/p>\n<p>\u201eDas Ergebnis dazu liegt uns bislang nicht vor, wir setzen aber nat\u00fcrlich gro\u00dfe Hoffnungen in eine sachgerechte Entscheidung der Beh\u00f6rde gegen das Feuerwerk im Landschaftsschutzgebiet und dass diese dann von dem Veranstalter anerkannt wird\u201c, sagt Anne Vollerthun, Stadtr\u00e4tin und tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion, die am 21. Mai zwar ihren Fragen vortrug \u2013 aber niemanden vorfand, der antworten konnte.<\/p>\n<p>Wie in einem LVZ-Artikel vom 24. Mai deutlich wird, h\u00e4lt der veranstaltende B\u00fcrgerverein, allen voran deren Vorsitzender, CDU-Stadtrat Falk Dossin, sowie der Schatzmeister, CDU-Finanzb\u00fcrgermeister Bonew, von einem Verzicht auf eine erneute Durchf\u00fchrung eines Feuerwerks mitten in der Brutsaison im Landschaftsschutzgebiet wenig. Stattdessen wird behauptet, dass die Forderung des Feuerwerksverzichts lediglich in ihrer Parteizugeh\u00f6rigkeit begr\u00fcndet w\u00e4re und man ihnen den Spa\u00df nicht g\u00f6nnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u201eDer B\u00fcrgerverein betreibt mit seinem beharrlichen Handeln eine Realit\u00e4tsverweigerung vor den drohenden Gefahren des beabsichtigten Feuerwerks mitten in der Brutsaison im Landschaftsschutzgebiet\u201c, kommentiert Anne Vollerthun diese Haltung. \u201eEs ist zwar begr\u00fc\u00dfenswert, dass man nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres den NABU im Rahmen eines Probefeuerwerks zu Rate zog. Sich dann aber den Ergebnissen dieser Konsultation zu entziehen, grenzt an Ignoranz gegen\u00fcber dem Tier- und Naturschutz, dem sich der Verein doch satzungsgem\u00e4\u00df verpflichtet hat.<\/p>\n<p>Auch die \u00c4u\u00dferungen gegen\u00fcber der Presse lassen leider Selbstkritik und Einsichtigkeit vermissen. Dass der NABU nach dem Vor-Ort-Termin und dem Probefeuerwerk sein Einverst\u00e4ndnis zur Nutzung der Feuerwerksk\u00f6rper verweigert hat, liegt fernab parteipolitischer Motivation.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auch nochmal betonen, dass wir keinesfalls etwas gegen die Veranstaltung des Wasserfestes an sich haben \u2013 im Gegenteil. Uns geht es um die Sache, n\u00e4mlich den Natur- und Tierschutz. Was wir erwarten, ist Verantwortung und Vernunft \u2013 und in der Sache eben gerade von Menschen, die im Stadtrat und der Verwaltungsspitze t\u00e4tig sind und sich der Auswirkungen sowie der Gesetze und Satzungen bewusst sein m\u00fcssten.\u201c<\/p>\n<p>Greenwashing f\u00fcr die gute Laune?<\/p>\n<p>Stattdessen aber betreibe der B\u00fcrgerverein feinstes Greenwashing, wenn wie zuletzt gegen\u00fcber der LVZ davon gesprochen wird, dass es sich bei dem Fest um ein \u201anaturvertr\u00e4gliches Event\u2018 handle, das Feuerwerk lediglich ein \u201aFeuerwerk light\u2018, es ein \u201agr\u00fcnes\u2018 oder gar \u201a\u00d6ko-Festkonzept\u2018 sei und man sich \u201aNaturschutz sehr verbunden\u2018 sehe.<\/p>\n<p>Auch der Verweis auf die Nutzung von Mehrweggeschirr ist nicht auf das freiwillige Engagement der Veranstalter\/-innen zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern geht auf eine von unserer Fraktion ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzte und<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/to020?4--anlagenVoHeaderPanel-attachmentsList-2-attachment-link&amp;TOLFDNR=2146591\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> vom Stadtrat im Dezember 2024 beschlossene Regelung in der Abfallwirtschaftssatzung<\/a> zur\u00fcck, wonach die Ausgabe von Speisen und Getr\u00e4nken bei \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Veranstaltungen nur in pfandpflichtigen und wiederverwendbaren Beh\u00e4ltnissen und mit wiederverwendbaren Bestecken zu erfolgen hat. Unabh\u00e4ngig davon nutzt der B\u00fcrgerverein weiterhin Dieselgeneratoren im Landschaftsschutzgebiet zur Stromerzeugung w\u00e4hrend des Festes.<\/p>\n<p>Die Planung der Feuerwerke seitens der Veranstalter\/-innen steht im Gegensatz zur<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?3--anlagenHeaderPanel-attachmentsList-1-attachment-link&amp;VOLFDNR=2024462\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Selbstdarstellung des B\u00fcrgervereins Leipzig Nordost<\/a> unter anderem als Ziele des Vereins nennt:<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verringerung von L\u00e4rm und anderen Umweltbelastungen<br \/>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00f6rderung des Naturschutzes und der Landespflege<\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt Anne Vollerthun: \u201eWir erwarten, dass solche Satzungsziele nicht nur daf\u00fcr dienen, um \u00f6ffentliche F\u00f6rdergelder zu erlangen, sondern dass sie Grundlage des eigenen Handelns sind. An einen B\u00fcrgerverein und erst recht einen politischen Repr\u00e4sentanten und einen Wahlbeamten der Stadt Leipzig muss zudem ein besonderer moralischer Ma\u00dfstab gerichtet werden. Es kann nicht sein, dass sich diese \u00fcber die tier- und naturschutzpolitischen Ziele der Stadt Leipzig hinwegsetzen und in ihrem privaten Engagement eine Abgrenzung von ihrem politischen und beruflichen Engagement einfordern.<\/p>\n<p>Der B\u00fcrgerverein sollte stattdessen endlich zur Vernunft kommen und seine satzungsgem\u00e4\u00dfen Ziele verfolgen, das Feuerwerk absagen und f\u00fcr die Folgejahre Alternativen realisieren. Laser- und Lichtshows sind bereits heute vielerorts erfolgreich umgesetzte naturvertr\u00e4gliche M\u00f6glichkeiten, die daf\u00fcr h\u00f6heren Kosten sollten es allemal wert sein und k\u00f6nnen sicherlich ebenfalls durch F\u00f6rderungen oder gar Crowdfundings erzielt werden.<\/p>\n<p>Eine aktuelle (nichtrepr\u00e4sentative) Umfrage der LVZ zu Feuerwerk in der Brutzeit zeigte sehr deutlich, dass ein Gro\u00dfteil der Menschen gegen ein derartiges Abbrennen von Feuerwerken ist. Eine breite Unterst\u00fctzung zu Alternativen wird es daher sicherlich aus der Bev\u00f6lkerung geben.\u201c<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Ratsversammlung am 21. Mai wurde eine Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen mehr oder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":143027,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,4851,30,71,17695,51653,859,1108,39170,39171],"class_list":{"0":"post-143026","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-feuerwerk","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-nabu","14":"tag-naturbad-nordost","15":"tag-sachsen","16":"tag-stadtrat","17":"tag-thekla","18":"tag-vogelschutz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114578479105919689","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143026"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143026\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/143027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}