{"id":145583,"date":"2025-05-28T06:29:11","date_gmt":"2025-05-28T06:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145583\/"},"modified":"2025-05-28T06:29:11","modified_gmt":"2025-05-28T06:29:11","slug":"die-schnelltests-der-zukunft-sind-biologisch-abbaubar-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145583\/","title":{"rendered":"Die Schnelltests der Zukunft sind biologisch abbaubar \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Diese Ger\u00e4te sollen mit unserem K\u00f6rper kommunizieren, erkl\u00e4rt Serpil Tekoglu von der Uni Linz. Material aus Nanozellulosen ist gut vertr\u00e4glich und kann verschiedene Biomarker nachweisen. Am Ende verrottet Zellulose am Kompost. Die Erfindung wurde international gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Woran wir forschen, nennt man Bioelectronics, also die Kombination von Biologie und Elektronik\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.jku.at\/en\/institute-of-physical-chemistry-and-linz-institute-for-organic-solar-cells\/team\/tekoglu\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Serpil Tekoglu<\/a> vom <a href=\"https:\/\/www.jku.at\/institut-fuer-physikalische-chemie-und-linzer-institut-fuer-organische-solarzellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Institut f\u00fcr Physikalische Chemie<\/a> (IPC) der <a href=\"https:\/\/www.jku.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">JKU Linz.<\/a> Sie schmunzelt bei der Erkl\u00e4rung und weist darauf hin, wie schlecht Bio und Elektrik zusammenpassen: \u201eWenn Ihr Handy ins Wasser f\u00e4llt, ist es wohl kaputt. Elektronik kommt meistens nicht gern mit Wasser in Ber\u00fchrung.\u201c Die Biologie hingegen basiert auf Wasser und Fl\u00fcssigkeiten. Das Team der <a href=\"https:\/\/www.jku.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Uni Linz<\/a> sucht kreative L\u00f6sungen, wie man elektrische Ger\u00e4te in fl\u00fcssiger Umgebung zuverl\u00e4ssig gestaltet.<\/p>\n<blockquote class=\"fm-quote flexmodule flexmodule--quote\">\n<p class=\"fm-quote__text\">         \u00bbVon der Genauigkeit her sind die von uns geplanten Tests gleichauf mit einem PCR-Ergebnis. Aber die Auswertung geht schneller.\u00ab     <\/p>\n<p>                  Serpil Tekoglu,                  <\/p>\n<p class=\"fm-quote__attrib\">         Institut f\u00fcr Physikalische Chemie der Uni Linz     <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"figure__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Tekoglu_Photo.jpg\" alt=\"Serpil Tekoglu vom Institut f\u00fcr Physikalische Chemie (IPC) der JKU Linz.\" width=\"1000\" height=\"600\"\/>                                     <\/p>\n<p>Serpil Tekoglu vom Institut f\u00fcr Physikalische Chemie (IPC) der JKU Linz.\u2003Erkan Kadir<\/p>\n<p>Eines der Ziele sind Sensoren f\u00fcr K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wie Blut oder Speichel, die anzeigen, ob bestimmte Biomarker darin vorhanden sind oder nicht. Das k\u00f6nnen Viren wie Covid-Erreger, Bakterien wie bei einer Streptokokken-Infektion oder jegliche Antik\u00f6rper sein, die im K\u00f6rper Hinweise auf Allergien oder Krankheiten geben.<\/p>\n<p>Wunderstoff aus der Natur<\/p>\n<p>Dabei nutzen die Forschenden ein Material namens Nanozellulose, das als neuer Wunderstoff gilt, weil es zahlreiche Vorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichem Material hat. Erstens ist der Grundstoff Zellulose das h\u00e4ufigste in der Natur vorkommende Polymer, also ein langes Molek\u00fcl, das aus vielen Einzelbausteinen zusammengesetzt ist. \u201eWir bekommen diesen Stoff in Form von Kristallen, den unsere Partner um Alessandra Operamolla an der Universit\u00e4t Pisa aus Pflanzenmaterial herstellen. Die Partikel sind kleiner als 500 Nanometer\u201c, sagt Tekoglu, die seit 2019 in Linz lebt und davor in Izmir (T\u00fcrkei), Mailand (Italien) und Karlsruhe (Deutschland) geforscht hat.<\/p>\n<p>Polymere kennen viele als Kunststoffe wie Polyethylen-Folien, PET-Flaschen oder das am h\u00e4ufigsten eingesetzte Polypropylen, das man simpel als \u201ePlastik\u201c bezeichnet. Doch Polymere sind auch als Naturstoffe sehr vielf\u00e4ltig: Die Zellwand von Pflanzen besteht wie gesagt aus Zellulose, und unser Erbmaterial, die DNA, ist ebenfalls ein Polymer, das aus kleinen Einzelst\u00fccken wie eine Perlenkette aufgebaut ist. \u201eNeben dem Aspekt, dass Zellulose ein h\u00e4ufiger in der Natur vorkommender Stoff ist, haben wir den zweiten Vorteil, dass sie auch nat\u00fcrlich abbaubar ist\u201c, sagt Tekoglu. Bisher sind Schnelltests, die Erkrankungen oder Biomarker anzeigen, haupts\u00e4chlich aus synthetischen Kunststoffen, die nicht in den Biom\u00fcll geh\u00f6ren. Doch die neuen medizinischen Tests sollen (wenn von der Hygiene her m\u00f6glich) kompostierbar sein.<\/p>\n<p>Anpassbar wie Lego-Bausteine<\/p>\n<p>\u201eUnd als dritter Vorteil ist unsere Entwicklung in der Funktion flexibel: Je nach Wunsch kann man genau die Molek\u00fcle suchen, die wichtig sind\u201c, erkl\u00e4rt Tekoglu. Diese anpassbare Funktionalit\u00e4t ergibt sich aus der Bauweise der Biosensoren. An einer Stelle des Sensormolek\u00fcls kann man wie bei einem Lego-Set das dran stecken, was man braucht: f\u00fcr Covid-Detektion eine Struktur des Virus-Antik\u00f6rper, f\u00fcr Bakterien ein St\u00fcck der Zelloberfl\u00e4che zum Andocken oder f\u00fcr Krebsmarker die exakte Passform der gesuchten Tumorstrukturen.<\/p>\n<p>\u201eDas funktioniert \u00fcber leitende Polymere, die wie ein Schalter on und off anzeigen\u201c, sagt Tekoglu. Wenn ein bestimmter Biomarker an den Sensor bindet, ver\u00e4ndert er dadurch die lokale Umgebung der Ionen, was zu messbaren \u00c4nderungen des elektrischen Stroms f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Weniger aufwendig als PCR-Tests<\/p>\n<p>Die Auswertung von solchen Schnelltests w\u00e4re mit eigenen Messger\u00e4ten nicht ganz so einfach wie die Nasenabstriche aus der Corona-Zeit, aber viel weniger aufwendig als die PCR-Tests, die uns alle in Erinnerung sind. \u201eVon der Genauigkeit her sind die von uns geplanten Tests gleichauf mit einem PCR-Ergebnis. Aber die Auswertung geht sehr schnell in wenigen Minuten mit kleinen Messger\u00e4ten, die in einer Ordination oder einem Gesundheitszentrum stehen k\u00f6nnten\u201c, sagt Tekoglu.<\/p>\n<p>\u201eWir haben elektrische Leitf\u00e4higkeit mit ionischer Leitf\u00e4higkeit (biologischer Stromfluss, Anm.) in einem Material kombiniert. Das ist wirklich neu\u201c, beschreibt die Forscherin die Erfindung, die es auch auf das Cover des <a href=\"https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlelanding\/2024\/tc\/d4tc03264k\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Journal of Materials Chemistry<\/a> geschafft hat. Tekoglu wurde heuer zudem von der britischen Royal Society of Chemistry als eine der \u201eFrauen in der Materialwissenschaft 2025\u201c nominiert und hat am internationalen Frauentag, dem 8. M\u00e4rz, die Ehrung erhalten.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diese Ger\u00e4te sollen mit unserem K\u00f6rper kommunizieren, erkl\u00e4rt Serpil Tekoglu von der Uni Linz. 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