{"id":1458,"date":"2025-04-01T22:55:29","date_gmt":"2025-04-01T22:55:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1458\/"},"modified":"2025-04-01T22:55:29","modified_gmt":"2025-04-01T22:55:29","slug":"empoerung-in-europa-reaktionaere-lawine-trump-holt-zum-weltweiten-schlag-gegen-diversitaetsprogramme-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1458\/","title":{"rendered":"Emp\u00f6rung in Europa: \u201eReaktion\u00e4re Lawine\u201c \u2013 Trump holt zum weltweiten Schlag gegen Diversit\u00e4tsprogramme aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die US-Regierung verlangt von allen Gesch\u00e4ftspartnern in der ganzen Welt die Einhaltung der neuen amerikanischen Vorschriften zur Einschr\u00e4nkung von Diversit\u00e4tsprogrammen. Entsprechende Aufforderungen verschickten Botschaften an die Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten. Dazu sollen beispielsweise der franz\u00f6sische Telekom-Konzern Orange und ein gro\u00dfer europ\u00e4ischer Autobauer geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die diplomatische Vertretung der USA in Madrid \u00e4u\u00dferte sich \u00f6ffentlich dazu. \u201eDie US-Botschaft in Spanien, wie alle unsere Botschaften weltweit, kommuniziert die neuen Regeln, die US-Pr\u00e4sident Donald Trump per Erlass in kraft gesetzt hat, mit unseren lokalen Zulieferern von Produkten und Dienstleistungen\u201c, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Madrid am Montag. <\/p>\n<p>Bei der spanischen Regierung stie\u00df das auf Kritik. Das spanische Arbeitsministerium erkl\u00e4rte dazu, die US-Vorgabe sei eine \u201eungeheuerliche Verletzung\u201c der strengen spanischen Anti-Diskriminierungsgesetze. Unternehmen, die sich an die neuen US-Vorgaben hielten, riskierten Ermittlungen der spanischen Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Trump hatte im Januar Ministerien und Bundesbeh\u00f6rden angewiesen, s\u00e4mtliche Programme zu streichen, die Diversit\u00e4t, Gleichstellung und Inklusion f\u00f6rdern. Per Erlass kippte er zudem eine ganze Reihe von fr\u00fcheren, teils seit Jahrzehnten geltenden Dekreten, mit denen die Chancengleichheit bei der Besch\u00e4ftigung und eine ausgewogene Besetzung der Belegschaft hinsichtlich Merkmalen wie Hautfarbe, Geschlecht und Religion erreicht werden soll. <\/p>\n<p>Ziel des Dekrets sei es, auch private Unternehmen, die Regierungsauftr\u00e4ge erhalten, davon abzubringen, Angeh\u00f6rige von Randgruppen einzustellen. So genannte DEI-Programme (das steht f\u00fcr Diversity, Equity, Inclusion, also Diversit\u00e4t, Gleichstellung und Inklusion) stellten eine \u201eillegale Diskriminierung und Bevorzugung\u201c dar, hie\u00df es in dem Erlass.<\/p>\n<p>Der Botschaftssprecher aus Madrid sagte nun: \u201eWir wollen sicherstellen, dass unsere Vertr\u00e4ge mit allen Anti-Diskriminierungsgesetzen des Bundes in Einklang stehen, und dass unsere Lieferanten keine Programme unterhalten, die entgegen der Bundesgesetze Diversit\u00e4t, Gleichstellung und Inklusion f\u00f6rdern.\u201c Das US-Au\u00dfenministerium antwortete zun\u00e4chst nicht auf die Bitte um Stellungnahme.<\/p>\n<p>In dem Fragebogen wurden Unternehmen aufgefordert, die Einhaltung der Regelungen zu best\u00e4tigen. Einem Insider zufolge wurden diese Frageb\u00f6gen an eine Reihe von Unternehmen geschickt, von Strom- und Wasserversorgern bis zu Zeitungen, die von der Botschaft abonniert werden, und Catering-Unternehmen. Unklar war zun\u00e4chst, wie viele Unternehmen den Brief erhalten haben und wie viel ihre Vertr\u00e4ge mit den US-Botschaften wert sind. Am Wochenende hatte zuerst die Zeitung \u201eLes Echos\u201c \u00fcber das Vorgehen der USA berichtet. Demnach wurden eine Reihe von franz\u00f6sischen Unternehmen angeschrieben, darunter der Telekomkonzern Orange.<\/p>\n<p>Frankreich will sich dem Druck aus den USA nicht beugen, Programme f\u00fcr mehr Vielfalt in Unternehmen aufzugeben. Kompromisse werde es nicht geben, betonte der franz\u00f6sische Handelsminister Laurent Saint-Martin am Montag im Sender RTL Radio. Saint-Martin sagte, die franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden wollten von ihren US-Kollegen Erkl\u00e4rungen zu dem Schreiben einholen. <\/p>\n<p>Die Forderungen umfassten laut dem Minister die Aufgabe von Integrationsma\u00dfnahmen, die Teil der franz\u00f6sischen und der EU-Gesetze sind, wie die Gleichstellung von M\u00e4nnern und Frauen, die Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung und Rassismus oder die F\u00f6rderung der Vielfalt, um Menschen mit Behinderungen zu helfen.<\/p>\n<p>Barcelonas B\u00fcrgermeister spricht von einer \u201ereaktion\u00e4ren Lawine\u201c<\/p>\n<p>\u201eAll dies ist ein Fortschritt, der zuallererst unseren franz\u00f6sischen Werten entspricht, darauf sind wir stolz und wir wollen keine Kompromisse eingehen\u201c, sagte Saint-Martin. \u201eWir k\u00f6nnen nicht einfach von heute auf morgen die Anwendung unserer eigenen Gesetze aufheben.\u201c Der Minister erg\u00e4nzte, er sei zutiefst schockiert \u00fcber den Brief der Botschaft. Zugleich betonte er die Notwendigkeit eines anhaltenden Dialogs mit den USA.<\/p>\n<p>Die Tageszeitung \u201eLe Figaro\u201c ver\u00f6ffentlichte einen Text, bei dem es sich um eine Kopie eines Briefes handele, den die Konzerne erhalten h\u00e4tten. Darin hie\u00df es, eine im Januar von Trump unterzeichnete Exekutivanordnung mit der Aufforderung zu einem Stopp von Initiativen f\u00fcr mehr Diversit\u00e4t und Inklusion in US-Beh\u00f6rden beziehe sich auch auf \u201es\u00e4mtliche Zulieferer und Dienstleister der US-Regierung, ungeachtet ihrer Nationalit\u00e4t oder des Landes, in dem sie operieren\u201c.<\/p>\n<p>In Spanien geh\u00f6rte etwa das Projekt American Space Barcelona in der st\u00e4dtischen Sant Andreu-Bibliothek dazu, das von der US-Botschaft unterst\u00fctzt wird. In dem Projekt geht es etwa um englische B\u00fccher, Kulturprogramme und Informationen \u00fcber die USA. Der sozialistische B\u00fcrgermeister von Barcelona, Jaume Collboni Cuadrado, sprach lokalen Medien gegen\u00fcber von einer \u201ereaktion\u00e4ren Lawine\u201c, die die Regierung Trumps \u201eauf Europa und die Werte, die wir verteidigen, niedergehen l\u00e4sst\u201c. <\/p>\n<p>In Belgien erkl\u00e4rte Finanzminister Jan Jambon, dass die Europ\u00e4er eine \u201eKultur der Nichtdiskriminierung\u201c pflegten, die weitergef\u00fchrt werden m\u00fcsse. \u201eWir haben keine Lektion vom Boss in Amerika zu lernen\u201c, sagte er dem Sender RTL-TVI. In einer gemeinsamen Stellungnahme erkl\u00e4rten der belgische Au\u00dfenminister Maxime Pr\u00e9vot und der Minister f\u00fcr Chancengleichheit, Rob Beenders, sie bedauerten den R\u00fcckschritt der USA. \u201eDiversit\u00e4t und Inklusion sind nicht nur Schlagworte, sondern die Fundamente einer starken und dynamischen Gesellschaft. Sie st\u00e4rken unsere Wirtschaft, f\u00f6rdern Innovation und lassen Talente aufbl\u00fchen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die US-Regierung verlangt von allen Gesch\u00e4ftspartnern in der ganzen Welt die Einhaltung der neuen amerikanischen Vorschriften zur Einschr\u00e4nkung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1459,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[114,13,1648,1646,1647,14,15,110,12,45,10,8,9,11,113,103,104],"class_list":{"0":"post-1458","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-donald-geb-1946","9":"tag-headlines","10":"tag-inklusion","11":"tag-lgbtq","12":"tag-minderheiten","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-newsteam","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-texttospeech","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-trump","23":"tag-welt","24":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114265176350802697","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1458"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1458\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}