{"id":146541,"date":"2025-05-28T15:13:13","date_gmt":"2025-05-28T15:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/146541\/"},"modified":"2025-05-28T15:13:13","modified_gmt":"2025-05-28T15:13:13","slug":"hoechststrafe-fuer-arzt-in-frankreich-wegen-hundertfachen-kindesmissbrauchs-wer-hat-das-zugelassen-panorama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/146541\/","title":{"rendered":"H\u00f6chststrafe f\u00fcr Arzt in Frankreich wegen hundertfachen Kindesmissbrauchs: &#8222;Wer hat das zugelassen?&#8220; &#8211; Panorama"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t<strong><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tTrotz des harten Urteils gegen einen Arzt wegen massenhaften Missbrauchs beklagen Opfer, dass die Gesundheitsbeh\u00f6rden den T\u00e4ter nicht fr\u00fcher stoppten. Wie konnte das System derart versagen?<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/strong><br \/>\n\t\t\t\u00a0<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/437768335-w-640.jpg\" title=\"Vor dem Gericht warten Menschen auf das Urteil im Missbrauchsprozess.  | Foto: Mathieu Pattier (dpa)\" alt=\"Vor dem Gericht warten Menschen auf das Urteil im Missbrauchsprozess.  | Foto: Mathieu Pattier (dpa)\" aria-labelledby=\"imgLabel1\" width=\"980\" height=\"653\" fetchpriority=\"high\" class=\"artImg artImg-as32\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tVor dem Gericht warten Menschen auf das Urteil im Missbrauchsprozess.\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Mathieu\u00a0Pattier\u00a0(dpa)\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>F\u00fcr viele der 299 Opfer, die ein Klinikarzt in Frankreich oft bereits vor Jahrzehnten im Kindesalter sexuell missbraucht hat, ist der Leidensweg mit der Verurteilung des Mediziners nicht zu Ende. Zwar verh\u00e4ngt das Gericht im bretonischen Vannes nach einem Prozess, der ganz Frankreich ersch\u00fcttert hat, mit 20 Jahren Haft die H\u00f6chststrafe gegen den pensionierten Chirurgen Jo\u00ebl Le Scouarnec (74). Die Aufarbeitung der psychischen Sch\u00e4den durch den Missbrauch aber dauert f\u00fcr etliche Betroffene an. Au\u00dferdem fehlt ihnen eine nachvollziehbare Erkl\u00e4rung der Gesundheitsbeh\u00f6rden, weshalb diese den Arzt trotz Hinweisen nicht viel fr\u00fcher stoppten.<\/p>\n<p>&#8222;Wie viele weitere Le Scouarnec wurden von der \u00c4rztekammer gesch\u00fctzt?&#8220;, hei\u00dft es auf einem Banner von Demonstranten vor der Verk\u00fcndung des Urteils in Vannes.&#8220;Wer hat das zugelassen?&#8220;, steht auf einem anderen Schild von Opfervertretern, &#8222;H\u00f6rt uns zu!&#8220; lautet eine weitere Forderung. In einer langen Menschenkette tragen Demonstranten an einer langen Schnur h\u00e4ngend Schilder mit den Namen von Opfern bis vor das Gerichtsgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p class=\"ngZwiti\">Erster Hinweis vom FBI schon 2004<\/p>\n<p>Die Emp\u00f6rung ist verst\u00e4ndlich, denn einen ersten Hinweis wegen des Besitzes kinderpornografischer Abbildungen durch den Mediziner gibt es bereits 2004 von der amerikanischen Polizeibeh\u00f6rde FBI. Ein Jahr sp\u00e4ter f\u00fchrt dies zwar zur Verurteilung des Arztes zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe &#8211; und einzelne seiner Kollegen schalten deshalb auch die Gesundheitsbeh\u00f6rden ein, weil sie Le Scouarnec bei der Behandlung von Kindern fehl am Platz sehen. Am Ende aber gibt es keinerlei disziplinarische Konsequenzen f\u00fcr den Chirurgen, der damals zu einer anderen Klinik wechselt. Angesichts des \u00c4rztemangels auf dem Lande dr\u00fcckt man wohl lieber ein Auge zu.<\/p>\n<p>Das ersch\u00fctternde Ausma\u00df des Missbrauchs durch den Arzt wird erst 2017 durch die Anzeige einer Nachbarin offenbar, an deren sechsj\u00e4hriger Tochter der Mediziner sich im Garten verging. Bei Durchsuchungen sto\u00dfen die Fahnder auf rund 300.000 Fotos von Kindesmissbrauch sowie zahlreiche Tageb\u00fccher, in denen der Arzt seine jahrzehntelangen Taten voller perverser Details festhielt. Die Auswertung f\u00fchrt die Polizei an ihre logistischen und psychischen Grenzen &#8211; die leitende Ermittlerin, die bei ihrer Arbeit in Abgr\u00fcnde blickte, ist seit drei Jahren krankgeschrieben.<\/p>\n<p class=\"ngZwiti\">Gesetz l\u00e4sst lebenslange Haft nicht zu<\/p>\n<p>In der Urteilsbegr\u00fcndung betont die Vorsitzende Richterin die Gef\u00e4hrlichkeit des Chirurgen und die hohe R\u00fcckfallgefahr &#8211; und geht auch auf die Forderung von Opfern ein, dass der Arzt nie mehr das Gef\u00e4ngnis verlassen sollte. Die H\u00f6chststrafe f\u00fcr Sexualstraftaten betrage in Frankreich 20 Jahre Haft, auch die hohe Zahl von Opfern lasse eine weiterreichende Strafe nicht zu, sagt sie.<\/p>\n<p>Mit dem sp\u00e4ten Eingest\u00e4ndnis der \u00c4rztekammer, die vor Gericht eigenes Versagen im Umgang mit dem Chirurgen einger\u00e4umt hat, geben sich viele der Opfer l\u00e4ngst nicht mehr zufrieden und fordern Konsequenzen. Eine Opfergruppe meinte in einem Schreiben an das Gesundheits- und Justizministerium, dass dies &#8222;nicht nur der Fall eines Mannes&#8220; ist: &#8222;Es ist der Fall eines Systems, das es zugelassen hat, dass sich diese Verbrechen so lange wiederholen. Er enth\u00fcllt eine Kette von institutionellem Versagen, ignorierten Warnungen, verw\u00e4sserten Verantwortlichkeiten und komplizenhaftem Schweigen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"ngZwiti\">Opfer fordern Schutzma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Die Opfer beklagen, dass sich trotz dieses wohl gr\u00f6\u00dften Prozesses um Kindesmissbrauch in Frankreich &#8222;nichts bewegt&#8220;. Weder gebe es eine &#8222;Strukturreform&#8220;, noch eine &#8222;nationale Mobilisierung&#8220;, noch ein &#8222;starkes Signal&#8220;. In den Gesundheitseinrichtungen habe sich nichts ge\u00e4ndert. &#8222;Kein Warnsystem, keine Meldepflicht, keine verst\u00e4rkten Schutzma\u00dfnahmen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Opfergruppe forderte die Einrichtung einer Sonderkommission, um Lehren aus dem Fall zu ziehen und die Pr\u00e4vention von Kindesmissbrauch zu verbessern. Am Tag des Urteils k\u00fcndigte Frankreichs Gesundheitsminister Yannick Neuder Schritte in diese Richtung an, es m\u00fcsse ein &#8222;Nie wieder&#8220; geben, sagte er dem Sender France Info.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<strong>Schlagworte:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/person\/Gis%C3%A8le+Pelicot\" title=\"Gis\u00e8le Pelicot\" style=\"white-space: nowrap;\" itemscope=\"\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/Person\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gis\u00e8le Pelicot<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/person\/Yannick+Neuder\" title=\"Yannick Neuder\" style=\"white-space: nowrap;\" itemscope=\"\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/Person\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Yannick Neuder<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/person\/Jo%C3%ABl+Le+Scouarnec\" title=\"Jo\u00ebl Le Scouarnec\" style=\"white-space: nowrap;\" itemscope=\"\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/Person\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jo\u00ebl Le Scouarnec<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trotz des harten Urteils gegen einen Arzt wegen massenhaften Missbrauchs beklagen Opfer, dass die Gesundheitsbeh\u00f6rden den T\u00e4ter nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":146542,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[16546,331,332,548,663,3934,3980,156,13,52661,52659,14,15,12,52660,52662],"class_list":{"0":"post-146541","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-16546","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-france","15":"tag-frankreich","16":"tag-headlines","17":"tag-kindesmissbrauchs","18":"tag-le","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-scouarnec","23":"tag-zugelassen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114586111462450812","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146541\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/146542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}