{"id":145318,"date":"2025-05-28T03:57:12","date_gmt":"2025-05-28T03:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145318\/"},"modified":"2025-05-28T03:57:12","modified_gmt":"2025-05-28T03:57:12","slug":"sarah-steffens-eroeffnet-dialog-ueber-depression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145318\/","title":{"rendered":"Sarah Steffens er\u00f6ffnet Dialog \u00fcber Depression"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> In einer stillen, aber eindrucksvollen Lesung \u00f6ffnete die 31-j\u00e4hrige Autorin Sarah Steffens ihr Innerstes: Auf Einladung der katholischen Kirche las sie in Wegberg aus ihrem Buch \u201eWarum hast du so dunkle Schatten unter deinen Augen?\u201c \u2013 einem ebenso poetischen wie schonungslos ehrlichen Werk \u00fcber das Leben mit einer rezidivierenden Depression.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIrgendwann ging mir die Puste aus.\u201c Mit diesen Worten beschreibt Sarah Steffens den Moment, an dem sie nicht mehr funktionieren, nicht mehr die m\u00fchsam aufgebaute Fassade aufrechterhalten konnte. Obwohl sie ihre Diagnose erst seit zwei Jahren hat, wei\u00df sie heute, dass sie schon lange zuvor erkrankt war. Als Kind erlebte sie im famili\u00e4ren Umfeld, wie Depression Menschen ver\u00e4ndern kann. \u201eIch habe die Krankheit damals als meinen pers\u00f6nlichen Feind gesehen\u201c, sagte sie. Eine Feindschaft, die sie pr\u00e4gte \u2013 und dazu f\u00fchrte, dass sie Gef\u00fchle und Warnzeichen ignorierte. Je \u00e4lter sie wurde, desto perfekter  wurde die Maske, hinter der sie sich versteckte. Was in ihr vorging, lie\u00df sie niemanden sehen. Vor allem nicht sich selbst.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch das geh\u00f6rt der Vergangenheit an: Vor einer kleinen Gruppe interessierter Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer sprach Sarah Steffens \u00fcber ihre Erfahrungen mit ihrer unsichtbaren Krankheit, die sie seit vielen Jahren begleitet. Ihre Worte waren sanft, doch voller Kraft. Mal verletzlich, mal w\u00fctend, mal hoffnungsvoll \u2013 und stets authentisch. Mit ihrer Offenheit ber\u00fchrte sie das Publikum tief und schuf eine Atmosph\u00e4re, in der nicht nur zugeh\u00f6rt, sondern verstanden wurde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran, der die Anwesenden mit viel Feingef\u00fchl begr\u00fc\u00dfte, zeigte sich sichtlich bewegt von der Lesung. Er betonte die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen, um das Schweigen \u00fcber psychische Erkrankungen zu brechen, sie in die Mitte der Gesellschaft zu holen. \u201eEs ist ein gro\u00dfer Akt des Mutes, sich so zu zeigen\u201c, sagte er im Anschluss.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neben Ausz\u00fcgen aus ihrem Buch gab Sarah Steffens auch pers\u00f6nliche Einblicke, die sie nicht aufgeschrieben hatte, beantwortete Fragen und zeigte: Depression ist keine Schw\u00e4che \u2013 sondern eine Realit\u00e4t, die viele betrifft und \u00fcber die gesprochen werden muss. Ihre Lesung war ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr mehr Verst\u00e4ndnis, Mitgef\u00fchl \u2013 und Hoffnung. Hoffnung vor allem, weil sie selbst den dunkelsten Stunden noch etwas Positives abgewinnen kann: \u201eIch habe harte Zeiten hinter mir, was paradoxerweise aber auch irgendwie sch\u00f6n war, weil ich ganz viel \u00fcber mich gelernt habe und dar\u00fcber, wie ich mein Leben besser gestalten kann\u201c, sagt sie. Dabei machte sie deutlich: Die Ursachen einer Depression sind vielschichtig. Lang andauernder Stress, physische Erkrankungen, genetische Faktoren, aber auch pers\u00f6nliche Schicksalsschl\u00e4ge wie Mobbing, Trennung, Arbeitsplatzverlust, Missbrauch, Gewalterfahrungen oder Suchtprobleme k\u00f6nnen Ausl\u00f6ser sein. Die Krankheit ist ebenso individuell wie der Mensch, den sie trifft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">L\u00e4cheln, obwohl die Seele m\u00fcde ist \u2013 diese Erfahrung kennen Menschen mit Depression. Auch Sarah Steffens kennt das Tragen einer Maske nur zu gut: \u201eEs gibt Phasen, in denen man funktioniert, lacht, mitmacht \u2013 und doch innerlich leidet.\u201c In kurzen, eindringlichen Ausz\u00fcgen aus ihrem Buch erz\u00e4hlt sie von ihren Gedanken, die sie vor allem in der Zeit in der Tagesklinik niederschrieb, einer Zeit der Konfrontation und der Heilung, wenn sie nachts nicht schlafen konnte. Herausfordernd, aber auch notwendig, um sich selbst besser zu verstehen. Es sind Texte voller Gef\u00fchl, Verletzlichkeit \u2013 und \u00fcberraschender St\u00e4rke. \u201eEs muss nicht immer alles nur traurig sein\u201c, betont sie. \u201eMan kann auch im Kontrast leben.\u201c Mit diesen Worten beschreibt sie, wie Depression nicht immer nur dunkle Momente bedeutet, sondern auch Zeiten, in denen man lachen, sprechen, sogar arbeiten kann \u2013 obwohl die Krankheit innen pr\u00e4sent bleibt. Dass viele Betroffene trotz guter Fassade schwer krank sind, ist eine der Botschaften ihres Buchs. Sie will das Unsichtbare sichtbar machen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Besonders wichtig ist es ihr, mit Vorurteilen aufzur\u00e4umen: \u201eEs ist keine schlechte Laune, keine Faulheit \u2013 es sind Warnsignale des K\u00f6rpers\u201c, sagte sie eindringlich. Niemand suche sich diese Krankheit aus, und jede Phase sei anders. Sie sprach auch \u00fcber die H\u00fcrden auf dem Weg zur Therapie. Monatelange Wartezeiten, das Gef\u00fchl, zwischen Zust\u00e4ndigkeiten verloren zu gehen \u2013 und das Gl\u00fcck, schlie\u00dflich eine therapeutische Beziehung zu finden, die tr\u00e4gt. Sie berichtete von Sackgassen und Hoffnungsschimmern, von Notfallpl\u00e4nen, von Momenten der Verzweiflung und ersten Schritten zur Linderung. Sarah Steffens ist keine, die sagt, sie sei geheilt. Sie sagt: \u201eIch bin in Bewegung.\u201c Und sie gibt ihre Erfahrungen weiter \u2013 nicht belehrend, sondern ehrlich. Ihre Geschichte ist keine Ausnahme \u2013 aber sie macht Mut, hinzusehen. Auch hinter die Maske.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Zuh\u00f6renden verlie\u00dfen den Abend nicht nur mit nachdenklichen Blicken, sondern auch mit dem Gef\u00fchl: Sie waren Zeugen eines besonderen Moments, in dem Worte Br\u00fccken bauten \u2013 zu einem ehrlicheren Umgang mit seelischem Leid.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In einer stillen, aber eindrucksvollen Lesung \u00f6ffnete die 31-j\u00e4hrige Autorin Sarah Steffens ihr Innerstes: Auf Einladung der katholischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":145319,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1849],"tags":[1797,3364,880,29,548,663,3934,30,13,101,4455,14,15,1209,15638,12,52363,39781,24145],"class_list":{"0":"post-145318","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-moenchengladbach","8":"tag-buch","9":"tag-de","10":"tag-depression","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-lesung","18":"tag-moenchengladbach","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-nordrhein-westfalen","22":"tag-sarah","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-steffens","25":"tag-wegberg","26":"tag-zeigte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114583453397315112","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=145318"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145318\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/145319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=145318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=145318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=145318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}