{"id":143510,"date":"2025-05-27T11:18:10","date_gmt":"2025-05-27T11:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143510\/"},"modified":"2025-05-27T11:18:10","modified_gmt":"2025-05-27T11:18:10","slug":"neue-daten-zur-langzeitmortalitaet-bei-multipler-sklerose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143510\/","title":{"rendered":"Neue Daten zur Langzeitmortalit\u00e4t bei Multipler Sklerose"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/multiple-sklerose-rollator.webp.webp\" alt=\"Multiple Sklerose Rollator\" title=\"Multiple Sklerose Rollator\"\/> <\/p>\n<p>Multiple Sklerose und ihre prognostische Relevanz<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/multiple-sklerose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Multiple Sklerose (MS)<\/a> ist die h\u00e4ufigste nicht-traumatische neurologische Ursache f\u00fcr bleibende Behinderung bei jungen Erwachsenen. Trotz erheblicher Fortschritte in der Diagnostik und Therapie bleibt die Erkrankung mit einem erh\u00f6hten Mortalit\u00e4tsrisiko verbunden. Internationale Studien belegen eine um durchschnittlich 7\u201314 Jahre verk\u00fcrzte Lebenserwartung bei Menschen mit MS (pwMS). Bisherige Erkenntnisse zu Mortalit\u00e4tsraten stammen meist aus \u00e4lteren oder regional begrenzten Kohorten, was die Einsch\u00e4tzung aktueller Entwicklungen erschwert.<\/p>\n<p>Bessere Diagnostik und Therapie bei MS mit Einfluss auf Mortalit\u00e4t?<\/p>\n<p>Mit der Etablierung krankheitsmodifizierender Therapien (DMTs) in den letzten Jahrzehnten haben sich sowohl die Behandlungsstrategien als auch die Diagnoseh\u00e4ufigkeit ver\u00e4ndert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob sich diese Fortschritte bereits in einer verbesserten \u00dcberlebensprognose widerspiegeln. Ebenso unklar bleibt, welche Ursachen den erh\u00f6hten Sterblichkeitsraten konkret zugrunde liegen und wie sich Komorbidit\u00e4ten auswirken.<\/p>\n<p>Nationale Registerdaten als solide Grundlage<\/p>\n<p>Die vorliegende finnische Studie untersuchte \u00fcber 16.000 pwMS anhand von Daten aus landesweiten Registern zwischen 1971 und 2020. Erfasst wurden u. a. standardisierte Mortalit\u00e4tsraten (SMR), \u00dcbersterblichkeit (excess death rate, EDR), Lebenserwartung und spezifische Todesursachen. Zus\u00e4tzlich wurden die Auswirkungen des Diagnosezeitpunkts sowie das Vorliegen von Komorbidit\u00e4ten anhand des Charlson Comorbidity Index (CCI) analysiert.<\/p>\n<p>Mortalit\u00e4tsr\u00fcckgang bei MS und Einflussfaktoren<\/p>\n<p>Die zentralen Ergebnisse der Studie sind im Folgenden zusammengefasst:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gesamtmortalit\u00e4t<\/strong>: Die SMR f\u00fcr pwMS sank von 3,07 (1980\u20131999) auf 2,18 (2000\u20132020). Die EDR halbierte sich im selben Zeitraum von 14,05 auf 7,48 pro 1.000 Personenjahre.<\/li>\n<li><strong>Geschlechtsunterschiede<\/strong>: Frauen wiesen eine h\u00f6here SMR auf, M\u00e4nner hingegen eine h\u00f6here EDR.<\/li>\n<li><strong>Alter<\/strong> <strong>bei<\/strong> <strong>Diagnose<\/strong>: Ein j\u00fcngeres Alter bei Diagnosestellung war mit einer h\u00f6heren relativen Mortalit\u00e4t assoziiert.<\/li>\n<li><strong>Einfluss<\/strong> <strong>der<\/strong> <strong>Diagnosejahre<\/strong>: pwMS mit Diagnosestellung in den Jahren 1996\u20132005 hatten ein signifikant reduziertes Sterberisiko (Hazard Ratio [HR] 0,49) im Vergleich zu fr\u00fcher Diagnostizierten.<\/li>\n<li><strong>Lebenserwartung<\/strong>: Die mittlere Lebenserwartung war bei Frauen um 6,7 Jahre und bei M\u00e4nnern um 4,3 Jahre reduziert.<\/li>\n<li><strong>Todesursachen<\/strong>: MS war in \u00fcber der H\u00e4lfte der F\u00e4lle die zugrunde liegende Todesursache. Dar\u00fcber hinaus waren gastrointestinale Erkrankungen, Infektionen der Atemwege und vaskul\u00e4re Erkrankungen \u00fcberrepr\u00e4sentiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ergebnisse zeigen steigende Lebenserwartung bei MS-Patienten<\/p>\n<p>Die Studie belegt eindr\u00fccklich, dass sich die \u00dcberlebenszeit von pwMS in den letzten vier Jahrzehnten signifikant verbessert hat. Besonders der Zeitraum nach Einf\u00fchrung von DMTs scheint mit einer reduzierten Sterblichkeit einherzugehen \u2013 auch wenn ein direkter kausaler Zusammenhang aufgrund fehlender individueller Therapiedaten nicht best\u00e4tigt werden kann. Die weiterhin erh\u00f6hte Mortalit\u00e4t insbesondere durch vermeidbare Ursachen wie Infektionen oder vaskul\u00e4re Komorbidit\u00e4ten unterstreicht die Bedeutung einer integrierten Versorgung.<\/p>\n<p>Mortalit\u00e4t bei MS: Fortschritte und weiterer Forschungsbedarf<\/p>\n<p>Diese Registerstudie liefert wertvolle Erkenntnisse zum Wandel der Mortalit\u00e4t bei MS. Der R\u00fcckgang der SMR und die Verl\u00e4ngerung der Lebenserwartung markieren einen Fortschritt in der Versorgung von MS-Patienten. Gleichzeitig bleibt ein erh\u00f6hter Handlungsbedarf in der Pr\u00e4vention und Behandlung von Komorbidit\u00e4ten bestehen. K\u00fcnftige Forschung sollte insbesondere die langfristigen Auswirkungen moderner DMTs und personalisierter Therapieans\u00e4tze auf die Gesamtmortalit\u00e4t beleuchten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Multiple Sklerose und ihre prognostische Relevanz Multiple Sklerose (MS) ist die h\u00e4ufigste nicht-traumatische neurologische Ursache f\u00fcr bleibende Behinderung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":143511,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232,17957,51798,4608,51799,20527],"class_list":{"0":"post-143510","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health","12":"tag-lebenserwartung","13":"tag-mortalitaet","14":"tag-multiple-sklerose","15":"tag-registerstudie","16":"tag-todesursachen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114579525017115006","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143510"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143510\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/143511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}