{"id":148991,"date":"2025-05-29T13:36:13","date_gmt":"2025-05-29T13:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/148991\/"},"modified":"2025-05-29T13:36:13","modified_gmt":"2025-05-29T13:36:13","slug":"wie-die-lothringer-13-halle-in-die-zukunft-geht-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/148991\/","title":{"rendered":"Wie die Lothringer 13 Halle in die Zukunft geht &#8211; Kultur"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das Ende ist nah. Schuld daran sind, je nach Studie, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trump<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/K%C3%BCnstliche_Intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KI<\/a> oder der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Klimawandel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimawandel<\/a>. Und wenn der Aufschwung fehlt? Dann geht es auch mit der Kultur schnurstracks bergab. An Untergangsfantasien mangelt es nicht. Da w\u00e4re es im Gegenteil mal an der Zeit, den apokalyptischen Dauerschleifen etwas entgegenzusetzen. So etwas wie ein Anti-Apokalypse-Mantra, das auf Widerstand und Resilienz anstatt auf Fatalismus setzt. Im st\u00e4dtischen Kunstraum Lothringer 13 Halle in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> wird genau das versucht. Dort ist mit dessen neuem Leiter Kalas Liebfried der \u201eAnti Doom Loop Kult\u201c in die ehemaligen Fabrikr\u00e4ume eingezogen. Das\u00a0 Ziel? Mit einem \u201eprogressiven Loop\u201c dem \u201eVerfall der Kultur\u201c entgegenzuwirken.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Nachlesen l\u00e4sst sich das auf der <a href=\"https:\/\/www.lothringer13.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neuen Webseite der Lothringer 13 Halle<\/a>. Und was es bedeutet, das konnte man vor einigen Tagen bei der Er\u00f6ffnung der ersten von Liebfried verantworteten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ausstellung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausstellung<\/a> \u201eAnarchic Animism\u201c erfahren. Gut, gleich am Eingang steht man da zun\u00e4chst mal einer Videoarbeit von Georgi Gospodinov gegen\u00fcber. Einer Fluginformationsanzeige, deren rotierende Lettern alle irgendwann die Worte \u201eFuture cancelled\u201c ergeben. Was aber auch schon mal verdeutlicht: Anstatt um \u201eDoom\u201c, also Verdammnis, geht es hier nicht einfach um Hedonismus. Auch nicht um eine Schubumkehr in Richtung VW Golf und russisches Gas. Eher geht es um ein Ausweiten der Gattungsgrenzen, was neben etwa den zoologischen auch die k\u00fcnstlerischen meint.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der Schriftsteller als Videok\u00fcnstler: Georgi Gospodinovs Arbeit \u201eFuture Cancelled\u201c, im Hintergrund eine Installation von Paul Valentin.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6e0d433f-c566-424f-91ba-88fed32fd682.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Der Schriftsteller als Videok\u00fcnstler: Georgi Gospodinovs Arbeit \u201eFuture Cancelled\u201c, im Hintergrund eine Installation von Paul Valentin. (Foto: Christian Kain)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das zeigt sich wiederum daran, dass Georgi Gospodinov eigentlich\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/georgi-gospodinov-zeitzuflucht-booker-prize-bulgarien-literatur-1.5888294?reduced=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein mit dem Booker Prize pr\u00e4mierter Schriftsteller<\/a>\u00a0ist. Hier in der Lothringer 13 tritt der Bulgare aber als Videok\u00fcnstler auf, bevor er am 25. Juni seinen neuen Roman \u201eDer G\u00e4rtner und der Tod\u201c vorstellt. Auch Liebfried selbst stammt aus <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bulgarien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bulgarien<\/a>. Das war aus seiner Er\u00f6ffnungsrede zu erfahren. Und dass sein Name ein K\u00fcnstlername ist. Den echten k\u00f6nne man nur \u201eschwer aussprechen\u201c. Gleichzeitig sei das aber auch typisch f\u00fcr Migranten, ein \u201eVersuch, nicht aufzufallen\u201c. Der 1989 geborene Liebfried kam mit 14 Jahren nach M\u00fcnchen. Er hat hier Philosophie und Kunstgeschichte und dann Bildhauerei an der Akademie studiert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auch am Goethe-Institut hat er gearbeitet. Er hat am freien Kunstraum Rosa Stern Space mitgewirkt, hat Alben und Magazine herausgebracht. Und mit <a href=\"https:\/\/www.sonicextinction.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fragments of Sonic Extinction<\/a> betreibt er seit 2022 eine Website, die sich <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-kunst-musik-website-sonic-extinction-kalas-liebfried-1.5633670\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit dem Verschwinden von Kl\u00e4ngen befasst<\/a>. Das alles flie\u00dft nun in seine Arbeit in der Lothringer 13 ein. Weshalb er sich dort nicht nur als Leiter, sondern \u201edefinitiv aktiv als K\u00fcnstler\u201c sieht, wie er bei einem Telefongespr\u00e4ch erz\u00e4hlt. Aber das sei ja auch in der \u201eDNA\u201c des Ortes, der 1980 als \u201eK\u00fcnstlerwerkstatt\u201c gegr\u00fcndet und, so Liebfried, von Pers\u00f6nlichkeiten wie Uli Aigner oder J\u00f6rg Koopmann gepr\u00e4gt wurde. Seine direkte Vorg\u00e4ngerin war\u00a0Lisa Britzger, die nun das Kunsthaus Kaufbeuren leitet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dieser Tradition sieht er sich also verpflichtet. Aber: \u201eDer Blick richtet sich absolut auf die Gegenwart\u201c. Gemeint sind damit \u201ebrennende Themen\u201c wie \u00d6kozide, organisch-maschinelle Wechselwirkungen oder \u201eantifaschistische Kulturen der Gegenwart\u201c, um die es im ersten der insgesamt f\u00fcnf Jahre gehen soll. Das aber nicht in Form von Einzelpositionen, sondern so dass sich \u00fcber die Genres und Generationen hinweg neue Allianzen bilden. Dieser Ansatz zeigte sich schon beim \u201eEcocide\u201c-Symposium am 17. Mai, bei dem K\u00fcnstler, Musiker und Wissenschaftler aufeinander trafen. \u00d6kozid? Damit ist eine erhebliche Sch\u00e4digung von \u00d6kosystemen\u00a0gemeint, die von 2026 an in der EU als strafbares Verbrechen gilt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dieser Ansatz ist aber auch bei der Ausstellung \u201eAnarchic Animism\u201c zu sp\u00fcren. Und auch hier ist wie bei \u201eEcocide\u201c eine zentrale Idee, die Beziehung zwischen Mensch und Natur auf neue Art zu denken. Das geschieht nicht plakativ, sondern eher symbolisch, metaphorisch. Etwa, wenn sich Petya Ivanova mit heiligen Wasserquellen und H\u00f6hlen in Bulgarien besch\u00e4ftigt. Wenn in einer Installation von Antoni Rayzhekov ein Wassertropfen Instrumente zum Klingen bringt. Oder wenn Joshua Bonnetta in einer Videoarbeit die innere seismische Welt der Alpen zum Vorschein bringt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Auswahl der genannten K\u00fcnstler steht dabei zudem f\u00fcr Liebfrieds Bestreben, einen Fokus auf die osteurop\u00e4ische Kunstszene zu legen. Sowie <a href=\"https:\/\/joshuabonnetta.com\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Falle von Bonnetta<\/a> auf spannende lokale K\u00fcnstler, die international renommiert sind, die man hier aber kaum kennt. F\u00fcr Kalas Liebfried braucht es solche Allianzen, solche \u00fcberh\u00f6rten Stimmen. Damit das mit dem \u201eAnti Doom Loop Kult\u201c, das mit dem Wandel gelingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Ende ist nah. Schuld daran sind, je nach Studie, Trump, KI oder der Klimawandel. 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