{"id":149100,"date":"2025-05-29T14:33:09","date_gmt":"2025-05-29T14:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/149100\/"},"modified":"2025-05-29T14:33:09","modified_gmt":"2025-05-29T14:33:09","slug":"polizeipraesidium-veranstaltet-interkulturelles-fussballturnier-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/149100\/","title":{"rendered":"Polizeipr\u00e4sidium veranstaltet interkulturelles Fu\u00dfballturnier &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Nach zwei Minuten sieht die Staatsanwaltschaft <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> I schon ziemlich alt aus. Es hat nicht viel mehr gebraucht als ein paar solide P\u00e4sse und den entschiedenen Abschluss des St\u00fcrmers vom TSV Maccabi M\u00fcnchen. Kurz nach Anpfiff steht es auf der Bezirkssportanlage Untergiesing 1:0 f\u00fcr die j\u00fcdische Mannschaft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gegen\u00fcber auf dem Kleinfeld, wo die Truppe von \u201eSinti und Roma Madhouse\u201c vorher schon dem Ball nachgejagt ist, nehmen nach den ersten Matches bereits die m\u00fcden Kicker des \u201eBellevue di Monaco\u201c, darunter viele Gefl\u00fcchtete, auf dem Rasen sitzend einen gro\u00dfen Schluck Wasser aus ihren Plastikflaschen. Als N\u00e4chstes laufen hier die \u201eMuslime in M\u00fcnchen\u201c auf.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">An Christi Himmelfahrt treten an der Agilolfingerstra\u00dfe im dritten Jahr in Folge bei einem Kleinfeld-Fu\u00dfballturnier Gruppen gegeneinander an, die in dieser Stadt vielen Verletzungen ausgesetzt sind \u2013 und damit sind keine sportlichen gemeint. Sie messen sich mit gro\u00dfem Sportsgeist unter anderem auch mit Teams, die w\u00e4hrend ihrer Dienstzeiten \u00fcblicherweise auf die Einhaltung von Recht und Ordnung in M\u00fcnchen achten. \u201eGemeinsam f\u00fcreinander\u201c hei\u00dft der \u201eCup 2025\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDahinter steckt die Idee, dass kleine und vulnerable Gruppen in M\u00fcnchen, die von Diskriminierung und Hasskriminalit\u00e4t betroffen sind, beim Sport zusammenkommen. Und zwar Betroffene wie staatliche Stellen.\u201c Auf die Formel bringt das Event Harald Frie\u00dfner, Referent der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalit\u00e4t, insbesondere Antisemitismus und Antiziganismus. Er und sein Kollege Peter Weinmaier, Einsatzplaner der Altstadt-Wache, hatten \u00fcberhaupt erst die Idee f\u00fcr die Ausrichtung dieses interkulturellen Kleinfeldturniers. Der Sport solle die Menschen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen zusammenbringen und gegenseitiges Verst\u00e4ndnis f\u00f6rdern. \u201eFu\u00dfball ist dabei Mittel zum Zweck.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Peter Weinmaier (links) und Harald Frie\u00dfner sind die Initiatoren des interkulturellen Kleinfeldfu\u00dfballturniers.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/d337adf3-c393-4cf1-a67e-ca31c9c91f4d.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Peter Weinmaier (links) und Harald Frie\u00dfner sind die Initiatoren des interkulturellen Kleinfeldfu\u00dfballturniers. (Foto: Catherina Hess)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Wie zurzeit kein anderer Bereich schaffe es der Sport, Menschen zu vereinen, die individuellen Belastungen in der Gesellschaft ausgesetzt seien, etwa durch ihre Fl\u00fcchtlingsgeschichte, bestimmte sexuelle Orientierung oder ihren Glauben. \u201eHier auf dem Fu\u00dfballplatz egalisiert sich alles\u201c, sagt Michael Weinzierl, Beauftragter der Bayerischen Polizei gegen Hasskriminalit\u00e4t, insbesondere Antisemitismus. Er ist zusammen mit dem Polizeipr\u00e4sidium M\u00fcnchen Veranstalter. \u201eF\u00fcr manche Gruppen wie die Sinti und Roma gilt der Turnier-Termin inzwischen als gesetzt, weil sie sich gesehen f\u00fchlen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Danito B\u00f6hmer, St\u00fcrmer von \u201eSinti und Roma Madhouse\u201c erz\u00e4hlt von Mitspielern, die \u201eimmer mal wieder Streit mit der Polizei\u201c h\u00e4tten. \u201eSobald der Ball rollt, sind das normale Menschen wie alle anderen auch.\u201c F\u00fcr ihn sei es \u201eetwas Sch\u00f6nes, mal mit der Polizei und dem Stadtrat weg von der Stra\u00dfe spielen zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Maximilian Kraus, Richter am Landgericht M\u00fcnchen I und Au\u00dfenverteidiger im Team Staatsanwaltschaft M\u00fcnchen I sch\u00e4tzt die \u201eVielfalt\u201c und \u201eentspannte Stimmung\u201c auf dem Platz. \u201eDas ist total nett.\u201c Vergangenes Jahr habe er beim Turnier ein bekanntes Gesicht gesehen, wisse aber nicht mehr, ob aus dem Zeugenstand oder von der Anklagebank. \u201eDas macht mich nicht befangen und als Staatsanwalt ist man eh nicht befangen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Schiri hat das letzte Wort\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Aber Sport ist auch Sport und selbst bei den besten Vors\u00e4tzen wird&#8217;s beim Kicken gern mal hitzig. Wer will schon verlieren? Bei der Begr\u00fc\u00dfung aller Teams verweist das Organisationsteam deshalb auf den Sanit\u00e4ter-Pavillon f\u00fcr die Versorgung von Sch\u00fcrfwunden und mahnt, das Temperament zu z\u00fcgeln. Sonst gilt pro Team: ein Torwart, f\u00fcnf Feldspieler. Grunds\u00e4tzlich: Keine Abseitsregel und \u201eder Schiri hat das letzte Wort\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">18 Mannschaften treten diesmal \u00fcber den Tag verteilt gegeneinander an. Jedes Jahr werden es mehr. Von der Israelitischen Kultusgemeinde ist heuer auch ein Team dabei. \u201eWir arbeiten eng mit der Polizei zusammen\u201c, sagt ein Sprecher, der nicht mit seinem Namen in der \u00d6ffentlichkeit stehen will. \u201eDie Belastung bei uns ist hoch, der Alltag mit anderen Kulturen kompliziert. Sicherheit ist in unseren Einrichtungen inzwischen 24\/7 notwendig; jeden Tag gibt&#8217;s irgendwo antisemitische Schmierereien.\u201c Er w\u00fcnsche sich mehr Veranstaltungen wie diese. \u201eFu\u00dfball verbindet.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Anh Le, 31, Verteidigerin beim \u201eTeam M\u00fcnchen\u201c, Bayerns gr\u00f6\u00dftem queeren Sportverein, freut sich \u00fcber das Zeichen, dass das Polizeipr\u00e4sidium mit diesem Turnier setzt. \u201eEs bringt alle Minderheiten an einem Tag auf den Platz.\u201c Auch in der LGBTQI-Community drehe sich zurzeit was. \u201eWir sind in M\u00fcnchen nicht mehr sicher.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Kamiran Issa, 39, hat sein Team gerade noch aufs n\u00e4chste Spiel eingeschworen. Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde M\u00fcnchen l\u00f6st sich aus dem Kreis, in dem seine Mitkicker stehen. In der Mannschaft seien Spieler, die bei Protesten in Iran verletzt worden und dann geflohen seien.\u00a0 \u201eWir sind eine heterogene Gruppe.\u201c Aus den unterschiedlichsten Richtungen k\u00e4men auch massive Anfeindungen, denen sie ausgesetzt sind. \u201eF\u00fcr uns ist wichtig, dass wir an erster Stelle als Kurden gesehen werden.\u201c Auf den Sportsgeist der Gruppe l\u00e4sst Issa nichts kommen: \u201eNat\u00fcrlich will man auch gewinnen. Es geht darum, sich durchzusetzen und sich zu zeigen.\u201c<\/p>\n<p>Auch Fu\u00dfball-Prominenz l\u00e4sst sich auf dem Spielfeld blicken<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gleich in der Fr\u00fch l\u00e4sst sich mit Benny Lauth auch echte Kicker-Prominenz auf dem Platz sehen. Der Ex-Sechziger, Mittelst\u00fcrmer beim Hamburger SV und VfB Stuttgart, tritt f\u00fcr das Team Bananenflanke M\u00fcnchen EV gegen den Ball. Er sei Gr\u00fcndungsmitglied des Vereins, der es geistig beeintr\u00e4chtigten Kindern erm\u00f6gliche, regelm\u00e4\u00dfiges Fu\u00dfballtraining zu bekommen. \u201eMan kann hier einen tollen Tag zusammen haben und das mit Respekt!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach zwei Minuten sieht die Staatsanwaltschaft M\u00fcnchen I schon ziemlich alt aus. 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