{"id":14851,"date":"2025-04-08T05:25:18","date_gmt":"2025-04-08T05:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/14851\/"},"modified":"2025-04-08T05:25:18","modified_gmt":"2025-04-08T05:25:18","slug":"bruce-liu-und-amsterdam-sinfonietta-in-der-tonhalle-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/14851\/","title":{"rendered":"Bruce Liu und Amsterdam Sinfonietta in der Tonhalle D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Noch am Vortag hat Bruce Liu im Radiointerview vom Kartsport geschw\u00e4rmt. Er liebt Geschwindigkeit, aber vor allem deren volle Kontrolle. Zitat Liu: \u201eDie Ambition sollte auf keinen Fall die F\u00e4higkeiten \u00fcberholen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was das f\u00fcr sein Konzert mit der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/amsterdam\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amsterdam<\/a> Sinfonietta in der Tonhalle bedeutet? Liu fliegt selbst bei h\u00f6chsten Ambitionen nirgendwo aus der Kurve. Dass ihn die ersten vier Minuten von Chopins Andante spianato et Grande polonaise brillante f\u00fcr Klavier und Orchester ein wenig k\u00fchl gelassen haben, hat der H\u00f6rer bald vergessen: Liu knuspert Arpeggien in Metern pro Zehntelsekunde, federt sehnige Spannkraft aus dem Bass-Motor \u2013 alles ohne jegliche Schwei\u00dfbildung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn er eine seiner unglaublich leichtfingrigen Non-legato-Pirouetten ebenso elegant abbremst, wie er sie beschleunigt, wei\u00df man: Er sammelt kurz das Orchester auf, das hat zwar nur ein paar Noten, aber die soll es halt brav mitmachen. Wenn unangestrengte \u00dcberlegenheit die Eleganz des Dandys auszeichnet: Voil\u00e1, das ist Bruce Liu.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Konzertmeisterin Candida Thompson pr\u00e4sentiert in der Streichorchesterfassung von Tschaikowskis \u201eSouvenir de Florence\u201c eher einen sportiven SUV. Im ersten Satz wirken die f\u00fcnf Celli und zwei Kontrab\u00e4sse doch reichlich dominant im Vergleich zur etwas unterbutterten ersten Geige. Die durchsichtigsten, ber\u00fcckend sch\u00f6nsten Momente liefern die solistisch besetzten Passagen im zweiten Satz. Sp\u00e4ter, als alle warmgelaufen sind, gilt: Wenn\u2019s am meisten Spa\u00df macht, gehen den tiefen Streichern ein bisschen die Pferdest\u00e4rken durch. Der letzte Satz ballert doch recht massiert im tiefen Register, das ist nicht immer fein, rei\u00dft aber ordentlich mit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Chopins f-Moll Klavierkonzert, wieder mit Bruce Liu, braucht nun deutlich l\u00e4ngeren Atem als das Er\u00f6ffnungsst\u00fcck. Ideen gibt es genug. Liu z\u00fcndet einen Einfall nach dem anderen, allerdings jeden mit der gleichen \u00dcberzeugung. Die Melodie nimmt bei jedem winzigen Schlenker die Begleitung mit, und auch das Orchester bem\u00fcht sich, noch so kleine Impulse geistreich zu untermauern. Es bleibt zusammen, was zusammengeh\u00f6rt, die linke Hand wei\u00df immer, was die rechte tut \u2013 und wie Liu das spielt, hat es fast etwas Akademisches.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das wird im langsamen Satz zum Problem. Je weniger T\u00f6ne es gibt, desto mehr Schwerpunkte h\u00f6rt man. Ein Spannungsraum zwischen Diskant und Bass, gar zwischen Orchester und Solist, mag sich so nicht recht er\u00f6ffnen. Nichts ger\u00e4t ins Fliegen, man geht nirgendwo verloren. Man hofft zurecht auf Lius umwerfend feinnerviges Verzierungswerk im letzten Satz und wird nicht entt\u00e4uscht. Je mehr Noten, desto leichter der Sinn. Tief ber\u00fchrt ist man am Ende vielleicht nicht, aber schon schwer beeindruckt. Riesenapplaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch am Vortag hat Bruce Liu im Radiointerview vom Kartsport geschw\u00e4rmt. 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