{"id":144119,"date":"2025-05-27T16:49:09","date_gmt":"2025-05-27T16:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/144119\/"},"modified":"2025-05-27T16:49:09","modified_gmt":"2025-05-27T16:49:09","slug":"deutsche-bahn-sanierung-der-bahnstrecke-berlin-hamburg-von-spardiktat-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/144119\/","title":{"rendered":"Deutsche Bahn \u2013 Sanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg von Spardiktat betroffen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img306201\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/306201.jpeg\" alt=\"Hier in Hessen zeigten sich Probleme beim Einbau der Signaltechnik: Im Oktober auf der Riedbahn-Baustelle am Bahnhof Gernsheim\"\/><\/p>\n<p>Hier in Hessen zeigten sich Probleme beim Einbau der Signaltechnik: Im Oktober auf der Riedbahn-Baustelle am Bahnhof Gernsheim<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Andreas Arnold<\/p>\n<p>Noch etwas \u00fcber zwei Monate, dann beginnt das Grauen f\u00fcr Pendlerinnen und Pendler entlang der Bahnstrecke Berlin-Hamburg. Ab 1. August wird die knapp 280 Kilometer lange Strecke f\u00fcr neun Monate gesperrt werden. T\u00e4glich rund 50.000 Fahrg\u00e4ste im Nah- und Fernverkehr mit Start oder Ziel in Berlin und Brandenburg werden betroffen sein. Teilweise verdreifachen sich Fahrzeiten, weil auf vielen Verbindungen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1187983.streckensanierung-berlinnhamburg-petition-gegen-vollsperrung-gestartet.html?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einzig Ersatzbusse<\/a> zur Verf\u00fcgung stehen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190766.pendlerverkehr-bahnstrecke-berlinnhamburg-das-chaos-droht.html?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zuletzt gab es Sorgen<\/a>, ob sich \u00fcberhaupt Auftragnehmer f\u00fcr alle Baulose finden. Doch vor einigen Tagen meldete die Deutsche Bahn Vollzug. \u00bbAuch f\u00fcr den letzten Bauabschnitt zwischen Hamburg-Rothenburgsort und B\u00fcchen sind nun Firmen gebunden\u00ab, meldete der Staatskonzern. Im ersten Anlauf war das nicht gelungen.<\/p>\n<p>Keine neue Signaltechnik<\/p>\n<p>\u00bbDie Neuausschreibung im Herbst vergangenen Jahres hat f\u00fcr mehr Wettbewerb gesorgt und wir haben deutlich bessere Angebote von den Bauunternehmen erhalten\u00ab, erkl\u00e4rte Philipp Nagl, Chef der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190624.deutsche-bahn-schienennetz-der-bahn-drei-hundertstel-hoffnung.html?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bahn-Netztocher DB Infrago<\/a>. Das Projekt sei voll im Zeit- und Kostenplan, erkl\u00e4rte er weiter. Der war schon ordentlich nach oben angepasst worden \u2013 von 1,7 auf inzwischen 2,2 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, dass die Kosten nicht noch weiter gestiegen sind, d\u00fcrfte der vollst\u00e4ndige Verzicht auf den Einbau des aktuellen europ\u00e4ischen Zugsicherungssystems ETCS sein. Urspr\u00fcnglich h\u00e4tte die komplette Strecke parallel mit den konventionellen Systemen PZB und LZB ausger\u00fcstet werden sollen, sowie mit ETCS, f\u00fcr das keine Signale an der Strecke ben\u00f6tigt werden. Zuletzt war noch die Ausstattung von zusammengenommen 67 Kilometern zwischen Hamburg und B\u00fcchen sowie Berlin und Nauen geplant.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/306317.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>Bahn von Komplexit\u00e4t \u00fcberfordert<\/p>\n<p>Auch das ist gestrichen, womit der erhoffte Kapazit\u00e4tsgewinn im dichten Umlandverkehr der beiden Metropolen vorerst nicht kommt. Die neu gebaute Technik werde auf ETCS vorbereitet, hei\u00dft es. \u00bbBeim Pilotprojekt Riedbahn hat sich gezeigt, wie komplex und zeitaufw\u00e4ndig die Montage und Abnahme der neuen Technik als Doppelausr\u00fcstung mit den konventionellen Sicherungssystemen ist\u00ab, wird als Begr\u00fcndung genannt. Die Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim war 2024 die erste Strecke, die die Generalsanierung durchlaufen hat. \u00bbEine Ausr\u00fcstung mit ETCS wird in den fr\u00fchen 2030er Jahren erfolgen\u00ab, so der Ausblick.<\/p>\n<p>Auf Deutschlands meistbefahrener St\u00e4dte-Direktverbindung Berlin-Hamburg erneuert die DB w\u00e4hrend der neunmonatigen Bauphase unter anderem mehr als 180 Kilometer Gleise und \u00fcber 200 Weichen. Sechs neue sogenannte \u00dcberleitstellen, also Weichenverbindungen zwischen den Richtungsgleisen, sollen mehr Flexibilit\u00e4t unter anderem durch zus\u00e4tzliche \u00dcberholm\u00f6glichkeiten von langsameren Z\u00fcgen bieten. Das ist immerhin doppelt so viel, wie \u00bbnd\u00ab k\u00fcrzlich mit Verweis auf interne Informationen berichtet hatte. Allerdings war urspr\u00fcnglich der Bau von mindestens 20 neuen Weichenverbindungen vorgesehen.<\/p>\n<p>Nachdem die Deutsche Bahn das \u00bbBauvolumen der XXL-Sperre noch weiter reduziert\u00ab habe, sei dem Netzwerk Die G\u00fcterbahnen \u00bbschleierhaft\u00ab, wie die lange Sperrung von neun Monaten zu rechtfertigen sei, sagt in Reaktion darauf deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Westenberger. \u00bbF\u00fcr alle Eisenbahnen werden durch die Vollsperrung kommerzielle Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he entstehen, da d\u00fcrfen wir eine solide Begr\u00fcndung erwarten\u00ab, unterstreicht er. Der teilweise \u00fcber K\u00f6ln und den Rhein umzuleitende G\u00fcterverkehr zwischen dem Hamburger Hafen und Tschechien solle ein Dreivierteljahr hunderte Umleitungskilometer fahren. Es fehle auch ein Konzept, wie der Verkehr gelenkt wird, wenn auf einer der Umleitungen ebenfalls ein St\u00f6rfall eintritt.<\/p>\n<p>\u00bbUnz\u00e4hlige Male haben wir m\u00fcndlich wie schriftlich bei der DB Infrago um Auskunft zu diesen Unstimmigkeiten gebeten \u2013 erfolglos\u00ab, so Peter Westenberg weiter. Nun liege der Ball im Verkehrsministerium. \u00bbDie neue Regierung darf nicht das gleiche blinde Vertrauen in das DB-Konzept zur Sanierung mit Vollsperrungen setzen wie ihre Vorg\u00e4nger\u00ab, sagt der Lobbyist der privaten G\u00fcterbahnen.<\/p>\n<p>Erweiterte Instandhaltung statt Generalsanierung<\/p>\n<p>\u00bbNach dem derzeitigen Stand der Planung und der Investitionsvorbereitung wird keine Generalsanierung erfolgen, sondern nur eine erweiterte Instandhaltung mit vereinzelten \u00dcberleitstellen in abgemilderter Form\u00ab, urteilte k\u00fcrzlich der Bauleiter eines Bahnbau-Unternehmens. Sein Name ist \u00bbnd\u00ab bekannt.<\/p>\n<p>Dass bei der Signalausr\u00fcstung, den Gleisverbindungen und auch urspr\u00fcnglich geplanten neuen Ausweichgleisen f\u00fcr bis zu 740 Meter lange G\u00fcterz\u00fcge das Programm so zusammengestrichen worden ist, liege an \u00bbfehlenden Kapazit\u00e4ten\u00ab beim Lieferanten der Signaltechnik, unterstrich der Experte. \u00bbDamit ist die entscheidende Grundlage, um diese Strecke durch die Digitalisierung effizienter und zuverl\u00e4ssiger zu gestalten, nicht realisierbar\u00ab, so das Fazit. Erst 2035 soll demnach laut derzeitigem Stand die Aufr\u00fcstung realisiert werden.<\/p>\n<p>Hohes Risiko macht das Bauen teuer<\/p>\n<p>Der Experte berichtete auch von den Erfahrungen bei der Generalsanierung der Riedbahn. Planung und Bauvorbereitung der Deutschen Bahn seien aufgrund der kurzen Vorlaufzeit unzureichend gewesen. In der Folge seien noch Planungen nachgereicht worden, als der Bau bereits begonnen hatte. Das daraus resultierende hohe Risiko f\u00fcr die ausf\u00fchrenden Unternehmen habe sich \u00bbin den monet\u00e4ren Angeboten der Anbieter\u00ab widergespiegelt. Die Preise waren also sehr hoch.<\/p>\n<p>Aufgrund der fehlenden Erfahrungen bei solch gro\u00dfen des von der Bahn eingesetzte Koordinierungs- und Bauleitb\u00fcros sei die Projektrealisierung nur durch die \u00bbl\u00f6sungsorientierte Arbeitsweise\u00ab aller Beteiligten m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Es fehlen Personal und Strukturen<\/p>\n<p>Die Probleme sind eine Folge der Jahrzehnte w\u00e4hrenden Unterfinanzierung der Eisenbahn-Infrastruktur. Ein \u00bbabsoluter Irrtum\u00ab des Bahnkonzerns sei der radikale Abbau der urspr\u00fcnglich vorhandenen eigenen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Planung und die Bauleitung, um sie auf dem Markt einzukaufen, so der Experte.<\/p>\n<p>Die Branche habe sich \u00bbin den letzten Jahren wegen fehlender Auftragssicherheit und Planungssicherheit auf das reale Investitionsvolumen eingestellt\u00ab. Eine \u00bbschlagartige Vervielfachung der Kapazit\u00e4t\u00ab sei \u00bbpersonell und materiell in den meisten F\u00e4llen nicht m\u00f6glich\u00ab. Zudem fehlten Planer, Planpr\u00fcfer und Bau\u00fcberwacher zur Planung und Durchf\u00fchrung dieser Projektoffensive, so der Experte weiter. Sein Fazit: \u00bbDie Investitionspl\u00e4ne f\u00fcr die Infrastruktur scheitern trivial an den nicht vorhandenen personellen und materiellen Ressourcen.\u00ab<\/p>\n<p>Horrende Preise<\/p>\n<p>Derzeit erfolgten daher mehr Ausschreibungen durch die Bahn als Baufirmen realisieren k\u00f6nnen. Somit gebe es keinen effektiven Wettbewerb. Die Folge: \u00bbImmer \u00f6fter werden dadurch Bauvorhaben zu horrenden Preisen angeboten.\u00ab<\/p>\n<p>Der Missstand lie\u00dfe sich nur durch \u00bbmehrj\u00e4hrige Planungssicherheit\u00ab beheben. Dann w\u00fcrde die Branche tats\u00e4chlich Kapazit\u00e4ten aufbauen. Das sei mit kurzfristigen Ausschreibungen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier in Hessen zeigten sich Probleme beim Einbau der Signaltechnik: Im Oktober auf der Riedbahn-Baustelle am Bahnhof Gernsheim&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":144120,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[2227,296,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-144119","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-bahnverkehr","9":"tag-berlin","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114580826624374364","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/144119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=144119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/144119\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/144120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=144119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=144119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=144119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}