{"id":148094,"date":"2025-05-29T05:21:09","date_gmt":"2025-05-29T05:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/148094\/"},"modified":"2025-05-29T05:21:09","modified_gmt":"2025-05-29T05:21:09","slug":"neues-buch-ueber-friedrich-merz-der-kanzler-ein-mann-der-mitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/148094\/","title":{"rendered":"Neues Buch \u00fcber Friedrich Merz: Der Kanzler, ein Mann der Mitte?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Berlin taz | Es dauert nicht lange, bis sich auf dem Podium zeigt, was auch im Buch beschrieben wird: Dass es die Liberalen in der CDU sind, die Friedrich Merz so lange bek\u00e4mpften und ihn jetzt verteidigen. Und die Konservativen, die so viele Hoffnungen auf ihn projizierten, die ihn jetzt kritisieren \u2013 und auch mit ihm hadern. Der Ullstein-Verlag hat am sp\u00e4ten Mittwochvormittag zwei recht unterschiedliche Christdemokraten in ihren sch\u00f6nen Musiksaal in Berlin-Mitte geladen, um das Buch der Zeit-Journalistin Mariam Lau mit dem schlichten Titel \u201eMerz\u201c zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Daniel G\u00fcnther, Ministerpr\u00e4sidenten aus Schleswig-Holstein, geh\u00f6rt zum liberalen Fl\u00fcgel der Partei, der Historiker Andreas R\u00f6dder zum konservativen. R\u00f6dder hat gemeinsam mit der ehemaligen Familienministerin Kristiana Schr\u00f6der die Denkfabrik R21 gegr\u00fcndet, die gerne \u00fcber Wokeness und die Probleme der Migration debattiert und versucht, die CDU weiter nach rechts zu verschieben.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">\u201eIch f\u00fchle mich von Friedrich Merz in ganz vielem, was er tut, vertreten\u201c, sagt G\u00fcnther. Es sei diesem erstaunlich gut gelungen, die unterschiedlichen Fl\u00fcgel der Partei zu adressieren. Das Gespr\u00e4ch ist schnell bei der Frauenquote, die die CDU nach langem Kampf unter Merz endlich eingef\u00fchrt hat und die R\u00f6dder gar nicht gef\u00e4llt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Das ist bemerkenswert an einem Tag, an dem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Selenski-zu-Besuch-in-Berlin\/!6090851\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selensky<\/a>j zu Besuch im Kanzleramt erwartet wird und am Abend <a href=\"https:\/\/taz.de\/Koalitionsausschuss\/!6090710\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Koalitionsausschuss zum ersten Mal<\/a> tagt. Aber aus Sicht der Konservativen und Wirtschaftsliberalen, die so lange f\u00fcr Merz als Parteichef k\u00e4mpften, war dessen Entscheidung, dann die Einf\u00fchrung der Quote zu unterst\u00fctzen, eben so etwas wie ein S\u00fcndenfall. G\u00fcnther dagegen spricht bei der Quote von einem \u201egro\u00dfartigen Schritt\u201c.<\/p>\n<p>      Problem mit Frauen?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Wie weit der Weg zur Parit\u00e4t in der CDU noch ist, zeigt die Zusammensetzung der Personen, die am fr\u00fchen Abend ins Kanzleramt kommen werden: Die Union hat den Koalitionsausschuss ausschlie\u00dflich mit M\u00e4nnern best\u00fcckt. Merz sei nicht der Klischee-Macho, als der er manchmal beschrieben werde, sagt Lau. Aber es st\u00f6re ihn eben auch nicht, wenn er in einer reinen M\u00e4nnerrunde sitze \u2013 und vielleicht falle ihm das noch nicht einmal auf. Ob Merz ein Problem mit Frauen hat, ist eine Frage, die sie in ihrem Buch zu beantworten sucht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">\u00dcberhaupt ist das Buch mit dem Untertitel \u201eAus der Suche nach der verlorenen Mitte\u201c keine Biographie. Lau n\u00e4hert sich dem Kanzler in zw\u00f6lf Kapiteln aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Der Verlag spricht von einem \u201ePanorama verschiedener Deep Dives\u201c, die Autorin selbst schreibt: \u201eIch bin ohne R\u00fccksicht auf Chronologie oder Vollst\u00e4ndigkeit den Fragen nachgegangen, die mich rund um Friedrich Merz interessieren.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"8\">Und in der Tat sind es die interessanten Fragen, die Lau da stellt: Ist Merz ein Konservativer? Wie ist es um sein Verh\u00e4ltnis zu Angela Merkel und der CDU im Osten bestellt? Was bedeutet f\u00fcr ihn die deutsche Staatsr\u00e4son? Was Europa? Was Donald Trump? Ein ganzes Kapitel widmet sie der \u201eschwarz-blauen H\u00f6llenwoche\u201c, wie sie jene Tage Ende Januar nennt, als die Union im Bundestag <a href=\"https:\/\/taz.de\/Unvereinbarkeitsbeschluss-der-Union-\/!6087226\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gemeinsam mit der AfD<\/a> einen Antrag \u00fcber Migrationsversch\u00e4rfungen durch den Bundestag brachte.<\/p>\n<p>      B\u00fcrgermeister von Brilon<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">\u201eFriedrich Merz opferte in dieser Woche die kostbarste Ressource, die ein Konservativer hat \u2013 sein Ehrenwort\u201c, schreibt Lau. Und es geht auch, ganz zu Beginn, um das Verh\u00e4ltnis zu seinem Gro\u00dfvater, der in seiner sauerl\u00e4ndischen Heimatstadt Brilon B\u00fcrgermeister und ein Nazi war; die taz hat ausf\u00fchrlich dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">Lau n\u00e4hert sich Merz mit offenem Blick, man merkt, dass sie allein schon um der Demokratie halber will, dass er als Kanzler erfolgreich ist. Die Distanz zu ihm aber verliert sie nie. Man muss nicht alle ihrer Interpretationen teilen, aber Laus Buch ist das beste, was bislang \u00fcber Merz erschienen ist: gut informiert, analytisch und dazu unterhaltsam geschrieben.<\/p>\n<p>      Er war pragmatisch<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">In ihrem Fazit zieht Lau einen interessanten Vergleich. Wenn man \u00fcberlege, an welchen konservativen Politiker Merz einen erinnere, lande man bei Ronald Reagan. \u201eHe was a true conservative\u201c, so zitiert sie Reagans Biografen Max Boot, \u201ebut boy, he was pragmatic\u201c. Wieder und wieder habe Reagan sein Misstrauen gegen den Staat und die \u00fcberbordende B\u00fcrokratie zum Ausdruck gebracht, aber die Staatsausgaben seien unter ihm in die H\u00f6he geschossen. Er habe Abtreibung als Mord bezeichnet, aber zu ihrer Legalisierung beigetragen. \u201eNiemand konnte sich je einen endg\u00fcltigen Reim auf Ronald Reagan machen \u2013 und so k\u00f6nnte es mit Friedrich Merz auch sein.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Die Moderatorin, Spiegel-Vizechefin Melanie Amann, will immerhin irgendwann mit Blick auf Merz&#8216; zahlreiche Richtungswechsel in den vergangenen Wochen wissen, ob dieser sich als Kanzler nun inhaltlich neu ausrichte oder einfach noch nicht trittsicher sei. \u201eNoch nicht ganz trittsicher\u201c, antwortet Historker R\u00f6dder sofort. G\u00fcnther dagegen wirbt um Verst\u00e4ndnis, Merz sei gerade einmal drei Wochen im Amt und habe bereits \u201eunfassbar viele wichtige Affekte gesetzt\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"15\">Er habe den Schritt vom Oppositionsf\u00fchrer zum Kanzler noch nicht ganz gemacht, sagt Lau. Und: In pessimistischen Momenten denke sie manchmal, vielleicht sei Merz nun da, wo er immer hingewollt habe, im Kanzleramt und auf der internationalen B\u00fchne \u2013 \u201eund jetzt kommt eine Menge Maulheldentum\u201c. Aber sie hoffe, dass die Zukunft ihr nicht recht gebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin taz | Es dauert nicht lange, bis sich auf dem Podium zeigt, was auch im Buch beschrieben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":148095,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-148094","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114589445948204002","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148094\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/148095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=148094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=148094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}