{"id":143670,"date":"2025-05-27T12:45:05","date_gmt":"2025-05-27T12:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143670\/"},"modified":"2025-05-27T12:45:05","modified_gmt":"2025-05-27T12:45:05","slug":"fakes-ueber-taeterin-und-helfer-nach-messerangriff-in-hamburg-im-umlauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/143670\/","title":{"rendered":"Fakes \u00fcber T\u00e4terin und Helfer nach Messerangriff in Hamburg im Umlauf"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faktenfinder<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 27.05.2025 13:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach dem Messerangriff in Hamburg werden im Netz Zweifel am Tathergang ges\u00e4t. So werden unter anderem mittels KI gef\u00e4lschte Bilder des Helfers verbreitet. Auch dass es sich um eine T\u00e4terin gehandelt hat, wird bestritten.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/pascal-siggelkow-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Pascal Siggelkow, SWR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/siggelkow-pascal-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wen wollt ihr verarschen?&#8220; &#8211; Mit diesen Worten werden auf der Plattform X Bilder des Helfers Muhammad al-Muhammad geteilt, der am Hamburger Hauptbahnhof zusammen mit einem weiteren Mann die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/messerangriff-psychiatrie-justiz-100.html\" title=\"Wie es nach dem Messerangriff in Hamburg juristisch weitergeht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Messerangreiferin<\/a> gestoppt hatte. Der Vorwurf: Die Medien w\u00fcrden angeblich KI-generierte Bilder des Helfers von verschiedenen Orten verbreiten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls vermeintlicher Beweis dienen dabei zwei Bilder, die al-Muhammad in fast identischer Pose und gleicher Kleidung zeigen: einmal vor dem Brandenburger Tor und einmal auf einem Bahngleis, angeblich in Hamburg. Doch dieser Vorwurf ist aus mehreren Gr\u00fcnden falsch.<\/p>\n<p>    Bild aus Berlin stammt nicht vom Wochenende<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/250526-99-976423\/\" title=\"Medien zeigten echte Fotos des Helfers vom Hamburger Hauptbahnhof\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Wie unter anderem die dpa berichtete<\/a>, wird mit diesen Postings suggeriert, dass die Geschichte des Helfers al-Muhammad, wie sie in den Medienberichten geschildert wird, falsch sei. Dabei sind diese Postings selbst manipuliert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum einen stammt das Bild, das den Helfer vor dem Brandenburger Tor zeigt, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/messerangriff-am-hamburger-hauptbahnhof-ich-habe-mich-entschieden-die-frau-zu-stoppen-a-277d8024-ae39-4365-b2b5-5a02e9d93c1c\" title=\"&quot;Ich habe mich entschieden, die Frau zu stoppen&quot;\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">von einem Artikel des Spiegels<\/a>, die al-Muhammad interviewt hatten. Dabei handelt es sich nach der Quellenangabe um ein privates Foto des Mannes, das nicht im aktuellen Zusammenhang aufgenommen wurde. Auf X hatten aufgrund des Ortes des Bildes einige User die Falschbehauptung aufgestellt, der Mann k\u00f6nne nicht der Helfer gewesen sein, da er sich ja offenbar nicht in Hamburg befinde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Bild ist echt, stammt jedoch nicht von dem vergangenen Wochenende. <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/nach-messerattacke-bild-des-syrischen-helden-fuer-gefaehrlichen-trend-benutzt-zr-93754108.html\" title=\"Nach Messerattacke \u2013 Bild des syrischen Helden f\u00fcr gef\u00e4hrlichen Trend benutzt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Wie der Spiegel gegen\u00fcber der Frankfurter Rundschau mitteilte<\/a>, ist das Bild nach Angaben von al-Muhammad Mitte April bei einem privaten Besuch bei einem Freund in Berlin entstanden.<\/p>\n<p>    Bild vom Bahnhof ist KI-generiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas zweite Bild, das den Helfer mit fast identischer Pose und gleicher Kleidung am Hamburger Hauptbahnhof zeigen soll, ist wiederum offensichtlich KI-generiert. Zu erkennen ist das unter anderem an dem Schriftzug auf der Jacke, der im Gegensatz zum echten Bild nicht lesbar ist. Auch die Schriftz\u00fcge am Bahnhof, beispielsweise die Gleisanzeige oder der Fahrplanaushang, sind nicht lesbar. Hinzu kommt, dass es am Hamburger Hauptbahnhof keinen Ort gibt, der vergleichbar aussieht wie der auf dem Bild.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Vorwurf, die Medien h\u00e4tten sowohl das Bild vor dem Brandenburger Tor als auch das offensichtlich KI-generierte Bild an einem Bahnhof verbreitet, ist jedoch falsch. Denn w\u00e4hrend das erste Foto im Spiegel erschienen ist, wurde das zweite, das KI-generierte Bild, nicht von etablierten Medien \u00fcbernommen, wie eine Bilderr\u00fcckw\u00e4rtssuche zeigt. Zudem gibt es zahlreiche weitere Bilder und auch Videos, die al-Muhammad zeigen und auf denen er eindeutig zu identifizieren ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Polizei best\u00e4tigte bereits, dass durch das sehr schnelle Eingreifen zweier Passanten, die sich auf dem Bahnsteig befanden, der Angriff unterbrochen werden konnte. Insgesamt wurden 18 Menschen mit einem Messer angegriffen und verletzt.<\/p>\n<p>    Polizei best\u00e4tigt Festnahme einer Frau<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine weitere Falschbehauptung, die in den sozialen Netzwerken kursiert, ist, dass es sich in Wahrheit gar nicht um eine T\u00e4terin gehandelt habe. Als vermeintlicher Beweis hierf\u00fcr wird eine Schalte mit einem Reporter des Nachrichtensenders WELT geteilt. In dem 44-sek\u00fcndigen Videoclip ist der WELT-Reporter zu sehen, der gut eine Stunde nach dem Angriff in der N\u00e4he des Hamburger Hauptbahnhofs steht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Schalte fragt der Nachrichtenmoderator den Reporter zun\u00e4chst nach der mutma\u00dflichen T\u00e4terin und ob der Reporter sie noch gesehen habe. Dieser antwortet daraufhin, dass er sie nicht gesehen habe und sie schon festgenommen worden sei. Dann sagt der Reporter, dass ein Zeuge ihm berichtet habe, dass ein junger Mann festgenommen worden sein soll. Dieser habe demnach ein relativ ungepflegtes Erscheinungsbild gehabt und soll einen Kapuzenpullover getragen haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf X wird dieses Video vor allem in verschw\u00f6rungsideologischen Kreisen verbreitet, unter anderem mit den Worten: &#8222;So viel von dem M\u00e4rchen einer T\u00e4terin!&#8220; Dabei gibt es keine Beweise f\u00fcr diese Behauptung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Angaben der Polizei handelt es sich bei der festgenommenen Person um eine 39-j\u00e4hrige Frau. Sie hat die Tat vor dem Haftrichter einger\u00e4umt, wie eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mitteilte. Auf Videos, die von der Festnahme am Hauptbahnhof gemacht worden sind, ist sie zu sehen. Darauf trug sie eine Kapuze, sodass ihr Gesicht nicht gut zu erkennen war. Die Tatverd\u00e4chtige wurde in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Sprecherin der WELT schreibt auf Anfrage: &#8222;In Live-Situationen ist die journalistische Aufgabe, m\u00f6glichst schnell zu berichten &#8211; auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verf\u00fcgbaren Informationen. Dabei pr\u00fcfen unsere Reporterinnen und Reporter sowie die Redaktion kontinuierlich alle Quellen, Hinweise und Aussagen, um ein m\u00f6glichst genaues Bild der Lage zu vermitteln. Auch im vorliegenden Fall wurden die Aussagen des Reporters nach der Schalte \u00fcberpr\u00fcft und &#8211; soweit erforderlich &#8211; im weiteren Programmverlauf korrigiert oder eingeordnet. Diese Form der kontinuierlichen Aktualisierung und Einordnung ist bei Live-Berichterstattung \u00fcblich und Teil unseres redaktionellen Prozesses.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faktenfinder Stand: 27.05.2025 13:33 Uhr Nach dem Messerangriff in Hamburg werden im Netz Zweifel am Tathergang ges\u00e4t. 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