{"id":145946,"date":"2025-05-28T09:47:11","date_gmt":"2025-05-28T09:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145946\/"},"modified":"2025-05-28T09:47:11","modified_gmt":"2025-05-28T09:47:11","slug":"gericht-weist-klimaklage-von-peruanischem-bauern-gegen-rwe-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/145946\/","title":{"rendered":"Gericht weist Klimaklage von peruanischem Bauern gegen RWE zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 28.05.2025 11:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Klage eines peruanischen Landwirts gegen RWE ist gescheitert. Sa\u00fal Luciano Lliuya wollte erreichen, dass sich der Energiekonzern wegen der CO2-Emissionen finanziell an Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr sein Haus in den Anden beteiligt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Oberlandesgericht (OLG) Hamm weist die Klima-Klage des peruanischen Landwirts Sa\u00fal Luciano Lliuya gegen den Energiekonzern RWE ab. Eine Revision dieser Entscheidung sei nicht m\u00f6glich, entschied das Gericht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Klageziel Lliuyas war es, dass RWE sich wegen der CO2-Emissionen des Unternehmens finanziell an Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr sein Haus gegen Folgen der Gletscherschmelze in den Anden beteiligt.<\/p>\n<p>    Richter vor Ort in Huaraz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLliuya hatte seine Klage gegen RWE im Jahr 2015 eingereicht und scheiterte damit 2016 vor dem Landgericht am Konzernsitz in Essen. Dann ging es in die n\u00e4chste Instanz. Die Umweltschutzorganisation Germanwatch, die den Peruaner auch im aktuellen Berufungsverfahren unterst\u00fctzt, wertete allein die Zulassung der Beweisaufnahme durch das OLG Hamm als Erfolg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch nun entschied das Gericht gegen Lliuya, der im M\u00e4rz f\u00fcr Anh\u00f6rungstermine nach Hamm gekommen war. Er argumentierte zusammen mit der Umwelt-Anw\u00e4ltin Roda Verheyen, dass CO2-Emissionen von RWE-Kraftwerken zu der Gletscherschmelze beigetragen und damit das \u00dcberschwemmungsrisiko f\u00fcr sein Haus erh\u00f6ht h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Haus liegt unterhalb eines Gletschersees in der Stadt Huaraz am Fu\u00dfe der Anden. Dort gab es 2022 einen Ortstermin mit zwei Richtern des OLG. Gutachter nahmen unter anderem Bodenproben und machten Aufnahmen mit Drohnen.<\/p>\n<p>    Keine individuelle Zuordnung von Klimarisiken<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLliuya und sein Team f\u00fchrten an, dass der Anteil von RWE am von Menschen verursachten Klimawandel laut Studien bei knapp 0,5 Prozent liege und sich der Konzern entsprechend mit rund 17.000 Euro an Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr das Haus in Volumen von \u00fcber drei Millionen Dollar beteiligen m\u00fcsse. Der Anteil wurde nach Angaben des Gerichts im Verlauf des Verfahrens auf 0,38 Prozent und die Summe damit auf rund 13.000 Euro gesenkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRWE kritisierte, die Kl\u00e4ger wollten einen Pr\u00e4zedenzfall schaffen, wonach jeder einzelne Emittent von Treibhausgasen in Deutschland f\u00fcr Auswirkungen des Klimawandels weltweit rechtlich verantwortlich gemacht werden k\u00f6nnte. Dies solle selbst dann gelten, wenn er sich immer an die Vorschriften gehalten habe, erkl\u00e4rte der Konzern. &#8222;Wenn es einen solchen Anspruch nach deutschem Recht geben sollte, k\u00f6nnte man auch jeden Autofahrer in Haftung nehmen&#8220;, so der Energiekonzern.<\/p>\n<p>    Fall mit Signalwirkung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Germanwatch ging es grundlegend um die Feststellung, ob einzelne Unternehmen mit hohen Emissionen entsprechend ihres Beitrags zum globalen Klimawandel f\u00fcr den Schutz Betroffener vor Klimarisiken aufkommen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Fall habe eine Signalwirkung entfaltet wie keine andere Klimaklage, erkl\u00e4rte die Umweltschutzorganisation. Es handele sich um die weltweit einzige Klage auf unternehmerische Haftung f\u00fcr Klimarisiken, die es in die Beweisaufnahme geschafft habe. Bereits damit sei Rechtsgeschichte geschrieben worden, teilt Germanwatch mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Lliuyas Anw\u00e4ltin Verheyen wertete die Entscheidung des Oberlandesgerichts trotz der Zur\u00fcckweisung der Klage als Erfolg. Das Gericht habe zwar das Flutrisiko f\u00fcr ihren Mandanten als nicht ausreichend hoch bewertet. &#8222;Aber eins ist klar: Das Urteil von heute ist ein Meilenstein und wird Klimaklagen gegen fossile Unternehmen und damit der Abkehr von fossilen Brennstoffen weltweit R\u00fcckenwind geben&#8220;, betonte sie. &#8222;Erstmals in der Geschichte urteilt ein hohes Gericht in Europa: Gro\u00dfe Emittenten k\u00f6nnen f\u00fcr die Folgen ihrer Treibhausgasemissionen zur Verantwortung gezogen werden&#8220;, erkl\u00e4rte sie laut Germanwatch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.05.2025 11:03 Uhr Die Klage eines peruanischen Landwirts gegen RWE ist gescheitert. Sa\u00fal Luciano Lliuya wollte erreichen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":145947,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,52508,3364,29,30,13,52506,14,15,52507,1133,12],"class_list":{"0":"post-145946","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-co2-ausstoss","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-klimaklage","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-peru","19":"tag-rwe","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114584829791651108","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=145946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145946\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/145947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=145946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=145946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=145946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}